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Björk

Selma Songs

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2000 (Soundtrack zu Dancer in the Dark)
Besonderheiten/Stil: mit Orchester; ArtPop
Label: polydor
Durchschnittswertung: 13/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Björk Gutmundsdottir vocals,celesta,vocal editing
Damian Taylor celesta processing
Guy Sigsworth celesta
Mark Bell programming
Valgeir Sigurdsson programming

Tracklist

Disc 1
1. overture 03:34
2. cvalda 04:45
3. i've seen it all 05:24
4. scatterheart 06:36
5. in the musicals 04:37
6. 107 steps 02:33
7. new world 04:19
Gesamtlaufzeit31:48


Rezensionen


Von: Thomas Thielen @ (Rezension 1 von 2)


Mit so um die 35 Minuten sind die "Selma Songs" nicht wirklich ein vollwertiges Album (obwohl... andererseits sind die frühen Cure-Scheiben alle so kurz, und die SIND sicherlich vollwertige Alben...), aber was der Hörer in der kurzen Zeit aufs Ohr gedrückt kriegt, ist aller Ehren wert.

Der Soundtrack zu Lars von Triers "Dancer in the Dark", in dem Bjork Selma spielt, die langsam ihr Augenlicht verliert und sich in ihre ganz eigene Welt flüchtet, um das zu kompensieren, ist erfrischend eigenständig. Hier gibt es die Renaissance von Industrial, wenn diverse Maschinen (von Selmas Arbeitsplatz in der Fabrik, nehme ich an) sich zu einer Drumloop vereinen, wir haben Stimmsamples, die einfach nur Zahlen vorlesen, und zwar so rhythmisch, dass es sich wie eine perkussive Geschichte anfühlt (siehe auch: Radiohead, Kid A: "Everything in its right place" - so ähnlich eben, aber nicht abgekupfert)... wir haben Holz- und Blechbläser, die Technosounds gegenüber stehen, wir haben Orchestrahits als Dauerbrenner, also die totale Exaltation... die noch gesteigert wird durch Björks Stimme... es gibt auch wundervoll unkitschige ruhige Momente, die gerade durch ihre Sparsamkeit in Arrangement und Explizität auf-haaach-en lassen; es gibt wundervoll kitschige Momente, die gerade durch ihre Wagnerische Überfrachtung den Hörer zu einem offenen Mund übertölpeln; wir haben die Verzweifelung des Blindwerdens, angedacht und nicht isoliert, und daher umso realistischer und mit mehr Impact; wir haben die Stille in der Zurückgezogenheit der Innenwelt...

Unglaublich ist dabei, mit welch spielerischer Individualität die Kompositionen und vor allem Arrangements durch die Musik gleiten. Björks Stimme kann man hassen oder lieben, doch das Feuerwerk, das sie abfackelt, kann nicht kalt lassen, so unbeschwert ehrlich kommt sie rüber, so naiv in ihrem fanatischen Emotionstaumel.

Endlich nochmal eine Platte, die wirklich trifft. Endlich nochmal Musik aus dem Bauch, die trotzdem intelligent gemacht ist. Ich bin nicht sicher, wie proggisch das alles dem Rest der Welt vorkommt, aber für mich steht fest, dass ein gehöriger Teil der Zukunft der Musik im besten Falle in einem den "Selma Songs" ähnlichen Ansatz zu finden ist.

Anspieltipp(s): Geradewegs durch!
Vergleichbar mit: Techno meets Musical
Veröffentlicht am: 10.6.2002
Letzte Änderung: 10.6.2002
Wertung: 13/15

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 2 von 2)


Filmmusik isoliert als Filmmusik ohne Film ist eigentlich nur die halbe Wahrheit. Dem Hörer fehlt nämlich die Geschichte zur Musik, die Bilder, die Emotionen der Schauspieler bzw. Figuren. Erst dadurch kann man die Musik komplett verstehen und erfahren.

Das trifft bei kaum einer mir bekannten Filmmusik mehr zu als bei den "Selma Songs", dem Soundtrack zu Lars von Triers "Dancer in the Dark". Die Musik ist grandios, der Film ist ist es nicht minder. Aber erst zusammen werden Geschichte, Bild und Ton zu einem genialen, ergreifenden Gesamtkunstwerk. Und so möchte ich an dieser Stelle eigentlich in erster Linie kräftig die Werbetrommel für den Film rühren und nur in zweiter Linie ein grosses Album besprechen.

Die Orchestrale Overture, die thematisch im abschliessenden "New World" wieder aufgenommen wird, beginnt die Platte erhaben und lässt die kommende Tragödie und die Person der Selma bereits leicht erahnen: romantisch, traurig, einsam.

Im Verlaufe der Handlung erblindet die Hauptdarstellerin, Geräusche werden immer wichtiger für sie. Sie hasst Stille. Gleichzeitig liebt sie Musik und Tanz und lebt in ihren Tagträumen.

Bis auf die erste und letzte Komposition entstehen alle Stücke aus Geräuschen, die Selma um sich herum wahrnimmt und die dann zum Grund-Rhythmus der jeweiligen Komposition werden. Einmal sind dies Maschinengeräusche in der Fabrik, in der sie arbeitet, ein andermal das Rattern eines vorbeifahren Güterzuges. Bald bildet das Knistern einer sich drehenden Schallplatte den Ausgangspunkt des nächsten Songs, dann wiederum die kratzenden Bleistifte der Gerichtsschreiber.

Über allem schwebt die unvergleichliche Stimme Björks, die mit solcher Emotionalität die Stücke lebt, dass man ihre ganze Gefühlswelt beinahe spüren kann. Ihre Freuden, Träume, Trauer, Leiden, die Hilflosigkeit, den Trotz und ihre Angst.

Björk hat nur diesen einen Film als Schauspielerin gedreht. Er hat sie emotional so sehr gefordert und aufgewühlt, dass sie nie wieder eine Rolle spielen wollte und konnte.

"Selma Songs" leuchtet nur kurz, dafür aber extrem hell. Die Platte ist ein musikalisches Kleinod. Sie vermag einen auch ohne den dazugehörigen Film zu packen. Das Gesamtkunstwerk aber ist ein Geniestreich.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 6.12.2011
Letzte Änderung: 6.12.2011
Wertung: 13/15
"Dancer in the Dark" 15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Björk

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1993 Debut 10.33 3
1995 Post 8.50 2
1996 Telegram 10.00 1
1997 Homogenic 13.00 2
2001 Vespertine 15.00 3
2002 Greatest Hits (Volumen 1993-2003) 11.00 1
2002 Vespertine live at the Royal Opera House 2001 (DVD) 14.33 3
2003 Post live 12.00 1
2003 Homogenic live 12.00 1
2004 Medulla 12.75 4
2004 The Music From Drawing Restraint 9 12.00 1
2007 Volta 11.00 2
2011 Biophilia 12.50 2
2015 Vulnicura 15.00 1
2015 Vulnicura Strings 12.00 1
2016 Vulnicura Live 12.00 1

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