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Amplifier

Echo Street

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2013 (Special Edition)
Besonderheiten/Stil: Independent / Alternative; New Artrock; Psychedelic; Spacerock; sonstiges
Label: kscope
Durchschnittswertung: 12/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Sel Balamir guitar, vocals
Matt Brobin drums
Steve Durose guitar, vocals
Alexander Redhead bass, vocals

Gastmusiker

Charlie Barnes keyboards, piano (4,5)
Ben Evans backing vocals (4)

Tracklist

Disc 1
1. Matmos 8:13
2. The Wheel 7:10
3. Extra Vehicular 12:12
4. Where The River Goes 6:33
5. Paris In The Spring 8:34
6. Between Today And Yesterday 4:55
7. Echo Street 5:57
8. Mary Rose 7:16
Gesamtlaufzeit60:50
Disc 2
1. Spaceman   (Sunriders EP (bonus)) 3:22
2. Sunriders 4:42
3. Never And Always 5:56
4. Close 7:47
Gesamtlaufzeit21:47


Rezensionen


Von: Sebastian Hauck @ (Rezension 1 von 2)


Nach dem Experiment der Selbstvermarktung beim Vorgängeralbum 'The Octopus' beschlossen Amplifier, dass sie doch lieber wieder in einer Band spielen wollen statt Label-Arbeit zu betreiben. Für das neue Album wurde also wieder eine Plattenfirma beauftragt, und zwar nicht irgendeine. Der Prog-Riese K-Scope nahm die Briten unter Vertrag, und die Jungs konnten sich wieder voll und ganz auf die Musik konzentrieren. Wie Sänger Sel Balamir in Interviews sagte, war 'The Octopus' auch musikalisch ein Experiment, jetzt wolle man allerdings wieder auf weniger ausschweifende Strukturen vertrauen.

Es geht deutlich ruhiger zu auf 'Echo Street'. 'Matmos' beginnt atmosphärisch mit cleanen, aber recht dumpfen Gitarrenklängen und schwebendem, zunächst textlosem Gesang. In über acht Minuten steigert sich der Opener noch, der Gesang bekommt Text, die Gitarren bekommen Verstärker, der Hörer bekommt gewohnten breiten Amplifier-Sound. Trotzdem bleibt das Album deutlich ruhiger als alle seine Vorgänger. Die Gitarre bleibt oft clean, das Schlagzeug ein ums andere Mal stumm. Die Hintergründe sind gefüllt mit Orgeln oder synthetischen Streichern.

Es ist Amplifier, gar keine Frage, aber man ist vom rockigen Monstertruck mit breitem Kühlergrill umgestiegen auf einen ruhigen, aber dennoch spritzigen Hybrid, der dröhnende, rockige Passagen mit eher ruhigen, zurückhaltenden Stellen vereint. Es gibt Songs wie 'The Wheel', das an die mystische Stimmung des 'Octopus' anknüpft, mit einem interessanten Melodielauf der Synthies, der sich durch das ganze Stück zieht und die ausschweifenden Eskapaden der Gitarren in geordnete Bahnen lenkt. Experimentierfreudig bleiben die Jungs auch, nicht selten hört man vielstimmige Gesangspassagen, die zum Beispiel in 'Where The River Goes' fast schon etwas Gospelhaftes haben. Amplifier präsentieren uns hier keinen zweiten 'Octopus', auch das sehr gute Debüt-Album wird nicht kopiert, sondern der Hörer bekommt eine neue Facette zu geboten, die der Band gut zu Gesicht steht.

Herzstück des Albums bildet definitiv 'Extra Vehicular', das auf epischer Länge von über zwölf Minuten alles in sich vereint, was die Qualität dieses Albums ausmacht. Leise, fast schon verträumte Strophen, krachige Refrains, fetzige Soli, das sind die Mittel, mit denen um die Gunst des Hörers geworben wird. 'Echo Street' ist wieder zugänglicher, auch wenn es die eine oder andere sperrige Akkordfolge wie in 'Paris In The Spring' etwas schwer macht, einen Song zu greifen.

Das Album ist nicht ganz so still, wie die vorab veröffentlichten Interviews glauben machten. Aber es ist deutlich ruhiger als die Vorgänger, nicht mehr so homogen, dafür vielseitiger und in jedem Fall wieder sehr spannend. Das aufwändige Artwork der Deluxe Edition ist hochwertig produziert, und die Fans bekommen mit der inkludierten EP 'Sunriders' vier weitere tolle Songs dazu. Die Anschaffung lohnt sich auf jeden Fall.

