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David Bowie

The Next Day

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2013
Besonderheiten/Stil: Rock / Pop / Mainstream
Label: Sony Music
Durchschnittswertung: 10/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

David Bowie vocals, guitars, keyboards, percussion, string arrangements

Gastmusiker

Gerry Leonard guitars, keyboards
David Torn guitars
Gail Ann Dorsey bass, backing vocals
Zachary Alford drums, percussion
Tony Visconti string arrangements, strings, guitar, recorder, bass
Earl Slick guitars
Tony Levin bass
Steve Elson baritone saxophone, contrabass clarinet
Janice Penderavi backing vocals
Henry Hey piano
Sterling Campbell drums, tambourine
Alex Alexander percussion
Antoine Silverman strings
Maxim Moston strings
Hiroko Taguchi strings
Anja Wood strings

Tracklist

Disc 1
1. The Next Day 3:27
2. Dirty Boys 2:59
3. The Stars (Are Out Tonight) 3:57
4. Love Is Lost 3:58
5. Where Are We Now? 4:09
6. Valentine's Day 3:02
7. If You Can See Me 3:12
8. I'd Rather Be High 3:45
9. Boss Of Me 4:10
10. Dancing Out 3:22
11. How Does The Grass Grow? 4:34
12. (You Will) Set The World On Fire 3:32
13. You Feel So Lonely You Could Die 4:38
14. Heat 4:25
15. So She 2:31
16. Plan 2:02
17. I'll Take You There 2:41
Gesamtlaufzeit60:24


Rezensionen


Von: Markus Peltner @ (Rezension 1 von 2)


Genau zehn Jahre ist es her, dass David Bowie nach „Reality“ ein neues Studio-Album veröffentlichte. Inzwischen hatte er 2004 nach einem Konzert einen Herzinfarkt erlitten und trat nur noch sehr selten in der Öffentlichkeit auf. Und jetzt kommt im Jahr 2013 mit „The Next Day“ ein neues Album von ihm auf den Markt - vom Helden meiner Jugend. Als Album-Cover wählte er für „The Next Day“ Altbekanntes in etwas veränderter Form. Er nahm das Cover von Heroes, ließ das Wort „Heroes“ durchstreichen und überklebte das Bild mit einem weißen Quadrat, auf dem schlicht der Titel „The Next Day“ schwarz auf weiß abgedruckt wurde. Selbiges wurde mit der Rückseite gemacht. Die alte LP-Rückseite wurde so überklebt, dass man sie gerade noch erkennen kann, das Wort „Heroes“ wieder durchgestrichen, darüber wieder ein weißes Karree gelegt und dieses Mal mit den Titeln der neuen Veröffentlichung versehen. Ob dies bedeuten soll, dass alte Zöpfe abgeschnitten werden sollten, irgendwelche Parallelen zu seiner Berliner Zeit gezogen werden, was durch den Titel „Where Are We Now?“ gar nicht mal so von der Hand zu weisen wäre oder ob das Album eine musikalische Reminiszenz an die 1977 erschienene Platte „Heroes“ darstellen soll? Ich weiß es nicht, auf jeden Fall hat die Musik auf „The Next Day“ nichts mit der auf „Heroes“ zu tun. Auf beiden Alben finden sich musikalisch völlig verschiedene Welten.

Ich hielt das neue Album am Tag des offiziellen Erscheinungstermins in Händen und höre es rauf und runter, dann runter und rauf und schließlich – genau – wieder rauf und runter. Am Tag des Erscheinens könnte man bereits auf verschiedenen Internetportalen Rezensionen über dieses neue Album lesen. Alle waren dabei voll des Lobes. Ich besitze mit diesem Album nun 34 verschiedene Platten von David Bowie, manche davon auch in doppelter Ausführung als Platte und CD und ich fühle mich irgendwie im falschen Film. Alle anderen Hörer sind so voll des Lobes und ich, der David Bowie mit nur wenigen Ausnahmen in den 80er Jahren wirklich sehr mag, ich tue mich so verdammt schwer mit diesem neuen Album.

Höchstpunktzahl, beste Veröffentlichung, geniales Alterswerk, Album des Jahres 2013? Was ich da nicht alles gelesen habe, wobei ich mich sowieso frage, wie man im März bereits das Album des Jahres in Händen halten kann. Sei’s drum, es geht um das Hören, um das Genießen von Musik. Das habe ich jetzt ganz lange gemacht und werde sicherlich auch nicht müde es weiter zu tun, aber etwas scheint bereits sicher: „The Next Day“ ist kein Überalbum, ist bei Weitem nicht die beste Platte David Bowies, es ist ein ganz nettes Pop-Album geworden. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Beim ersten Hören fällt gleich auf, dass dieses Album kein Selbstläufer ist, soll heißen, die Musik erschließt sich einem nicht sofort im ersten Durchgang. Alles muss man sich quasi erarbeiten. Eingängigkeit ist etwas anderes, was aber nichts heißen soll, denn viele tolle Alben zünden im Ohr des Hörers eben erst nach dem –zigten Durchlauf. Deutlich wird allerdings sofort, dass Bowies Stimme nichts an ihrer Kraft und Einmaligkeit eingebüßt hat. Stimmlich gesehen beziehungsweise gehört, hätte das Album auch in den 70ern des letzten Jahrhunderts eingespielt worden sein können. Musikalisch jedoch nicht. „The Next Day“ ist ein Pop-Rock-Album dieses Jahrtausends geworden. Das Besondere, das Außergewöhnliche und das Neue oder der noch nicht beschrittene Weg, den man immer wieder auf einem neuen Bowie-Album entlangbalancieren konnte, dieser fehlt hier allerdings. Aber vielleicht ist das inzwischen auch zu viel verlangt.

