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SBB

Warszawa 1980

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2014
Besonderheiten/Stil: live; Jazzrock / Fusion; Klassischer Prog
Label: GAD Records
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Józef Skrzek Keyboards, Synthesizers, E-Piano, Bass, Vocals
Apostolis Anthimos Guitars
Slawomir Piwowar Guitars
Jerzy Piotrowski Drums

Tracklist

Disc 1
1. Moja ziemio wysniona 8:31
2. Hung-Under 16:36
3. Movements I: Gait 7:52
4. Movements II: Crossing 10:41
5. Movements III: Getaway 7:47
6. Movements IV: Rocking 8:02
7. Spectrum 20:20
Gesamtlaufzeit79:49
Disc 2
1. Fredom with us 6:08
2. 3rd Reanimation 6:20
3. Going away 9:34
4. (Zywiec) mountain melody 4:10
5. Loneliness (theme) 2:41
6. Away, away 18:57
7. Heavy equipment 8:46
8. Wizje (final) 4:32
9. First green leaves   (soundcheck) 6:56
Gesamtlaufzeit68:04


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Gegen Ende der 70er-Jahre des letzten Jahrhunderts wurde der Live-Sound von SBB ziemlich einseitig von Józef Skrzeks immer umfangreicher werdendem Tastenarsenal bestimmt, der zudem, nachdem man ihm 1980 bei einem Konzert in Deutschland (West vermutlich) seinen (einzigen?) Viersaiter gestohlen hatte, ganz darauf verzichtete zum Bass zu greifen. Da Gitarrist Apostolis Anthimos nicht selten an ein zweites Schlagzeug wechselte (für die "drum battles") wurde die Gitarre bei SSB-Konzerten zunehmend stiefmütterlich behandelt. Nach einer Tour durch Dänemark im Mai 1979 beschloss man daher einen zweiten Gitarristen in die Band zu holen. Die Wahl fiel auf Slawomir Piwowar, der von Czeslaw Niemens Begleitformation Aerolit kam.

Es dauerte offenbar eine Weile, bis sich die Quartettbesetzung von SBB eingespielt und man sich aneinander gewöhnt hatte. Ende Mai 1979 trat man erstmals zu viert auf. Anthimos hatte aber offenbar Probleme mit der neuen Situation, zog sich fast ganz auf die Rolle des zweiten Perkussionisten zurück und stieg dann kurz ganz aus der Band aus. Im September 1979 war es dann Piwowar, der bei SBB-Konzerten fehlte. Anfang 1980 war dann aber offenbar alles geregelt. Man spielte im Februar das fünfte Polnische SBB-Album (siehe "Memento z banalnym tryptykiem") im Quartett ein und begab sich dann wieder auf Konzerttournee. Am 11. April 1980 trat man dabei in der Kongresshalle in Warschau auf. Das Konzert wurde mitgeschnitten und die Bänder gut aufbewahrt, so dass GAD Records Ende 2014 das Material als "Warszawa 1980" auf CD veröffentlichen konnten.

Wie im Beiheft angemerkt, war die Veranstaltung Teil der "Welcome"-Tour, was etwas seltsam ist, wurde doch dieses Album zwei Jahre vorher veröffentlicht. Vermutlich war das Konzert in Warschau der Auftakt zu einer Serie, die vor allem ins westliche Ausland führen sollte und dort war "Welcome" das aktuelle SBB-Studioalbum. Außerdem plante man offenbar ein drittes Westalbum, für das man den Namen der Band im Bewusstsein der Konzertgänger halten wollte.

Der Klang von "Warszawa 1980" ist exzellent und erreicht durchaus das Niveau eines offiziellen Livealbums. Zum Klang des Finales von Ravells Bolero kommt die Band auf die Bühne und beginnt (mit "Moja ziemio wysniona", des ersten Stücks des schon erwähnten "SBB 5") ihr über zweistündiges Set. In diesem ist erstaunlicherweise (zum Glück) vom Album "Welcome" kaum etwas zu finden. Einzig ein Fragment der Nummer "Loneliness" taucht an einer Stelle auf. Meistenteils sind SBB hier am Jammen, jazzig, härter rockend, spacig und symphonisch-progressiv. Es tauchen zwar immer wieder ältere Stücke aus dem Studiorepertoire auf, doch dienen diese meist nur als Aufhänger für umfangreiche Rockimprovisationen. Den zweiten Teil des Konzerts (CD2) bildete die "Going-Away"-Suite (vom Album "Follow my dream"), angereichert u.a. mit dem "Welcome"-Fragment, die dann im langen Jam "Away, away" mündet. Gesungen wird gelegentlich auch, meist auf Englisch ("Moja ziemio wysniona" wird allerdings auf Polnisch vorgetragen).

