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Caligula's Horse

The Tide, The Thief & River's End

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2013
Besonderheiten/Stil: New Artrock; Progmetal
Label: Welkin Records
Durchschnittswertung: 11/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Jim Grey Lead Vocals
Zac Greensill Guitar
Dave Couper Bass
Geoff Irish Drums
Sam Vallen Guitars
Stefanie Bernard Clarinet on Water's Edge and Into the White
Sean Thomas Electric Piano on All is Quiet

Gastmusiker

Holly Terens Flute on Into the White
Michelle Williams Violin on Waters Edge
Natasha Ivanovic Violin on Old Cracks

Tracklist

Disc 1
1. A Gift to Afterthought 6.17
2. Water's Edge 7.39
3. Atlas 5.02
4. Into the White 8.19
5. Old Cracks New Earth 6.30
6. Dark Hair Down 6.03
7. Thief 2.09
8. All is quiet by the Wall 8.18
Gesamtlaufzeit50:17


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 1 von 2)


Caligula's Horse aus Brisbane (Australien) wurde 2011 von Jim Grey (Gesang, ex-Arcane) und Sam Vallen (Gitarren) gegründet. In diesem Zusammenhang möchte ich auf meine Versuche hinweisen, den charakteristischen Gesang von Jim Grey auf "Chronicles of the Waking Dream" zu beschreiben. Inzwischen ist sein Gesang etwas weniger eigenwillig, aber immer noch recht charismatisch.

Da fast alle Stücke von Caligula’s Horse auf dem 2013 aktuellen Werk "The Tide, The Thief & River's End" ausschließlich von dem Duo Vallen/Grey geschrieben wurden bleiben Caligula’s Horse bis heute im Grunde wohl das, was sie schon bei der Gründung waren: ein kreatives Duo, das sich mit begleitenden Musikern umgibt. Mein Eindruck von dem Vorgängerwerk Moments From Ephemeral City war, dass die lyrische Welt des Sängers Grey parallel zu den Progmetal-Gitarren von Sam Vallen existierte, ohne wirklich nach Berührungspunkten zu suchen, was an sich auch schon interessant war.

Bei "The Tide, The Thief & River's End" habe ich den Eindruck, dass die beiden Duopartner eher aufeinander zugehen, so dass der Gesang öfters auf die harten Gitarren trifft, oder zusammen mit lyrischen Gitarren an den Artrock von Kollegen wie Frost, Porcupine Tree, oder Marillion mit H erinnert. Darüber hinaus wird immer wieder eine überzeugende Synthese aus Elementen des Artrock und des Progmetal präsentiert. Überraschend viele Minuten des Albums werden dem bombastisch-symphonischen Progmetal mit kämpferisch anmutenden Chorgesängen gewidmet, für die man laut CD-Cover schreiende und singende Stimmen von elf Personen verwendete, darunter auch Stimmen von allen Bandmitgliedern. Dem stehen die melancholischen Stimmungen gegenüber, die sich textlich mit Themen beschäftigen wie der Weltuntergang, sanfte Selbstmordversuche, oder anschwellende Beziehungskonflikte, die mit einem Mord enden.

Das alles zusammen ergibt die originelle Welt von Caligula’s Horse, in der die Kontraste zwischen aggressiven und zurückhaltenden Teilen wahrscheinlich den sehr unterschiedlichen, sich kongenial ergänzenden Persönlichkeiten der beiden Co-Leader entsprechen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 16.11.2013
Letzte Änderung: 16.11.2013
Wertung: 11/15

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Von: Gunnar Claußen @ (Rezension 2 von 2)


"Here and now it ends", was für ein Zitat zum Einstieg in "The Tide, The Thief & River's End", dem Zweitwerk von Caligula's Horse. Ihren Stil haben die Australier eigentlich nicht unbedingt angepasst. Wieder einmal gibt es modernen Progmetal, der klanglich vorwiegend von den technisch orientierten Riffs Sam Vallens, seiner ebenso eigenwilligen Soloarbeit sowie dem ebenso charakteristischen Gesang von Jim Grey geprägt ist. Auch die schon auf dem Debütalbum "Moments From Ephemeral City" zu findenden Einsprengsel aus dem New Artrock sind hier vorhanden, und die eine oder andere Harmonie mag man als Muse-beeinflusst interpretieren.

