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Ingranaggi Della Valle

In Hoc Signo

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2013
Besonderheiten/Stil: Konzeptalbum; HardRock; Jazzrock / Fusion; RetroProg
Label: Black Widow Records
Durchschnittswertung: 12/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Igor Leone Gesang
Flavio Gonnellini Gitarre, Gesang
Mattia Liberati Keyboards, Gesang
Marco Bruno Bass
Marco Gennarini Violine, Gesang
Edoardo "Mambrizio" Arrigo Gitarre, Keyboards, Gesang
Shanti Colucci Schlagzeug

Gastmusiker

Mattias Olsson Schlagzeug
David Jackson Saxofon, Querflöte
Angelica Sauprel Scutti Gesang

Tracklist

Disc 1
1. Introduzione 0:14
2. Calvacata 5:49
3. Mare in tempesta 3:17
4. Via Egnatia 5:41
5. L'assedio di Antiochia 8:10
6. Fuga da Amman 5:56
7. Kairuv'an 6:08
8. Masqat 5:15
9. Jangala Mem 6:46
10. Il vento del tempo 7:00
11. Finale 9:33
Gesamtlaufzeit63:49


Rezensionen


Von: Gunnar Claußen @ (Rezension 1 von 3)


Italoprog und kein Ende: Nach Tugs, Unreal City und Il Cerchio d'Oro steht mit dem Debütalbum von Ingranaggi Della Valle schon das nächste Album brav Schlange, bei den heutigen Progfans Gehör zu finden. Im Unterschied zu so einigen der genannten Kapellen ist das Septett aus Rom tatsächlich jüngeren Alters; erst 2010 fanden sich die Musiker zusammen und werben heute auch damit, im Durchschnitt gerade mal 21 Jahre alt zu sein. Eigentlich hätte es diesen Hinweis nicht gebraucht, aber das rückt die Qualitäten ihres Debütalbums "In Hoc Signo" gleich noch mal in ein ganz anderes Licht.

Denn "In Hoc Signo" bedient sich für seinen gleich bei einer ganzen Menge Quellen, von denen die augenfälligsten wohl die folgenden sein dürften: Da wäre einmal der klassisch-gediegene Retroprog mit seinen Mellotron- und Orgel-lastigen Schwärmereien, ausladenden Gitarrenmelodien und der Neigung zum Pomp. Dann gibt es noch die eine oder andere etwas gehärtete Passage, in der die Gitarre kratzig agiert und mehr Schwung in die Musik kommt. Zuletzt besteht noch ein substanzieller Teil der Zeit auf "In Hoc Signo" darin, sich in Richtung Jazzrock zu orientieren und außer den zugehörigen Stimmungen auch der entsprechenden filigranen Instrumentalarbeit zu fröhnen. Sehr zugute kommt Ingranaggi Della Valle dabei die reichhaltige Instrumentierung: Zur regulären Besetzung gehören ein Violinist und der Multiinstrumentalist Edoardo "Mambrizio" Arrigo, und als Gast ist mit David Jackson ein Saxofonist und Flötist dabei.

Der große Trumpf besteht nun darin, dass Ingranaggi Della Valle an allen Ecken und Enden ihrer Songs abgedrehte Freakouts eingestreut haben, die mit schöner Regelmäßigkeit für ungläubiges Staunen sorgen. So beginnt beispielsweise "Mare in tempesta" süßlich, melodramatisch und balladesk, nur um sich in der Mitte auf einmal in Richtung "Starless And Bible Black" zu entwickeln. "Via Egnatia" eröffnet fast mit den gleichen Gitarre-und-Keyboard-Schwelgereien wie damals Ayreons "The Dream Sequencer", aber natürlich wird dieser Nummer auf einmal ein funkiger Rhythmus mit Ausflügen in Richtung Romantik und Jazz sowie zusehends kauzigerem Gesang untergeschoben. Am konsequentesten einem Stil zuzuordnen ist wohl noch "Fuga da Amman", das orientalisch beginnt und zunächst ein wenig an Kansas ("Belexes") erinnert, ehe zum Ende hin eine gediegene Stimmung zwischen Yes ("On The Silent Wings Of Freedom") und dem Mahavishnu Orchestra ("On The Way Home To Earth") aufkommt und der Gitarrist entsprechend als Verschnitt von John McLaughlin und Steve Howe agiert. Überflüssig zu sagen, dass auch der Keyboarder seine hiesigen Läufe eher bei Jan Hammer als bei Keith Emerson oder Rick Wakeman abgeschaut hat.

