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Amplifier

Mystoria

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2014
Besonderheiten/Stil: Independent / Alternative; New Artrock
Label: Superball Music
Durchschnittswertung: 11.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Sel Balamir guitar, singing
Matt Brobin drums
Steve Durose guitar
Alex Redhead bass

Tracklist

Disc 1
1. Magic Carpet 3:41
2. Black Rainbow 3:20
3. Named after Rocky 5:02
4. Cat's Cradle 5:03
5. Bride 3:57
6. Open up 6:16
7. Meld (Summer of Love)   (extended version only) 5:41
8. OMG 6:27
9. The Meaning of If 2:56
10. Darth Vader   (extended version only) 6:39
11. Crystal Mountain 4:29
12. Crystal Anthem 4:15
Gesamtlaufzeit57:46


Rezensionen


Von: Christian Rode @ (Rezension 1 von 2)


„Ding Dong, Ding Dong, wer steht da vor der Tür? Vielleicht ist es der Weihnachtsmann und bringt Geschenke mir?“ Nein, es sind - wie im Booklet zu sehen - die argwöhnisch beäugten jungen Herren von Amplifier in weißen Anzügen und mit einem Strauß Blumen in den Farben Kärntens in den Händen. Tatsächlich bringen sie aber das langerwartete Album „Mystoria“.

Mit „Mystoria“ geht es eindeutig „back to the roots“. Während „The Octopus“ mit seinen ausgetüftelten Arrangements das Herz des Proggies höher schlagen ließ und „Echo Street“ durch seine atmosphärische Gelassenheit gefiel, lassen es Amplifier auf „Mystoria“ wieder ordentlich krachen wie zu Zeiten ihres Debuts. Zu differenzierten Rhythmen werden da stonerharte Riffs rausgehauen, die wunderschön mit Ohrwurm-Melodien kontrastieren. Es ist allerdings mehr knackiger (Indie-) Rock als Prog zu hören, aber der artrockige Anteil ist längst nicht verloren gegangen. Er zeigt sich im nach wie vor auch für Proggies attraktiven Klangbild der Band und der noch nicht erloschenen Liebe zu kunstvoll konstruierten Songs, die aber immer absolut zweckdienlich aufgebaut sind.

In die gleiche Kerbe wie der kraftstrotzende, instrumentale Opener „Magic Carpet“ schlagen stark rifflastig die meisten Stücke. Ein bisschen denkt man hier und da vielleicht auch an die guten alten Soundgarden. Immer wieder tauchen aber auch ganz andere Bezüge auf. „Cat's Cradle“ etwa lässt mich in seiner hüpfenden Unbekümmerheit und harmonischen Melodieseligkeit an die frühen Franz Ferdinand denken. „Bride“ hingegen geht fast schon ins Psychedelisch-Artpoppige, aber immer mit einer ordentlichen Portion Schwung. Bei den „Longtracks“ des Albums („Open up“ & „OMG“) gewinnt ein cooler New Artrock-Aspekt oberhand. Und mit „Crystal Mountain“ schieben die Jungs dann auch auf einer warmen Basslinie ruhend tatsächlich mal eine ruhige Nummer. Auch schön.

Insgesamt ist es die Frische und Unverbrauchtheit, die auf „Mystoria“ begeistert. In einem Interview äußerte Sel Balamir, dass bei Amplifier immer ein Kampf zwischen den Stooges und Pink Floyd abläuft und derzeit die Stooges etwas dominieren. Amplifier bleiben in Bewegung oder wie sie es in „Black Rainbow“ selbst formulieren: „Well there's times that a man feels like he can't go on feeling the same way he did yesterday...“ „Mystoria“ rockt nach dem relaxteren Vorgänger mit ganz viel Spielfreude ausgesprochen gut und heftig, ohne aber trivial zu klingen. Auch ein Kunststück!

