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Glass Hammer

Ode To Echo

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2014
Besonderheiten/Stil: RetroProg
Label: Arion Records / Sound Resources
Durchschnittswertung: 11/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Fred Schendel keyboards, guitar, backing vocals
Steve Babb bass, keyboards, backing vocals
Kamran Alan Shikoh electric & acoustic guitars, classical guitar, electric sitar
Aaron Raulston drums
Carl Groves lead vocals
Jon Davison lead & backing vocals
Susie Bogdanowicz lead & backing vocals

Gastmusiker

Walter Moore vocals
Michelle Young vocals
Randy Jackson lead guitar & backing vocals ("Crowbone")
Rob Reed piano, mini-moog solo ("Misantrog")
David Ragsdale violin ("Crowbone")

Tracklist

Disc 1
1. Garden Of Hedon 7:00
2. Misantrog 10:04
3. Crowbone 7:26
4. I Am I 8:18
5. The Grey Hills 4:49
6. Porpoise Song 3:41
7. Panegyrig 4:15
8. Ozymandias 8:17
Gesamtlaufzeit53:50


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß (Rezension 1 von 2)


Glass Hammer sind nun schon über 20 Jahre aktiv und dürfen so zurecht inzwischen als Urgesteine des amerikanischen Progressive Rock gelten. In dieser langen Zeit haben sie in schöner Regelmäßigkeit Alben – durchaus sehr unterschiedlicher Qualität – veröffentlicht. So erscheint mit „Ode To Echo“ 2014 das 16. Studioalbum (oder das 15., je nachdem wie man „Live and Revived“ bewertet).

Neben dem Kern-Duo Steve Babb und Fred Schendel agieren die Musiker der letzten Alben, es gibt allerdings einen neuen Drummer. Carl Groves (Salem Hill), der schon in der Vergangenheit immer mal wieder am Gesang ausgeholfen hat, ist zurück und teilt sich die Mikroaktivitäten mit Yes-Sänger Jon Davison. Dazu kommen noch Gäste wie unter anderem Walter Moore, eigentlich auch ein Glass Hammer-Urmitglied, Magentas Rob Reed oder Ex-Kansas-Violinist David Ragsdale.

Schon mit dem Vorgänger „Perilous“ haben sich Glass Hammer glücklicherweise wieder etwas vom Yes-Klon-Sound der Alben „IF“ und „Cor Cordium“ entfernt. „Ode To Echo“ setzt diesen Weg fort und weist gar ein paar Experimente (zumindest für Glass Hammer-Verhältnisse) auf. So gerät gleich der Opener „Garden Of Hedon“ erstaunlich dynamisch und vor allem ordentlich jazz-rockig. Bislang nicht gehörte Klänge und Strukturen im Glass Hammer-Universum. Allerdings schwenkt das Album dann gleich mit dem folgenden „Misantrog“ wieder in eher gewohnte Gefilde. Ab jetzt gibt es Glass Hammer-Retroprog mit Georgel und flirrenden Synthies, flotter, aber nicht besonders dominanter Gitarre, rumpelnden und scharrendem Bassspiel und moderat vertracktem Drumming. Immer wieder klingen Versatzstücke nach den großen Bands der 70er, mal ist es ein Stück Genesis, mal Yes und natürlich immer wieder ELP. Sozusagen barocker Retroprog in all seinem Prunk und seiner leicht aus der Zeit gefallenen Attitüde.

Für Überraschungen sorgen jetzt am ehesten noch die Gäste. Rob Reed tobt sich in „Misantrog“ mit einem netten Moog-Solo aus, David Ragsdale und Randy Jackson (von Zebra) kapern „Crowbone“. „Crowbone“ mit seinen hinreißenden Violineneinlagen und einem richtiggehend hardrockigen Gitarrenpart (vermutlich der Beitrag von Randy Jackson, der hier als Lead-Gitarrist gelistet ist) ist ohnehin ein Höhepunkt der Albums. Einen weiteren Höhepunkt setzt dann Suzie Bogdanowicz mit ihrem intensiven Gesang bei „I Am I“. Der Rest ist Glass Hammer as usual auf gutem Niveau, durchaus den Meisterwerken „Chronometree“ und „Lex Rex“ vergleichbar. Der wechselnde Lead-Gesang und die wie immer gelungenen Chöre runden das Klangerlebnis positiv ab.

In einem Print-Magazin habe ich gelesen, das wäre „ein klasse Neustart“. Eigentlich nicht, Glass Hammer besinnen sich eher wieder auf alte Stärken (und vermeiden ganz seltsame Experimente a la „Three Cheers...“). Mit „Ode To Echo“ legen Glass Hammer ein gutes Album vor, welches die Fans begeistern und Genre-Freunde durchaus erfreuen sollte. Da sind Steve Babb, Fred Schendel und Co. auf einem guten Weg.

