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Johannes Luley

Tales from the Sheepfather's Grove

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2013
Besonderheiten/Stil: RetroProg
Label: My Sonic Temple
Durchschnittswertung: 10.5/15 (4 Rezensionen)

Besetzung

Johannes Luley lead vocals / backup vocals / electric bass / electric guitars / acoustic nylon guitar / acoustic gut-string guitar / cuatro / santur / Marquesan ukulele / banjo / cymbals / tambourine / sleigh bells / castanets / monkey drum / bodhran / bongos / woo

Gastmusiker

Gianna Lyons chant (1, 7)
Robin Hathaway voice (7) / harmony vocals (2)
Kristina Sattler harmony vocals (2)
Stephanie Bennett concert harp (1, 3, 4, 6)

Tracklist

Disc 1
1. Stab the Sea 7:29
2. Guardians of Time 4:05
3. Moments 3:17
4. Give and Take 6:50
5. The Fleeting World 3:37
6. We are One 4:06
7. Suite: Atheos Spiritualis

1. overture
2. bolero
3. all we can be
4. doldrums

9:50
8. Voya 3:53
Gesamtlaufzeit43:07


Rezensionen


Von: Jürgen Meurer @ (Rezension 1 von 4)


Johannes Luley sollte dem Kenner der amerikanischen Prog-Szene als Gitarrist und Gründungsmitglied von Moth Vellum bekannt sein. Vor fünf Jahren erschien deren Debüt, bei dem gewisse Parallelen zu Yes kaum zu leugnen sind. Doch leider ist es nie zu einem Nachfolgealbum gekommen, da sich die Band in der Zwischenzeit aufgelöst hat. Zwar hat sich Luley mittlerweile einer anderen Band angeschlossen, doch er verfolgte dabei auch das Ziel, ein eigenes Soloalbum zu verwirklichen. Und dieses ist nun Anfang 2013 erschienen.

Das Fazit gleich vorweg: dies ist schlichtweg ein wunderschönes Album. Allerdings kein mächtiger Symphonik-Prog a la Moth Vellum, sondern insgesamt deutlich zurück genommen. Aber schließlich handelt es sich ja auch um ein Soloalbum – im wahrsten Sinne, denn abgesehen von einer Gastmusikerin an der Harfe und Gastsängerinnen kommt alles von Luley selbst: alle möglichen Gitarren (logisch), Tasteninstrumente, Perkussion und auch Gesang. In Sachen Perkussion gibt es gleich Entwarnung: es gibt keine nervende Rhythmus-Programmierung, sondern Luley bedient hier selbst die unterschiedlichsten akustischen Hand-Perkussionsinstrumente – und das passt ganz hervorragend ins insgesamt recht ruhige Gesamtklangbild.

Woher der Einfluss von Yes beim Moth Vellum Album kommt, lässt sich an Hand dieses Albums sehr gut erahnen. Schon das Cover ist im typischen klassischen Yes Stil. Und insgesamt verbreiten die Geschichten von Sheepfather’s Grove eine Stimmung, die irgendwo zwischen Steve Howe („beginnings“ oder „the Steve Howe album“) und Jon Anderson’s Olias-Album liegt. Wobei gerade die Parallelen zu Howe beim Gitarrenspiel Luleys sehr deutlich werden – bestes Beispiel dafür ist der abschließende Song „voya“. Akustische Instrumente spielen eine wesentliche Rolle, unter anderem eine sogenannte Cuatro, eine Art Mandoline.

Es wird alte Vinyl-Aufmachung simuliert, die Titel sind in A- und B-Seite aufgeteilt (je 4 Songs). Auch die LP-typische Spielzeit passt haargenau ins Bild, das ist retro pur. Es liegt nicht daran, dass ihm nicht mehr Stoff eingefallen ist, sondern es ist explizit seine Intention gewesen, die Spielzeit auf einem Level zu halten, wie es in den 70ern üblich war. Sein Credo: manchmal ist weniger eben mehr. Und ein weiterer Leitspruch Luleys: „lauter heißt nicht gleich besser“. Was er damit meint, merkt man deutlich beim Genuss dieses Werkes, bei dem er genau diesen Grundsätzen folgt. Und in letzter Konsequenz heißt dies natürlich auch, dass eine limitierte Vinyl-Version in Planung ist.

