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Pendragon

Men Who Climb Mountains

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2014
Besonderheiten/Stil: Neoprog
Label: Snapper
Durchschnittswertung: 9.67/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Nick Barrett guitars, vocals
Peter Gee bass
Clive Nolan keyboards, vocals
Craig Blundell drums

Tracklist

Disc 1
1. Belle Ame 3:15
2. Beautiful Soul 8:03
3. Come Home Jack 10:51
4. In Bardo 4:52
5. Faces Of Light 5:50
6. Faces Of Darkness 6:25
7. For When The Zombies Come 7:33
8. Explorers Of The Infinite 11:09
9. Netherworld 5:47
Gesamtlaufzeit63:45
Disc 2
1. The Voyager   (bonus CD "Live at Twig's") 8:08
2. A Man Of Nomadic Traits 8:23
3. This Green & Pleasant Land 11:35
4. Nostradamus 2:47
5. Paintbox 4:21
6. King Of The Castle 4:18
7. Indigo 5:28
8. Freakshow 2:47
9. Masters Of Illusion 2:39
10. Space Cadet 3:45
11. Edge Of The World 6:12
12. It's Only Me 4:59
Gesamtlaufzeit65:22


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß (Rezension 1 von 3)


Wenn Pendragon, die Ikonen des Susi-Prog (oder muss man schon ehemalige Ikonen sagen?), ein neues Album vorlegen, dann sollte das eigentlich in der Szene zumindest für Aufmerksamkeit sorgen. Tut es aber überraschend wenig, was vielleicht damit zusammenhängt, dass Pendragon schon lange nicht mehr (und vielleicht auch noch nie) die Musik der Insider und Gurus machen (gemacht haben). Ich bin nun kein Fan, aber kaum eine Progband begleitet mich so lange wie Pendragon, da entsteht zumindest sowas wie Sympathie. Außerdem habe ich kürzlich aufgeschnappt, dass diese babyblauen Seiten hinischtlich Pendragon eine Art Negativindikator sind, sprich, wenn das Geläster groß ist, dann ist's ein gutes Album. Den Verdacht hatte ich ja schon lange, dass „wir“ so gesehen werden. Nun, aber so einfach will ich es diesmal den Lesern nicht machen,

„Men Who Climb Mountain“ hat einen ganz starken Einstieg. Das mehr oder weniger Intro „Belle Âme“, zusammen mit dem folgenden „Beautiful South“, überzeugt mit ebenso packenden Melodien wie auch Rhythmen und spielerischer Kraft. Und auch der dritte Song im Bunde - „Come Home Jack“ - setzt diesen Trend fort und überzeugt mit verhaltenem Bombast und für Pendragon-Verhältnisse ordentlich druckvollen Rock. Nick Barretts Gesang kann hier überzeugen und sein recht variables Gitarrenspiel sowieso. Erstaunlich weit im Hintergrund agieren die Keyboards. Barrett gelingt hier eine nahezu perfekte Vermischung der New-Artrock-Ansätze der letzten Alben, die vermutlich nicht jedem Fan der ersten Stunde zugesagt haben dürften, und des klassischen Pendragon-Susi-Prog. Das ist richtig gut.

Gut, dass synthie-lastige „In Bardo“ und das folgende, doch recht kitschig geratene „Face Of Light“ nehmen wieder etwas Spannung raus. Aber dann zieht das Album nochmals für einen Song an, bevor es komischerweise in eine Art Plätscher-Modus umschwenkt und zunehmend weniger interessant wird. Irgendwie ist die Luft raus, die Melodien sind nicht mehr so erhaben, die musikalische Spannung geht verloren und damit auch die Aufmerksamkeit des Hörers.

So leidet „Men Who Climb Mountains“ nach einem sehr starken Beginn etwas unter der abfallenden Spannungskurve, die den Hörer am Ende vielleicht doch etwas zwiegespalten und unzufrieden zurück lässt. Wobei der Effekt weniger stark spürbar ist, wenn man einfach erst mit - sagen wir - „Faces Of Darkness“ einsteigt. Vielleicht sind es wirklich die beiden genannten schwächeren Stücke, die das Album etwas runterziehen. Trotzdem ist „Men Who Climb Mountains“ für meine Begriffe eines der besseren Pendragon-Alben und der Spagat zwischen einer Neuausrichtung, der Eroberung neuer musikalischer Gefilde ohne die Stärken der Vergangenheit zu vernachlässigen gelingt zumindest in der ersten Albumhälfte recht gut. Ist das nun eine Empfehlung oder nicht? Na ja, der Fan kauft sowieso. Pendragon haben im übrigen einen neuen Drummer, der aber weder besonders positiv noch negativ auffällt.