Anspieltipp(s): Garden Of Hedon, Crowbone, Ozymandias
Vergleichbar mit: sich selbst
Veröffentlicht am: 30.3.2014
Letzte Änderung: 30.3.2014
Wertung: 11/15

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Von: Gunnar Claußen @ (Rezension 2 von 2)


Kurioserweise gab es 2013 gar kein Album aus dem Hause Glass Hammer - nachdem von 2009 bis 2012 jeweils jedes Jahr eine Platte veröffentlicht wurde, mutet es fast schon wie eine Ermüdungserscheinung an, dass "Ode To Echo" jetzt erst anderthalb Jahre nach dem überzeugenden Konzeptwerk "Perilous", äh, erscheint. An der Solidität der Glass-Hammer-Karriere ändert sich unterdessen natürlich wenig, wenngleich sich die Akzente mal wieder etwas verschoben haben. Mit Yes-Vergleichen müssen die Amis also weiterhin auskommen, trotzdem hat "Ode To Echo" einige interessante Punkte, die hier auch jene Retroprog-Fans aufhorchen lassen könnten, die stets die etwas spektakulärere Schule bevorzugen.

Nach dem eher düster-sakralen "Perilous" jedenfalls sind zahlreiche groovige Rhythmen, die mit knackigem Bass (mehr Geddy Lee als Chris Squire) und jazzigem E-Piano bestritten werden, eine bemerkenswerte Neuerung. Auch einige dissonante Breaks streuen Fred Schendel & Co. immer wieder ein, was neben dem bekannten Wohlklang einige interessante Reibungen schafft. Die zugehörigen Arrangements hat man ebenfalls entschlackt, sodass "Ode To Echo" im ironischen Kontrast zum barock-opulenten Cover keineswegs nach saturiertem Bombast-Retroprog à la The Watch (aktuelles Beispiel) tönt, sondern vielmehr rein klanglich schon mehr die Schule von Rush oder King's X bedient und auch den einen oder anderen Gentle-Giant-Part auf Lager hat (höre etwa den Anfang von "Ozymandias"). Dem gegenüber steht freilich die nach wie vor präsente Tendenz zu klassischen Yes-Melodien und harmonischem Wohlklang, letzteres insbesondere immer wieder von Gesang und Akustikgitarre.

In diesem Spannungsfeld gelingen dann auch in der Tat einige durchdachte Nummern, so beispielsweise "Misantrog", das fast wie die Jazz-Version von Wobblers "In Orbit" wirkt, oder "The Grey Hills", das einen wunderbaren Spagat zwischen Retroprog und spartanischen Jazz-Anleihen schafft. Zudem ist es geradezu humorvoll, wenn in "I Am I" ("Mia san mia"?) auf ein Slayer-Gedächtnis-Intro ("Hell Awaits") glockenheller Yes-Gesang folgt. Auf der Gegenseite allerdings sind Nummern, denen die kantige Komponente abgeht, doch viel zu zuckrig geraten. So bleibt etwa "Crowbone" trotz nichttrivialer Rhythmik, gelungenem Violinenspiel von David Ragsdale und einigen schicken Tasten-Einsätzen bis auf einen düster-schweren Ausbruch in der Mitte stets einer gewissen Beschaulichkeit verhaftet. Auch "Porpoise Song" (erinnert an die letzten Big-Big-Train-Alben) ist in dieser Hinsicht verzichtbar.

Zum Abschluss allerdings schaffen Glass Hammer mit "Ozymandias" dann noch ein Stück, das seine anfänglichen Schwächen (Parts mit zu simpler Begleitung) sehr überzeugend durch eine ausgefeilte Struktur und geschickt eingeschobene Polyphonie-Parts zu überspielen vermag. Unterm Strich stellt sich "Ode To Echo" damit als durchwegs überzeugendes Album mit kleineren Schwächen dar, mit dem Glass Hammer eine graduelle, aber interessante Kurskorrektur vornehmen. Das ist zwar keine Revolution, aber eine unerwartete Steigerung nach "Perilous", und insofern hat sich die, ähem, Wartezeit tatsächlich gelohnt.

Anspieltipp(s): Ozymandias, Misantrog, The Grey Hills
Vergleichbar mit: Yes-Melodien und Rush-Rhythmik
Veröffentlicht am: 9.5.2014
Letzte Änderung: 12.10.2015
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Glass Hammer

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1993 Journey of the Dunadan 5.00 2
1995 Perelandra 7.67 3
1997 Live And Revived 5.50 2
1998 On To Evermore - The Story Of Ariana And The Sculptor 8.33 3
2000 Chronometree 12.00 4
2001 The Middle Earth Album - 3
2002 Lex Rex 11.67 3
2004 Lex Live (DVD) 7.00 1
2004 Live at NEARfest 11.75 4
2004 Shadowlands 9.75 4
2005 The Inconsolable Secret 8.50 4
2006 Live At Belmont (DVD) 7.00 2
2007 The Compilations 1996 - 2004 10.50 2
2007 Culture of Ascent 8.80 5
2008 Live At The Tivoli (DVD) 8.00 1
2009 Three Cheers For The Broken Hearted 4.00 2
2010 IF 8.33 6
2011 Cor Cordium 7.67 3
2012 Perilous 10.50 2
2015 The Breaking Of The World 11.50 2
2015 Double Live 10.00 1
2016 Valkyrie 10.50 2
2017 Untold Tales 12.00 1

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