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IQ

Ever

(Siehe auch: Leitfaden "NeoProg der 90er Jahre")
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1993
Besonderheiten/Stil: Neoprog
Label: Giant Electric PEA
Durchschnittswertung: 10.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Mike Holmes GTR
Martin Oford Keys, Backing Vox, Flute
John Jowitt Bass, Backing Vox
Paul Cook Drums
Peter Nicholls Voice

Tracklist

Disc 1
1. The Darkest Hour 10.52
2. Fading Senses

1. After All
2. Fading Senses

6.35
3. Out Of Nowhere 5.09
4. Further Away 14.30
5. Leap Of Faith 7.21
6. Came Down 5.56
Gesamtlaufzeit50:23


Rezensionen


Von: Thomas Thielen @ (Rezension 1 von 2)


Aber hallo, die CD kommt ganz schön proggisch daher, glaubt man der ersten Minute oder so. Technisch in der Oberliga führt uns Mike Holmes' Gitarre um einige Ecken mit ein paar Tollen Läufen a la softere Dream Theater. Aber dann geht es doch in Neoprog. Naja, Progpop, denn "Darkest Hour" besteht zu 2/3 aus ganz normalem Pop-Material. Trotzdem gelingt den Jungs die Mischung: IQ-typische Polyrhythmik auf erster Stufe (5/4 gegen 4/4), ein paar nicht wirklich erwartete Breaks und nette Melodien retten die Nummer allemal. Guter Einstieg!

"Fading Senses" sind eigentlich zwei Lieder in eins gepackt. Der Anfang ist eine akustisch angehauchte Ballade, der Schluß ein langatmiges Wechselspiel zwischen Gitarre und Synthie-Gitarre. Ein, zwei Themen immer wieder hoch und runter genudelt reichen aber für mich einfach nicht aus, um 3 min zu füllen, und der Anfang könnte auch auf Page/Plant sein.

"Out of Nowhere" ist einfach Rock. Ein überflüssiger Krumm-Teil am Anfang, mehr ein Vorspiel denn ein organisch dahin passendes Intro, gewöhnliche Melodien, Power-Chords, ok, ganz nett, aber auch hier gilt: Hatten die Hooters nicht auch mal sowas?

Aber jetzt wird es besser: "Further away" ist einfach guter Neoprog mit ein paar Takt- und Tempowechseln, einem Gitarrensolo, wie es Rothery auch nur an guten Tagen mehr unter die Haut treiben kann, Klasse-Lyrics... nichts, was Hardcore-Progger vom Hocker reißt, aber ein interessantes Gebilde, die stärkste Nummer der Platte.

"Leap of Faith" kann man auch in die erste Garde des Neoprog aufnehmen. Den Anfang kann ich mir zwar so richtig gut mit Technobeats vorstellen (naja, Mike Holmes wird das sicher gerne hören, wenn ich an seine Post-Gig-Gewohnheiten denke...), was ich nicht unbedingt als Kompliment meine, aber die Struktur stimmt; leitmotivisch wird "Fading Senses" wieder zitiert, hier und da stolpert der Hörer mal in unerwartete Rhythmus-schlenker. Aber gerade hier fällt auf, wie überkandidelt Martin Orfords Keyboardsounds alle Griffigkeit aus den Songs nimmt - ein durchgängiges Problem der überproduzierten, über-enhanceten CD.

"Came Down" ist einfach nur ein lyrisch-melancholischer Abschluß, der vom Verfall einer dem Sänger wichtigen Welt berichtet. Sehr stimmungsvoll, sehr schöne Lyrics.

Fazit: Für Neoproggies wohl eines DER Alben! (War "Ever" nicht irgendwie Platte des Jahres 94?) Für mich, der es gerne ein bißchen schräger hätte, eine nicht ganz zuendegedachte, zu mainstreamige Kompromißlösung eines Konzeptes, dem die Jungs mit "Subterranea" näher gekommen sind - vor allem hat es hier Orford endlich mit seinen Keyboards aus dem Fahrstuhl geschafft!