„The Next Day“ ist, wie bereits erwähnt, ein Pop-Rock-Album, welches genau in diesen Jahren, in denen es entstanden ist, verwurzelt ist. Irgendwie logisch, doch hätte ich eben gerade von David Bowie noch einen Tick mehr erwartet. Ich suche in der Musik immer die Stellen, die mich packen, faszinieren, die bewirken, dass Musikhören etwas sehr Wichtiges in meinem Leben darstellt. Nur diese Lieder, leider auch diese speziellen Stellen, suche ich auf „The Next Day“ vergeblich. Das Album ist zugegebenermaßen handwerklich perfekt gemacht. Auf den Punkt hin passt alles. Das Zusammenspiel der Musiker, die Abmischung und der Umstand, dass David Bowie bei jedem der Stücke mit seinem Gesang uneingeschränkt im Mittelpunkt steht – sehen wir jetzt mal von dem vorletzten Titel der Deluxe-Edition ab, bei dem es sich um eine Instrumentalnummer handelt.

Die einzelnen Titel durchzugehen bringt nicht allzu viel, da hier ein bestimmter Pop-Stil vorherrscht, bei dem jeder Hörer wohl seinen ganz eigenen Höhepunkt entdecken wird. Stilistisch unterscheiden sich die Titel nicht allzu sehr. Klar, mal wird ein wenig mehr gerockt, ein anderes Mal stehen die Streicher etwas mehr im Vordergrund. Trotzdem bleibt es in etwa ein Stil. Aber Höhepunkte, Lieder, die etwas herausragen, die habe ich für mich natürlich auch entdeckt. Da ist zum einen die Nummer „Where Are We Now?“ mit ihrer traurigen und fast schon maroden Stimmung, die auch durch das dazugehörige Video perfekt transportiert wird. Dann „Boss Of Me“, bei dem ich das Bariton-Saxophon-Spiel des Steve Elson so genial finde. „How Does The Grass Grow?“ ist sogar noch einen Tick besser. Das Lied klingt immer wieder ein wenig schräg, dann wartet es allerdings mit diesem seltsamen „Ja-Ja-Ja-Ja-Ja-Ja-Ja-Ja-Ja-Ja-Chorus auf, der im Zusammenhang mit dem Rest des Titels fast schon unwirklich, wie ein zum Gesang gewordener Comic wirkt. Das klingt jetzt wirklich interessant, gerade in dieser Kombination zweier so unterschiedlicher Parts. Und dann ist da auch noch „You Feel So Lonely You Could Die“. Tolle Melodie, die Streicher perfekt in Szene gesetzt, ein Lied welches ich ebenfalls nicht mehr missen möchte.

Und dann gibt es da noch dreizehn weitere Titel und ich bin ratlos. Alles wirklich nicht schlecht, aber auch nicht überragend. Oder einfach mal in mich gefragt: Was übersehe beziehungsweise überhöre ich da? Wenn ich die Antwort gefunden habe, werde ich sie nachliefern. Versprochen.

Fazit: „The Next Day“ von David Bowie ist ein solides Pop-Rock-Album geworden. Nichts musikalisch Weltbewegendes, aber das konnte man auch nicht erwarten. Die Platte beinhaltet ein paar ganz gute Lieder, die wirklich mit dem Adjektiv „schön“ umschrieben werden können - und einer ganze Menge Durchschnitt. David Bowie hat in seiner Diskographie immer mal wieder das Genre „Progressive Rock“ zart tangiert, es manches Mal auch durchaus bereichert. Mit dieser Veröffentlichung macht er das nicht mehr. Hier gibt es jetzt solide und immer radiotaugliche Musik, die man wohl erst gar nicht in Beziehung zu früheren Werken des Chamäleons der Pop-Musik setzen sollte.