Trotzdem ergeben sich aus der natürlichen Entwicklung zwischen zwei Alben in der Tat einige Unterschiede. Begann "Moments From Ephemeral City" vor knapp zwei Jahren noch etwas träge und hatte seine überragenden Stärken eindeutig in den hinteren zwei Dritteln, so geht "The Tide, The Thief & River's End" einen überraschend anderen Weg. "An Gift To Afterthought" ist jedenfalls ein spannungs- und abwechslungsreicher Einstand, der gekonnt zwischen Djent-artigen Passagen, gelungenen Instrumentalparts und ruhigeren Abschnitten pendelt. "Water's Edge" fällt hingegen bis zu einem gelungenen Ausbruch am Ende sehr ruhig, basslastig und elegisch aus - eigentlich würde man eine solche Schwelger-Nummer eher als Ruhepause weiter hinten erwarten. Andererseits aber baut dieses ein wenig an den Titeltrack des Ihsahn-Albums "After" erinnernde Stück stellenweise tatsächlich eine eher bedrohliche Stimmung auf, und auch die Rhythmik untermauert den Anspruch, mehr als nur eine Ballade zu sein.

Anschließend aber folgt eine ganze Reihe nennenswert anders gestalteter Stücke: "Atlas" fährt eine Mischung aus echten Devin-Townsend-Arrangements und relaxten New-Artrock-Stimmungen auf, entpuppt sich ansonsten mit seiner Laufzeit aber als griffige, fast schon poppige Rocknummer. Vielleicht ist es ja das, was Bands wie Aeon Zen versucht haben. "Into The White" dagegen geht verhaltener zu Werke: Eine teils nachdenkliche, teils traurige Heavy-Halbballade, die ihre Stimmung glaubhaft vermittelt und vielleicht ein wenig an Opeth (noch dazu mit Flöte im Mittelteil) erinnern mag, insgesamt aber für ihre Laufzeit und für meinen Geschmack doch eher zu wenig Substanz hat. Vielleicht ist das eine kleine Parallele zu "The Death Of Music" von Devin Townsends Ocean-Machine-Album. Dafür machen die letzten zwei Minuten noch mal Laune. Bis hierhin jedenfalls hat sich "The Tide, The Thief & River's End" als leichtfüßiger und sanfter herausgestellt.

Das Instrumental "Old Cracks In New Earth" zieht die Härte dann anfangs wieder an (und bietet zudem Industrial-artige Soundeffekte im Hintergrund), ergeht sich aber in der Mitte in beschaulichem Schönklang als im handfesten Progmetal. Erst das Ende ist wieder spannender geraten, womit das Signal zum Aufbruch tatsächlich etwas verfrüht gegeben wurde. Erst mit "Dark Hair Down" geht es wieder vollends in die metallische Richtung. Trotz mittelschnellen Tempos ist das Riffing ziemlich flink geraten, und zudem macht sich ein ziemlich voller Sound mit sehr prägendem Bass bemerkbar. "All Is Quiet By The Wall" erhält diesen Stil dann aufrecht, natürlich mit ruhigeren, aber umso passenderen Unterbrechungen, und bringt das Album damit zu einem stilvollen Abschluss.

Unterm Strich ist "The Tide, The Thief & River's End" damit zwar immer noch eine gelungene Fortsetzung des Debütalbums, gefällt mir in seiner Gesamtheit jedoch etwas weniger. Einerseits fehlen hier die ganz großen extremen Momente wie damals in "Alone In This World", "Equally Flawed" oder "Calliope's Son", andererseits tritt, gerade im Mittelteil des Albums, eine gewisse mainstream-affine Eingängigkeit an die Stelle solcher vertonter Scheitelpunkte. Dennoch lassen sich erneut die Professionalität von Caligula's Horse und der generell eher unverbrauchte, ziemlich eigenständige Stil loben. Und diesbezüglich könnte dieses Album gar den Vorteil haben, dass sich die Band hier nun nochmals zugänglicher präsentiert, was wiederum ein äußerst vernünftiger Schritt ist. Wünschen wir Caligula's Horse also auch weiterhin das Beste.

Anspieltipp(s): A Gift To Afterthought, Dark Hair Down, Atlas
Vergleichbar mit: Riverside, Opeth, Devin Townsend, Aeon Zen
Veröffentlicht am: 9.2.2014
Letzte Änderung: 1.8.2014
Wertung: 11/15
schwankt so zwischen 9 und 13 Punkten - gut ist es also jederzeit

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Caligula's Horse

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2011 Moments From Ephemeral City 12.00 1
2015 Bloom 12.00 1
2017 In Contact 12.00 1

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