Anspieltipp(s): Darkest Hour, Further Away
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 9.6.2002
Letzte Änderung: 3.8.2003
Wertung: 10/15

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 2 von 2)


So gut kann IQ also klingen. Doch wie war es nach den letzten beiden enttäuschenden Alben (Are you sitting..., J`ai Polette d`Arnu) um die musikalische Richtung bestellt? Nach einer Pause von 4 Jahren konnte man gespannt sein, ob nun, nachdem die abgestreiften Fesseln der Plattenfirma keinen Einfluss mehr auf die Kreativität der Band haben sollten, wieder mehr Prog einkehren würde. Und man wurde wahrlich nicht enttäuscht. Bereits das erste Stück ist wieder IQ wie zu alten Zeiten. Man wird an Stücke wie TLHG (The Last Human Gateway) und The enemy smacks erinnert. Das ganze ist unheimlich dicht, die Stimme von Peter Nicholls ist reifer und stabiler geworden, vielleicht wurde sie auch elektronisch etwas frisiert, auf alle Fälle hört sich das sauberer an als früher. Die Drums kommen sehr trocken daher, alle Instrumente sind vom Soundaspekt her ausgewogen abgemischt. Also klanglich erste Sahne.

In "The darkest hour" wechseln sich rockige und stille Passagen ab, das Stück macht Appetit auf mehr. In "Fading senses" geht es zuerst ruhig, dann hart zu und her. Das Teilstück "After all" erinnert mich ein wenig an den Schlussteil von "Falling apart at the seams". Was hier auffällt ist das typische Bass-Spiel von John Jowitt, der hier zum erstenmal für IQ in die Saiten greift. Out of nowhere ist meiner Meinung nach das schwächste Stück der Platte. Ein simples 4/4 - Liedchen, nicht ganz so schlecht wie die Armada von Kommerzpop-Stückchen auf "Are you sitting...?" aber doch banal genug.

Dann das Highlight der Platte: further away.

Eine liebliche Flöte, glockenartige Synthiklänge, ein swingender Bass und eine klare Stimme. Der Bass wird schneller, monoton pumpend, sphärische Synthiklänge schweben darüber. Vor allem diese Synthiklänge sind es, die mir an IQ so gefallen. Ab 7:20 dann ein starkes Keyboardsolo, weiterhin pumpt der Bass auf dem immer gleichen Ton, bis ein ruhiger Zwischenteil folgt, dominiert von den anfänglichen perlenden Glockenklängen, diesmal mit akustischer Gitarre zusammen. Es folgt das sphärisch-bombastische Finale, erstmals ein Gitarrensolo alter Schule von Mike Holmes und das Fadeout von Gitarre und Kirchenorgelsynthi.

Nach TLHG, The enemy smacks und Nostalgia/FAATS endlich wieder ein grosses Werk. Später erreicht noch "The narrow margin" diesen Status.

Leap of faith ist solider Progrock, hier darf der Bass mal so richtig slappen, Mike Holmes gibt eines seiner tollen Soli zum Besten, das Ganze im 7/8-Takt. Bis hierher hat sich ein mystischer, eher düsterer Grundtenor durch die Stücke gezogen (einmal von Out of nowhere abgesehen). Mit "Came down" folgt nun das öffnende, die Spannung lösende Schlussbouquet. Zugegeben : die Gesangsmelodie ist trivial, aber die Instrumental-parts dazwischen sind als Ausklang der Platte oder auch eines Konzertes (siehe "forever live-video") geradezu prädestiniert. Die Musik fliesst davon...

Anspieltipp(s): Further away
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 1.8.2002
Letzte Änderung: 19.1.2007
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von IQ

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1983 Tales From The Lush Attic 12.00 3
1985 The Wake 11.00 2
1985 Living Proof 10.00 2
1987 Nomzamo 8.00 2
1989 Sold on you (single) - 1
1989 Nine in a pond is here 8.00 1
1989 Are you sitting comfortably? 6.00 1
1991 J'ai Pollette D'arnu 8.50 2
1996 Forever Live 11.00 3
1997 Subterranea 12.25 4
1998 Seven stories into '98 8.50 2
1999 The lost attic (a collection of rarities 1983-1999) 6.75 4
2000 Subterranea - The Concert 10.00 2
2000 The Seventh House 11.25 4
2002 Subterranea - The Concert (DVD) 11.00 1
2003 The archive collection - IQ20 10.00 2
2004 The twentieth anniversary show (DVD) 10.67 3
2004 Dark Matter 10.80 6
2006 Stage - Dark Matter Live In America And Germany 2005 (DVD) 11.00 2
2007 Forever Live : Live at the Stadthalle Kleve Germany : June 12 1993 (DVD) 11.50 2
2008 Frequency Tour CD 7.00 1
2009 Frequency 10.00 5
2010 The Wake - Live at De Boerderij - 1
2011 Re:Mixed - 1
2012 Live from London (DVD) 11.00 2
2012 IQ30 - Live In Zoetermeer 10.00 1
2014 The Road of Bones 10.67 3
2015 Live On The Road Of Bones 11.00 1
2017 Scrape Across The Sky 11.00 1
2017 Tales From A Dark Christmas 11.00 2

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