Das wären also die wichtigsten Zutaten dieser Platte. Und wie wirkt sowas nun als Album? Die Antwort: Überraschend gelungen. Zwar könnte man hier immer wieder mal vorwerfen, dass einige Parts nicht so ganz direkt und nahtlos ineinander greifen (immerhin ist ein ingranaggio laut Wörterbuch ein Zahnrad). Aber müssen sie das, wenn hier jederzeit die Chance besteht, seine Kinnlade auf dem Fußboden wiederzufinden? Eher nicht, dafür gelingen Ingranaggi Della Valle einfach zu oft schon für sich selbst gelungene und mitreißende Instrumentalpassagen, zwischen denen obendrein immer wieder geradezu klassische Genesis-Parts (wie beispielsweise gegen Ende von "Kairu'van" und "Masqat") untergebracht sind. Lediglich im Jam-artigen "Jangala Mem" geht zeitweilig die Struktur verloren, ansonsten aber ist das Hören hier stets mit Vergnügen verbunden. Bleibt also zum Abschluss als Fazit zu sagen, dass Ingranaggi Della Valle nicht nur ein tolles Debüt vorgelegt haben, sondern zudem auch praktisch alle eingangs genannten Konkurrenten bereits in diesen jungen Jahren auf die Plätze verweisen können.

Anspieltipp(s): Via Egnatia, Kairu'van, L'assedio di Antiochia
Vergleichbar mit: Mahavishnu Orchestra machen ein klassisches Progalbum?!
Veröffentlicht am: 15.8.2013
Letzte Änderung: 25.12.2013
Wertung: 12/15
Mal wieder ein außergewöhnliches Debüt einer überaus talentierten Band. Scheint eine Besonderheit dieses Jahrganges zu sein ;-)

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Von: Achim Breiling @ (Rezension 2 von 3)


Wieso heißen eigentlich so viele italienische Bands "La sowieso di Dingsbums" (wie es kürzlich ein babyblauer Kollege formuliert hat)? Zumindest in Deutschland würde wohl kaum jemand auf die Idee kommen Musikgruppen solche deskriptive Namen zu geben. Welche Band würde sich wohl "Die Kehrseite der Medaille", "Einschreiben mit Rückschein", "Dieses alte Gasthaus", "Das Land der Spielzeuge", "Der Schatten des Abends", "Die Geburt der Kugel", "Die Maske aus Wachs", "Die königliche Musikakademie", "Das Gasthaus der Feen", "Der Rand der Welt", "Das Reich der Schatten", "Die nicht geschlossenen Türen", "Der Garten der Köstlichkeiten", "Die Burg des Atlas", "Der Tanz der Kastanien", "Notfallkreditbank", "Der Tempel der Sanduhren", "Das Labyrinth der Spiegel", "Das Bronzeballett", "Der Turm des Alchimisten", "Die preisgekrönte Bäckerei Marconi", "Die Malzdestillerie", "Die Pfanne von Papin", "Kompromiss der Uneinigen" oder "Die Zahnräder vom Tal" nennen? Es klingt natürlich gut - also die italienische Version zumindest und vermutlich nur für Nichtitaliener. Oder, vielleicht finden Italiener so etwas lyrisch oder tiefsinnig? Manches ist vermutlich auch schlicht und einfach nur gelungener Humor (die Notfallkreditbank z.B. - das würde sogar in Deutschland als Bandnamen funktionieren). Wie auch immer. So ein bisschen ausgelutscht und antiquiert ist so eine Namenswahl inzwischen wohl und daher ein ziemlich klares Indiz für Retroprog.

"Die Zahnräder vom Tal" kommen aus Rom und man ist noch recht jung, wie man an den Ablichtungen der Musiker im Beiheft sieht. Hier werden so ziemlich alle Klischees bedient, die man von einer jungen Retroprogband erwarten könnte: "Sowieso-della-Dingsbums"-Bandname, "coole", künstlerisch-bizarre Musikerfotos, ein tiefgründiges Konzept (es geht wohl um den ersten Kreuzzug) und natürlich auch das knallbunte Progcover (wer auf so etwas steht: Es gibt das Album natürlich auch als Doppel-LP). Allerdings habe ich den Eindruck, dass die Band das alles nicht wirklich allzu Ernst nimmt und bewusst mit diesen Klischees spielt. Zur Musik!

