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Anathema

Distant Satellites

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2014
Besonderheiten/Stil: Elektronische Musik; New Artrock
Label: Kscope
Durchschnittswertung: 10.4/15 (5 Rezensionen)

Besetzung

Vincent Cavanagh Lead Vocals, Guitars, Programming
Daniel Cavanagh Guitars, Bass-Guitars, Keyboards, Piano
John Douglas E-Drums, Keyboards
Daniel Cardoso Drums
Lee Douglas Vocals

Gastmusiker

Christer-André Cederberg Bass

Tracklist

Disc 1
1. The Lost Song Part 1 5:54
2. The Lost Song Part 2 5:48
3. Dusk (Dark is Descending) 6:00
4. Ariel 6:29
5. The Lost Song Part 3 5:22
6. Anathema 6:41
7. You're Not Alone 3:27
8. Firelight 2:43
9. Distant Satellites 8:18
10. Take Shelter 6:07
Gesamtlaufzeit56:49


Rezensionen


Von: Michael Hirle @ (Rezension 1 von 5)


Anathema schreiben in Pärchen: "Serenades" und "Pentecost III", "The Silent Enigma" und "Eternity", "Alternative 4" und "Judgement", "A Fine Day To Exit" und "A Natural Desaster", We're Here Because We're Here" und "Weather Systems". Der jeweils Zweite führt seinen Vorgänger zur musikalischen Reife und gibt zugleich einen Impuls für den Nachfolger. Ursache und Wirkung, Weather Systems? Karma Systems...

Nun müsste "Distant Satellites" also wieder der Erste eines Pärchens sein. Und, ja, musikalisch ist "Distant Satellites" wieder einen Schritt weiter als sein Vorgänger. Das stille Versprechen wird auch eingelöst: das Eröffnungsduo "The Lost Song Part 1" und The Lost Song Part 2" stehen noch ganz im Lichte von "Untouchable Part 1" und "Untouchable Part 2". Rhythmisch und atmosphärisch ähnlich, aber zwingender. Mehr Piano als Stahlsaite. Überhaupt gilt dem Tasteninstrument die größere Aufmerksamkeit. Song 1 bis 7 kommen nicht ohne aus. Ebenso viel Raum lässt man jetzt Lee Douglas, deren wunderbare Stimme nun fester Bestandteil der durchwegs melancholischen aber nie hoffnungslosen Songs ist. Gab es auf dem Vorgänger-Pärchen immer mal wieder einen Durchhänger, trifft nun jede Nummer ins herbstliche Herz.

"Distant Satellites" nahm also gekonnt den Faden seiner Vorgänger auf und führt ihn ohne Umwege auf deren Gipfel. Und von dort blickt man nun auf die Songs 8 bis 10, die bereits in die Zukunft reichen und zeigen wohin die Band als nächstes ihre Flügel ausbreiten wird. Die tiefen Doomtäler liegen weit unter uns, auch wenn "Anathema (Lied Nummer 6)" nochmal die Frühwerke zitiert, sie aber rotschimmernd statt tiefschwarz ins Jetzt transzendiert..."how could you climb a mountain to kill a god...".

Mit "Firelight", dem Titelsong und dem abschließenden "Take Shelter" sind Anathema dort, wo Coldplay und Blackfield gerne sein möchten: über den Dingen und gleichzeitig tief darin eingesenkt. Anathema erheben sich über ihre frühen dunklen Täler, verdrängen sie nicht, sondern ziehen aus ihnen die Essenz und wandeln sie in etwas gehaltvolleres, beständiges, zeitloses. Elektronisch, hypnotisch, (the Gathering waren mit "How To Measure A Planet?" an demselben Platz, Archive haben es sich dort schon seit Jahren gemütlich gemacht) anders und doch durch und durch Anathema. Das Neue ist nicht dick aufgetragen und zugesülzt sondern in klaren, zarten Linien gezeichnet. Im wahrsten Sinne Art-Rock und nicht Kitsch-Rock. Und dass sich die Liverpooler wieder für Christer-André Cederberg (ehem. Grenzgänger mit In the Woods) und nicht für Steven Wilson (der für den Mix verantwortlich war) als Produzenten entschieden haben, kann nur als Glücksfall gelten.

