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Submarine Silence

There's Something Very Strange In Her Little Room

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2013
Besonderheiten/Stil: RetroProg
Label: MaRaCash Records
Durchschnittswertung: 9/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Ricky Tonco vocals
Gigi Cavalli Cocchi drums
Matteo Bertolini bass
Mirko Ravenoldi vocals and guitars
David Cremoni guitars
Cristiano Roversi keys and stick
Antonio de Sarno lyrics

Tracklist

Disc 1
1. Prologue 0:46
2. Rebecca`s Theme 1:50
3. About Rebecca 4:24
4. Childs at Play 4:07
5. Evening Comes 0:50
6. Mr. B. 2:26
7. The Game 3:30
8. Passing Strange 2:44
9. Back in her Room 4:18
10. Rebecca`s Tears 2:16
11. Sleepfall 1:11
12. A Strange Awakening 4:18
13. The Final Wish 5:47
14. Epilogue 1:22
15. Conversazioni Notturne al Vittoriale 1:39
16. Portrait of Rebecca 1:27
17. Lion of Symmetry 10:47
Gesamtlaufzeit53:42


Rezensionen


Von: Jörg Schumann @ (Rezension 1 von 3)


Als Prog-Afficionado hat man es nicht leicht, als Rezensent gar noch schwerer. Immerzu ist man auf der Suche, ja gar Jagd, nach neuen Bands und neuer Musik, noch krummeren Takten, polygeren Rhythmen, schrägerem Zeuhl und krachenderem Metal. Dazu kommen noch all die unentdeckten Schätze der zurückliegenden Dekaden, die gehoben werden wollen. Stets ist man getrieben durch die Empfehlungen und Lobgesänge der Kollegen, die einem die Scheiben im Gros anpreisen, so dass man gar nicht anders kann, als weiter zu jagen, immer weiter. Die CD-Stapel werde immer höher, die Festplatten bersten... So kommt es, dass man kaum einmal richtig in eine Platte reingehört hat, bis einen schon wieder zwei neue bedrängen. Und hat sich dann im Geiste endlich das Gehörte zu einer einigermassen druckreifen Besprechung materialisiert, wird das Ganze durch die momentane aasige Sommerhitze wieder verdampft. Wie willkommen ist da eine Platte wie die vorliegende Langrille von Submarine Silence. Die zweite der Italiener; zwölf (!) Jahre nach der ersten. Eine Platte, die den hektischen Alltag des getriebenen Progrezensenten so wunderbar entschleunigt hat. Durch die über weite Strecken herrschende Ruhe, durch viel Melodie, durch bekannte und vertraute Muster, in denen man sich sofort wohl fühlt und in die man sich entspannt fallen lassen kann. Slow-Food für die Seele.

Waren Submarine Silence anno 2001 noch ein Trio, bestehend aus Roversi, Cremoni und Pizzoccoli, wurde die Truppe nun mal eben verdoppelt. War das Debutalbum rein instrumental gehalten, so hat man jetzt mit Ricky Tonco einen Sänger mit an Bord, der auf Brainstorm of Emptyness schon mit Roversi und Cremoni zusammengearbeitet hat. Dazu kamen ein "echter" Bassist und ein zweiter Gitarrist, was dem gesamten Bandsound mehr Kraft verleiht.

Submarine Silence machen Moongarden-Musik; logisch. Was auch keine Überraschung ist, wenn man sich die Besetzungsliste anschaut. Die Stücke leben von Roversi`s typischer Tastenarbeit mit viel Piano, Mellotron, Hammondorgel und synthetischen Klangflächen, die immer wieder durch Cremoni`s wunderschöne und ebenso charakteristische Gitarrensoli veredelt wird. Meist geht es ruhig und melodiös zu und her, zwischendurch wird's auch mal heftiger und selten gar krummtaktig; das bestätigt hier aber nur die Regel und ändert grundsätzlich nichts an der insgesamt sanft-fliessenden Grundstimmung.

