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Anathema

Alternative 4

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1998 (Wiederveröffentlichung 2004 mit Bonustracks)
Besonderheiten/Stil: Gothic; Independent / Alternative; New Artrock
Label: Peaceville
Durchschnittswertung: 10.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Vincent Cavanagh Gesang
Daniel Cavanagh Gitarre
Duncan Patterson Bass
Shaun Steels Drums

Tracklist

Disc 1
1. Shroud of False 1:36
2. Fragile Dreams 5:32
3. Empty 3:00
4. Lost Control 5:49
5. Re-Connect 3:51
6. Inner Silence 3:09
7. Alternative 4 6:17
8. Regret 7:58
9. Feel 5:28
10. Destiny 2:15
11. Your Possible Pasts   (Bonustrack (Pink Floyd)) 4:28
12. One of the Few   (Bonustrack (Pink Floyd)) 1:51
13. Better Off Dead   (Bonustrack (Bad Religion)) 4:22
14. Goodbye Cruel World   (Bonustrack (Pink Floyd)) 1:40
Gesamtlaufzeit57:16


Rezensionen


Von: Michael Hirle @ (Rezension 1 von 2)


Ein Album der letzten Male. Zum letzten Mal durfte Duncan Patterson die Basskatz streicheln, zum letzten Mal wurden die Augen dick mit schwarzem Kajal umrahmt, zum letzten Mal taucht die Band in die schwarze Melancholie ihrer Frühwerke und überspringt dabei die Sound-Erkenntnisse des Vorgängers "Eternity" (welche in "Judgment" aber wieder aufgegriffen werden) und schwelgt im Ausfallschritt über die Tanzflächen der damals noch zahlreichen Gruftidiskotheken.

Für sich genommen, ist "Alternative 4" ein tieftrauriges Kleinod. Für sich genommen hat das Album eine enorme Hitdichte (Ohrwürmer wie "Fragile Dreams", "Lost Control", "Inner Silence", "Feel" schreibt man als Band auch nur einmal) und ähm "lebt" von einer ausweglosen, durchwegs tristen Atmosphäre. Waren Pink Floyd auf dem Vorgänger noch omnipräsent, schleichen jetzt The Cure und Joy Divison durchs Unterholz. Perfekt dazu, das unheimliche Cover, welches in seinem strahlendem Weiss Unschuld vortäuscht, aber durch den gesichtslosen Engel, dem Menschen einen Spiegel seiner "Sündhaftigkeit" vorhält. Ganz ähnlich verhält es sich mit der Musik: vordergründig umgarnt sie mit melancholischer Höchstleistung, täuscht Moll-warme Geborgenheit vor und reisst den Hörer doch unweigerlich in einen schwarzen Abgrund (sogar der hüpfende Bad Religion Klassiker "Better off Dead" erhält als Bonustrack eine Zentimeterdicke, schwarze Teerschicht).

Für sich genommen, zu Recht, bei den Fans ein Klassikeralbum. Überblickt man aber das Gesamtwerk der Band, ist "Alternative 4" ein Rückschritt, eine Unsicherheit. War der eingeschlagene Weg von "Eternity" doch der Richtige? Wurde die knorrige alte Trauerweide doch zu sehr gestutzt? Erst "Judgement" und "A Fine Day to Exit" werden diese Fragen mit "Nein" beantworten. Der Proggie der sich mit "Eternity" und "A Fine Day to Exit" warmgehört hat, wird sich mit dem melancholisch, rohen Brocken vielleicht schwer tun, ihm bleiben immerhin die (gelungenen) Pink Floyd-Coverversionen der Remaster Ausgabe. Wer aber bei Blackfield den Sonnenschirm aufspannt, findet in "Alternative 4" garantiert seine Schlechtwetter-Zone.