Anspieltipp(s): The Lost Song Part I - III
Vergleichbar mit: Sylvan, Archive und in den Klavierparts Jan Tiersen
Veröffentlicht am: 27.6.2014
Letzte Änderung: 27.6.2014
Wertung: 13/15

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Von: Sebastian Hauck @ (Rezension 2 von 5)


'Distant Satellites' knüpft zunächst nahtlos an den Vorgänger 'Weather Systems' an, mit ähnlichen Harmonien, ähnlicher Stimmung, und einem Mehrteiler, der diesmal dreigeteilt ist. Auffallend ist jedoch schon im eröffnenden 'The Lost Song - Part 1', dass die Drums einen wichtigeren, treibenden Anteil an der Musik haben. Es gibt immer wieder viele ruhige Passagen, mit Streicherteppichen hinter verspielt-träumerischen Klaviermelodien, die sich um die weiche Stimme von Sängerin Lee Douglas schmeicheln, wie im zweiten Teil der 'Lost Song'-Trilogie, oder dem verzaubernden 'Ariel'. Der erste Teil des Albums hat wenig Überraschendes zu bieten, der Weg, den die Band mit den vorangegangenen Alben eingeschlagen hat, wird weiterverfolgt. Melancholische Melodien und drängende Gitarren vermischen sich zu eingängigen und energiegeladenen Songs voller Schmerz und Sehnsucht, aber auch Zuversicht. Immer mehr Dur-Akkorde streuen sich in die fast schon poppigen Balladen ein, und das Arragement aus Streichern, Klavier, Gitarren und den drei sich perfekt in dieses Klangbett einfügenden Gesangsstimmen bringen Anathema auf diesem Album nahezu zur Perfektion.

Man findet also viel Altbekanntes auf diesem Album, was aber auf einem solchen Qualitätslevel nicht als Negativ empfunden wird. Es gibt aber auch einiges Neues. Computergestützte Drums kannte man bisher nicht von Anathema, zusammen mit der treibenden Gitarre gibt es aber eine spannende Mischung in 'You Are Not Alone', dem kürzesten Song des Albums. Die elektronischen Spielereien setzen sich fort. 'Firelight' gibt mit atmosphärischen Orgelklängen den Opener für den Titelsong des Albums. Hier findet man groovige Computerdrums, Synthie-Klangwellen sowie Gesang und Piano mit sehr viel Hall, passend zum Titel des Songs. Und mit dem abschließenden 'Take Shelter' ist das Album, und mit ihm der Hörer, entgültig in der Schwerelosigkeit angekommen.

Um beim Fazit im Bild zu bleiben: Anathema haben sich in den letzten Jahren aus den Tiefen düsterer Doom-Täler nicht nur an die Oberfläche melancholischen proglastigen Rocks gespielt, sondern sind bereits mit dem Vorgänger-Album 'Weather Systems' durch alle Schichten der Stratosphäre geschwebt, und haben nun mit dem Meisterwerk 'Distant Satellites' jegliche Umlaufbahn verlassen und gleiten nun neuen Klangwelten entgegen. Sie überschreiten Genre-Grenzen, entdecken neue Wege und bleiben sich dennoch treu und schaffen so ihren eigenen unvergleichlichen Sound. Ein großartiges Album von einer großartigen Band, die ich mich jetzt schon freue live sehen zu dürfen.

Anspieltipp(s): 'Take Shelter', 'Anathema'
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 15.7.2014
Letzte Änderung: 15.7.2014
Wertung: 14/15

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Von: Piotre Walter @ (Rezension 3 von 5)


Sorry - ich kann den Hype um „Distant Satellites“ nicht so ganz teilen. Das Album berührt mich wenig. „Distant Satellites“ ist ganz gut gemachter Pop-Rock oder meinetwegen New Art Rock. Ein paar Geigen machen noch keinen symphonischen Prog und ein paar Drumloops noch keine elektronischen Experimente. Von progressiver Musik zu sprechen, halte ich für verwegen.

