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Ben Levin Group

Freak Machine

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2015
Besonderheiten/Stil: Jazzrock / Fusion; Metal; RIO / Avant; sonstiges
Label: Eigenverlag
Durchschnittswertung: 13/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Ben Levin guitar, vocals
Courtney Swain vocals
Josh Friedman keyboards
Chris Baum violin
Jed Lingat bass
Tyler LeVander drums
Gavin Wallace-Ailsworth percussion
Ben Wallace-Ailsworth percussion

Gastmusiker

Jonathan Cannon violin
Abby Swidler viola
Trevor Jarvis cello

Tracklist

Disc 1
1. Freak Machine 1 8:49
2. Freak Machine 2 7:08
3. Freak Machine 3 3:40
4. Freak Machine 3.5 4:47
5. Freak Machine 4 10:48
Gesamtlaufzeit35:12


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß (Rezension 1 von 2)


Mit Bent Knee war Ben Levin an vermutlich der musikalischen Überraschung in der Szene über den Jahreswechsel 2014 / 2015 beteiligt. Er ist wohl sogar sowas wie der musikalische Chef bei Bent Knee. Aber nun schwappt auch sein zweites (neben noch so einigen anderen) Projekt zu uns. Mit der Ben Levin Group treibt er seine musikalischen Ideen auf die Spitze, so die eigene Aussage von Ben Levin. Sechs Alben hat die Ben Levin Group seit 2009 veröffentlicht, einige davon 'nur' als Downloads, die zwei Besten aber auch als physische CDs. So zum Beispiel das Jüngste - „Freak Machine“.

„Freak Machine“ ist ein Konzeptalbum. Es geht um einen sexuell frustrierten jungen Menschen, der sich aus lauter Verzweiflung eine Kugel in den Kopf jagt. Das Album beschreibt die Zeit vom Eintritt der Kugel in den Kopf bis zum Austritt. Ja, Elfen, Einhörner, Drachen und Jester spielen hier keine Rolle...

Und so ist „Freak Machine“ teils auch musikalisch etwas radikaler als das Bent Knee-Album. Und Abwechslung wird hier auch groß geschrieben. Ein lakonisch dahingesungener Text (der mir hinsichtlich Melodie und Inhalt seltsam bekannt vorkommt, aber ich kann's nicht zuordnen) eröffnet das Album und wiegt den Hörer in Sicherheit, bevor eine Art Sturm mit allerlei metallischen, schrägen, wilden, lauten Ingredienzien losbricht. Solcherlei Stürme entfachen die Musiker mit krachender Gitarre, sirrenden Violinen, rumpelnden Bassläufe und vital-wuseligem Drumming immer wieder. Dann wird’s übergangslos mal ruhig und melancholisch, bevor wieder die Post abgeht oder mal eben ein schräger Walzer zelebriert wird. Gerne treibt Ben Levin die Sache mal auf die Spitze und setzt augenzwinkernde Akzente, so wie das folk-poppige Finale mit seinem überspannten Flanger-Effekt.

Ein Reibungspunkt könnte der Gesang von Courtney Swain sein. Die Sängerin hat ja schon auf dem Bent Knee-Album eine außergewöhnliche Vorstellung abgeliefert. Aber hier geht sie oftmals noch darüber hinaus und lotet die ganze Bandbreite ihrer Stimme aus. Von leidenschaftlichem Schmachtgesang bis hin zu schrillen Ausbrüchen reicht die Skala, die es dem Hörer nicht immer einfach macht. Andrerseits aber auch ihren Beitrag zu diesem musikalischen Gesamtkunstwerk in aller seiner exaltierten Erscheinung leistet. Mit Chris Baum und Gavin Wallace-Ailsworth sind noch weitere Musiker sowohl in der Ben Levin Group wie auch bei Bent Knee engagiert. Gerade Baum mit seinen sensationellen Violinen-Passagen, gerne auch mal im Streich-Quartett, ist ein wichtiger Bestandteil.

