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Zelinka

Zelinka

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Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2013
Besonderheiten/Stil: instrumental; Funk; HardRock; Jazzrock / Fusion; Rock / Pop / Mainstream
Label: Eigenproduktion
Durchschnittswertung: 10/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Bernd Fleischer Gitarre
Torsten Großmann Bass
Kay Rohr Schlagzeug

Tracklist

Disc 1
1. Catacomb 4:46
2. Safaga 4:08
3. Silent 4:24
4. Room No. 15 4:46
5. Toxic 4:31
6. Chill Out 6:20
7. Funky Bitch 4:58
8. The Cat 4:37
9. Gipsy March 5:27
10. Raindrops 3:37
Gesamtlaufzeit47:34


Rezensionen


Von: Gunnar Claußen @ (Rezension 1 von 3)


Ein geflügeltes Wort behauptet, es seien drei Dinge, die der Mann brauche. Bevor wir hier aber Schleichwerbung für Tabakprodukte machen, wandeln wir diesen Slogan mal dahingehend ab, dass es eben drei Dinge sind, die für eine unterhaltsame Rockplatte schon ausreichen: Gitarre, Bass, Schlagzeug. Nach diesem Muster musizieren Zelinka aus Leipzig auf ihrer Debütplatte instrumental vor sich hin. Das Ergebnis ist eine recht gefällige Jam-Rock-Platte, die - wie in diesem Genre selbst bei Bands wie Niacin so üblich - allerlei Anklänge an Funk, Hardrock und Fusion bietet und im Wesentlichen auf die ebenso bewährte Aufteilung von Melodien und Soli auf die Gitarre und Rhythmusspielereien auf Bass und Schlagzeug setzt. Eine reine One-Man-Show für Sechssaiter Bernd Fleischer ist diese Platte aber natürlich nicht, ansonsten fällt auf, dass Zelinka ihre Stücke recht bedächtig aufbauen, sodass die Musik jederzeit so sehr nachvollziehbar ist, dass man beim Hören seine Gedanken bereits auf die geweckten Erwartungen einstellen, womit die Musik etwas vorhersehbar wird.

Überraschungen gibt es trotzdem. Im genannten Zusammenhang ist es recht erfreulich, dass Fleischer sehr songdienlich agiert und unpassendes Hochgeschwindigkeitsgehampel völlig ausspart. Und auch die Songs verweisen immer wieder mal auf nicht ganz typische Anklänge und Vorbilder. So werden etwa im Opener "Catacomb" nicht nur einige Violinen-artige Klänge erzeugt, sondern die ganze Nummer klingt instrumental ein bisschen nach mittelalten Iron Maiden (zu "No Prayer For The Dying"-Zeiten, man vergleich das mal mit Stücken wie - huch, welch ein Name! - "Fates Warning"). In "Safaga" gibt es leicht orientalische Gitarrenlinien und gegen Ende eine angedeutete Slap-Bass-Orgie. Letzteres begegnet dem Hörer dann nochmals ausgeprägter in "Room No. 15", und hier entlockt Torsten Großmann seinem Instrument fast schon klassisch-barocke Töne.

Harmonisch-poppiger Stoff wie "Silent" oder das abschließende "Raindrops" ist dagegen trotz geschmackvoller Rhythmik eher verzichtbar, aber das ist ja auch bei Dream-Theater-Balladen wie jüngst "Along For The Ride" nicht anders. Nicht ganz so toll sind auch die merkwürdig kratzigen Gitarreneinsätze und das komische Geholper in "Toxic" (besser wird diese Nummer erst mit einem jazzigen Ride-Becken-Rhythmus und harmonischen Gitarren) oder das eher simple, stampfig unterlegte "The Cat". Viel, viel besser sind dagegen das schön ausgestaltete "Chill Out", das mainstreamig beginnt, ab der Mitte aber zunehmend härter und technischer wird, um dann recht fröhlich zu enden. Und im folgenden, sehr programmatisch betitelten "Funky Bitch" wird ziemlich hübsch gegroovt, auch wenn sich die Gitarre hier mit einem ziemlich trockenen Distortion-Sound leicht im Ton vergreift. Das dritte richtig gute Stück ist dann "Gipsy March", das den titelgemäßen Marschrhythmus samt auf dem Bass gespielter "Fanfaren" jederzeit mit krummtaktigen Einwürfen torpediert.

Was gibt es sonst noch vom Zelinka-Debüt zu berichten? Der Sound ist insgesamt relativ glatt, allerdings auch nicht übermäßig voluminös ausgefallen, was neben den bereits genannten unspektakuläreren Nummern wohl schon das größte Manko dieser Platte sein dürfte. Insgesamt ist "Zelinka" damit eine nette Angelegenheit, deren Anhören man sicher nicht bereuen wird. Schon gar nicht, wenn man zu den engeren Freunden des gepflegten Genres gehört. Aber selbst, wenn man über verhältnismäßig harmlose Fusion-Sachen öfter mal die Nase rümpft, können Zelinka mit diesem Album immer noch oft genug aufhorchen lassen.

Anspieltipp(s): Chill Out, Funky Bitch, Gipsy March
Vergleichbar mit: Niacin, Planet X, Space Debris
Veröffentlicht am: 11.10.2013
Letzte Änderung: 13.10.2013
Wertung: 10/15
Noch eine wuchtigere Produktion, und ich bin glücklich.

