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Orchestra of the Upper Atmosphere

Θ1

(Tipp des Monats 4/2013)
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2012
Besonderheiten/Stil: Elektronische Musik; Krautrock; Moderne Klassik; Postrock; RIO / Avant
Label: Discus Music
Durchschnittswertung: 14/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Martin Archer Organ, E-Piano, Sax, Bass Clarinet, Electronics
Chris Bywater Synthesizers, Electronics, Percussion, Electric Violin
Steve Dinsdale Drums, Percussion, Synthesizer
Walt Shaw Percussion, Electronics
Terry Todd Bass

Gastmusiker

Paul Schatzberger, Yvonna Magda, Barbara Chrisholm, Angela Rosenfeld La Garotte String Quartet
Martin Archer, Mike Ward, Mick Beck, Geoff Bright, Herve Perez The Divine Winds - Sax, Flute, Clarinet, Oboe, Ethnic Reeds
Juxtavoices Madrigal Group

Tracklist

Disc 1
1. Seen from above Part 1 5:11
2. Seen from above Part 2 15:33
3. The oposition effect 10:33
4. When thin clouds scud across a bright moon 5:54
5. Anti-crepuscular rays 14:08
6. Duty music 5:11
7. Star procession 10:50
8. Coherent backscattering 10:09
Gesamtlaufzeit77:29
Disc 2
1. An open vista is revealed 4:29
2. He died before I could get my revenge 12:50
3. Almost inrecognisable but for its surface markings 9:28
4. The umbral length of shadows 9:38
5. Rainforest tension 9:51
6. Nimbus 19:56
7. Their dark presence stretches through the void 10:23
Gesamtlaufzeit76:35


Rezensionen


Von: Achim Breiling @ (Rezension 1 von 2)


Wow! Es wird also doch noch wirklich progressive Rockmusik gemacht! Es kommt ja bei mir eher selten vor, dass ich von einer Neuerscheinung wirklich überrascht werde. Es ist zwar heutzutage ziemlich schwer geworden in musikalischer Hinsicht etwas wirklich Neues zu schaffen - und das Album worum es hier geht bietet auch nicht wirklich vollkommen Neues -, doch sind auch unkonventionelle, sehr kreative, gleichzeitig stimmungsvolle Klangschöpfungen selten geworden, die Komplexität, aufwändige Instrumentierung und Atmosphäre zu einem progressiven (im wirklichen Sinne des Wortes) Ganzen vereinigen, ohne einfach nur schrägen Krach oder hinrverquirlenden Wirrwarr zu erzeugen. "Θ1" vom Orchestra of the Upper Atmosphere ist so eine rezente Produktion.

Das Orchestra of the Upper Atmosphere (kurz: OUA) ist ein Projekt des Briten Martin Archer, den man in diesen Kreisen vielleicht als einen der Macher von Combat Astronomy kennt. Vor einigen (wenigen) Jahren tat sich dieser mit dem Elektronik-Tastentüftler Chris Bywater und Steve Dinsdale (von radio massacre international) zusammen, um improvisierte Rockmusik zu machen. Man fand bald weitere Mitmusiker (Walt Shaw und Terry Todd) und begann aufzutreten, meist unterstützt von weiteren Musikern (Streichern, Bläsern oder Sängern). 2012 erschien dann das Tonträgerdebüt der Formation auf Archers Discus-Label.

Zwei CDs haben Archer und Mitstreiter hier mit Musik gefüllt, was natürlich viel zu viel ist, um derselben in dieser Rezension nur annähernd gerecht zu werden. Wirklich progressive Musik gibt es hier also zu hören, erzeugt von allerlei elektronischen oder elektrisch verstärkten Tasteninstrumenten, Perkussivem, Bass, Streichern, Bläsern und bisweilen auch einem Chor. Das klangliche Ergebnis ist sehr vielfältig, bewegt sich mal in Elektronischen, mal in krautig-experimentellen, bisweilen auch modern-klassischen Gefilden, weist gelegentlich minimalistische Muster auf, ist Jazzrock, Postrock oder moderner Prog und lässt sich wohl am besten in der RIO-Schublade unterbringen.

Die Stücke sind meist lang, sind umfangreich instrumentiert, mitunter rein elektronisch, angereicht mit Streicher- und Bläserklängen, dezenter bis wuchtiger Perkussion, repetitiven Tastenmustern, hallenden Freispielexkursen, (free)jazzigen oder fast (free)brassrockigen Einlagen, bizarren Stimmexaltiertheiten, angeschrägtem Kammerrock, Ambientartigem, hypnotischen Tastengemengen, voluminösem Krach und Dröhnen, folkigem Ethno-Gebläse, klangvollem Freispielgeplinge, voluminösen Tongemälden, repetitiven Improvisationen und sperrigen, psychedelisch-krautigen Postrockexkursen.