Anspieltipp(s): Anspieltipps: Die vier erwähnten Titel: Where Are We Now?, Boss Of Me, How Does The Grass Grow?, You Feel So Lonely You Could Die
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 10.3.2013
Letzte Änderung: 10.3.2013
Wertung: 9/15

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Von: Thomas Kohlruß (Rezension 2 von 2)


„The Next Day“ ist mit Fug und Recht eine Sensation. Nicht nur, dass es nach zehn langen Jahren das erste Bowie-Album ist. El Maestro hat noch zwei Jahre daran gebastelt, ohne dass davon etwas an die Öffentlichkeit gedrungen ist. So war die Ankündigung des Albums und die Veröffentlichung eines ersten Videos („Where Are We Now?“) ein gelungener Paukenschlag. Fans dürften Tränen in den Augen gehabt haben, dass sie das noch erleben durften (Der Rezensent hatte auf jeden Fall feuchte Augen).

Und dann war dieses balladesk-melancholische „Where Are We Now?“ auch noch verdammt gut. Das sorgte für Vorfreude, die dann das Album auch tatsächlich erfüllen konnte. Schon das Cover verweist wenig subtil darauf, wohin die Reise geht. Die Verfremdung des „Heroes“-Artwork begleitet Bowie direkt in die 70er Jahre und lässt die Berliner Phase wieder auferstehen. Spontan gefragt, welches meine drei Lieblings-Bowie-Alben wären, antwortete ich „Station To Station“, „Heroes“ und „Reality“, da ist es nur gut, dass „The Next Day“ in weiten Teilen quasi eine Art Mischung dieser Alben darstellt.

Dementer Rock'n'Roll, schräger, artifizieller Pop mit Glamrock-Faktor, weinerliche Hymnen, ab und zu ein bisschen Trallala zu hüpfenden Rhythmen... Bowie-Musik aus allen Phasen von „Low“ bis heute. David Bowie feiert eine Party mit sich selbst und selbst wenn er sich nicht mehr neu erfindet, dass hat alles soviel Feuer, Kraft und Frische, dass einen die Musik immer noch mitreißen kann. Mit 66 Jahren... ach, das war ja ganz was anderes.

Singen kann Bowie immer noch hervorragend, seine Stimme leidet bisher nicht am Alter. So intoniert er auch zwischen gefällig, weinerliche-verzweifelt-melancholisch und leicht überdreht. Er trägt immer noch das Album. Für seine kritische Fanschaft gibt’s auch ein paar Schmankerl... hie und da eigenwillige Tasten-Klänge, kratziges Saxophon und immer wieder verzerrte Gitarrenklänge (David Torn, yeah!). Und: Schräger Acid-Jazz („Dirty Boys“), wie man ihn aus der Bowie-Ecke noch nicht gehört hat, experimentell-elektronische Klänge („Heat“), dass man unwillkürlich nach Eno Ausschau hält, zuckersüßen Pop, der vor allem von einem gewissen Gegensatz von Musik und sarkastischem Text lebt („Valentine's Day“). Kurios auch das brummige, krautrock-inspirierte Instrumental „Plan“, welches sich unter die Bonus-Tracks geschmuggelt hat.

Kein Jahrhundert-Album, wahrscheinlich nicht mal das Album des Jahres, aber „The Next Day“ ist ein erstaunlich buntes, abwechslungsreiches, hoch unterhaltsames Alterswerk geworden, in dem Bowie mal kurz aufblitzen lässt, dass er es immer kann (wenn er eben nur will). Die Fans genießen es, den anderen ist es wurscht, so schön ist das mit der Musik.

Anspieltipp(s): The Next Day, How Does The Grass Grow?, Heat
Vergleichbar mit: Bowie von "Low" bis "Reality" (minus China Girl & Co.), Tin Machine
Veröffentlicht am: 18.3.2013
Letzte Änderung: 21.3.2013
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von David Bowie

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1969 Space Oddity 11.00 1
1971 The Man Who Sold The World 9.00 1
1971 Hunky Dory 13.00 2
1972 The Rise and Fall of Ziggy Stardust and the Spiders from Mars 12.00 1
1973 Aladdin Sane 9.50 2
1974 David Live 11.00 1
1974 Diamond Dogs 8.33 3
1976 Station to Station 11.50 2
1977 Heroes 13.00 1
1977 Low 9.50 2
1978 Stage 10.50 2
1979 Lodger 9.00 1
1980 Scary Monsters 10.00 2
1983 Let's dance 6.00 2
1984 Tonight 4.00 1
1986 Labyrinth 1.00 1
1987 Never let me down 3.00 3
1993 The Buddha Of Suburbia 12.00 1
1993 Black Tie White Noise 5.00 1
1996 Outside: The Nathan Adler Diaries 13.00 2
1997 Earthling 10.00 1
1997 The singles collection - 1
1999 Hours 9.33 3
2002 Slow Burn 11.00 1
2002 Heathen 11.50 2
2003 Reality 9.25 4
2008 David Bowie Box - 1
2008 Live Santa Monica '72 11.00 1
2010 A Reality Tour 11.00 1
2014 Nothing Has Changed. - 1
2016 Blackstar 13.00 3
2018 Welcome to the Blackout (Live London '78) 10.00 1

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