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Zauss

Diafonia Leitmotiv Waves

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2014
Besonderheiten/Stil: improvisiert
Label: Fazzul Music
Durchschnittswertung: 11.33/15 (4 Rezensionen)

Besetzung

Francesco Zago Electric Guitar, Loops
Markus Stauss Tenor Saxophone

Tracklist

Disc 1
1. Introitus 2:38
2. Senza troppa eleganza 5:28
3. Gran notturno 6:58
4. Diafonia 5:17
5. Lamento 9:34
6. Crescendo con fuoco 6:19
7. Adagio molto 9:34
8. Nordwind 4:37
9. Prima dell'alba 7:42
10. Wie Kinder 5:34
11. Es fuegt sich 4:56
Gesamtlaufzeit68:37


Rezensionen


Von: Achim Breiling @ (Rezension 1 von 4)


Im Juli 2013 haben sich der Markus Stauss und der Francesco Zago mal wieder getroffen um ihre Instrumente zu stimmen. Das haben sie, wie schon einige Male vorher, aufgenommen und das Ergebnis gar auf einem Tonträger verewigt. Das Album - Nummer 4 - von Zauss (Zago verschmolzen mit Stauss) bekam den Titel (oder besser die drei Titel) "Diafonia Leitmotiv Waves".

Diafonia ... Diaphonie, Diaphon, der Missklang, die Dissonanz. Das haben offenbar schon die alten Griechen für entsprechende Klänge benutzt. Aber negativ muss man den Begriff nicht notwendigerweise sehen. Es geht wohl hauptsächlich darum, dass (mindestens) zwei Stimmen gleichzeitig erklingen, dabei harmonisieren, oder eben nicht. Im Italienischen bezeichnet Diafonia auch ganz allgemein den Effekt, wenn sich zwei unabhängige elektronische Signalkanäle gegenseitig beeinflussen, was in der Regel unerwünscht ist (nennt man Übersprechen auf Deutsch). Früher, also damals, als Telefone noch Wählscheiben hatten, kam das gar nicht so selten vor, dass man beim Telefonieren im Hintergrund ein anderes Gespräch leise mithören konnte. Auch ne Diafonia. Diaphon wird auch die älteste überlieferte Art von Mehrstimmigkeit in der Musik genannt. Und, ein Nebelhorn bezeichnet man auch als Diaphon.

Leitmotiv ... klar. Eine kurze Tonfolge, die meist mit etwas Außermusikalischem assoziiert wird, und während eines Stücks immer wieder auftaucht.

Waves ... Wellen.

Also, das mit dem Nebelhorn passt schon irgendwie (man höre z.B. "Adagio molto" und natürlich "Nordwind"). Und dass Stauss und Zago zwei unabhängige Signalklänge erzeugen, die sich gegenseitig beeinflussen, auch. Allerdings scheint mir das mit der Beeinflussung durchaus erwünscht zu sein. Wellen gibt's hier auch. Es wogt immer mal wieder auf und ab. Bisweilen braust es sich auch ganz schön stürmisch zu grösseren Brechern auf. Manches was Zago mit der Gitarre erzeugt klingt auch nach Wellen, elektronischen solchen ... Radiowellen. Leitmotive? Nun ja. Es wird nicht wenige Zeitgenossen geben, die behaupten werden, dass es in dieser Musik gar keine Melodien gibt. Aber, es ist schon möglich, dass es hier auch kurze, immer wieder auftauchende Tonfolgen gibt. Es ist nur etwas schwer genau darauf zu achten. Vielleicht möchte mal jemand die Partitur dahingehend durchforsten? Ach so, das ist ja alles improvisiert.

Improvisiert heißt ja nun nicht automatisch, dass es dabei dissonant, laut oder schräg zugehen muss. Das ausgeführte Tonmaterial muss nur während der Ausführung selbst entstehen und darf nicht vorher schriftlich fixiert worden sein. Man kann also auch eine Pop-Nummer improvisieren, oder einen Bluesrocker, oder ein Seemannslied. Das machen Zauss aber nicht. Hier geht es schon eher diaphonisch zu, schräg und kantig. Zago und Stauss spielen mit Klang, und auch miteinander, loten spontane Tonkombinationen aus, mischen Sounds und lassen sich wohl auch selbst vom Ergebnis überraschen. Ein paar jazzige Spuren sind ab und zu auszumachen. Rock oder Prog nicht. Bisweilen, recht oft eigentlich, geht es eher ruhig und getragen zu, z.B. im schon erwähnten "Adagio molto", oder in Gran notturno", "Lamento" oder "Prima dell'alba". Im Vergleich zum Vorgänger ist die Musik alles in allem also eine wenig zugänglicher ausgefallen (und klingt etwas wärmer). Anderes ist aber immer noch sehr rau und spröde, "Diafonia" natürlich, oder "Wie Kinder" und "Crescendo Con Fuoco", oder das freiformatig-formlose "Nordwind". Organisierter Klang.