Das Album erscheint mit einer Bonus-CD. Hier wird ein Akustik-Gig von Nick Barrett solo, aufgenommen im November 2013, genannt „Live at Twig's“ präsentiert. Barrett alleine nur mit seiner Gitarre, das ist nun wirklich nur für beinharte Fans gemacht. Barrett begleitet sich selbst manchmal leicht schrammelig und in dieser Situation stößt seine Stimme doch an ihre Grenzen. Zwischendurch zeigt Barrett aber, dass er auch die akustische Gitarre gut im Griff hat. Die Stimmung beim Konzert ist offensichtlich hervorragend, Barrett auch gut drauf und damit können ja alle zufrieden sein. Für Fans.

Anspieltipp(s): Beautiful Soul, Come Home Jack
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 15.11.2014
Letzte Änderung: 15.11.2014
Wertung: 10/15
...früher war mehr Lame..., äh, Susi-Prog, jetzt auch wieder...

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 2 von 3)


Hatten Pendragon mit ihren letzten Alben Ausflüge in andere Stilrichtungen gewagt und unter anderem zarte Ethnosprengsel, reinen Rock und schliesslich New Artrock in ihre Musik eingebaut, so kommen sie auf ihrem, wenn ich richtig gezählt habe, zehnten Studioalbum wieder zu dem zurück, was sie am besten können: SUSI-Prog. Das ist gut so. Die StevenWilsonisierung des Neoprog-Urgesteins ist mir persönlich doch etwas sauer aufgestossen.

Die Rückwendung zu alten Tugenden bedeutet aber nicht, dass man sich auf Men Who Climb Mountains abwechslungsarm und monoton im Stile der früheren Alben selbst kopiert. Man rückt aber wieder vermehrt das in den Vordergrund, was man am besten kann und was den typischen Pendragon-Stil ausgemacht hat: vielseitiges Keyboardspiel von weichen Unterlagen über Mellotronteppiche bis bombastische Flächen, gefühlvolle und episch ausladende, in die Ewigkeit entschwindende Gitarrensoli und eingängige und im besten Wortsinne schöne Melodien.

Das Ganze wird aber durch eine interessante Würzmischung aufgepeppt. In dieser finden sich härtere, verzerrte Gitarren, Chorgesang, ein Schlagzeug-Solo, ein 7/8-Takt und elektronische Spielereien und Gimmicks. Eine dezente New Artrock-Note kommt an einzwei Stellen immer noch vor, aber das ist bloss ein Hauch. Genauso wie kurze Floyd`sche Reminiszenzen. Man nimmt sie wahr, sie sind aber nicht aufdringlich.

Die Kompositionen sind grösstenteils gelungen und gut gemacht. Das Album kommt zwar nicht an den Bandhöhepunkt Not of this world heran und kein Stück erreicht die Klasse von The Walls Of Babylon, aber die alten Pendragon sind zurück. Für Fans der 80er- und 90er-Jahre Alben ist dies sicher die beste Nachricht.

Im Opener spielt eine unverzerrte Gitarre metronomartig zerlegte Dreiklänge, es setzen Mellotronstreicher und Bass ein, die ursprüngliche Moll-Harmonie wird nach Dur aufgelöst und das Stück mit einer folkigen Akustikgitarre fortgesetzt. Im beinahe nahtlos anschliessenden zweiten Stück übernehmen harte Gitarren das Eingangsthema, angefeuert von hämmerndem Schlagzeug, zarte Keyboardlinien gesellen sich dazu, dann ein erstes Nolan-Solo, schliesslich bombastische Keyboardflächen. Typische Pendragonharmonien bestimmen das Bild.

