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Il Rumore Bianco

Mediocrazia

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2013
Besonderheiten/Stil: Jazzrock / Fusion; RetroProg
Label: Eigenproduktion
Durchschnittswertung: 11/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Eddy Fiorio Gesang,Synth
Thomas Pessina Tasteninstrumente,Synth,Gesang
Michele Zanotti Gitarren,Tenorsax
Federico Lonardi Gitarren
Alessandro Danzi Bass
Umberto Sartori Schlagzeug

Tracklist

Disc 1
1. Tutto un Sogno (parte 1) 6.12
2. Il Vestito Buono 6.19
3. Il Primo Attore 6.11
4. Tutto un Sogno (parte 2) 9.05
Gesamtlaufzeit27:47


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 1 von 3)


Il Rumore Bianco gibt es seit 2012, aber erst gegen Ende des nachfolgenden Jahres wurden die ca. 20 Minuten Musik fertiggestellt und veröffentlicht, die die erste, "Mediocrazia" genannte EP füllen. Nach mehreren Durchgängen bin ich der Meinung, dass eine EP viel zu kurz ist, wenn die Musik derart vielseitig und kurzweilig ausgefallen ist. So kann es mit dem Retroprog noch lange weitergehen, ohne dass der Hörer von altbekannten Klischees des Genres gelangweilt wird.

"Mediocrazia" bietet nicht nur klassischen, teilweise an die frühen Genesis, oder an Kollegen von Tangent erinnernden Prog, sondern auch die immer wieder auftauchende jazzige Note (Bands wie Deus Ex Machina lassen grüßen), oder gar avantgardistisch angehauchte Pianobeiträge in "Il Vestito Buono". Die völlig ohne Banalitäten, Wiederholungen und andere Hooklines (wer leicht zugängliche Melodien mitsummen möchte, wird hier seine Mühe haben) auskommenden Gesangseinfälle scheinen doch näher dem Jazz, als der Rockmusik zu stehen. Kein Bombast trotz fast allgegenwärtiger Tasteninstrumente, nur sehr dezente symphonische Schwelgereien, kaum märchenhafte Stimmungen, dafür aber Einfälle, die für die Freunde der jazzigen Variante des klassischen Prog gemacht sind.

Nach dem melancholischen Anfang bietet in "Tutto un Sogno (parte 2)" überraschenderweise eine aggressive, unter maßgeblicher Beteiligung von Tenorsax entstandene Steigerung (Van der Graaf Generator könnten da einem glatt in den Sinn kommen), die man Il Rumore Bianco nicht unbedingt zugetraut hätte. Und wenige Minuten danach ist die EP zu Ende. Viel zu schnell, wie ich schon erwähnt habe.

Eine vielversprechende EP wurde da nach meiner Ansicht mit "Mediocrazia" abgeliefert, die neugierig auf mehr von dieser Band macht.

Die EP kann derzeit kostenlos auf der Webseite der Band runtergeladen werden.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: Deus Ex Machina,Tangent,Genesis,Van der Graaf Generator
Veröffentlicht am: 8.12.2013
Letzte Änderung: 8.12.2013
Wertung: 11/15

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Von: Thomas Kohlruß (Rezension 2 von 3)


Die Ehre, das beste Italo-Prog-Album 2013 veröffentlicht zu haben, gebührt wohl Ingranaggi Della Valle mit „In Hoc Signo“. Aber Il Rumore Bianco sind ihnen mit „Mediocrazia“ dicht auf den Fersen. „Mediocrazia“ ist halt leider nur eine EP mit nicht ganz 30 Minuten Spielzeit. Aber wenn die Band das auf Albumlänge durchhalten kann, was sie hier schon mal „im kleinen Format“ präsentiert... wow!

Il Rumore Bianco fußen klar in der Nachfolge des klassischen Italo-Prog, der ja auch oftmals einen Hang zu hardrockigen Passagen hatte, den auch Il Rumore Bianco ausleben. Aber da sind jazzrockige Passagen, gelegentliche fast avantgardistische Ausflüge und geschickte Songaufbauten, die Spannung und Dynamik gleichermaßen spüren lassen. Tolle Musik, die den Hörer wahrlich mitreißt.

Ganz ähnlich wie Kollege Siggy bedaure ich sehr, dass hier „nur“ eine EP mit entsprechend kurzer Spielzeit vorliegt. Aber ich hoffe (gehe eigentlich davon aus), dass die Band baldmöglichst nachlegt. Ein echter Tipp für Freunde des gepflegten Italo-Progs mit ordentlich Dampf im Kessel.

