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The Black Noodle Project

Ghosts & Memories

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2013
Besonderheiten/Stil: Neoprog; New Artrock; Postrock; RetroProg
Label: Progressive Promotion Records
Durchschnittswertung: 10.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Jérémie Grima guitar, bass, keys, programming, voices
Sébastien Bourdeix guitar
Fabrice Berger drums

Tracklist

Disc 1
1. The wanderer of lost moments 11:12
2. They live, we sleep 4:00
3. The owls (are not what they seem) 7:12
4. Shades of tomorrow 6:26
5. Voices from yesterday 5:49
6. Ghosts 3:37
7. A purple memory 10:33
Gesamtlaufzeit48:49


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß (Rezension 1 von 2)


Dem französischen The Black Noodle Project – mehr oder weniger eine Veranstaltung von Jérémie Grima mit Begleitmusikern (im aktuellen Fall zwei, waren aber auch schon mal mehr) – geht ein Ruf des Pink Floyd-Klons voraus. Dazu kann ich aber erstmal nichts sagen, da „Ghosts & Memories“ mein erster Kontakt mit der Band ist.

Der Opener „The wanderer of lost moments“ scheint allerdings die Floyd-Klon-These gleich mal souverän über Bord zu kippen. Nach kurzen elektronischen Klängen zum Auftakt erhebt sich ein zorniges postrockiges Gitarrengewitter, welches sich zu einem mächtigen Wall of Sound auftürmt. Und so wogt der Song mit an- und abschwellenden Klangmassen daher, geradezu als wollte er das Genre Doom-Metal-Postrock definieren. Nach diesem düsteren Gewitter schließt ein fast sanftes, elektronisch geprägtes Instrumental an. Ein interessanter Gegensatz, von Pink Floyd noch keine Spur. Auch das folgende „The owls“ erinnert mit seiner Sprechgesang-Passage eher an das legendäre „Mr. X“ von Ultravox, bevor es sich in eine elegische New Artrock-Hymne mit kräftigen Gitarren (okay, mit leicht Gilmour'esken Einschlag) und flächigen Keyboards entwickelt.

Okay, dann wird es endlich floydig mit elegischen Gitarrenparts und eher flachem, aber durchaus eben zur Musik passendem Gesang (eine gewisse Ähnlichkeit mit Roger Waters in höherer Stimmlage). Aber die floydigen Stimmungen werden immer wieder aufgebrochen, teils durch kurze aggressive Gitarrenausbrüche, oder auch mal ganz im Gegenteil durch akustisches Gezupfe. So zieht sich das durch das weitere Album, bis zum großartigen Abschluss „A purple memory“, der noch ein stürmisches New Artrock- / Postrock-Gewitter aufziehen lässt und mit erhabenen Passagen, in denen wiederum Klangwälle auferstehen, nicht spart (und auch wieder mit Waters-Gedächtnis-Gesang). Fast als wollte eine Postrock-Combo „The Wall“ in ihrem ganz eigenen Stil covern.

Mit „Ghosts & Memories“ legen The Black Noodle Project ein durchaus mitreißendes und beeindruckendes Album aus der Ecke des atmosphärisch-elegischen Progressive Rocks vor. Am ehesten mag man sich vielleicht am etwas dünnen Gesang und den durchweg recht schleppenden, relativ geradlinigen Rhythmen stören. Aber, floydige Atmosphäre paart sich mit postrockigen Klangstürmen, das ergibt einen durchaus eigenwilligen Mix.

Anspieltipp(s): The wanderer of lost moments, A purple memory
Vergleichbar mit: einem Mix aus sagen wir Oceansize, Pink Floyd, Riverside und einem Schuss Elektronik
Veröffentlicht am: 26.12.2013
Letzte Änderung: 26.12.2013
Wertung: 10/15

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Von: Marc Colling @ (Rezension 2 von 2)


Wer auf Gute-Laune-Musik steht, der ist hier falsch. Black Noodle Project sind nicht für stimmungsaufhellende Musik bekannt. Natürlich bricht auch mal etwas Lebensmut aus den Kompositionen und es erklingen Akkorde in Dur, so wie auf SHADES OF TOMORROW mit schöner, schwebender Orgel im Hintergrund und einer wunderbaren A-Gitarre. Doch rasch lassen die Gitarren und die programmierten Synthiesounds alles wieder in Trauer und Düsternis versinken.....

