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Syndone

Odysséas

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2014
Besonderheiten/Stil: Konzeptalbum; Jazzrock / Fusion; RetroProg
Label: Fading Records (AltrOck)
Durchschnittswertung: 9.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Nik Comoglio Keyboards
Francesco Pinetti Vibraphon
Riccardo Ruggeri Gesang

Gastmusiker

Marco Minnemann Schlagzeug
John Hackett Flöte
Federico Marchesano Bass
Sara Marisa Chessa Harfe
Pino Russo Akustik-Gitarre, Oud
Beppe Tripodi Violine
Elena Favilla Alt
Claudia Ravetto Cello
Umberto Clerici Cello
Marco Pierobon Trompete
Marco Braito Trompete
Gianlica Scipioni Posaune
Nilo Caracristi Waldhorn
Stefano Ammannati Tuba
Luca Biggio Altsaxophon
Paolo Porta Tenorsaxophon
Gianni Virone Baritonsaxophon
Labirinto String Orchestra

Tracklist

Disc 1
1. Invocazione alla Musa 3:11
2. Il tempo che non ho 5:32
3. Focus 4:24
4. Penelope 4:44
5. Circe 2:31
6. Ade 5:01
7. Poseidon 2:21
8. Nemesis 5:10
9. La grande bouffe 4:52
10. Eros & Thanatos 2:02
11. Vento avverso 3:43
12. Eleutheria 1:47
13. Daimones 4:54
Gesamtlaufzeit50:12


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 1 von 2)


Für sein fünftes Album - das dritte seit der Wiedergründung der Band 2010 - ist das Trio Syndone zum Mailänder AltrOck-Label gewechselt, wo Odysséas im Februar 2014 beim Sublabel Fading Records erschien.

Weitere Alben von Syndone sind mir nicht bekannt, aber wenn ich die Rezensionen der Kollegen zu den beiden Vorgängern lese, scheint Odysséas im wesentlichen deren musikalischen Stil fortzusetzen. Die Inspiration zu diesem Album hat man wieder aus der Literatur geholt, und sowohl Album- als auch Songtitel sagen es natürlich schon: die Odyssee. Bevor jetzt mancher befürchtet, da habe sich eine Band wieder mal an der Umsetzung eines literarischen Werks verhoben: es wird hier keinesfalls das Homerische Epos vertont, die Inspiration ist eher allgemeiner Natur… oder so. Mit den Texten habe ich mich jetzt nicht so beschäftigt. Jedenfalls wird in einem Song auch Mr. Bloom erwähnt (Leopold Bloom, der Protagonist von James Joyce’s „Ulysses“). Die Songtexte sind übrigens auch in englischer Übersetzung abgedruckt (der einleitende Text sogar noch in Französisch und Japanisch!)

Kommen wir aber lieber zur Musik! Das Kerntrio spielt ja in einer einigermaßen ungewöhnlichen Besetzung mit einem Sänger, einem Keyboarder und einem Vibraphonisten. Gerade letzteres ist ein eher ungewöhnliches Instrument im Retro-Prog. Aber auch der Retro-Prog von Syndone ist ungewöhnlich! Dazu später mehr. Die drei Stammmusiker werden noch von einer ganzen Reihe Gäste unterstützt, darunter so renommierte Namen wie Schlagzeuger Marco Minnemann sowie John Hackett an der Flöte (allerdings nur auf einem Song), außerdem Streicher, Blechbläser und drei Saxophonisten. Auch die Gitarre wird von einem Gastmusiker bedient und ist ausschließlich akustischer Art, wie auf der Rückseite des Beihefts noch einmal mit den Worten „No electric guitars!“ unterstrichen wird. Wobei die Gitarre insgesamt keine so große Rolle spielt.

Syndone bieten auf Odysseás eine originelle Mixtur aus Retro-Prog und Jazzrock. Im Zentrum der Musik stehen die analogen Tasteninstrumente von Nik Comoglio (auch Komponist der meisten Stücke). Neben kräftiger Orgel und jubilierenden, gelegentlich auch leicht angeschrägt bis aggressiv trötenden Synthies glänzt er auch mit Einsätzen am Klavier, sei es im lyrischen Penelope, das größtenteils nur mit Klavier und Flöte instrumentiert ist, oder im jazzigen Circe. Gelegentlich bringt er am E-Piano sogar ein paar bluesige Einflüsse in die Musik. Dazu sorgt Vibraphonist Francesco Pinetti für originelle Klangfarben, in Eleutheria agiert er sogar komplett solo. Die Bandbreite der Musik umfasst dynamisch vorwärtspreschende Klänge, symphonischen Bombast, aber auch pastorale Tongemälde, die bisweilen haarscharf an der Kitschgrenze entlang schrammen. Na, ehrlich gesagt, gehen sie auch mal über selbige, das aber auf geschmackvolle Art. Und wenn’s im nächsten Sohn wieder jazzig wird, ist sowieso alles wieder gut.

Veredelt wird diese Mixtur durch den Gesang von Riccardo Ruggieri, der auch die Texte verfasst hat. Von sanftem Flüstern über theatralisches Flehen bis zu kräftiger Reibeisenstimme hat er eine ganze Palette von Emotionen im Programm und trägt entscheidend zum Flair der Musik bei.

