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Anathema

The Silent Enigma

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1995 (Wiederveröffentlichung 2003 mit Bonustracks)
Besonderheiten/Stil: Gothic; Krautrock; Metal; Postrock; Psychedelic
Label: Peaceville
Durchschnittswertung: 12/15 (1 Rezension)

Besetzung

Vincent Cavanagh Gesang, Gitarre
Daniel Cavanagh Gitarre
Duncan Patterson Bass
John Douglas Drums

Tracklist

Disc 1
1. Restless Oblivion 8:01
2. Shroud of Frost 7:31
3. …Alone 4:24
4. Sunset of Age 6:55
5. Nocturnal Emission 4:20
6. Cerulean Twilight 7:05
7. The Silent Enigma 4:25
8. A Dying Wish 8:11
9. Black Orchid 3:40
10. The Silent Enigma Orchestral   (Bonustrack) 4:12
11. Sleepless 96   (Bonustrack) 4:31
Gesamtlaufzeit63:15


Rezensionen


Von: Michael Hirle @


Sollte eine Band nicht generell als progressiv bezeichnet werden, wenn sie ein Genre mitbegründet hat? Nun, ich lass die Frage jetzt mal im babyblauen Raum stehen und widme mich einem der faszinierendsten Alben der 90er Jahre. Mit "The Silent Enigma" gelang der britischen (damals noch) Doom-Trauergondel Anathema nicht etwa der kommerzielle Durchbruch, aber eine kreative Kehrtwende in dem doch sehr limitierten Genre des gothisch angehauchten Death-Dooms.

Ihre Kollegen Paradise Lost öffneten sich bereits dem Düster-Rock, My Dying Bride trennten sich von ihren rauen Kartoffelsäcken und hüllten sich jetzt in schwarzen Samt, Cathedral entdeckten die 70er mit Schlag und Anathema, ja Anathema entdeckten den Prog. Auf den Vorgängern (2 EPs und dem Debüt "Serenades") herrschte noch der Geist von Celtic Frost, Maiden und Black Sabbath durch das Auge des frühneunziger Death-Metals. Dennoch ließen sich auch zwischen all dem Geraune und Gekrieche, hochmelodische Perlen ausmachen ("Lovelorn Rhapsody", "They (Will Always) Die", "We The Gods" z.B.) die schon ein ganz eigenes Profil trugen.

Sagte ich Prog? Noch war dieser in homöopatischen Dosen enthalten und jeder Retro/Neo-Progger würde sich angesichts dieses schwarzen Monolithen verschreckt hinter seinen Pallas und Marillion Platten verkriechen. Aber wer genau hinhört und sich auf diese perfekt produzierte Platte (mixed in den Academy-Studios von Doom-Produzenten-Ikone Mags) einlässt (und psychisch einigermaßen stabil ist...Doom ist halt Doom und nicht Neal Morse) wird sich in den labyrinthartigen Songaufbauten verlieren. Aber was heißt hier Labyrinth. Die Songaufbauten erinnern an Tangerine Dream, heißt also, Schichtkuchen. Ein Song entwickelt sich nicht linear, sondern wird in die Höhe gestapelt bis er seinen Höhepunkt erreicht. Willkommen bei der kosmischen Musik der frühen 70er Jahre. Überhaupt kosmisch, hört mal in "Cerulean Twilight" und vergleicht dies mit Ash Ra Tempels "Amboss"...Anathema sind zwar schneller am Ziel, nehmen aber denselben Weg. Oder wie in "Shroud of Frost" der Schrei als Tropfen in einer Tropfsteinhöhle endet...so etwas hat man noch nicht gehört...und das auf einer Doom-Scheibe von Darkthrone Labelmates! Ich bleib dabei, trotz des harschen metallastigen Überbaus, haben wir es bei "The Silent Enigma" mit einem klassischen Krautrock-Album zu tun. Und nicht nur das, ich würde sogar so weit gehen und es als frühen Meilenstein des Postrocks bezeichnen. Zu weit aus dem Fenster gelehnt? Isis, Oceansize, Mastodon, Mogwai...die Gitarren sind heute zwar flirrender, aber Aufbau, Atmosphäre, Wirkung?

Und wer auf "The Silent Enigma" die harschen Riffs, also den Doom, abzieht kommt bei "A Fine Day To Exit" an. Wahrlich ein Rätsel, dieses gar nicht so leise "Silent Enigma".

Anspieltipp(s): Cerulean Twilight
Vergleichbar mit: dem Krautrock der 70er (nur ohne Hippies) und dem Postrock der 2000er (nur ohne Tatoos)
Veröffentlicht am: 7.3.2013
Letzte Änderung: 7.3.2013
Wertung: 12/15
der klassische Proggie, zieht zum eigenen Schutz 4 Punkte ab

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Anathema

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1996 Eternity 12.00 1
1998 Alternative 4 10.50 2
1999 Judgement 9.50 2
2001 A fine day to exit 12.50 2
2003 A natural disaster 9.00 3
2006 A moment in time (DVD) 10.00 2
2008 Hindsight 10.00 1
2010 We're here because we're here 8.67 3
2011 Falling Deeper 7.00 1
2012 Weather Systems 9.67 3
2013 Universal 10.00 1
2014 Distant Satellites 10.40 5
2017 The Optimist 7.67 3

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