Der Gesang harmoniert perfekt mit der Grundausrichtung der teils recht fragilen Kompositionen. Als Beispiel für relaxten Schönklang mit Gesangsarrangements, die mich an Moon Safari erinnern, sei „we are one“ genannt. Für schräge oder metallische Passagen ist Luley auf diesem Album nicht zu haben, vielmehr wird das Hauptaugenmerk auf Melodien und stimmungsvolle Wohlfühl-Atmosphäre gelegt. Und das gelingt ihm ausgezeichnet. Wer „Olias of Sunhillow“ mag (und an diesem Album kommt man als Referenz bei „tales from Sheepfather’s Grove“ unmöglich vorbei), liegt mit diesem extrem entspannten, geschmackvoll arrangierten Album goldrichtig. Wer auf schräge Kost oder heavy Riffs aus ist, ist hingegen völlig falsch.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: Olias of Sunhillow
Veröffentlicht am: 27.2.2013
Letzte Änderung: 27.2.2013
Wertung: 11/15
mit Tendenz zu 12

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Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 2 von 4)


Da der von Jon Anderson angekündigte direkte Nachfolger für "Olias of Sunhillow" auf sich warten lässt, können sich Retroprog-Freunde bis auf Weiteres über Nachahmer wie Johannes Luley freuen. Mir sind sehr gute Clone-Bands (oder sehr gute Clone-Soloalben) eigentlich lieber, als gar keine neue Yes-, oder gar keine neue "Olias of Sunhillow"-Musik.

Es gehört wohl schon ein wenig Mut dazu sich ganz offen an Einfällen zu bedienen, die andere in den 70ern hatten. Mut sich eingestehen zu müssen, dass die eigene Kreativität doch für keine Pioniertaten reicht und man ohne die Kompositionen seiner Vorbilder wahrscheinlich doch selbst gar keine Alben rausbringen könnte.

Das alles wird auch Johannes Luley bewusst gewesen sein, als er für sein erstes Solo-Album das Roger Dean-Clone-Artwork bestellt hatte und als er "Tales from Sheepfather's Grove" im Geiste und mit den Arrangements von "Olias of Sunhillow", Steve Howe und Jon & Vangelis erdachte und komponierte.

Ich schätze "Olias of Sunhillow" sehr und so freut es mich, sobald jemand versucht den zweiten Teil davon zu kreieren. Die rituell eingefärbten Gesänge zu der ethnischen Perkussion in "Stab the Sea" machen es möglich. Die akustische Gitarre in "Guardians of Time" erinnert den Hörer daran, dass Luley als fähiger Gitarrist auch ein gutes Steve Howe-Album imitieren kann. Und dass Luley ein besserer Gitarrist als Anderson und ein besserer Sänger als Howe ist.

Mit unbeschwerten, für Gitarren, männlich/weiblichem Gesang und ein wenig Keyboards arrangierten "Guardian of Time" und "Moments" wird es deutlich, dass aus "Tales from Sheepfather's Grove" kein zweiter Teil von "Olias of Sunhillow" werden wird, sondern dass die direkten Vorbilder diesmal doch bei verschiedenen Alben aus dem Yes-Umfeld liegen. Dafür erinnert die Stimmung und die elektronischen Keyboards von "Give and Take" sehr stark and die Zusammenarbeit von Jon & Vangelis.

Das waren erst die ersten vier Stücke der Seite A der späteren LP-Ausgabe. Die Beschreibungen und Einflüsse könnte man für die Seite B in anderen Kombinationen und ausgetauschten Titeln (z.B. in "We are One" vereinigen sich Olias, Jon & Vangelis) ganz ähnlich fortführen. Eine kleine Überraschung in Gestalt der mit Bolero-Rhythmen ausgestatteten orchestralen Passagen von "Suite: Atheos Spirituals" gibt es dennoch zu vermelden.