Anspieltipp(s): Magic Carpet, Black Rainbow, Cat's Cradle, Open Up, Crystal Mountain
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 2.9.2014
Letzte Änderung: 24.7.2017
Wertung: 12/15

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Von: Thomas Kohlruß (Rezension 2 von 2)


Rock'n'Roll! Na ja, nicht ganz... obwohl so ein bisschen doch, Prog'n'Roll. Nach zwei doch recht anspruchsvollen und zuweilen schwierigen Alben hatten Amplifier wohl wieder mal Bock auf direkten Rock. Obwohl die Ideen zu „Mystoria“ mindestens zum Teil schon älter sind, immerhin geisterte das Album ja schon zu „Octopus“-Zeiten durch die Lande. Jetzt ist also das mystische „Mystoria“ endlich greifbar geworden.

Schon der instrumentale Opener weist direkt den Weg. Fette Gitarrenriffs, wuselige Drums, knackiger Bass, gemeinsam nur nach vorne, let's Rock. Sel Balamir und sein Mitstreiter lassen nichts anbrennen und geben sofort ordentlich Gas. „Black Rainbow“ und „Named After Rocky“ halten das Niveau und hauen dem Hörer wiederum fette Riffs um die Ohren. Jetzt auch mit Gesang und Balamir scheint auch hier richtig befreit.

So tobt sich das (inzwischen) Quartett ordentlich aus, schließlich heißt man ja nicht umsonst Amplifier. Und es dauert wirklich bis zum vorletzten Song, bis ein paar ruhige Momente einkehren. Aber nur als Vorbereitung auf den wahrhaft hymnischen Abschluss des Albums. Der Doppelpack am Schluss adelt das Album nochmals deutlich. Amplifier rocken natürlich nicht so ganz geradlinig. Das gibt es schon rhythmische Verwerfungen, seltsame Wendungen und gar es bisschen experimentelles Liedgut („OMG“, der Song hat auch deutliche „Octopus“-Bezüge), aber gegenüber den beiden Vorgängern wird schon deutlicher auf die 12 gerockt (auch wenn zum Beispiel „Black Rainbow“ wie ein „The Wave“-Klon daherkommt). Die 'extended'-Version von „Mystoria“ kommt mit zwei zusätzlichen Tracks daher. „Meld (Summer of Love)“ ist ein beschwingter Rocker. Spannender ist „Darth Vader“, ein über 6minütiges psychedelisches, blues-getränktes Effektgewitter, sehr geil.

Mit „Mystoria“ machen Amplifier keinen Schritt zurück zu ihren Anfängen, nein, sie rocken einfach fröhlich, frisch und frei nach vorne. So bleiben Amplifier interessant. Man erkennt die Band sofort, aber trotzdem ist vieles anders... Variation ist das Ding. Und so darf man beim Genuss von „Mystoria“ schon gespannt sein, was sich Sel Balamir demnächst so einfallen lässt.

Noch ein Wort zum Artwork: Das wirkt zunächst eher, äh, erschreckend hässlich. Mit der 'extended'-Digibook-Ausgabe offenbart sich aber doch ein gewisser Sinn darin. Hier wird auf vielen Booklet-Seiten eine Hommage an 80er-Jahre-Spiele-Automaten zelebriert, die schon recht viel optischen Spaß macht. Schöne optische Ergänzung zur gelungenen Musike.

Anspieltipp(s): Black Rainbow, OMG, Darth Vader (extended version)
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 16.9.2014
Letzte Änderung: 19.9.2014
Wertung: 11/15

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Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2005 Amplifier 10.50 2
2005 The Astronaut Dismantles HAL 9.00 1
2006 Insider 8.00 1
2009 Eternity 11.00 1
2011 Fractal 8.00 1
2011 The Octopus 13.00 2
2013 Echo Street 12.00 2
2013 Sunriders EP 11.00 1
2013 Live in Berlin 11.00 1
2014 Residue 10.00 1
2017 Trippin' with Dr. Faustus 8.50 2

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