Mit Come Home Jack folgt der erste Höhepunkt des Albums. Reverberierende Gitarrenklänge eröffnen ruhig, eine eindringliche Gesangslinie kommt dazu, dann ein erstes, noch ruhiges Gitarrensolo. Dann wird Stück für Stück ein grosses, ausladendes Epos aufgebaut: Gitarrenwände, chorunterstützter Gesang, ein zweites ausladendes Gitarrensolo, gefühlvoll, weit, gross. Es wird nahtlos in das nächste Stück übergeleitet, in welchem das Schlagzeug geschäftiger und verspielter zu Werke geht und nach einem weiteren Keyboard- und Gitarrensolo und anschliessenden Pianospielereien das Stück selbst solierend beenden darf. Das ist ziemlich neu für ein Pendragonalbum.

Faces of Light ist eine entspannte Ballade, die etwas Tempo und Wucht aus der Scheibe nimmt, bevor es wieder härter zur Sache geht. Faces of Darkness beginnt mit düsteren Gitarrenklängen und scharf "atmenden" Synthesizer-Sounds, es folgt ein 7/8-Takt, darüber Pianoläufe, das Thema von Come Home Jack wird wieder aufgenommen. Im weiteren Songverlauf wechseln sich sphärische Keyboardparts mit heftigem Drumming ab. Ist der zweite Höhepunkt des Albums. Die restlichen Stücke führen den Stil im Wesentlichen weiter und runden das Album ab. Explorers of the Infinite ist vielleicht etwas zu lang geraten und das letzte Drittel des Albums fällt gegenüber dem Rest etwas ab, stört das Gesamtbild aber nicht gross.

Anstelle der vielen positiven Attribute könnte ich zu Pendragons SUSI-Prog auch Adjektive wie seicht, banal, prätentiös, schmalzig und kitschig aufführen. Ein RIO-ler wird sich hier wahrscheinlich mit Grausen abwenden. Wer Pendragon kennt und mag, wird hingegen genau wissen, was Pendragon ausmacht. Genau dies bekommt er hier.

Anspieltipp(s): Come Home Jack, Faces of Darkness
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 25.6.2015
Letzte Änderung: 25.6.2015
Wertung: 9/15

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Von: Marc Colling @ (Rezension 3 von 3)


In mehr oder weniger regelmäßigen Abständen veröffentlichen Pendragon ihre Alben seit weit über 20 Jahren. Große Stiländerungen haben sie in all der Zeit selten vorgenommen. Die Qualität der Alben schwankt zwar von mäßig (Believe) bis sehr gut (Not of this world, Pure). Doch richtig enttäuscht haben sie nie. Und da der typische Pendragonsound seit jeher von Karl Groom beim Mixing und der Produktion gepflegt wird, bleiben sie eben immer sie selbst.

Und obwohl die neue CD eben genau diesen uns allen bekannten Stil spielt, gehört die Aufnahme zu den besseren in der Diskographie. Pendragon beweisen, dass sie immer noch dazu fähig sind, den Fan zu begeistern. Besonders den „alten“ Fan aus den Anfangstagen. Die Härte von Passion ist fast weg. Es gibt sehr starke Momente auf dem Album und nur wenig schwächere. Einen Totalausfall finde ich nicht. Aber der Reihe nach.

Nick Barrett war ja schon immer der Herrscher im Reiche Pendragon. Das ist nicht neu. Aber dass er mittlerweile auch noch auf 4 von 9 Liedern die Piano- oder Keyboardsolos spielt, lässt die Frage aufkommen: was macht eigentlich Clive Nolan? Sogar auf der 2015'er Ausgabe des NOTP auf der Loreley blieb Nolan sehr im Hintergrund und fiel eigentlich nur durch sein 360° Keyboard auf, welches er dauernd um die eigene Achse rotierte.........nettes Spielzeug aber vollkommen belanglos. Nun, große Keyboardflächen sind tatsächlich selten geworden, die Gitarren bestimmen den Sound. Barrett ist ohne Zweifel ein vielseitiger Gitarrist (besser als der Sänger Barrett). Für Progliebhaber, die aber auf viele und fette Keyboards stehen ist das hier nichts.

Der neue Drummer Craig Blundell spielt simpel, aber effektiv. Auf der Loreley 2015 war er nicht dabei, angeblich wegen anderweitiger vertraglicher Verpflichtungen (so erklärte es uns Barrett). Die Position des Drummers scheint ohnehin nicht so einfach zu besetzen sein, seit Fudge Smith 2008 ausstieg.