Zu dieser hat Gunnar weiter oben eigentlich ausführlich alles Notwendige geschrieben und ich kann ihm nur voll und ganz zustimmen. "In Hoc Signo" ist erstaunlich gut. Die Band startete 2010, als das Trio ''The Big Chill'' (Flavio Gonnellini, Mattia Liberati und Shanti Colucci) personell aufrüstete, den Namen wechselte und den bis dahin in der Band vorherrschenden Jazzrock mit Retroprogressivem, Elektronischem und modernem Prog anreicherte. Mit Igor Leone fand man auch einen ausdrucksstarken Sänger. Der agiert meist in typischer Italomanier eher exaltiert und leidenschaftlich, übertreibt das aber nie und bleibt immer gut erträglich bzw. reißt den Hörer durchaus mit. Nicht selten ist die Band aber auch instrumental zu Gange.

Klangvoll-vertrackter Retroprog (insbesondere in Bezug auf die Tastenarbeit), klassischer komplexer Jazzrock (oft mit Geige), ab und zu klangschwebend Elekronisch-Symphonisches, einige liedhaft-getragene, fast folkige Abschnitte bestimmt von Piano und Akustikgitarre (mitunter auch der Geige), sehr jazzige Akustikpassagen und allerlei moderneres Geprogge werden auf "In Hoc Signo" miteinander verwoben oder aneinander gereiht. Das klangliche Ergebnis gleitet dann mal ruhig und elegisch, mal deftig rockend aus den Boxen. Dabei greifen die unterschiedlichen Stile sehr dicht, in der Tat wie Zahnräder ineinander und die Band und ihre Gäste schaffen es aus im Grunde altbekannten Zutaten ein eigenes und überzeugendes Gemisch zu brauen. Kurzum: Ein schönes Debüt, das wirklich Spaß macht!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 12.10.2013
Letzte Änderung: 21.1.2017
Wertung: 11/15

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Von: Nik Brückner @ (Rezension 3 von 3)


Seid Ihr auch manchmal der Altrock-Alben überdrüssig? Gute Alben, schon, aber Ausreißer nach oben gibt es nicht allzu viele. Sie selbst haben die Latte so hoch gelegt. Irgendwie erwartet man jedes Mal das Meisterwerk - und dann bleibt das Niveau zwar hoch, Ausreißer nach oben gibt es aber selten.

Problem: Es gibt viel richtig guten Prog. Vielleicht lässt das am Ende wenig Platz für den genialen. Oder es gibt ihn, wir entdecken ihn nur nicht, weil er zugeschüttet wird von so vielen anderen Alben. Was ich damit sagen will? "In Hoc Signo" ist das Album, dass ich mir seit einigen Jahren von Altrock erhoffe.

In Hoc Signo - vinces! Baby! Die Zahnräder vom Tale (so hieße die Band auf Deutsch) liefern ein ganz wunderbares Retroprog-Album ab. Keines jener Malen-nach-Zahlen-Alben vom Reißbrett, wie sie sich in den letzten Jahren gerade aus Italien scheinbar unaufhörlich über uns ergießen, sondern ein richtig klasses Retroprogalbum voller Schwung und Spielfreude, knackig, kraftvoll, wie man es selten zu hören kriegt. Klar, Reißbrett-Alben können diese Power nicht entwickeln, da fehlt es an Enthusiasmus, da fehlt es an Leidenschaft. All das ist hier vorhanden. Vermutlich, weil man nicht krampfhaft versucht, sich an irgendwelchen Rezepten festzuhalten, oder sich an irgendwelchen Vorbildern zu orientieren. Ingranaggi Della Valle sind eine Band, die von Beginn an ungewöhnlich frei und selbstbewusst agiert, und das sorgt für den frischen Wind, der dieses Album durchweht.

Zu hören gibt es, wie gesagt, klassischen Prog, der nicht allzu italienisch klingt. Sein Genpool besteht einerseits aus locker-canterburigem, andererseits aus Hochspannungsprog a la ELP oder Egg. Das Ganze moduliert mal in Richtung Jazzrock, mal in Richtung Orgelprog, mal in Richtung Hardrock. Dabei bleibt es immer zugänglich/unterhaltlich, gleichzeitig aber immer auch anspruchsvoll. Das Ganze greift äußerst perfekt ineinander und sorgt auch nach mehrmaligem Hören noch für wohliges Grinsen.

Die Band sollte dringend zu den Speerspitzen des Retroprogs gezählt werden - ist aber leider noch viel zu wenig bekannt. Ändern wir das.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 24.3.2017
Letzte Änderung: 21.3.2017
Wertung: 13/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Ingranaggi Della Valle

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2016 Warm spaced blue 12.00 3

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