Mit „Freak Machine“ liefert Ben Levin ein starkes, höchst außergewöhnliches Album experimentellen Rocks ab, welches in der Tradition eines Frank Zappa zu stehen scheint (schon wegen den überbordenden Ideen, die Levin mal eben in ein bisschen mehr als 35 Minuten gequetscht hat). Vergleiche könnten darüber hinaus Sleepytime Gorilla Museum sein oder auch „Ravish“, das Werk von Carla Kihlstedt, Matthias Bossi und Dan Rathbun, sein, nur so als vage Einordnung. „Freak Machine“ hat eigentlich nur einen Schwachpunkt... es ist zu kurz.

Anspieltipp(s): durchhören! ...auf der Bandcamp-Seite kann man sich einen Eindruck verschaffen
Vergleichbar mit: siehe Text, so am ehesten besteht eine Verwandtschaft zu SGM und ähnlichem
Veröffentlicht am: 29.3.2015
Letzte Änderung: 31.12.2015
Wertung: 14/15

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Von: Thorsten Gürntke @ (Rezension 2 von 2)


Die ersten Töne haben was von The Wall. Gesäuselter Gesang, ein wenig Gitarre und dann... Weltuntergangsstimmung. Bis zum Anschlag aufgerissene Soundwände, die die Boxen elektrisch und eklektisch zum Knarzen bringen. Avantgardistische Gesangseinlagen. Textzeilen wie „My heart says NO but my cock says YES!“. Das alles bekommt eine gewisse bizarre Note nicht zuletzt durch die Musik, doch vor allem, wenn das auch noch eine Frau ins Mikro stöhnt. Hier ist was los, Ben Levin treibt es... auf die Spitze.

Man muss schon ein wenig masochistisch veranlagt sein, wenn diese Töne dein Ohr treffen und im Hirn so etwas wie ein Grinsen und Glücksgefühle auslösen. Blümchensex gibt es hier nicht, hier gehst du ins SM Studio und bekommst, was du verdienst. Willkommen in der Freak Machine. Die Ben Levin Group ist übrigens das extreme Sideprojekt vom Bent Knee Gitarristen Ben Levin. Bent Knee Anleihen finden sich übrigens nicht zuletzt in so manch getragener Passage und dem charismatischen Gesang von Courtney Swain auch hier wieder. Überhaupt bin ich kein Freund von Frauengesang im Prog, doch diese Frau hat Power, Härte und diesen gewissen dominanten Unterton, der die Handschellen klicken lässt und dich in die Ekstase treibt.

Levin geht mit seinem Projekt gern mal über Grenzen. Das hat er schon auf den vergangenen Veröffentlichungen immer wieder gezeigt. Dabei steht der Mann offenbar auf deutlich kratzige Sounds. Die Becken schlagen nicht selten in höchste Dynamikbereiche und fordern das Equipment, die Bässe sumpfen nach unten ab und geben dem ganzen noch diese breiige Note. Gepaart mit wilden Taktwechseln, Harmonien und jaulend fordernden Streicher- und Quietschekeyboardpassagen ist das ordentlich anstrengend. Aber wie das eben so ist: Hast du Grenzen erst einmal überschritten, willst du wissen, was dahinter weiter geht.

Im Endeffekt heißt das: Freak Machine ist ein Album für Freaks. Hier wird Macht und Kraft zelebriert. So schmerzend es manchmal ist, soviel Lust bereitet es dir dabei die inneren Grenzen zu überschreiten. Macht euch also gefasst darauf, innere Anteile zu entdecken, die ein neue Seite in euch ansprechen. Ben Levin ist sicherlich der Meister dafür. Zur Belohnung wirst du am Ende auch von deinen Fesseln wieder befreit. Versprochen... oder?

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 8.8.2015
Letzte Änderung: 8.8.2015
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Ben Levin Group

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2010 Pulse of a Nation 13.00 1
2012 Invisible Paradise 11.00 1
2017 People 9.00 2

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