Mir scheint, dass Luley als Solokünstler zumindest nicht mehr direkt die Teile der Kompositionen seiner Vorbilder umgestaltet, wie es bei Moth Vellum immer wieder der Fall war, sondern inzwischen verstärkt eigene Einfälle im Geiste der 70er verwendet.

Johannes Luley und seine ehemalige Band Moth Vellum stehen nicht für Eigenständigkeit, sondern für sehr clevere Nachahmung. Das wird einigen egal sein, solange sie gute Musik geboten bekommen, die anderen werden wahrscheinlich leicht genervt reagieren. Ich bin da zwiegespalten und suche immer noch nach Anzeichen für die Hoffnung, dass Luley in Zukunft doch mehr Eigenständigkeit entwickeln kann. Wie auch immer, für die Entspannung zu erstklassiger Musik ist "Tales from Sheepfather's Grove" auf jeden Fall gut geeignet.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: Olias of Sunhillow, Steve Howe, Jon & Vangelis
Veröffentlicht am: 30.3.2013
Letzte Änderung: 30.3.2013
Wertung: 10/15

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Von: Gunnar Claußen @ (Rezension 3 von 4)


Zwar kenne ich das von den Kollegen einhellig als Hauptreferenz zitierte "Olias Of Sunhillow" nur in Auszügen, aber gewisse Tendenzen in Richtung Anderson'scher Esoterik sind bei Johannes Luleys Solodebüt "Tales From The Sheepfather's Grove" nicht von der Hand zu weisen. Auch die Jon-And-Vangelis-Verweise gehen ins Schwarze, klingen doch einige Keyboardlinien in der Tat nach dem, womit Meister Papathanassiou seinerzeit den "So Long Ago, So Clear"-Part aus "Heaven And Hell" unterlegt hat.

Trotzdem erinnert mich "Tales From The Sheepfather's Grove" insgesamt ein wenig mehr an ruhig-feierliche Yes-Songs der 70er-Ära, also an "Soon", "And You And I", "We Have Heaven" oder "Remembring / High The Memory". Die instrumentale Fokussierung auf Akustikgitarre (Keyboards werden fast nur begleitend verwendet) erweckt zudem noch den Anschein, es hier mit einem Steve-Howe-Soloalbum zu tun zu haben (zumindest würde man so denken, kennte man nur Yes und kein tatsächliches Steve-Howe-Soloalbum). Gerade Sachen wie "Guardians Of Time", "Moments" oder "The Fleeting World" gehen voll in eine derartige Richtung und bedienen sich melodisch teils direkt am "Tales From Topographic Oceans"-Album. Mit Blick auf die allgemeine, nur allzusehr in Richtung "universale Harmonie" gestimmte Atmosphäre lassen sich allerdings auch noch Verweise in Richtung sonstiger aktueller Schöntöner wie North Atlantic Oscillation oder The National Orchestra Of The United Kingdom Of Goats (ha, ich hätte zuerst fast "Ghosts" geschrieben...) anbringen.

Was die Qualität der Stücke angeht, muss man Johannes Luley ebenfalls ein gutes Händchen bescheinigen. Selbst introspektiv-esoterisch angehauchtes Material wie der Opener "Stab The Sea", "We Are One" oder "All We Can Be" nerven keinesfalls, und falls sowas tatsächlich doch mal der Fall sein könnte, lassen sich Yes-Fanboys wie mich gleich mit dem nächsten "Tales..."-Zitat darüber hinweg täuschen (beim süßlichen "Voya" klappt das allerdings doch nicht). Auch schafft es Luley öfters mal, die fröhlich-harmonische "Alles wird gut!"-Stimmung für ein paar melancholische oder gar düstere Klangtupfer zu unterbrechen, wie beispielsweise in "The Fleeting World" oder gegen Ende der "Atheos Spiritualis"-Suite. Lustigerweise lässt letztere nach 1:25 Minuten doch tatsächlich eine Melodie erklingen, die verdächtig an "Auferstanden aus Ruinen" erinnert. Weitere ungewöhnliche Assoziation: Die Keyboards in "Give And Take" wurden nach Manier von Pink Floyd ("Empty Spaces") ins Arrangement eingepasst, was auf die interessante Weise irritiert (ähnliches ließe sich auch von den wehmütigen Bläsersounds gegen Ende von "The Fleeting World" sagen, die an jene aus "Nobody Home" erinnern).