Wer schräges Getröte und seltsames Gitarrenjaulen schätzt, oder die Ästhetik des Abstrakten, wie es ein Rezensentenkollege treffend formuliert hat, der liegt hier sicher richtig. Wie ich kürzlich an anderer Stelle schrieb: Hier wird sehr ideenreich und kreativ musiziert, abwechslungsreich, farbig und originell. Die richtige Stimmung vorausgesetzt, kann das sehr unterhaltsam und faszinierend sein. Mitunter kann es sicher auch ziemlich an den Nerven zerren. Auf eine Wertung verzichte ich. Ist aber durchaus sympathisch.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 17.10.2014
Letzte Änderung: 19.10.2014
Wertung: keine

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Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 2 von 4)


Francesco Zago und Markus Stauss haben sich im Sommer 2013 wieder mal getroffen. Wahrscheinlich mit dem Ziel, die Fangemeinde und sich selbst mit dem vierten Teil der freien Improvisationen für elektrische Gitarre und diverse Saxophone zu erfreuen. Die Freunde von straffen Strukturen werden Zauss mit dem Hinweis abzuwerten versuchen, dass die Musik, bei der es nichts zum Mitsummen und Mitwippen gibt, nur langweilig sein kann.

Diese Ansicht ist nur insofern zutreffend, dass die Musik von Zauss dem Hörer eine passive Rolle zuweist. Oder doch nicht? Man nehme ein Instrument seiner Wahl, auf dem man zumindest einige Töne hervorbringen kann und versuche zu dem Duo Zago/Stauss eigene Improvisationen beizusteuern. Das wäre schon mal eine kreative Möglichkeit, der passiven Rolle beim „Diafonia Leitmotiv Waves“ zu entfliehen.

Das soll jetzt keine Unterstellung sein, die Herren Zago und Stauss würden nur wenige Töne ihren Instrumenten entlocken können. Aber freie Improvisationen in der Art von „Diafonia Leitmotiv Waves“ bieten wahrscheinlich auch Amateuren die Möglichkeit etwas beizusteuern. Diese Vermutung wäre jedenfalls naheliegend, wenn man keine festgelegten Ideen reproduzieren muss und überwiegend Langsamkeit statt Schnelligkeit angesagt ist. Zago und Stauss haben es sich offenbar auch vorgenommen keine Schemen und Akkordfolgen zu verwenden, die man irgendeiner bestimmten Musikrichtung zuordnen könnte. Obwohl, das stimmt nicht ganz. Wenn es dem so wäre, müsste Zago vollends auf seine Fripp- und Frith-Referenzen verzichten.

Die Frage nach den instrumentalen Fähigkeiten ist hier vermutlich sowieso fehl am Platz. Ein Beispiel aus dem wahren Leben gegriffen: wenn jemand einen Schrotthaufen im Rahmen einer bekannten Kunstausstellung als Kunstwerk präsentiert, dann sollte es sich dabei wohl um ein Statement und Anregung zum Nachdenken handeln, und nicht um die Frage, ob nicht jeder einen Schrotthaufen zusammenstellen könnte.

Und schon wieder muss ich hier Folgendes klarstellen: ich wollte „Diafonia Leitmotiv Waves“ keineswegs mit einem beliebig reproduzierbaren Schrotthaufen gleichsetzen, auch wenn ich dabei Zustimmung aus dem „konservativen Lager“ bekommen würde. Dafür gibt es hier viel zu oft Passagen, in denen die technischen Fähigkeiten der beiden Beteiligten durchschimmern. Die CD verlangt einem sogar hin und wieder viel Verständnis für ambientartige Klangmeditationen ab. Anarchistische Exkursionen und temperamentvolle Ausbrüche scheinen bei den beiden Musikern immer seltener zu werden. Die lyrische Stimmung von „Prima dell'alba” will die verdutzten Avantgarde-Freunde sogar in Richtung Melodiosität mit mehreren Gitarrenspuren entführen.

Als Hörer finde ich es manchmal erfrischend, eine Musik aus dem stilistischen Niemandsland abspielen zu lassen. Zauss wollten – nehme ich mal an - auch mit der vierten CD ihre Stimme für absolut zwangsfreies Musizieren abgeben. Also möge sich derjenige „Diafonia Leitmotiv Waves“ zulegen, der mal zur Abwechslung freie Gedanken den festgelegten Strukturen vorziehen möchte. Mit meiner subjektiven Note möchte ich dabei ein wenig der Kritik an dem verstärkten Hang zu den temperamentfreien Duo-Meditationen Ausdruck verleihen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 19.10.2014
Letzte Änderung: 19.10.2014
Wertung: 9/15

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Von: Nik Brückner @ (Rezension 3 von 4)


Ich bin gerade sehr dialogisch drauf. Und deshalb passt es gut, dass ich dieses Album rezensiere. Das ist nämlich auch dialogisch. Mein Dialog ist einer mit Siggy, der über mir "Diafonia Leitmotiv Waves" rezensiert hat. Na, zumindest am Anfang. Später drifte ich weg zu meinen eigenen Gedanken, wie ich gerade beim Durchlesen bemerke.

