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Sankt Otten

Messias Maschine

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2013
Besonderheiten/Stil: instrumental; Elektronische Musik
Label: Denovali Records
Durchschnittswertung: 10/15 (1 Rezension)

Besetzung

Stephan Otten Schlagzeug, Programming, Synthesizers
Oliver Klemm Gitarre, Bass, Synthesizer

Gastmusiker

Jaki Liebezeit Schlagzeug (1,5,7)
Miles Brown Theremin (3)
Ulrich Schnauss Synthesizer (4)
Coley Duane Dennis Gitarre (6)
Harald Großkopf Schlagzeug (8)
A. E. Paterra Schlagzeug (9)
Christoph Clöser Saxophon (10)

Tracklist

Disc 1
1. Du hast mich süchtig gemacht 5:58
2. Die Messias Maschine 7:19
3. Mach bitte, dass es leiser wird 5:16
4. Im Himmel angekommen 6:53
5. Das große Weinen ist vorbei 4:15
6. Da kann selbst Gott nur staunen 6:02
7. Das Geräusch des Wartens 6:56
8. Wenn ein Masterplan keiner ist 6:19
9. Nach Dir die Sinnesflut 5:09
10. Endlich ein schlechter Mensch 12:00
Gesamtlaufzeit66:07


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @


Gut ein Jahr nach Sequencer Liebe ist mit Messias Maschine schon wieder ein neues Album von Sankt Otten erschienen. Das Osnabrücker Duo hat sich hierauf um eine ganze Reihe Gastmusiker erweitert, von denen auf jedem Titel genau einer dabei ist (nur das Titelstück kommt ohne Gastbeiträge aus). Unter den Gästen finden sich dabei teils recht illustre Namen, so kommt gleich auf drei Stücken Jaki Liebezeit, einstmals Schlagzeuger der Krautrock-Legende Can, zum Einsatz und bringt die für ihn so typischen, monoton-hypnotischen Rhythmen ein, die hervorragend zu der Melange aus elektronischen Klangwogen, Soundscapes-inspirierter Gitarre und pumpendem Bass passen.

Mit Harald Grosskopf, ehemals bei Wallenstein, außerdem gefragter Sessionmusiker (u.a. bei Klaus Schulze), ist eine weitere Legende krautigen Musikschaffens am Start und veredelt den etwas flotteren Titel Wenn ein Masterplan keiner ist. Dagegen bleibt der dritte gastierende Schlagzeuger, A. E. Panterra vom US-Elektronik-Duo Zombi, auf Nach dir die Sinnesflut etwas blass - was an der Qualität des Stücks nichts ändert, die hier produzierte Horrofilm-Atmosphäre ist auch so beeindruckend.

Auf Mach bitte, dass es leiser wird trägt der australische Musiker Miles Brown klagende Töne am Theremin bei, was dem Stück eine ganz eigene, elegische Atmosphäre verleiht. Bei Im Himmel angekommen ist dann der Berliner Elektroniker Ulrich Schnauss am Synthesizer zu hören. Das mag im ersten Moment etwas überflüssig klingen, denn warum soll eine sowieso schon weitgehend elektronisch agierende Band noch einen weiteren Synthesizer-Spieler dazu nehmen. Aber auch Ulrich Schnauss bringt einen ganz eigenen Charakter in dieses Stück, sowohl von den Klangfarben als auch von der Melodik.

Beim flotten Da kann selbst Gott nur staunen greift Coley Duane Dennis, Gitarrist der Postrocker Maserati, in die Saiten und spinnt ein zartes Geflecht von Tönen, das dem Stück - nicht überraschend - eine deutlich postrockige Schlagseite verleiht. Leider ist das hier eingesetzte Dosenschlagzeug nur auf den Modus "stupides Klopfen" eingestellt, was die ansonsten schöne Atmosphäre etwas beeinträchtigt.

Auf dem abschließenden Endlich ein schlechter Mensch ist Christoph Clöser von Bohren & der Club of Gore am Saxophon zu hören, und auch in diesem Stück nähert sich das Duo stilistisch dem Projekt seines Gastmusikers an; der zeitlupenartige Aufbau des Stücks hat einige Parallelen zur Musik des Mülheimer Quartetts. Deren Intensität wird allerdings dann doch nicht ganz erreicht, und mit 12 Minuten ist das Stück auch etwas überdimensioniert.

Von diesen Kleinigkeiten abgesehen ist dem Osnabrücker Duo mit Messias Maschine wieder ein überzeugendes Werk gelungen, das zeigt, wie man Musik im Geist der alten Elektronik-Meister machen und dabei trotzdem zeitgemäß, aber vor allem: eigenständig klingen kann. Die vielen Gastmusiker sind dabei nicht nur Staffage, sondern bringen ihren eigenen Stil in die jeweiligen Stücke ein. Sehr schön ist übrigens auch wieder das Cover im Stil alter Gemälde, auch wenn die im Wesentlichen weiß auf weiß gehaltene Figur nicht so richtig gut zu erkennen ist. Elektronik-Liebhaber können unbesorgt zugreifen!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 4.8.2013
Letzte Änderung: 6.8.2014
Wertung: 10/15

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