"Hung-Under" war ein neues Stück, vorgesehen für die geplante LP, das aber auch wieder als Aufhänger für einen langen Jam diente. Bis zum Ende von "Spectrum" kann man daher auf CD1 von "Warszawa 1980" dem virtuosen und abwechslungsreichen Zusammenspiel der vier Protagonisten lauschen, das mal jazziger (in "Crossing" z.B.), mal elektronisch-symphonischer, mal rockiger vorantreibt. Mit "Rocking" gibt es auch eine Rückkehr zu den bluesigen Wurzeln von SBB. Allerdings wirkt dieser erdige Bluesrocker fast wie ein Fremdkörper. Am Ende des Konzerts greift Skrzek dann erstmals seit Jahren wieder zu einem Bass (er hat sich wohl einen neuen zugelegt) und mit "Heavy equipment" und "Wizje" geht das Konzert recht deftig, frickelig-progressiv und schwungvoll zu Ende. Als Bonus haben die Macher von GAD Records - zur Erholung (?) - mit "First green leaves" noch einen gemütlichen, jazzig-bluesigen Rocker angehängt, der beim Soundcheck mitgeschnitten wurde.

Zusammenfassend muss man feststellen, dass es den beiden Gitarristen durchaus gelingt Skrzeks Tasten Paroli zu bieten. Meist bestimmt nun das dynamische, gefühlvoll bis deftige Wechselspiel von Anthimos und Piwowar (am beeindruckendsten in "Away, away") das Geschehen, eingebettet in allerlei Keyboardklang, blubbernde Synthesizer, flotte E-Pianoläufe und wabernde Tastenflächen.

Zugegebenermaßen hat der Rezensent Probleme mit den SBB-Studiowerken ab "Follow my dream", geht es da doch meist zu flauschig und fast seicht zu (mit Ausnahme des Tschechischen Albums - siehe "SBB (Wolanie O Brzek Szkla)"). Live waren SBB aber immer eine ziemlich mitreißende Angelegenheit, was nicht zuletzt auch (oder besonders) "Warszawa 1980" belegt. Wem es mit dem Studio-Spätwerk der ersten Inkarnation von SBB ähnlich geht wie dem Rezensenten, der sollte sich dieses sehr unterhaltsame Livealbum zulegen. Alle anderen Fans der Band, Ostprog-Interessierte und Freunde von farbig gejammtem Jazzprog können, falls sie keine Aversionen gegen ausladendes Live-Improvosieren und Jammen haben, hier auch gefahrlos zugreifen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 27.12.2014
Letzte Änderung: 10.1.2016
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von SBB

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1974 SBB 10.00 1
1975 Nowy Horyzont 10.00 2
1976 Pamiec 11.50 3
1977 Ze slowem biegne do ciebie 12.75 5
1977 Jerzyk 7.00 1
1977 Follow my dream 11.00 2
1978 Welcome 9.00 1
1978 SBB (Wolanie O Brzek Szkla) 13.00 1
1978 SBB (Amiga Album) - 1
1979 Slovenian girls 12.00 1
1980 Memento z banalnym tryptykiem 10.00 1
1994 live 1993 8.00 1
1999 absolutely live '98 11.00 1
2001 Karlstad Live 12.00 2
2001 Budai Ifjusagi Park Live '77 12.00 1
2002 Freedom Live - Sopot '78 11.00 1
2002 Trio - Live Tournee 2001 9.00 1
2002 Nastroje 10.50 2
2004 22.10.1977 Göttingen/Alte Ziegelei 9.00 1
2004 Anthology 1974 - 2004 - 1
2005 w filharmonii: akt I 7.00 1
2005 New Century 9.50 2
2005 w filharmonii: akt II 10.00 1
2006 Wicher w polu dmie 9.00 1
2006 Live in Theatre 2005 (DVD) 9.50 2
2006 Live in Spodek 2006 10.00 1
2006 Sikorki 11.00 1
2007 Complete Tapes 1974 11.00 1
2007 The Rock 4.00 1
2008 Roskilde 1978 9.00 1
2009 Iron Curtain 8.50 2
2009 Live in Köln 1979. In the shadow of the Dom 9.00 1
2010 Blue Trance 8.00 1
2010 Live in Opole 1976. A late night recital 9.00 1
2012 SBB (2012) 13.00 2
2013 live jazz nad odra 1975 11.00 1
2016 Hofors 1975 11.00 1
2017 Live in Marburg 1980. The Final Concert 9.00 1
2018 Karlstad 1975 plus 11.00 1

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