Kraft dieser Attribute hat das Album es geschafft, dass ich seit einigen Wochen an ihm hängengeblieben bin und der Progwildjagd entfliehen konnte. Das tat gut. Nun geht die Hitze langsam ihrem Ende entgegen, der Geist erholt sich...; Prog, ich bin zurück, ich komme!

Anspieltipp(s): durchhören; okay: Childs at Play, Lion of Symmetry
Vergleichbar mit: Moongarden
Veröffentlicht am: 7.8.2013
Letzte Änderung: 7.8.2013
Wertung: 11/15

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Von: Jürgen Wissing @ (Rezension 2 von 3)


Von 2005 bis 2013 bastelte Cristiano Roversi, Kopf des Bandprojektes Submarine Silence, an der Vertonung – fast kann man gar von einer Verfilmung sprechen, doch dazu gleich – der Story des kleinen Mädchens Rebecca, das einsam mit seinen Puppen spielt und im Traum recht seltsame Dinge erlebt. Die kleine Geschichte, erfunden von Virna Daolio, mit der Roversi bereits anlässlich des Kalevala – Projektes in 2002 zusammengearbeitet hat, ist reichlich verworren und spielt sich hauptsächlich im Unterbewussten ab.

Roversi schafft es hier aber, diese außergewöhnlichen Umstände musikalisch sehr intensiv und mit viel „Seele“ dem Hörer zu vermitteln. Wodurch bisweilen der Eindruck entsteht, man sei Zeuge einer Art Theateraufführung. Dieser Eindruck wird noch verstärkt durch den emotionalen Gesangsvortrag von Riccardo Tonco, der mitunter verschiedene Rollen mit wechselnder Stimmlage präsentiert und diese dann noch zusätzlich schrill und bizarr verfremdet oder mit "East London - Akzent" würzt. Wenn die Gesangsparts an der Reihe sind, ist dies auch keine leichte Kost. Drama und Ausdruck werden durch vertrackte Rhythmen und eben die verfremdete Stimme extrem ausgebaut.

Musikalisch ist das gesamte Werk klar in die Genesis – Schublade einzusortieren. Tony Banks hat sogar einen Titel (Lion of Symmetry) geschrieben. Und auch das Artwork, welches größten Teils von Luigi Cavalli Cocchi stammt, passt stimmig in die frühen 70er Jahre – „Nursery Cryme“ lässt grüßen! Skurrile Story, viel Mellotron, geschmackvolle Pianopassagen: es ist alles da, was der RetroFan gern hört. Neben Genesis ist die Affinität zu Moongarden offensichtlich, schon wegen der teilweise identischen Personalausstattung mit z.B. der Gitarre von Cremoni, die man sofort heraus hört. Und auch an Mangala Vallis wird erinnert: durch das typische Drumming von Cavalli Cocchi.

Der Gesamteindruck des Konzeptalbums ist dennoch leicht zwiespältig, denn so richtig „aus einem Guss“ ist das nicht, was man hier aufführt. Vielleicht liegt es an der langen Entstehungszeit, die eine homogenere Gesamtwirkung verhindert. Die ruhig nostalgischen oder symphonisch hymnischen, typisch italienischen (und Genesis-) Momente des Albums gefallen mir persönlich am besten, auch wenn so mancherlei Ecken und Kanten für Abwechslung sorgen, die sicher auch einen Beitrag zur Gesamtbewertung „gut“ leistet.

Anspieltipp(s): Childs at Play, Final Wish
Vergleichbar mit: wie gesagt...
Veröffentlicht am: 8.8.2013
Letzte Änderung: 8.8.2013
Wertung: 10/15
"Lamb lies down...in Rebecca's Room"

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Von: Gunnar Claußen @ (Rezension 3 von 3)


Submarine Silence platzieren sich mit ihrem zweiten Album durchaus zwischen den Stühlen: Auf der einen Seite bemüht man sich um diverse Modernismen, wie beispielsweise die unterkühlt stampfende, aber jeweils überaus hampelige Begleitung in "About Rebecca" oder "The Game" deutlich machen soll. Andererseits verfallen die Italiener oft genug in den klassischen Genesis-Modus, was sich entsprechend in den hinlänglich bekannten elegischen Gitarrenschwelgereien und Tony-Banks-Taschenspielertricks (voluminöse Akkorde auf Orgel und Mellotron, Arpeggios) äußert; sogar auf Peter-Gabriel-Phrasierungen ("The Game") wird zurückgegriffen. Zudem zwängt man sich zwischen diese Nummern auch noch kurze Zwischenstücke, um eben auch noch die Story der kleinen Rebecca zu vertonen, ohne dass diese nennenswert zum Fluss der Platte beitragen würden.