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Von: Thoralf Koss @ (Rezension 2 von 3)


Wenn der Opa seinen Enkel animiert, dessen instrumentale Jazz-Rock-Combo nach ihm zu benennen, dann hat das schon was. Jedenfalls mehr als die Motivation, nach dem x-ten „Herrn der Ringe“ seine Band nach der y-sten Darstellerfigur zu benennen. Bands, die den Namen eines nahen Verwandten tragen, nehmen das, was sie machen, garantiert persönlicher als das, was X-Y-Filmmusik-Zeitgeister so veranstalten.

Auch der Begriff „Combo“ passt ausdrücklich in dieses Bild der ehemaligen Ossi-Musikkultur, die solche wunderbaren Prog-Acts wie die Stern-Combo Meissen hervorbrachte und die nun mit Leipziger Musikern, die schon zu Ost-Zeiten bei DDR-Bands wie Berluc oder Brigitte Stefan & Meridian oder nun in der Krause-Band (mit dem ehemaligen Stern-Combo-Meissen-Sänger Larry B.) aktiv waren, „bestückt“ ist. Musik aus dieser Ecke ist immer Musik, die von großartigen Könnern an ihren Instrumenten und ähnlich großartigen kompositorischen Ideen lebt. Eine Behauptung, die Zelinka locker mit ihrem Debütalbum bestätigen.

Auf „Zelinka“ vereinen sich ausschließlich instrumental die verschiedensten Musikspielarten, die von Prog über Jazz bis hin zu Blues, Metal und Funk reichen. Doch egal, in welchem Bereich sich der Klang gerade wohl fühlt, er ist immer auf höchstem Niveau und lässt keinen schwachen Rohrkrepierer zu, der sich zwanghaft dort (also im Pop oder melodischen Rock) anzubiedern versucht, wo er nicht hingehört, aber erfolgsversprechender erscheint. Gitarre, Schlagzeug und Bass reichen um Musik zu schaffen, die im Grunde so etwa jeden begeistern sollte, der sich die Musik des Mahavishnu Orchestras genauso gerne anhört wie die solcher Prog-Großmeister der Marke King Crimson. Aber auch deren deutsche Entsprechung Long Distance Calling ist ein hervorragendes Musikmaß, an dem man Zelinka nicht nur messen kann, sondern das auch durchaus noch intensiver zu begeistern vermag. Nur den besagten „harmonisch-poppigen Stoff“ meines Vor-Rezensenten vermag ich einfach nicht zu entdecken.

Musik voller Groove und Komplexität! Musik, die so klingt, wie man es sich von einem Trio wünscht, das nicht nur alle Grenzen auslotet, sondern diese auch noch locker-lässig überschreitet. Musik, bei der sich ein Steve Vai oder Joe Satriani verdammt warm anziehen können!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: Long Distance Calling, Steve Vai, Joe Satriani
Veröffentlicht am: 5.1.2015
Letzte Änderung: 5.1.2015
Wertung: 13/15

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Von: Marc Colling @ (Rezension 3 von 3)


Zelinka kommen aus Leipzig und spielen in einer klassischen Gitarre, Bass, Schlagzeug-Formation. Keine Keyboards an Bord. Und keine Stimme, alles instrumental. Das klingt vom Papier her nicht unbedingt nach meiner Musik, doch auch bei Long Distance Calling oder My Sleeping Karma dachte ich so und wurde eines Besseren belehrt. Die Titel der einzelnen Songs lassen aber ebenfalls Böses ahnen: CHILL OUT oder FUNKY BITCH. Naja.

Nach 2, 3 Songs entdecke ich auch Ähnlichkeiten mit der englischem Band The Brew, allerdings nur in „light“. Diese sind aber nicht auf unseren Seiten gelistet, und das aus gutem Grund. Sie spielen keinen Prog. Das tun Zelinka aber auch nicht. Ich hör viel Rock und Funk. Das ist gut gemacht, besonders der Bass hat Klasse. Klanglich ist alles im grünen Bereich, vielleicht etwas zu glatt poliert, aber das ist Geschmackssache. Jedenfalls klang auf meiner Anlage die Gitarre sehr clean, der Bass fett und dynamisch und das Schlagzeug leicht gedämpft im Hintergrund. Passt schon.

Die meisten Songs bieten gute Hooks, an denen dein Ohr kleben bleibt und wirken damit recht eingängig. Neben einigen schwächeren Nummern wie SILENT stehen gute Sachen wie SAFAGA oder ROOM NO. 15, wo es sehr catchy hergeht. Wenn der Bass mal länger im Solobetrieb spielt, dann hat das schon was. Da schnippt der Finger und man sieht sich mit einem schönen Bier in einem Club stehen, wo die Stimmung auf den Siedepunkt hinsteuert.

Das Problem ist nur, dass ich zu Hause in meinem Sessel alleine vor meiner Anlage sitze und mich dauernd frage: warum um Gottes Willen höre ich mir zu Hause Musik an, die eigentlich in einen Pub gehört. Ja warum nur? Ich glaub, ich hol mir mal ein Bier.....

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 17.9.2017
Letzte Änderung: 17.9.2017
Wertung: 7/15
handwerklich ohne Fehl und Tadel, aber kompositorisch viel zu brav

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