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Chuck Van Zyl

The Relic

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1995
Besonderheiten/Stil: instrumental; Elektronische Musik
Label: Centaur Discs
Durchschnittswertung: 10/15 (1 Rezension)

Besetzung

Chuck Van Zyl Korg SQD1, Korg EX8000, Oberheim Expander, Oberheim Matrix5, Oberheim Matrix6R, Yamaha TX81Z, Kawai K4R, Alesis HR16, Alesis Microverb, MXR 1500, Digitech 7.6, Toshiba DX-900, SQD-1 Midi Sequencer

Tracklist

Disc 1
1. Europa 18:37
2. Ganymede 18:20
3. Io 18:23
4. Beyond the known horizon 16:32
Gesamtlaufzeit71:52
Disc 2
1. The Relic 12:11
2. Dark bands, bright streaks 19:15
3. Regio Galileo 19:28
4. Prometheus 19:03
Gesamtlaufzeit69:57


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


"The Relic" ist im Grunde der große Bruder von "Celestial Mechanics", sind doch hier weitere Nummern versammelt, die Chuck Van Zyl um das Jahr 1990 herum aufgenommen und damals zeitnah auf Tonbandkassette veröffentlicht hat. Die beiden Centaur-Alben Van Zyls stellen somit eine über drei CDs ausgebreitet Kompilation des frühen Soloschaffens des Amerikaners dar. Trotzdem gibt es durchaus einen thematischen Zusammenhalt: das All.

Schon auf "Celestial Mechanics" haben wir uns vornehmlich in der Nähe des Jupiters aufgehalten. Dort schweben wir auch weiterhin durch den Klangraum und besuchen die drei restlichen galileischen Monde ("Europa", "Io" und "Ganymede" - Kallisto haben wir ja schon auf "Celestial Mechanics" einen Besuch abgestattet). Besonders ausführlich erhorchen wir uns dabei die gefurchte Oberfläche von Europa ("Dark bands and bright streaks"), die düstere "Regio Galileo" auf Ganymed und einen der größten Vulkane auf Io ("Prometheus").

Offenbar sind wir bei unserer Mission auch auf ein seltsames Relikt gestoßen, das "jemand" Millionen von Jahren vor dem Erscheinen des Menschen in der Umlaufbahn des Jupiters zurückgelassen hat. Der Entdeckung desselben können wir im Titelstück lauschen. Schließlich soll in "Beyond the known horizon" all denjenigen (Klang)-Forschern ein Denkmal gesetzt werden, die unermüdlich unbekannte Regionen und Welten bereisen, reale und fiktive.

In klanglicher Hinsicht wird auf "The Relic" natürlich - die Stücke sind ja im selben Zeitraum entstanden - kaum Anderes geboten als auf "Celestial Mechanics". Mit allerlei elektronischem Tastenwerk erzeugt Chuck Van Zyl vielschichtige, farbig vorangleitende Klangwolken, die recht eindeutig von der Berliner Elektronikschule im allgemeinen und von der Musik Klaus Schulzes im besonderen inspiriert wurden.

Etwas spaciger, schwebender, mächtiger, freiformatiger (man höre z.B. den avantgardistisch-formlosen Anfang von "Ganymede"), düsterer (man lausche dem sperrigen "Io") und klangvoller ist dieses Tongemenge bisweilen ausgefallen und erreicht ab und an auch filigran-mysteriöse-bedrohliche Ambientgefilde (wie z.B über weite Strecken in "Beyond the known horizon" oder dem abschliessenden "Prometheus"). Ansonsten ist das klassische Elektronische Musik, fast retroelektronische Musik, geprägt von unzähligen Synthesizersounds, bisweilen vorangetrieben von rhythmischen Sequenzermustern (ganz selten auch perkussiven Linien), die jeden Liebhaber des Genres sehr gut unterhalten sollte.

Stilistisch und klanglich atmet diese Musik die Atmosphäre der mittleren 70er Jahre des letzten Jahrhunderts, doch ist das alles deutlich fetter und voluminöser produziert. Irgendetwas Neues hat (will) Van Zyl natürlich nicht (zu) sagen. Trotzdem - oder gerade deshalb - überzeugt sein puristischer und unkitschiger Ansatz elektronische Töne zu mischen. Außerdem hat das alles ja auch schon wieder mehr als 20 Jahre auf dem Buckel und stellt durchaus einen Höhepunkt der "klassischen" Retro(Neo)elektronik der späten 80er und frühen 90er dar. Wer den klassischen Schulze oder das Solo-Schaffen von Edgar Froese schätzt, sich gerne auf eine akustische Reise ins All begibt und es liebt den Geist in dichten Klanggeflechten treiben zu lassen, der sollte sich nach den (leider schon wieder selten gewordenen) Cenatur-Alben Chuck Van Zyls umschauen!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 9.8.2013
Letzte Änderung: 30.10.2016
Wertung: 10/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Chuck Van Zyl

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1991 The Xyl File 11.00 1
1993 Celestial Mechanics 10.00 1
2010 MemorySpace 9.00 1
2012 Cenotaph 9.50 2
2014 Rituals 10.00 1
2016 Recitals 11.00 1

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