Und noch ein Hinweis: Neben dem tatsächlich kostenlosen Download gibt es das Album auch als limitierte CD-Ausgabe (im Digipak!) für kleines Geld.

Anspieltipp(s): alles... man kann auf der Bandcamp-Seite reinhören
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 22.12.2013
Letzte Änderung: 22.12.2013
Wertung: 11/15

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Von: Gunnar Claußen @ (Rezension 3 von 3)


Dass "Mediocrazia" auf Italienisch "Mittelmäßigkeit" bedeutet, kann sich der englisch-erfahrene Leser noch zusammenreimen, aber beim Namen "Il Rumore Bianco" dieser Band aus Verona führt die Ableitung aus der Weltsprache aufs Eis, denn "Rumore" hat nix mit "Rumour" alias "Gerücht" zu tun, sondern bedeutet natürlich "Geräusch". "Weißes Rauschen" ist also mit dem Bandnamen gemeint. Ob beide Bezeichnungen auf dieser Debüt-EP denn nun passen?

"Tutto Un Sogno (Pt. 1)" jedenfalls eröffnet ziemlich wuchtig. Eine heftige Gitarre und eine urige Orgel stellen im Intro zu etwas nach Lampenfieber klingendem Schlagzeug ein simples Motiv vor, anschließend folgt zu psychedelischeren Begleitung und jazzigem Rhythmus der Gesang. Die Art und Weise, wie dieses Motiv durch den ganzen Song geschleppt wird, erinnert etwas an Gentle Giant ("Free Hand"), allerdings eher in einem Klanggewand zwischen King Crimson, Yes (Mellotron) und Italo-Altvorderen à la Area oder Banco del Mutuo Soccorso. Alleinstellungsmerkmal gegenüber den historischen Vorbildern scheint dabei der extrovertierte Gesang von Eddy Fiorio zu sein, der in dieser Form etwas an The Void's Last Stand oder The Mars Volta erinnert.

Auch "Il Vestito Buono" führt sich gut ein: Das begleitende Rhythmusmotiv teilt sich auf Orgel und Gitarre auf, derweil die sonstige Gestaltung in ruhige Jazzrock-Gefilde deutet. In der Mitte gibt es dann einen hübschen Ausbruch mit einem verträumten und zugleich eher aggressiven Klavier, und zum Ende hin folgt folkig-hymnische Romantik, die etwas an das famose Dream-The-Eletric-Sleep-Debüt denken lässt. Auch "Il Primo Attore" setzt auf ein krummtaktiges Riff, jazzige Akkorde samt Saxofon, den entsprechend mellow (gibt's eine deutsche Entsprechung für dieses Modewort?) klingenden Gitarrensoli und eine flotte und souveräne Rhythmik - alles also ein bisschen wie bei Diagonal.

Das abschließende "Tutto Un Sogno (Pt. 2)" allerdings beginnt als schräg-spärliche Soundskizze ähnlich der jüngeren Steve-Hackett-Soloalben und entwickelt sich eher gemächlich in Richtung einer apokalyptischen, schön angeschrägten Jazz-Halbballade, wenn auch die Referenzen zum ersten Teil eingangs der Platte nicht unbedingt auf der Hand liegen (sofern sie überhaupt vorhanden sind). Auch an ordentlich abgehangen Ausbrüche im schleppenden Tempo, die wie eine Zeitlupenfassung von "Larks' Tongues In Aspic" (die beiden ursprünglichen Teile) wird gedacht. Das entspannte Outro à la "To Be Over" irritiert dann zwar etwas, ist aber ebenfalls gelungen.

Fazit somit: Von Mittelmaß ist auf dieser EP keine Spur, und von weißem Rauschen glücklicherweise auch nicht. Vielmehr liefern Il Rumore Bianco einen gelungenen Einstand, der nach anfänglicher Nervosität schnell an Routine gewinnt und eine schnieke Mischung aus klassischen Jazzprog und Nu-Prog-Zappeligkeit präsentiert. Mal wieder schafft es damit eine italienische Band, auf der Kurzstrecke zu glänzen. Bleibt zu hoffen, dass man anders als The National Orchestra Of The United Kingdom Of Goats diesen Druck auch auf Albenlänge aufrechterhalten kann - es wäre jedenfalls sehr paradox, würde diese Band tatsächlich mal mittelmäßig werden.

Anspieltipp(s): Tutto Un Sogno (Pt. 2), Il Primo Attore
Vergleichbar mit: The Mars Volta, King Crimson, Area, The Void's Last Stand
Veröffentlicht am: 31.1.2014
Letzte Änderung: 30.1.2014
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Il Rumore Bianco

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2016 Antropocene 10.00 2

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