Schlussendlich ist "Tales From The Sheepfather's Grove" damit ein interessantes Album geworden, das mit seiner sanften, aber entschiedenen Stimmung bestens zum sommerlichen [hier ein stilvolles Synonym für "Chillen" einsetzen] geeignet ist. In dieser Eigenschaft ähnelt es dem hier (meinerseits) schon öfter als Referenz verwendeten "Tales From Topographic Oceans" sehr, wenngleich "...Sheepfathers Grove" (als ob ich dauernd "Tales..." schreiben wollte) natürlich die abgedrehten Abgehparts, ähem, abgehen. In diesem Zusammenhang ließe sich diskutieren, ob Johannes Luley überhaupt ein Rock-Album vorgelegt hat, was man nach 40 Jahren auch bei "...Topographic Oceans" fragen könnte. Aber das lassen wir bei diesen Temperaturen doch eher bleiben und genießen stattdessen die Musik.

Anspieltipp(s): wohl eher durchhören, macht man bei besagten Referenzen ja schließlich auch.
Vergleichbar mit: Tales From Topographic Sunhillow And Hell ;-)
Veröffentlicht am: 26.7.2013
Letzte Änderung: 26.7.2013
Wertung: 10/15
Nette Angelegenheit. Ob hier etwas mehr Härte tatsächlich gut gewesen wäre?

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Von: Martin Dambeck @ (Rezension 4 von 4)


Johannes Luley? Johannes wer? Noch nie gehört? Ging mir ehrlicherweise ganz genauso - aber Moth Vellum sollte einigen ein Begriff sein. Diese amerikanische Combo brachte 2008 ein sehr feines Retroprogalbum mit starken Yes und leichten Genesis Einflüssen heraus. Leider ist Moth Vellum inzwischen Geschichte, doch Johannes Luley, der damals die Klampfe zupfte, hat mit „Tales From Stepfather’s Grove“ sein erstes Soloalbum herausgebracht.

Ein Blick auf das Cover verrät sogleich, wohin die Reise geht. Nein, es ist nicht von Roger Dean gezeichnet und gewisse Ähnlichkeiten sind sicherlich rein zufällig. Aber sein wir doch ehrlich, genauso möchten wir es doch haben und Johannes Luley sagt selbst, dass er das Rad nicht neu erfinden möchte, sondern sieht sein Album als eine Reminiszenz an die goldene Zeit des progressive Rocks. Dies gelingt ihm. Das Digipack ist sehr liebevoll gestaltet und gestalterisch und auch spielzeittechnisch sehr an alte (und inzwischen wieder aktuelle) Vinylzeiten angelehnt. Geplant ist auch eine Vinylausgabe (bestimmt mit Fold Out Cover).

Die Produktion ist kristallklar und transparent. Kommen wir zur Musik. „Tales from Stepfather’s Grove“ klingt verdammt nach Yes, zumindest nach deren ruhigeren Passagen. Der Gesang orientiert sich an Jon Anderson und die Gitarre überwiegend an Steve Howe. Im Gegensatz zu Moth Vellum spielen elektrische Instrumente hier eine untergeordnete Rolle, anstelle von E-Gitarre und Drumkit dominieren hier Percussion und Akustikgitarre. Es gibt natürlich auch andere Einflüsse, wenn bei „Guardians of Time“ der Gesang einsetzt, muss ich unwillkürlich an Simon & Garfunkel denken. Zwischendurch gibt es an Vangelis erinnernde Keyboardteppiche und auch Mike Oldfield schaut manchmal vorbei.

Dieses Album ist sehr ruhig, sehr melodiös, geradezu verträumt. So was kann schnell im Kitsch enden, aber Johannes Luley umschifft diese Klippen elegant. Er feiert die guten, alten Zeiten und verzaubert mit einem sehr atmosphärischen Album.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: Yes
Veröffentlicht am: 16.3.2014
Letzte Änderung: 16.3.2014
Wertung: 11/15

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Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2017 Qitara 11.00 1

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