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Sigur Rós

Kveikur

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2013
Besonderheiten/Stil: Independent / Alternative; Postrock
Label: XL Recordings
Durchschnittswertung: 8.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Jón Þór Birgisson
Georg Hólm
Orri Páll Dýrason

Gastmusiker

Bläser und Streicher

Tracklist

Disc 1
1. Brennisteinn 7:44
2. Hrafntinna 6:22
3. Ísjaki 5:03
4. Yfirborð 4:19
5. Stormur 4:55
6. Kveikur 5:55
7. Rafstraumur 4:57
8. Bláþráður 5:11
9. Var 3:43
Gesamtlaufzeit48:09


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 1 von 2)


Sigur Rós sind nur noch ein Trio! Kjartan Sveinsson, der mit Ausnahme von Von auf allen Alben der Isländer dabei war, hat die Band 2012 verlassen.

Erste, vorab erschienene Berichte über Kveikur hatten mich skeptisch gestimmt, da war von einem neuen Sound die Rede, der "direkter" und "weit zugänglicher" sein sollte, ein Stück wurde gar als "potenzieller Clubhit" bezeichnet. Sollte nach dem - vom Kollegen Fede zurecht gelobten - Valtari die Band etwa wieder in die poppigen Untugenden von Með suð í eyrum við spilum endalaust zurückgefallen sein? Immerhin lässt die auf dem Cover abgebildete Maske, die etwas an den Film "Der Elefantenmensch" erinnert, keine übermäßig fröhliche Musik erwarten. Also die Skepsis beiseite geschoben und mutig die CD bestellt.

Brennisteinn legt gleich mit einer für Sigur Rós ungewohnten Härte und Aggressivität aus verzerrten Gitarren los, nur der androgyne Gesang erinnert den Hörer daran, mit welcher Band man es hier zu tun hat. Zwar schaltet Hrafntinna (allein für solche Titel liebe ich diese Band...die deutschen Bedeutungen der Songtitel findet man übrigens hier) einen Gang zurück, aber die scheppernde Percussion, die den Song grundiert, bringt in dieses Stück eine seltsame, bedrohliche Unruhe.

So weit, so gut. Doch weh und ach, schon auf Ísjaki flirtet das Resttrio schon wieder mit arg Indie-Pop-ispirierten Klängen. Zwar ist der Song nicht von ganz so penetranter Fröhlichkeit wie manches auf dem erwähnten Album mit dem langen Titel; die weiter oben zitierten Worte vom "potenziellen Clubhit", die sich auf ebendiesen Song bezogen, sind jedenfalls nicht völlig aus der Luft gegriffen.

Im weiteren Verlauf schwankt das Album zwischen diesen beiden Polen. Manche Songs, wie Stormur oder Bláþráður streifen gefährlich nah die Grenze zu penetrant poppiger Fröhlichkeit, der Titelsong dagegen zeigt sich mit extrem verzerrten Gitarren wieder von ungewohnter Aggressivität, besonders wenn die Musik sich gegen Ende zu geradezu kakophonischen Lärm steigert. In solchen Momenten hat das Album seine Höhepunkte! Mit dem abschließenden Var kommt dann doch noch einmal die sonst für Sigur Rós typische Elegie auf. Dieses zarte Stück ist nur mit Klavier und unaufdringlichen, leicht dissonanten Streichern instrumentiert.

Kveikur ist ein durchwachsenes Album. Die vielfach zu lesenden Beschreibungen als "härter" und "aggressiver" gelten nur teilweise, manche - zu viele - Songs tendieren eher in Richtung Indie-Pop. Falls sich Sigur Rós für ihr nächstes Album in die vom Titelsong oder Brennisteinn eingeschlagene Richtung weiter entwickeln, könnte es richtig gut werden.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 22.6.2013
Letzte Änderung: 22.6.2013
Wertung: 9/15

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Von: Federico Chavez @ (Rezension 2 von 2)


In der Tat, ein durchwachsendes Album. Anders als Jochen habe ich keine Berichte vorab gelesen gehabt, sondern wurde von der kurz vorher erschienenen EP Brennisteinn überrascht, ist doch das letzte Album gar nicht lange her. Nachdem Sigur Rós meiner Meinung nach mit diesem besagten letzten Album namens Valtari wieder zu ihren alten Stärken zurückgefunden hatten, waren meine Erwartungen höher als die letzten Male.

Und zuerst konnte der Song Brennisteinn diese auch erfüllen. Wie man schon überall vernehmen kann, ist dieses Stück für Sigur Rós'sche Verhältnisse ungewöhnlich „hart“ und „aggressiv“. Damit ist der Sound zwar zugänglicher und direkter als zu Zeiten vor Takk, schafft es aber gleichzeitig trotzdem die alten Trademarks von Sigur Rós einzubauen und strömt trotz der schweren Gitarren diese wunderschöne Zerbrechlichkeit aus. Und das Wichtigste: endlich mal eine Weiterentwicklung, die nicht auf radiotauglichen, halb-fröhlichen Popsongs basiert.

Tja, leider ein bisschen zu früh gefreut. Der Rest, mit wenigen Ausnahmen, geht leider wieder doch in die oben beschriebene Richtung, also wie die meisten Tracks auf Takk und Með suð í eyrum við spilum endalaust, jedoch nicht so schlimm wie auf Letzterem. Teilweise fangen die Songs ja noch ordentlich an, bauen sogar eine Atmosphäre auf, aber diese wird dann durch fröhlich-eingängige Refrains (Ísjaki z.B.), belanglosen Melodien, durch schrecklich banales beatlastiges Schlagzeug (man höre z.B. die zweite Hälfte von Yfirborð) oder durch Pop-Geplätscher à la Coldplay und Konsorten (Rafstraumur) zerstört.

Nur der Titelsong schlägt in die gleiche Kerbe wie der Opener, und erreicht die Lautstärke und Durchschlagskraft wie am Ende vom großartigen Album ( ). Wieso nicht mehr davon? Anstatt so ein unstimmiges Album mit überflüssigen Pop-Songs, von denen es schon genug der Band gibt? Hat sich das letzte Album so schlecht verkauft, dass man Angst hatte, voll auf diesen neuen Sound zu setzen und deswegen so viele sichere Nummern der kommerziell erfolgreichsten Phase einbauen musste?

Somit bleibt ein unstimmiges und unverständliches Album zurück, mit zwei ganz guten Songs mit neuen Tendenzen. Ansonsten gibt es hier mal mehr mal weniger hörbaren Sigur Rós Indie Pop und ein nettes ruhiges, elegisches Stücken namens Var am Ende.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 3.7.2013
Letzte Änderung: 3.7.2013
Wertung: 8/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Sigur Rós

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1997 Von 11.50 2
1999 Ágætis byrjun 12.67 3
2002 () 12.75 4
2003 untitled #1 (a.k.a. vaka) 9.00 1
2004 Ba Ba Ti Ki Di Do 13.00 1
2005 Takk 10.67 9
2007 Heima (DVD) 13.50 2
2008 Með suð í eyrum við spilum endalaust 9.50 2
2011 Inni 12.00 1
2012 Valtari 9.67 3

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