So klingt die Musik meist depressiv und beklemmend. Was aber durchaus reizvoll ist, denn sogar in den düstersten Momenten kann man etwas fürs Leben lernen. Und wenn die Schwermut Überhand zu nehmen droht, dann reißt uns Grima mit einer kurzen Gitarrenattacke oder einer erhabenen Gilmour-Gitarre wieder raus aus den dunklen Fluten. Durch die vielen schleppenden instrumentalen Parts klingt die Musik von The Black Noodle Project oft nach großer Filmmusik und könnte als solche auch durchaus verwendet werden.

Der Opener THE WANDERER OF LOST MOMENTS bietet mit seinen Pianolinien zwischen unendlicher Traurigkeit und Melancholie auch heftige Momente, wo die Gitarre kraftvoll rifft und riesige Wall of Sounds aufbaut. Das folgende Instrumental THEY LIVE, WE SLEEP beginnt verhalten aber wesentlich positiver mit seinen blubbernden Synthies, wird später durch die lärmende Gitarre aus seiner Lethargie erweckt. Klingt wie ein Soundtrack für einen „Film Noir“ und geht ohne Unterbrechung über in THE OWLS (ARE NOT WHAT THEY SEEM), einen Höhepunkt des Albums. Beginnt mit düsterem Sprechgesang, dann ertönt ein sanfter Bass mit dezenten Drums, eine elegische Gitarre und dunkle Klavierakkorde. Diese wirken wie tiefe Nebelschleier und der Hörer wird in die Tiefe der Seele des Herrn Grima gerissen. Wer solche Musik schreibt muss einiges erlebt haben.

Das „fröhlichere“ SHADES OF TOMORROW folgt und offenbart uns, dass Grima wirklich schöne Soli auf der Gitarre drauf hat. Nicht hektisch oder brachial, sondern in die Tiefe gehend überzeugt er hier den Hörer. Mit VOICES FROM YESTERDAY verliert die Band dann etwas den Faden, hier kann sich der Song nicht entscheiden, was er eigentlich vermitteln will. Springt zwischen langsamen und leisen Passagen hin zu lauten Riffs, was irgendwie keinen richtigen Sinn ergibt da nichts den Song zusammen hält.

GHOSTS ist mit knapp 3 Minuten kurz und dient mehr als Überleitung zum Schlusstrack, denn als eigenständiges Lied. Schön gemacht mit diesen dichten und atmosphärischen Keys und der wieder elegischen Gitarre, leitet er zu A PURPLE MEMORY über . Hier greift die Band nochmal voll in die Trickkiste. Wenn am Beginn eines Songs bereits so ein tolles Gitarrenlick gespielt wird, dann hast du den Hörer gewonnen und er bleibt aufmerksam. Langsam steigert sich die Härte, macht dann abrupt Platz für den Gesang und wiederum atmosphärisch-dichte Melodiebögen. Grima schafft es auch hier eine traurige Stimmung aufzubauen, die dennoch Hoffnung verströmt. Der überraschende Schluss lässt mich dann aber etwas ratlos zurück. Du denkst eigentlich, dass da noch was kommen müsste, aber es kommt nichts mehr. Wie bei Filmen ohne richtiges Ende. Schade, denn das ärgert mich immer wieder.

Black Noodle Project werden oft mit Pink Floyd und Porcupine Tree verglichen, was auch teilweise stimmt, aber eigentlich überbewertet wird. Sobald eine Band etwas „gelassener und sphärischer“ spielt kommen diese Vergleiche. Mich stört das nicht, denn sie haben genug eigenständiges Profil. In Frankreich sind sie im Progressive Rock sowieso eine anerkannte Band. Dass dies hier nicht so ist, finde ich schade.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 28.1.2017
Letzte Änderung: 28.1.2017
Wertung: 11/15
elegische Trips sind garantiert

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von The Black Noodle Project

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2005 And Life goes on... 10.50 2
2010 Ready To Go 7.00 1
2011 Dark & Early Smiles 8.50 2
2017 Divided We Fall 11.00 1

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