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Le Mur

Silentia Nova

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2013
Besonderheiten/Stil: Independent / Alternative; Krautrock; Postrock; Psychedelic; Spacerock; sonstiges
Label: Tribal Stomp
Durchschnittswertung: 8.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Janine Ficklscherer Bass guitar & Sound effects
Matthias Gräf Guitar,Organ,Vocals,Saxophon & Sound effects
Georgios Dosis Drums & Percussion, Vocals

Tracklist

Disc 1
1. O.m.e.n. - A Decision of Despair   (LP Seite 1) 3.54
2. Technical Progress and other Suicide Stuff 2.59
3. Ghost Track II 3.32
4. Die Nacht der Lemuren (Teil II) 9.14
5. Sun   (LP Seite 2) 6.23
6. Silentia Nova 9.39
7. O.m.e.n. - Creation of a New Silence 6.31
Gesamtlaufzeit42:12


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 1 von 2)


Während "In Tenebris" eigentlich bei einem extrem unzuverlässigen englischen Label erscheinen sollte, wurde die zweite Scheibe "Silentia Nova" bei Tribal Stomp veröffentlicht, einem Ableger des extrem zuverlässigen Labels Sireena Records. Und zwar zunächst als eine sog. Langspielplatte. Wer eines der ersten 500 Exemplare käuflich erwirbt, bekommt "Silentia Nova" sogar als eine Ausgabe auf farbigem Vinyl.

Schon auf der Debütscheibe "In Tenebris" zeigte der "Heavy-Dark-Trip-Rock mit Space- und Prog-Einflüssen", oder - wie ich es formulieren würde - psychedelisch und krautrockig angehauchter Stoner Rock eine gewisse Neigung zu schrägen Einfällen. Auf dem Zweitwerk "Silentia Nova" wird die lobenswerte Fähigkeit sich vom Mainstream-Rock zu distanzieren noch weiter verfolgt und ausgebaut, so dass meine obige Stilbeschreibung nur noch auf "In Tenebris" zutrifft.

Im Rahmen der originellen musikalischen Verschmelzung von Post Wave, Ska, psychedelischem Hardrock, Shoegaze, Krautrock und Space Rock vertritt das Bochumer Trio auf "Silentia Nova" textlich die Ansicht, dass der technische Fortschritt die Menschheit ins Verderben führen wird, was durch den Titel "Technical Progress and other Suicide Stuff" verdeutlicht wird. Zu den prägenden Klängen gehören vor allem die Retro-Orgel und die Saxophonbeiträge von Matthias Gräf.

Schön zu sehen, dass sich das Trio durch die schlechten Erfahrungen im Zusammenhang mit der Veröffentlichung von "In Tenebris" nicht entmutigen ließ. Im Gegenteil: "Silentia Nova" markiert eine erfreuliche Weiterentwicklung in alter Frische.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 2.11.2013
Letzte Änderung: 2.11.2013
Wertung: 10/15

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Von: Gunnar Claußen @ (Rezension 2 von 2)


Das Zweitwerk "Silentia Nova" des deutschen Trios Le Mur ist so ein typischer Fall von Album, bei dem man hin und her gerissen ist zwischen Zustimmung und Ablehnung. Bestritten wird die Musik hauptsächlich von Mathias Graef, der überwiegend die Gitarre bedient, ab und an aber auch mal Saxofon und Orgel ertönen lässt und sich zusätzlich noch um den spärlichen Gesang kümmert. Mit diesen Instrumenten werden immer wieder mal verschiedene Genres angerissen: Entwickelt sich das Intro "O.m.e.n. - A Decision Of Despair" noch von psychedelisch-schleppendem Sludge hin zu postrockigeren Schemata, stampft das folgende "Technical Progress And Other Suicide Stuff" spacerockig und mit minimalistischem Georgel vor sich hin, und die zugehörigen Slogan-Phrasierung im Gesang gibt's frei Haus. "Ghost Track II" setzt auf einen groovigen Rhythmus, über den eine Soundcollage aus Saxofon-Motiven, Samples und später noch Echo-Orgel gelegt wird. "Die Nacht der Lemuren (Part II)" führt den "Ghost Track" mit seinem markanten "Another One Bites The Dust"-Bass fort, ehe in der Mitte ein üppiger Orgel-Part mit melancholischer Stimmung eingeschoben wird.

Schließlich schwelgt "Sun" anfangs in Huldigungen an "Set The Controls For The Heart Of The Sun" (kein Wunder eigentlich bei diesem Titel), nur um in der Mitte urplötzlich in einen Voivod-artigen Rock'N'Roll-Part auszubrechen, was soweit ganz cool ist. Dafür allerdings klingt das Gitarrensolo am Ende ziemlich holprig (als ob man das Hauptriff von "Hocus Pocus" neben den Takt legen würde). Der folgende Titeltrack bringt wieder mehr Postrock-Sounds ein, unterbricht den genretypischen Steigerungs-Aufbau aber für allerlei abwechslungsreiche Parts zwischen Psychedelic, Hardrock und burlesken Einfällen. Das abschließende "O.m.e.n. - Creation Of A New Silence" ist dann noch mal ein geschmackvolles Retro-Spacerock-Instrumental samt Flanger-Orgie des Gitarristen.

Das Hauptmanko bei den meisten dieser Nummern, und das stellt sich ebenso schnell heraus, ist das ziemlich merkwürdige Arrangement: Der bereits erwähnte Mathias Graef nämlich bedient zeitgleich offenbar immer nur eines seiner Instrumente. So besteht die Musik hier stets nur aus maximal 4-5 Spuren, was insgesamt zwar leicht nachvollziehbar ist, aber keinesfalls überwältigend wirkt, sondern stattdessen auf Dauer eher ermüdet. Zudem wirken die Stücke hiermit mehr und mehr wie Jams denn wie geschlossene Kompositionen, und Motive oder Ideen werden gerne mal überstrapaziert, was insbesondere für die erste Hälfte des Albums gilt. Trotzdem gelingen ab und an einige memorable Momente; so beispielsweise der schon erwähnte Mittelpart von "Die Nacht der Lemuren" oder der geschickte Aufbau von "Silentia Nova". Auch spielerisch lassen sich Graef, Ficklscherer und Dosis keinerlei Vorwürfe machen, das Trio spielt vital, motiviert und scheint paradoxerweise jederzeit trotzdem eine Ahnung zu haben, wohin der Zug noch fahren wird.

Und so ergibt sich in der Konsequenz eben der beschrieben Zwiespalt: Le Mur demonstrieren einen beachtlichen Drang zu Innovation und eigenen Ausdrucksformen, angesichts eher hausbackener Inszenierungen der meisten Stücke bleibt davon für den Hörer nicht allzuviel Verwertbares übrig. Boshafterweise könnte man hier also wieder mal von "Musik für Musiker" sprechen, auch wenn das natürlich eine maßlose Übertreibung wäre. So ist "Silentia Nova" eine zumindest partiell nervenaufreibende Angelegenheit, aber Potenzial ist fraglos vorhanden.

Anspieltipp(s): Silentia Nova, O.m.e.n. - Creation Of A New Silence
Vergleichbar mit: Space Debris, Voivod, Acid Mothers Temple
Veröffentlicht am: 16.5.2014
Letzte Änderung: 16.5.2014
Wertung: 7/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Le Mur

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2012 In Tenebris 10.50 2
2018 exorta 11.00 1

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