Siggy schreibt, Zago und Stauss haben sich vermutlich mit dem Ziel getroffen, die Fangemeinde und sich selbst mit dem vierten Teil der freien Improvisationen für elektrische Gitarre und diverse Saxophone zu erfreuen.

Das glaube ich nicht. Na, irgendwie schon. Ein bisschen ist es so, als würden uns Zago und Stauss bei einem Wiedersehen alter Freunde teilhaben lassen. Teilhaben, nicht erfreuen. Ob uns das erfreut, oder die Zaussl, muss jeder selbst für sich entscheiden.

Zwischen den beiden jedenfalls entspinnen sich Gespräche, die absichtlich zufällige musikalische Manifestationen hervorbringen. Kennt Ihr Magma? Bei Magmakonzerten habe ich immer folgenden Eindruck: Christian Vander tut etwas, zu dem keiner von uns Zugang hat, irgendwas Transzendentes, nicht physisches, etwas jenseits unserer Sphäre. Was er tut, werden wir nie wissen. Als Nebenprodukt entsteht dabei in unserem Universum physische Bewegung, und weil sie in einem von Instrumenten vollgestellten Raum geschieht, Musik. Ähnlich, aber ganz anders, kommt mir dieses Album vor: Zwischen Zago und Stauss entspinnt sich ein Zwiegespräch, auf einer Ebene, die nur den beiden wirklich zugänglich ist. Die Musik, die dabei entsteht, ist vielleicht kein Nebenprodukt, dennoch bin ich mir sicher, dass die beiden, während sie tun, was sie tun, einen vollkommen anderen Eindruck davon haben, was sie tun, als wir. Und ich möchte wetten, dass sie hinterher, wenn sie die Bänder durchgehen und damit in die Rolle des Hörers gedrängt sind, von manchem überrascht sind, was sie da hören.

Passend dazu schreibt Siggy von der passiven Rolle, die die Musik von Zauss dem Hörer zuweist. Aber ist das bei komponierter Musik anders? Die Passivität nimmt doch zu, je besser wir die Musik kennen.

Um diese passive Rolle zu durchbrechen (warum sollte man das tun? Warum sollte man das nicht tun?) schlägt Siggy vor, man solle ein Instrument seiner Wahl nehmen, und versuchen, zur Musik von Zago und Stauss eigene Improvisationen beizusteuern.

Was für eine geile Idee!

Puh, also mir möchte ich da nicht zuhören müssen…

Markus, mach doch mal ein Album mit Improvs und lass deine Hörer dazu Spuren aufnehmen. Die gelungenen Ergebnisse, so denn welche zusammenkommen, veröffentlichst du dann auf deiner Website.

Womit ich überhaupt nicht mitgehen kann, ist der Gedanke, dass freie Improvisationen in der Art von „Diafonia Leitmotiv Waves“ Amateuren grundsätzlich die Möglichkeit böten, etwas beizusteuern. Das ist mit viel zu nah an: "Das ist doch keine Kunst, das kann ich doch auch" – So eine Argu kann dazu führen (und ich denke nicht, dass Siggy so denkt), die Musiker zu unterschätzen. Kunst ist keine Frage von Können, sondern eine Frage von Stil. Können ist das Mittel dazu. Anders gesagt: Je mehr ein Musiker kann, umso mehr Ausdrucksmittel stehen ihm zur Verfügung. Ob er Feingefühl genug hat, Interessantes auszudrücken, und Geschmack genug, die dem Auszudrückenden entsprechenden Ausdrucksmittel angemessen auszuwählen und einzusetzen, ist eine ganz andere Frage. Das Ergebnis kann Statement und Anregung zum Nachdenken sein, muss es aber nicht. Es kann auch etwas ganz anderes sein. Oder ganz hermetisch. Kunst ist Freiheit. Siggy erwähnt konservative Hörer. Was konservative Menschen über Kunst denken, war noch nie relevant und wird es auch nie sein, und zwar unabhängig davon, wie viel Entscheidungsgewalt sie besitzen.

Können, Feingefühl, Geschmack, Stil, Temperament, das sind alles höchst schwierige Kategorien. Das Können der beiden Protagonisten steht außer Frage. Unabhängig davon welche Facetten und wie viel davon sie zeigen. Ich könnte eine ganze Reihe von Alben aufzählen, die hart am Rande der Fähigkeiten ihrer Schöpfer entstanden sind, und den meisten kann man das anhören. Anders gesagt, den allerallermeisten Bands, die auf diesen Seite vertreten sind, traue ich ein Album wie "Diafonia Leitmotiv Waves" nicht zu.