Dem italienischen Trio ist mit Odysséas eine originelle Kombination retro-progressiver und jazziger Klänge gelungen, die trotz einiger Reminiszenzen an die große Zeit des Italo-Prog immer wieder eine Brücke zu modernen Klängen schlägt. Empfehlenswert!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 28.2.2014
Letzte Änderung: 24.2.2015
Wertung: 11/15

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Von: Gunnar Claußen @ (Rezension 2 von 2)


Preisfrage: Wenn hier Songtitel auf Italienisch stehen, welche Musik wird es dann sehr wahrscheinlich zu hören geben? Richtig, Italoprog. Auch "Odysseas" von Syndone macht hier kaum eine Ausnahme. Hinzu kommt noch, dass offenbar mal wieder die Homer'sche Odyssee zum Textinhalt genommen wurde, was wohlige Erinnerungen an "Dedalo e Icaro" von Il Cerchio D'Oro weckt. Festzustellen wäre allerdings, dass Syndone - immerhin bei Fading Records / AltrOck aktiv - nur teilweise so retromäßig vorgehen wie die genannten Kollegen, ein paar Sachen seien aber dennoch aufzumerken.

Nämlich wäre das die Tatsache, dass die Geschichte hier üblicherweise in einer Abfolge von Instrumentals und Stücken mit Gesang unterbreitet wird. Dabei fällt auf, dass vor allem zu Anfang die Instrumentals zumeist auf eine relativ harte Jazzrock-Kante setzen. Die Qualität dabei fällt unterschiedlich aus: Das eröffnende "Invocazione alla musa" weiß dabei mit Gamelan-Begleitung und einem ziemlich gezwungen wirkenden Rhythmus gar nicht so sehr zu überzeugen. Ein ähnliches Problem plagt das Orgel-dominierte "Poseidon", dafür entschädigt zuvor "Circe" mit reichlich bunter Klavierarbeit.

Diesen Stücken gegenüber stehen jene mit Gesang, und hier wird gleich mal ein anders ausgerichteter Stil gepflegt. Schon "Il tempo che non ho" als Erstes seiner Art ist dabei regelrecht balladesk und sanft, erinnert somit an von Steve Hackett geprägte Genesis-Stücke wie "Entangled", "Cuckoo Cocoon" oder "Blood On The Rooftops". Ebenso ist "Penelope" eine Klavierballade, was dann entsprechend wie so oft an Queen (oder auch Muse als ihre arriviertesten Epigonen) denken lässt. A propos Queen, sehr viel später plagiiert "Vento avverso" nach eröffnendem Orchesterschmalz den "Millionaire Waltz" regelrecht. Ein wenig härter wäre noch "Focus", das erneut Genesis-Referenzen in Form massiver Keyboard-Akkorde à la "Squonk" zu bieten hat, später jedoch umso jazziger geraten ist.

Natürlich bleibt diese Zweiteilung aus Fusion-Instrumentals und Retroprog-Balladen nicht lange erhalten. In der zweiten Hälfte von "Odysseas" wird beides folgerichtig zur Synthese kombiniert. Das Ergebnis sind dann beispielsweise Stücke wie "Ade", "La Grande Bouffe" oder "Eros & Thanatos", die teils etwas bizarr anmuten, in ihren besten Momenten jedoch formidable Gentle-Giant-Referenzen aufweisen, wird hier doch schräges mit wunderbar harmonischen Anflügen kontrastiert. Umgekehrt gäbe es in dieser Hälfte des Albums dann noch Kuriositäten wie das Vibraphonsolo "Eleftheros" zu nennen, die wiederum aus dem erprobten (?) Raster herausfallen.

Ein weiterer grotesker Punkt von "Odysseas" ist noch die üppige Besetzung, in der das Album eingespielt wurde. Die Vielzahl an Instrumentalisten sorgt nämlich dafür, dass in den Balladen leicht kitschige Orchestrierungen verwendet werden, wohingegen die Musiker in den Jazzrock-Momenten praktisch als Bigband auftreten. Der Auftakt von "Penelope" wiederum fällt dank der verwendeten Oud direkt orientalisch aus - ein weiteres kurioses Unikum auf diesem Album ohne nachhaltige Wirkung. Meines Erachtens ist Syndone somit auf "Odysseas" die Synthese aus Retroprog und Jazzrock nur in Teilen gelungen. Gerade in der ersten Hälfte des Albums fällt der Kontrast aus Fusion-Instrumentals und Romantik-Prog doch etwas zu krass aus, wohingegen die nachfolgende Synthese zwar prinzipiell begrüßenswert ist, jedoch bleibt spätestens hier die Stringenz auf der Strecke. Somit bleibt ein prinzipiell gut gemachtes Album, das jedoch in stilistischer Hinsicht tatsächlich der Irrfahrt des alten Odysseus ähnelt.

Anspieltipp(s): Focus, Circe, Daimones
Vergleichbar mit: Queen, Genesis, Gentle Giant
Veröffentlicht am: 16.1.2015
Letzte Änderung: 16.1.2015
Wertung: 8/15
Eigentlich ja besser, aber irgendwie doch zu durcheinander

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Syndone

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2010 Melapesante 10.00 2
2012 La Bella è la Bestia 11.00 1
2016 Eros & Thanatos 10.50 2
2018 Mysoginia 10.00 1

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