"Θ1" bietet ein ausgesprochen beeindruckendes, sehr eigenes und farbiges, von mir nur unzulänglich beschreibbares Gemenge an Klang, so als hätten Circle, Terry Riley, Tuxedomoon, die Taj Mahal Travellers und ein paar Postrocker aus Montreal, oft ergänzt um ein kleines Streich- und Bläserensemble, ein Album eingespielt. Die Musik kommt sehr dicht, sehr intensiv, sehr farbig, sehr professionell vorgetragen und mit einer ganz eigenen Atmosphäre, einem unpolierten Charme aus den Boxen, so dass man trotz der Länge des Albums nur gebannt zuhören kann. Wer Krautig-Experimentelles, Elektronisch-Postrockiges, Minimalistisch-Hypnotisches, moderne Ensemblemusik und wirklich progressive Klänge schätzt, der sollte sich den Erstling von Orchestra of the Upper Atmosphere dringend zulegen!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 25.1.2013
Letzte Änderung: 1.8.2018
Wertung: 14/15
Mein Album des Jahres 2012!

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Von: Federico Chavez @ (Rezension 2 von 2)


Wow allerdings! Was für ein langer und genialer Trip. „It is the job of the progressive artist to propose an alternative reality, and preferably one in which all notions of common sense have been completely eradicated. This collection is our proposal.“ ist im Inlay angemerkt. Progressive Rock im Sinne des Wortes ist das Angebot und das kann ich für dieses Album nur unterschreiben.

Oftmals geht das ja gar nicht gut, wenn Bands meinen, sie müssten zwei CDs veröffentlichen, weil sie soviel Material hätten. Da bleibt doch oft der Nachgeschmack, dass das Album in einer gekürzten Version besser gekommen wäre. Nicht so hier, die Musiker können zumindest meine Aufmerksamkeit über die volle Länge halten. Viel mehr noch, die Anziehungskraft des Albums ist so gross, dass ich mich auch nach mehreren Durchgängen nicht so schnell davon lösen kann.

Mit nur einem Wort ausgedrückt: OUAs Doppel-CD ist eine Klangkollage. Eine Kollage aus Klängen und das über 150 Minuten lang. Wird das nicht irgendwann langweilig oder anstrengend? Nein, denn es wird viel Abwechslung geboten. Nicht immer von Minute zu Minute (aufgrund einiger minimalistischer Abschnitte), aber von Stück zu Stück. Die Stücke sind nämlich keinesfalls ein freies Durcheinander, sondern folgen meistens zielsicher einem roten Faden – oft in Form eines wiederkommenden Motivs - im jeweiligen klar definierten Klangkosmos. Und dieser ändert sich bei jedem Track. Für die Auswahl unterschiedlicher Klangfarben verweise ich am besten auf die geübten und treffenden Wortkombinationen meines Vorschreibers Achim, dem ich diese Entdeckung zudem verdanke.

Deswegen und weil hier Worte nicht ausreichen, sondern man diesen Strom aus Klang selber gehört haben muss, nur noch ein paar zusätzliche persönliche Anmerkungen für Unentschlossene: Die Musik ist nicht nur kaum frei, sie ist zudem für so ein Gemenge an Klang gar nicht so schräg. Es gibt viele harmonische und eingängige Melodien, die oftmals als wiederkehrendes Motiv verwendet werden. In Form einer Basslinie, mittels Streicher, als Klaviermelodie oder auch rein elektronisch. Und wenn zu viel „Orchester“ aufgefahren wird, kann es gar geradezu kitschig und pompös werden (aber nur kurz). Es gibt ausserdem auch Momente, die sind einfach nur wunderschön, vor allem dann, wenn sie sich erst langsam aus der Klangmasse befreien müssen. Schön sind auch manche etwas zurückgehaltene Motive, die nur selten auftauchen, und zumindest ich freue mich jedes mal wieder, wenn sie sich wieder zeigen.

Es ist nicht einfach, dieses Werk zu beschreiben. Man muss es selber erfahren, sich die Zeit nehmen und in eine Welt voller interessanter Klänge eintauchen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 15.3.2013
Letzte Änderung: 15.3.2013
Wertung: 14/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Orchestra of the Upper Atmosphere

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2014 Θ2 13.00 1
2017 Θ3 13.00 1
2018 Θ4 12.00 1

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