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Sonar

Static Motion

(Tipp des Monats 4/2014)
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2014
Besonderheiten/Stil: instrumental; Mathrock; RIO / Avant
Label: Cuneiform
Durchschnittswertung: 12/15 (1 Rezension)

Besetzung

Bernhard Wagner Gitarre
Stephan Thelen Gitarre
Christian Kuntner Bass
Manuel Pasquinelli Schlagzeug

Tracklist

Disc 1
1. Static Motion 8:03
2. Twofold Covering 7:51
3. Landslide 5:00
4. Shadow Play 8:06
5. Triptych 9:39
6. Continuum 8:37
7. Tranceportation 5:53
8. Zero Tolerance 4:36
9. Vertical Time 12:09
Gesamtlaufzeit69:54


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @


Mit seinem zweiten Album ist das Schweizer Quartett Sonar beim renommierten Cuneiform-Label gelandet. Nun kenne ich den Vorgänger nicht, aber was Kollege Fede dazu schreibt, lässt darauf schließen, dass die Musik auf Static Motion recht ähnlich ausgefallen ist.

Wie dem ausführlichen Beiheft zu entnehmen ist, wurden die Kompositionen zunächst bei Konzerten erprobt und bekamen nach und nach den Feinschliff verpasst, bis sich das Quartett schließlich in ein Studio in Norwegen zurückzog, um sie dort endgültig einzuspielen. Bei den Kompositionen, die alle von Gitarrist Stephan Thelen stammen, folgte man zwei Hauptprinzipien: die konventionelle Dur-Moll-Harmonik wurde zugunsten einer auf dem Tritonus basierenden Harmonik vermieden, ebenso wurden anstelle des üblichen 4/4-Takts polyrhythmische und isorhythmische Strukturen verwendet.

Entsprechend ist die Musik der Schweizer recht komplex, voller rhythmischer Vertracktheiten, folgt dabei aber einem minimalistischen Prinzip, das man auch als „Reduktion auf das Wesentliche“ bezeichnen könnte. Reduktion auf das Wesentliche des Prog, also rhythmisch und harmonisch komplexen Aufbau der Musik (das definiere ich hier einfach mal als das Wesentliche des Prog). Hier werden keine wilden Frickelorgien abgezogen, die Musik wirkt eher unterkühlt, diszipliniert, hat geradezu etwas Introvertiertes. Es werden praktisch keine Effekte benutzt, die Gitarren werden stets „clean“ gespielt, und auch die Dynamik ist meist zurückhaltend, so dass man sich voll auf die komplex verschlungenen und verwobenen Linien konzentrieren kann. Und auch konzentrieren muss, denn zum beiläufigen Hören ist das nichts, da liefe man Gefahr, die vielen Feinheiten dieser Musik zu überhören. Der Albumtitel ist dabei passend gewählt, denn der minimalistische Ansatz verleiht der Musik einerseits oft einen statischen Charakter, andererseits ist sie doch ständig in Bewegung.

Wie auf dem Vorgänger sind es wieder neun Stücke; diese sind in drei Gruppen zu je drei Stücken zusammengefasst, wobei das zentrale Stück Triptych wiederum aus drei Teilen besteht. Es finden sich auf dem Album weitere Symmetrien, so sind das erste und das letzte Stück von ähnlichem Aufbau. Das Beiheft liefert dazu weitere Informationen.

Als musikalischer Vergleich käme am ehesten King Crimson der 80er, speziell Discipline, in Frage, aber letzten Endes bewohnen Sonar ihren ganz eigenen Klangkosmos. Faszinierende Musik, die zeigt, dass Komplexität nicht unbedingt in Form von Lärmorgien daher kommen muss. Wobei ich auch nichts gegen Lärmorgien habe!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 15.3.2014
Letzte Änderung: 5.5.2014
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Sonar

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2012 A Flaw Of Nature 12.00 1
2015 Black Light 11.33 3

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