Ich finde Anathema wiederholen sich auf den letzten Alben doch sehr. Schrieb Henning in seiner Rezension zum Album „We're here because we're here“ noch: „Anathema ist eine Band, die ein Album herausbringen kann, ohne dass wir sicher sein können, was für Musik wir zu hören bekommen werden.“ Hat sich dies doch eher ins Gegenteil verkehrt. „Distant Satellites“ klingt sehr nach einem zu durchkalkulierten New Art Rock-Album. Ähnlich wie bei Kollege „Steven Wilson“ bleibt bei der geballten Routine die Seele, das Echte auf der Strecke. Vorbei die Tage von „Fine Day to Exit“ in welchem mich noch fast jeder Song emotional abgeholt hat. Das klang echt, ursprünglich, direkt.

Nicht das Anathema je warme, herzliche Musik gemacht hätten. Aber das neue Album ist unterkühlt, stellenweise kitschig, (siehe „The Lost Song, Part 2) und manchmal gar langatmig (Firelight / Lost Song Part 3). Woran liegt's? Zu viel Geigen, zu viel Blubber-Elektronik und vielleicht zu viel Frauengesang? Auf jeden Fall zu viel Kalkül. Der Titeltrack ist schlicht und ergreifend 8 Minuten Langeweile. „Das ist kalter Kaffee“ soll Syd Barrett während eines Besuchs seiner Kollegen bei den Aufnahmen zum Album „Wish you were here“ gesagt haben. Auch wenn dies nur eine dieser höchst unwahrscheinlichen Geschichten ist, die so unter Proggies kursieren, geht es mir mit „Distant Satellites“ ein wenig so.

Ich liebe Kaffee, trinke ihn sogar manchmal kalt. Aber ehrlich gesagt, freue ich mich viel mehr über einen frischen, heißen Café o lait! Das es auch anders geht, zeigen die drei Lichtblicke: „Ariel“, „Anathema“ und „You're not alone“. Aber 3 von 10 sind mir doch zu wenig...

Anspieltipp(s): Ariel, Anathema, You're not alone
Vergleichbar mit: letzte 3 Alben
Veröffentlicht am: 16.7.2014
Letzte Änderung: 15.7.2014
Wertung: 8/15

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Von: Christian Rode @ (Rezension 4 von 5)


Anathema ist eine Band, die ich nach einer zufälligen Begegnung im Vorprogramm von Porcupine Tree Mitte der 00er Jahre aus den Augen verloren habe. Einfach weil ich fand, dass der Sound der Band zum damaligen Zeitpunkt langweilig geworden war. Aber Anathema traten nicht auf der Stelle, sondern entwickelten sich in den letzten Jahren weiter. Und nachdem ich jetzt gelesen hatte, dass eine Entwicklung Richtung Archive zu konstatieren sei, musste ich den Ex-Death-Metallern doch wieder eine Chance geben.

Zurecht! Vor allem in der zweiten Hälfte der CD versteht es die Band, elektronische Beats mit zerdehnten, melancholischen Melodien zu verknüpfen. Das kurze „You're not alone“ geht noch einen Schritt weiter: Electro-Noise. konterkariert von der folgenden Lautmalerei an der Orgel „Firelight“, die aber eher als Intro zum fett groovenden, treibenden Titelsong dient. Die ersten beiden Teile vom Dreiteiler „The Lost Song“ hingegen überzeugen mich am wenigsten. „Part 1“, ein flotter Indie-Rocker, ist mir zu langwierig und monoton, während der von Lee Douglas gesungene „Part 2“ mehr konventioneller Soul-Rock a la Shirley Bassey ist. Auch „Ariel“ ist mir zu dick aufgetragen und schwülstig. Hier weht noch der Geist der vorangegangen Alben. Aber bereits mit „Dusk“ steigert sich die Band merklich und findet eine konzeptionelle Form, die Electropop mit einigem Tiefgang und ein wenig Freude am musikalischen Experiment bietet. Ein echter Höhepunkt von Songs dieser Machart ist auch das abschließende „Take Shelter“.

Auf Distant Satellites entfalten Anathema neben einigem alten Schwulst doch auch eine Menge morbider Atmosphäre, die zwar nicht „klassische“ New Artrocker ansprechen dürfte, wohl aber Freunde der getragenen bis druckvollen elektronischen Variante. Mich jedenfalls konnten Anathema mit dieser neuen Wendung zu mehr Schlichtheit und Klarheit der Form wieder als Hörer gewinnen.