Es sollte auch bekannt sein, dass Pendragon eine relativ leicht zu verstehende Progband sind. Die Songs sind fast immer eingängig, es braucht also keine Dauerrotation von mehreren Tagen um sie zu begreifen. Die Band ist also von vornherein nur was für Liebhaber von melodischem Prog, keineswegs für Fans von vertrackten Harmonie- oder Taktwechseln.

Doch zurück zur CD. ÂME BELLE und das direkt anschließende BEAUTIFUL SOUL sind ein starker Beginn. Der Opener ist leicht verspielt, der anschließende Song kraftvoll mit tollem Bass und Schlagzeug. Überhaupt der Bass: Peter Gee spielt schnörkellos und präzise. Und verleiht dem Album ein gewisses Etwas.

Der erste Longtrack folgt. COME HOME JACK beginnt grazil mit Gitarre, nach ca. 3 Minuten steigen alle ein und es wird etwas härter. Wer Pendragon kennt entdeckt hier nichts Neues. Alles klingt wie schon mal gehört. Doch es ist wie bei aufgewärmten Spaghetti: stimmen die Zutaten, schmeckt auch Aufgewärmtes mindestens genauso gut

Nahtlos weiter zu IN BARDO. Der Song ist eigentlich ganz gut, bis das Synthiesolo von Barrett einsetzt. Das nervt einfach nur und klingt nach 80'er Jahre-Schrott. FACES OF LIGHT beginnt kurz als Ballade, steigert dann aber merklich das Tempo. Und mit FACES OF DARKNESS folgt ein absolutes Highlight. Gee am Bass ist wunderbar, man hört kleine elektronische Samples, Barrett gibt den Shouter, den harten Rocker. Hier geht Pendragon den schweren Weg, nicht geradlinig, nicht konform.

FOR WHEN THE ZOMBIES COME klingt nicht so düster, wie der Titel es vermuten lässt. Alles entspannt und ruhig, sehr getragen. Klingt irgendwie nach der Band Black Noodle Project aus Frankreich. Obwohl recht einfach komponiert, finde ich den Spannungsbogen sehr gelungen. Das Solospiel von Barrett überzeugt nachhaltig. Auch EXPLORERS OF THE INFINITE ist Midtempo. Sehr guter Song, beginnend mit tollen Akustikgitarren. Schöne Gesangslinie, Gee am Bass überzeugt mal wieder. Der letzte Song NETHERWORLD ist ein balladenhafter Ausklang, der nicht besonders relevant ist.

"Men who climb mountains" ist, wie anfangs erwähnt, ein gelungenes Album mit einigen sehr starken Momenten. Für den wahren Fan ist es unverzichtbar; für denjenigen, der Pendragon noch nicht kennt, ein guter Einstieg in die Welt des Herrn Barrett.

Anspieltipp(s): Faces of darkness, Beautiful soul
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 11.11.2015
Letzte Änderung: 24.2.2017
Wertung: 10/15
Wo Pendragon drauf steht, ist auch Pendragon drin

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Pendragon

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1985 The Jewel 9.00 2
1986 9:15 Live 8.00 1
1988 Kowtow 8.00 1
1991 The World 7.50 2
1991 The rest of 4.00 1
1993 The Window Of Life 9.00 4
1993 The very very bootleg 4.00 1
1994 Fallen Dreams and Angels 6.50 2
1995 Utrecht...The final frontier 7.00 1
1996 As Good As Gold 7.00 1
1996 The Masquerade Overture 10.50 2
1997 Live in Krakow 1996 7.00 1
1999 "Once Upon A Time In England" Volume 2 4.00 1
1999 "Once Upon A Time In England" Volume 1 8.00 1
2000 The History: 1984-2000 8.00 1
2001 Not of this world 9.50 2
2002 Acoustically challenged 7.00 1
2005 Believe 6.75 4
2006 And Now Everybody To The Stage... (DVD) 11.00 1
2007 Past And Presence (DVD) 11.00 1
2008 Pure 9.00 4
2009 Concerto Maximo (DVD) 9.00 1
2011 Passion 8.00 4
2012 Out Of Order Comes Chaos (DVD) 9.00 1
2013 Out of Order Comes Chaos 9.00 1
2017 Masquerade 20 (DVD) 10.00 1

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