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The Strawbs

Burning For You

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1977
Besonderheiten/Stil: Beat; Melodic Rock / AOR; Rock / Pop / Mainstream
Label: Oyster Records
Durchschnittswertung: 5/15 (1 Rezension)

Besetzung

Dave Cousins Gesang, Gitarre
Dave Lambert Gitarre, Gesang
Chas Cronk Bass, Gesang, Gitarre
Rod Coombes Schlagzeug

Gastmusiker

Robert Kirby Keyboards, Orchesterarrangements
John Mealing Keyboards

Tracklist

Disc 1
1. Burning For Me 4:01
2. Cut Like A Diamond 3:44
3. I Feel Your Love Coming On 2:56
4. Barcarole (For The Death Of Venice) 3:25
5. Alexander The Great 3:59
6. Keep On Trying 3:15
7. Back In The Old Routine 3:17
8. Heartbreaker 4:40
9. Carry Me Home 3:28
10. Goodbye (Is Not An Easy Word To Say) 3:44
Gesamtlaufzeit36:29


Rezensionen


Von: Gunnar Claußen @


Die Strawbs, dereinst als Folkrockband gestartet und zwischenzeitlich durch Hinzunahme von Keyboardern zu einer recht eigenständigen Progband mit achtbaren Alben wie "Grave New World" oder "Hero And Heroine" mutiert, waren ebensowenig vor dem allgemeinen Niedergang des Genres gefeit wie die meisten anderen Bands. "Burning For You", das erste von zwei Strawbs-Alben des Jahres 1977, liefert hier einen guten Einblick sowohl in die Malaise des dargebotenen Stils als auch auf die Gründe dafür. Gerüchteweise soll die Band in den USA erfolgreicher gewesen sein als im heimischen Großbritannien, von daher hielten es Dave Cousins & Co. offenbar für angebracht, sich diesem Markt umso mehr anzubiedern. Als Ergebnis stehen auf "Burning For You" eine ganze Reihe Mainstream-Rocksongs, wobei es offenkundig recht blauäugig scheint, den eigenen, durch den bisherigen Erfolg als "bewährt" anzusehenden Stil über Bord zu werfen und sich von austauschbarer Mucke den totalen Durchbruch zu erhoffen. Aber schauen wir doch erst mal auf das Material dieses Albums.

Die interessantesten Momente dürften wohl jene sein, in denen die Band entweder geschmackvoll Stimmung aufbaut oder aber Beatles-Elemente zitiert. Zur ersten Kategorie gehört das eröffnende "Burning For Me", das ein bisschen wie ein Ausschnitt aus einem zeitgenössischen Genesis-Song ("Entangled", "Ripples", "One For The Vine") wirkt. Auch das rockige "Cut Like A Diamond" ist ganz passabel, erinnert es doch mit seiner folkigen Melodieführung an Thin Lizzy und Jethro Tull zu "Stormwatch"-Zeiten, während der Bombast-Schluss und der AOR-Refrain zudem noch an Styx denken lassen. Beatlesk sind dagegen "Back In The Old Routine" mit dem Klavierbeat von "Maxwell's Silver Hammer", "When I'm Sixty-Four" oder "Hello Goodbye", und vor allem "Alexander The Great". Nicht nur erinnern hier die Keyboard-Fanfaren des Refrains an jene aus "Penny Lane", zudem werden Lennon/McCartney im sarkastischen Text über einen alternden Rockstar noch mit einer ziemlich verräterischen Textzeile bedacht: "You could have been as big as the Beatles or the Stones."

Denn im Rest von "Burning For You" versuchen die Strawbs selber, Riesenhits zu landen, und werden dabei böse auf die Schnauze fallen. Argumente: Herausgekommen sind banaler Nullachtfuffzehn-Poprock wie "Keep On Trying" oder "Heartbreaker" und Balladenkitsch wie "I Feel Your Love Coming On", "Carry Me Home" und "Goodbye (Is Not An Easy Word To Say)", die eine beachtliche Neigung zum Pathos auszeichnet. So bedient sich beispielsweise "Carry Me Home" an den Harmonien aus Simon & Garfunkels "Bridge Over Troubled Water" und inszeniert sie mit dem Pop-Sendungsbewusstsein von Pink Floyds "The Wall", aber ohne dessen Tiefgang. "Goodbye" hingegen wird ganz übel mit Streichern verkitscht, die diese Nummer weit hinter der alten Tränendrüsen-Schlachtenhymne "You'll Never Walk Alone" ansiedeln. Immerhin ist das ruhige "Barcarole (For The Death Of Venice)" mit der spontanen Assoziation Uriah Heep - "Rain" reichlich unprätentiös und schön verträumt arrangiert.

Allerdings steht unterm Strich für "Burning For You" doch eine eher spärliche Bilanz. Drei, vier halbwegs interessante, wenn auch nur ansatzweise proggige Nummern stehen etwas mehr simplen Rock- und Popstücken gegenüber, womit dieses Album ziemlich schnell ins untere Qualitätsdrittel abrutscht. Das Fazit hierzu ist damit die auch heute noch gültige Weisheit, dass stilistische Verbiegungen im Allgemeinen fatale Folgen haben. Oder, um mal den bekannten Spruch von Benjamin Franklin entsprechend abzuändern: "Wer Stil aufgibt, um kurzfristigen Erfolg zu haben, wird am Ende beides verlieren."

Anspieltipp(s): Alexander The Great, Cut Like A Diamond
Vergleichbar mit: reinstem 70er-Pop-Mainstream, plus ein paar Beatles-Anklänge
Veröffentlicht am: 28.3.2013
Letzte Änderung: 14.1.2016
Wertung: 5/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von The Strawbs

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1970 Just a collection of Antiques and curios 10.00 1
1971 From The Witchwood 10.50 2
1973 Bursting At The Seams 8.00 1
1974 Hero and Heroine 9.50 2
1975 Ghosts 9.00 1
1976 Deep Cuts 6.00 1

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