Anspieltipp(s): 'Extra Vehicular', 'Where The River Goes'
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 20.3.2013
Letzte Änderung: 21.3.2013
Wertung: 12/15

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Von: Thomas Kohlruß (Rezension 2 von 2)


„Mystoria“... dieses Album sollte eigentlich „Mystoria“ sein. Nun, zumindest ist das mysteriöse „Mystoria“ sowas wie der Fliegende Holländer von Amplifier. Das Album hätte schon vor dem „Octopus“, dann zugleich mit dem „Octopus“ und schließlich als Nachfolger des „Octopus“ erscheinen sollen. Und jetzt? Jetzt haben wir „Echo Street“. Wie kommt's? Laut Interviews von Sel Balamir ist das sagenumwobene „Mystoria“ zwar fertig eingespielt, aber noch nicht so gut, wie es die Band will. Aber während man noch am Album herumgefeilt hat, ging Amplifier das Geld aus (mal wieder, man kennt das ja schon von der Geschichte des „Octopus“). Also musste nun doch ein Label her und die Zeit des Einzelkämpfertums beendet werden. Gut, dass man mit Kscope ein Label fand, welches der Band den notwendigen künstlerischen Freiraum lässt. Nun beschloss Balamir aber, dass für das neue Label neue Songs her mussten. Dazu hat er alte Demos aus den 90er Jahren ausgegraben, sozusagen die ersten Songs, die Amplifier jemals aufnahmen. Damals noch auf Cassetten und „Echo Street“ ist wohl überhaupt der erste Song von Amplifier. So entstand also „Echo Street“.

„Echo Street“ zeigt auch ein anderes Gesicht der Band. Die voluminösen Gitarrenwände, der krachige Rock, der noch den „Octopus“ dominiert hatte, ist ein ganzes Stück weit in den Hintergrund getreten. Amplifier folgen eher alternative-postrockigen Spuren mit sanft startenden Songaufbauten, die sich langsam dramatisch steigern und oftmals in chaotisch-bombastischen Finalen enden. Dann kommen auch wieder die fetten Gitarrenwände zum Vorschein. Insgesamt wird aber auch „Echo Street“ filigraner, melodischer, spacig-schwebender musiziert, als wie auf allen Amplifier-Alben zuvor. Die Ingredenzien – sanft verzerrte Gitarren, melodisches Bassspiel, wuseliges Schlagzeug, elektronische Einsprengsel – sind die gleichen, aber die Gewichtungen haben sich verschoben.

Dazu kommen ganz neue Einflüsse wie folkrockige Passagen, die entfernt an Led Zeppelin zu Zeiten des dritten Albums erinnern, Chor-Gesangspassagen, die Erinnerungen an Gospel oder Crosby, Stills & Nash wecken, beatleske Melodieführungen und gar ganz akustische Balladen, die den namengebenden Verstärker vollkommen außen vor lassen. Insgesamt ist die Musik auf diesem Album sowohl atmosphärisch, wie auch intensiv-beeindruckend, der Hörer wird so förmlich angezogen und eingesaugt. „The Wheel“ ist vielleicht noch 'traditionellste' Amplifier-Song (wenn auch mit einem leichten Motorpsycho-Touch), „Extra Vehicular“ ein fettes, ehrfurcht gebietendes Spacerock-Monster. Einer der spannendsten Songs auf dem Album ist sicherlich „Where The River Goes“, der nach folkig-balladesken Beginn unvermittelt in einen spacigen New Artrock-Kracher umschlägt. Witzigerweise klingen Amplifier ausgerechnet bei ihrem Kscope-Debüt passagenweise wie ruhige(re) Porcupine Tree.

Die 'special edition' kommt sehr hübsch verpackt in Hardcover-Book (im DVD-Verpackungs-Format) mit eingearbeitetem Booklet mit allerlei Bildern. Neben der eigentlichen CD gibt es in dieser Ausgabe noch eine EP, genannt „Sunriders EP“. Diese enthält vier kürzere Song, in denen Amplifier teils ihre New Artrock-Neigung voll ausleben und diese mit Spät-60er-Jahre-Psychedelic paaren. Gerade der Titelsong könnte glatt eine verschollene Aufnahme aus dieser Zeit sein. Ein tolle Zugabe, aber die Fans werden ja ohnehin zu dieser Ausgabe gegriffen haben (ich würde das auf jeden Fall empfehlen).

Ach ja, personelle Veränderungen gibt’s auch. Seit einiger Zeit begleitet ja Ex-Oceansize-Gitarrist Steve Durose die Band und ist hier erstmals auf einem Studioalbum zu hören. Oder auch nicht, denn vielstimmige Gitarrenwände hat Sel Balamir ja auch alleine hinbekommen. Mal sehen, wie sich das live darstellt. Und mit Alexander Redhead ist ein neuer Basser an Bord, nachdem sich Gründungmitglied Neil Mahony 2012 zum Ausstieg entschlossen hat. Aber auch er fügt sich nahtlos ein.

Amplifier widerstehen der Versuchung einen „Octopus II“ zu produzieren, was ohnehin vermutlich nur scheitern hätte können. „Echo Street“ ist frisch und überraschend zu gleich und doch auch ganz Amplifier. Chapeau!

...fragt sich nur noch, was ist mit "Mystoria"?

Anspieltipp(s): Where The River Goes, Mary Rose, Matmos
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 23.3.2013
Letzte Änderung: 23.3.2013
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Amplifier

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2005 Amplifier 10.50 2
2005 The Astronaut Dismantles HAL 9.00 1
2006 Insider 8.00 1
2009 Eternity 11.00 1
2011 Fractal 8.00 1
2011 The Octopus 13.00 2
2013 Sunriders EP 11.00 1
2013 Live in Berlin 11.00 1
2014 Mystoria 11.50 2
2014 Residue 10.00 1
2017 Trippin' with Dr. Faustus 8.50 2

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