Nun ja, mit diesen Mitteln lassen sich insgesamt dann nur Teilerfolge erzielen, denn lediglich die zweite dieser genannten Eigenschaften gelingt Submarine Silence einigermaßen (was aber auch nicht schwer ist, denn das haben ja schon Myriaden von Bands geschafft). Hingegen muten sowohl die modernen Einflüsse als auch die Ambition, eine zusammenhängende Geschichte zu vertonen, reichlich aufgesetzt und gekünstelt an. Gerade letzteres geht mit allzu ruppigen Übergängen (so etwa von etwa "Evening Comes" zu "Mr. B") des Öfteren nach hinten los. Spannung liegt praktisch auch keine vor, weil "There's Something Very Strange In Her Little Room" natürlich mal wieder fast ausschließlich im Tempo eines Öltankers dahindümpelt.

Überdies sind auch die Genesis-Anklänge insgesamt zwar nett, aber nicht überragend; für höhere Weihen fehlen der Musik sowohl der nötige Zug (jederzeit wirken Submarine Silence hier seeeehr relaxt) als auch die Strukturierungen der Songs. Da Kollege Jürgen weiter oben beispielsweise "The Lamb Lies Down On Broadway" als Vergleich ins Spiel gebracht hatte, lässt sich mit Blick auf dieses Berührungspunkt einwenden, dass auf jenem Konzeptwerk selbst Zwischenstücke à la "Fly On A Windshield" oder "The Grand Parade Of Lifeless Packaging" einen stringenten Aufbau hatten und somit nicht einfach nur akustische Fugendichtung waren. Ganz zu schweigen davon, dass auch die längeren Stücke auf "There's Something Very Strange In Her Little Room" keineswegs mit "Back In N.Y.C." oder "The Lamia" mithalten können (mit "In The Cage" oder "The Colony Of Slippermen" sowieso nicht). So besteht beispielsweise "Back In Her Room" gegen Ende nur noch aus Keyboard-Gedudel, was nicht eben überlegt wird.

In diesem Zusammenhang ist es auch noch eher ärgerlich zu notieren, dass ausgerechnet die besseren Stücke wie beispielsweise "A Strange Awakening" oder "The Game" dann jeweils als totale Genesis-Stilkopie durchgehen. Immerhin kann sich mit dem abschließenden "Lion Of Symmetry" ausgerechnet das längste Stück von allzu offensichtlichem Plagiarismus freischwimmen; angesichts der gleichen verhängnisvollen Mischung aus Dümpel-Tempo und endlosem Gedudel ist das allerdings auch kein echtes Ruhmesblatt. Fassen wir also zusammen: Submarine Silence laufen mit "There's Something Very Strange In Her Little Room" gleich an mehreren Stellen auf Grund. Als Genesis-Kopie geriert man sich ziemlich einfallslos und dösig, und die rechte Dramatik für ein Konzeptalbum kann man auch nicht erzeugen. Nein, von dieser Sorte Prog gab es dieses Jahr schon viel zu viel.

Anspieltipp(s): A Strange Awakening
Vergleichbar mit: Big Big Train, Thieves' Kitchen, Mogador
Veröffentlicht am: 15.11.2013
Letzte Änderung: 22.11.2013
Wertung: 6/15
Sowohl für ein gutes Konzeptalbum als auch für eine brauchbare Genesis-Kopie viel zu lahm

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Submarine Silence

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2001 Submarine Silence 12.00 2
2016 Journey Through Mine 10.00 1

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