Anspieltipp(s): The Lost Song Pt. 3, Take Shelter
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 22.7.2014
Letzte Änderung: 27.7.2014
Wertung: 10/15

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Von: Marc Colling @ (Rezension 5 von 5)


Das bislang letzte Studiowerk von Anathema hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck. Einerseits klingt die Band wie immer, andererseits versucht sie zum Schluss eine Veränderung. Ehrlich gesagt überzeugt mich der erste Teil nicht, der zweite und etwas experimentellere Teil ist dann aber besser.

Die ersten Songs klingen wie gehabt. THE LOST SONG PART 1 besitzt die bekannten treibenden Drums, ist monoton mit immer wiederkehrenden Motiven auf dem Klavier. Auch PART 2 überzeugt nicht ganz. Sogar die schöne Stimme von Lee Douglas' kann den Song nicht retten. Die zu dick aufgetragenen Streicher ersticken alles mit einem undurchdringlichen Zuckerguss.

Und es wird nicht besser. DUSK hat wieder treibende Drums, steigert langsam seine Lautstärke und wirkt auf Dauer langatmig. Auch ARIEL ist kein Highlight, wird aber durch Lee Douglas noch etwas aufpoliert.

PART 3 ist ebenfalls langatmig und wiederholt sich. Das fängt an zu nerven. Dies ist jetzt der 5. Song des Albums und noch jeder folgte demselben Muster. Langsamer Beginn, aufschwellende Lautstärke bis zum Exzess. Die Songs bestehen aus nur wenigen Noten, werden unendlich wiederholt.

Der Song ANATHEMA plätschert auch planlos dahin und löst keine Begeisterungsstürme aus. Man hat immer wieder den Eindruck alles schon mal gehört zu haben. In der Tat erschließt sich auch mir der Unterschied zum vorigen Album "Weather Systems" und diesem hier nicht. Alle bisher gehörten Songs hätten problemlos auch auf dem Vorgänger Platz gefunden.

Doch mit YOU'RE NOT ALONE kommt was Neues. Viel Elektronik, kräftige Gitarrenriffs und die Streicher raus. Da kommt endlich mal Leben in die Bude.

Und das kurze mit Orgel unterlegte FIRELIGHT gilt als Wegbereiter zum ebenfalls elektronischen Titelstück DISTANT SATELLITES. Hohes Niveau jetzt, man hört endlich mal eine Entwicklung. Schöner und sphärischer Aufbau, Tempowechsel und ohne unendliches Aufbauen von Sounds garantieren Spannung bis zum Schluss.

Zum Abschluss noch das gelungene TAKE SHELTER. E-Drums, sphärisch, gute Loops, schöne Atmosphäre.

Ich will "Distant satellites" nicht in die Tonne treten, aber bis zum 7. Lied passiert nicht viel.....immer dieselben Klangmuster wie auf den letzten Alben, viele (zuviele) Streicher und arm an Ideen. Jede Songstruktur wird ausgewalzt bis das Ganze im Pathos versinkt.

Die letzten Songs zeigen dann, wie es in Zukunft funktionieren könnte: modern, zielorientiert, schnell zum Hauptthema kommend. Also das genaue Gegenteil der ersten Songs. Dabei haben sie (vielleicht weil sie das selbe Label haben, KScope) bei Bruce Soord (Chef von Pineapple Thief) aber Unterricht genommen, was den Einsatz der Elektronik betrifft. Wer das nicht glaubt, soll sich bitte mal "Wisdom Crowds" von Bruce Soord & Jonas Renkse anhören.

Vielleicht werden die alten Fans mit den letzten elektronischen Songs nichts anfangen können. Für mich sind sie der Lichtblick, dass es nächstes Mal wieder zu mehr reicht.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 25.6.2016
Letzte Änderung: 9.6.2017
Wertung: 7/15
X-tes Sequel der Erfolgsmasche. So langsam reichts

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Anathema

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1995 The Silent Enigma 12.00 1
1996 Eternity 12.00 1
1998 Alternative 4 10.50 2
1999 Judgement 9.50 2
2001 A fine day to exit 12.50 2
2003 A natural disaster 9.00 3
2006 A moment in time (DVD) 10.00 2
2008 Hindsight 10.00 1
2010 We're here because we're here 8.67 3
2011 Falling Deeper 7.00 1
2012 Weather Systems 9.67 3
2013 Universal 10.00 1
2017 The Optimist 7.67 3

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