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Unearth Noise

Another Dimension

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Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2014
Besonderheiten/Stil: instrumental; Ambient; Elektronische Musik; Psychedelic; Spacerock; Worldmusic / Ethno
Label: Eigenproduktion
Durchschnittswertung: 7/15 (1 Rezension)

Besetzung

Roger Berkowitz Infinity Harp, electronics, tapes, guitars, percussion, drums, oscillators, voices...

Tracklist

Disc 1
1. Flashback 6:21
2. Minaret 5:31
3. Curxe 4:37
4. Ayahuasca 4:33
5. The Mantle 8:12
6. Kachinas 4:59
7. Entrance 5:10
8. The Crown 7:36
9. Soul Surgery 7:38
10. I Surrender 6:21
11. Celestial 5:32
12. Another Dimension 6:40
Gesamtlaufzeit73:10


Rezensionen


Von: Gunnar Claußen @


Und wieder mal sagt die Betitelung schon so einiges über die zu erwartende Musik aus: Unearth Noise? Wenn man sich rein physisch nicht auf, um oder unter der Erde befindet, dann wo? Wohl im Weltraum, und so ist es wohl kaum verwunderlich, dass "Another Dimension", das dritte Album des Projekts von Roger Berkowitz, erst mal mit einem ordentlichen Zug zum psychedelischen Spacerock loslegt. "Flashback" jedenfalls stampft langsam mit einem monotonen Bassriff vor sich hin, während im - je nach Perspektive - Vorder- oder Hintergrund geisterhafte Keyboard-Soundeffekte, Mantra-artiger Damengesang und ziemlich zugedrogt klingende Gitarren durch die Gegend wabern. Etwas konkretere Formen nimmt das folgende "Minaret" an, das nicht nur seinem Titel entsprechend orientalische Anklänge aufweist, sondern im Mittelteil tatsächlich noch mal ein paar alte Space-Riffs auspackt.

Machte sich bis hierhin schon eine gewisse Formlosigkeit deutlich, die dieses Album beispielsweise gegenüber Sachen wie "Earth Air Spirit Water Fire" von Selim Lemouchi & His Enemies zurückstecken lässt, so schwenkt die "Another Dimension" mit "Curxe" nochmals in einen anderen Modus um. Klar bleibt es psychedelisch, meditativ und monoton, aber von Bezügen zu Spacerock ist eher wenig zu merken. Eher handelt es sich beim vorliegenden Stück um eine Art Ambient-Konstrukt aus Stimmen-Samples, einem wabernden Ton im Hintergrund, Glocken und einem Bongo-Rhythmus. Derartige Tendenzen setzen sich dann in den folgenden Stücken fort, mal mit mehr Ambient ("Kachinas"). Immerhin erinnert das aufgrund der teilweise bedrückenden Soundeffekte ein wenig an László Hortobágyi oder die Zusammenarbeit von Michael Brückner und Gustavo Jobim. Die Qualität der Kompositionen wird hier allerdings von ständigen und willkürlich scheinenden Wiederholungen geschmälert.

Immerhin deutet sich zwischenzeitlich eine gewisse Tendenz zu zunehmend harscheren und raueren Klängen an. War "Entrance" schon eine Art Ausflug in Industrial-Gefilde, so sägt "The Crown" fast acht Minuten lang die Tonleiter rauf und runter und dabei zusehends an den Nerven. Logischerweise folgt zum Ende des Albums nochmals eine Entwicklung in Gegenrichtung. So setzt "Soul Surgery" auf relaxte Sounds nah an Popol Vuh, und "I Surrender" platziert an seinem Ende sogar ein ziemlich klassisches Psychedelic-Gitarrensolo à la Dave Gilmour. Das folgende "Celestial" allerdings ist dann noch mal eine avantgardistisch-dissonante Klangskizze. Beschwichtigend ist dann nur noch, dass "Another Dimension" eher elektronisch und dezent geraten ist, wenngleich die Wiederholungen her erneut überborden.

Damit sind wir auch schon am Ende angelangt und müssen festhalten, dass diese andere Dimension letztlich doch nicht so ergiebig war. Das lag freilich nicht daran, dass die Spacerock-Tendenzen vom Anfang nicht weiter ausgelebt wurden, sondern vielmehr daran, dass auf diesem Album die ständige Wiederholung viel zu oft das offensichtliche Maß der Dinge war. Somit werden hier - beleibe nicht die erste Band, der sowas wiederfährt - interessante Ideen durch ständiges Beharren darauf bis zur völligen Wirkungslosigkeit abgenutzt. Und das kann, mit Verlaub, ganz schön nerven. Vermutlich hätte man ebenso auch auf das Noise im Namen dieser Band achten sollen, denn offensichtlich trägt es eine mindestens gleichrangige Bedeutung zu Unearth.

Anspieltipp(s): Minaret, I Surrender
Vergleichbar mit: Popol Vuh, László Hortobágyi
Veröffentlicht am: 12.3.2015
Letzte Änderung: 12.3.2015
Wertung: 7/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Unearth Noise

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2014 Spirit Guitar 10.00 1
2014 The Long Count 10.00 1

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