Anspieltipp(s): Fragile Dreams, Lost Control, Inner Silence
Vergleichbar mit: The Cure, Blackfield, Joy Division
Veröffentlicht am: 6.3.2013
Letzte Änderung: 6.3.2013
Wertung: 9/15
Für sich genommen eine 11

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Von: Marc Colling @ (Rezension 2 von 2)


Wer die neuen Anathema kennt glaubt wohl kaum, dass es sich hier um dieselbe Band handelt. Was gegenüber heute fehlt sind die Streicher. Diese werden auf den letzten Alben der Band ja über Gebühr strapaziert, was zwar kommerziell gesehen sicher ganz nützlich, für alte Proggies aber wohl nur schwer verdaulich ist.

Der Ausstieg von Bassist Duncan Patterson nach diesen Aufnahmen wiegt bis heute schwer für die proggige Seite von Anathema. Er hat diesen unnachahmlich melancholischen, aber dann doch wieder Hoffnung spendenden Stil seiner Kompositionen perfekt entwickelt. Die Cavanagh Brüder dagegen bieten bis heute immer noch das gleiche Schema: langsamer Songaufbau, sich steigernd bis zu einer Wall of Sound und dann zum Schluss wieder zurück.

Klar ähneln sich die Kompositionen von Patterson manchmal; es bestimmen schleppende Drums und ein Bass der das Ganze nach vorne bringt. Das aber macht aus Songs wie LOST CONTROL mit seiner abwechselnden Härte, seinem melancholischen Gesang und seinem markanten Bass etwas Besonderes. ALTERNATIVE 4 mit hypnotisierenden Bassdrums, einer verfremdeten Stimme und einem im Hintergrund spielenden Synthie, FEEL mit ganz toller Orgel (ist ein Highlight des Albums) oder DESTINY mit sehr ruhiger A-Gitarre und vielen Glöckchen im Hintergrund sind wahre Klangjuwelen.

Natürlich können die Musiker auch noch rocken, wenn auch nicht mehr so wie vor diesem Album im Doom- und Metalbereich. Nach dem sehr schönen mit einem Klavier untermalten Intro SHROUD OF FALSE kommt FRAGILE DREAMS eingängig und mit harten Gitarrenriffs, gefolgt von einem ebenfalls hart rockenden und mit voller Wut gespielten EMPTY.

REGRET hat einen schönen und sphärischen Aufbau, geht dann in einen mit Orgel dominierten harten Teil über, um aber zum Schluss wieder in ruhigem Fahrwasser zu landen.

RE-CONNECT dagegen ist hektisch und erinnert an die Anfangszeiten der Band. INNER SILENCE zündet leider nicht so richtig. Da fehlt mir irgendwo die Idee, die aus einem guten Song eben einen Knaller macht.

In der richtigen Stimmung genossen ist diese CD ein absolutes Highlight. Fans von Antimatter und Alternative 4 (der aktuellen Band von Patterson) sollten hier unbedingt mal reinhören.

Die auf der Remaster Edition hinzugefügten Coversongs von Pink Floyd und Bad Religion fließen nicht in meine Bewertung ein, da sie nicht zum Album gehören. Sie sind aber sehr hörenswert.

Anspieltipp(s): Feel, Alternative 4
Vergleichbar mit: Antimatter, Alternative 4
Veröffentlicht am: 3.3.2016
Letzte Änderung: 3.5.2017
Wertung: 12/15
voller Melancholie, doch immer ist ein Lichtstreif erkennbar. Deshalb Tendenz zu 13

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Anathema

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1995 The Silent Enigma 12.00 1
1996 Eternity 12.00 1
1999 Judgement 9.50 2
2001 A fine day to exit 12.50 2
2003 A natural disaster 9.00 3
2006 A moment in time (DVD) 10.00 2
2008 Hindsight 10.00 1
2010 We're here because we're here 8.67 3
2011 Falling Deeper 7.00 1
2012 Weather Systems 9.67 3
2013 Universal 10.00 1
2014 Distant Satellites 10.40 5
2017 The Optimist 7.67 3

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