Feingefühl und Geschmack? Vieles auf "Diafonia Leitmotiv Waves" ist derart delikat, dass an Zagos und Stauss' Feingefühl und Geschmack nicht gezweifelt werden kann.

Stil? Definitiv. Wenn Stil das ist, woran man einen Musiker oder eine Band erkennt, dann ist hier mehr als genug davon. Der spielerische Approach, das Ausloten der Möglichkeiten von Instrument und Musiker, jenes Wechseln von Spielweisen, Stilen und, daraus resultierend, Stimmungen, jenes Sich-selbst-Überraschen, das ist unverkennbar Zauss. "Wie Kinder"!

Und Temperament? Keine Ahnung. Ich weiß nicht, ob Musik Temperament haben kann. Und wenn, dann nur als Metapher. Worum es jedenfalls nicht geht, in keiner Kunst, schon seit vier, fünf Generationen nicht mehr, ist Schönheit. Selbst undefinierbar hat sie nämlich jenen noch viel undefinierbareren Partner, die Hässlichkeit, und die dient so wunderbar zum leichtfertigen Abwerten. Interessanter, aber auch weitaus anspruchsvoller ist es, auf einer höheren Ebene zu diskutieren, nämlich über Ästhetik. Interessanter, weil die Wertung hier zunächst einmal ausgesperrt ist, und anspruchsvoller, weil genau das einem den bequemen Weg verstellt, ein Ding schlicht über die Abwesenheit seines Gegenteils zu definieren. Definieren wir also nicht, sondern diskutieren, offen, genauso also wie das improvisierte Werk selbst, und somit diesem angemessen. Und Ästhetik gibt es "Diafonia Leitmotiv Waves" im Überfluss. Das Album brummt nur so vor Ästhetik.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: Das ist es eben mit Improvisationen, oder? Individueller geht es einfach nicht.
Veröffentlicht am: 27.10.2014
Letzte Änderung: 28.10.2014
Wertung: 13/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 4 von 4)


Zum vierten Male schickt sich das Duo aus Francesco Zago und Markus Stauss an, unsere Gehörgänge mit wunderlichen Klängen zu verwirren - sofern das Verwirren ihre Absicht sein sollte. Sollte es jedenfalls derart sein, so ist ihnen dies erneut auf das vortrefflichste gelungen.

Wieder nur mit Gitarre und Saxophon ausgestattet, erzeugen die beiden abstrakte Klangkörper fernab jeglicher Konventionen, zeigen sich sperrig und unnahbar, gleichzeitig aber auch von einer filigranen Ästhetik, die hinter diesen eigenartigen Klängen allerdings erst entdeckt sein will. Von Wellen ist im Titel dieses Albums zu reden, und selbige findet man hier zuhauf. Freilich nicht unbedingt als eine wilde Brandung, es kann auch ein sanftes Wogen sein, ein langsames Auf und Ab wie etwa in Gran Notturno; doch sollte man bei diesen Worten keineswegs an sanftes Säuseln denken, denn bei aller Langsamkeit folgt dieses Wogen seltsam verqueren Windungen und beweist dabei wieder einmal, dass komplexe Musik nicht notwendigerweise voll aufgedrehten Lärmpegel und Hochgeschwindigkeit bedeuten muss. Das reicht bis zu einem in Zeitlupe dahinkriechenden, formlosen Klangstrom wie Lamento oder den völlig formfreien Gebilden Nordwind und Wie Kinder. Auf der anderen Seite stehen Ambient-artige Klangkörper von atemberaubender Schönheit wie Adagio molto, das von Soundscapes-Klängen geprägt ist.

Nur selten wird es etwas härter und aggressiver, in Diafonia oder Crescendo con fuoco etwa, wo dann tatsächlich auch einmal gerockt wird - freilich auch wieder auf sperrige, unkonventionelle Art.

„Stilistisches Niemandsland“ hat ein Kollege weiter oben geschrieben, das passt wunderbar zu diesen Klängen. Das Duo bewegt sich in seinem ganz eigenen musikalischen Universum, das dennoch über irgendein Wurmloch mit dem Prog-Universum verbunden sein muss - denn neben den erwähnten Soundscapes-Klängen bemerkt man bei genauerem Hinhören auch gelegentlich crimsoide Einflüsse in Francesco Zagos Gitarrenspiel. Wer sich auf eine Reise in dieses sehr weit abseits gelegene Universum einlässt, wird reichlich belohnt.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 13.11.2014
Letzte Änderung: 13.11.2014
Wertung: 12/15

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