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t

naive

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2002
Besonderheiten/Stil: Moderne Electronica; Postrock
Label: Galileo
Durchschnittswertung: 11/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Thomas Thielen Alle Instrumente & Vocals

Tracklist

Disc 1
1. she said 10.38
2. a night out 3.52
3. round here 4.28
4. do not come back 5.26
5. mother 6.39
6. a day like any other day 3.30
7. she is dead 7.23
8. tuesday night blues 5.37
9. nothing more 7.03
10. the dark 3.29
11. about us 9.47
Gesamtlaufzeit67:52


Rezensionen


Von: Sal Pichireddu @ (Rezension 1 von 2)


Vor Jahresfrist debütierte Scythe mit Divorced Land auf dem Schweizer Label Galileo und fand im unübersichtlichem Wust der Neuerscheinungen recht große Beachtung, nicht ganz unumstritten. Scythe polarisierte mit einer intelligenten, aber vielleicht gewöhnungsbedürftigen Mischung aus verschiedenen Einflüssen der progressiven Rockmusik. Gerade die Vokalperformance war mehr als umstritten und galt sie mir für durchaus gelungen, weil sehr eigen und mutig (und technisch durchaus ausgereift, auch wenn das keiner so recht wahrnehmen wollte), stürzte sich ein Teil der schreibenden Zunft (und der Szene) auf t's Stimme, empfand sie im Klang oder in ihrer Wirkung als unschön und deutete dies als falsch gesungen.

Sei es wie es sei - stimmlich hat t sich deutlich weiterentwickelt, sein Gesang ist expressiver geworden. Gelöst von den Zwängen des etwas starrem Art- Rock- Korsetts, entfaltet er auf seinem Solo- Debüt naive seine stimmlichen und technischen Möglichkeiten und v.a. seine Ausdruckskraft. Nicht nur wegen des alphabetischen Namens drängt sich der Vergleich zu h/ Steve Hogarth auf, auch das Timbre erinnert an den Marillion- Frontmann. Auf der anderen Seite traut sich t nun, Gefühl über Technik zu setzen, Thom Yorke von Radiohead mag hier als Referenz dienen.

Überhaupt scheint nun nichts mehr, wie es vor einem Jahr war, verzichtet t doch zum Großteil auf genau jene musikalische Ingredentien, die den Scythe- Sound ausgemacht haben. Seine Kompositionen sind deutlich songorientierter, textbetonender, v.a. musikalisch begeht t auf naive völlig neue Wege, in gewisser Weise ganz dem Titel des Albums entsprechend "naiver", einfacher. Es fehlen weitgehend die vertrackten, verschachtelten Passagen, stattdessen verpasst t sich und seinen Songs einen sehr modernen Sound, der die Anleihen an Radiohead, Portishead etc. nicht verneinen kann, es wohl auch nicht will.

Mal abgesehen von der ganzen Vergleicherei (die ja letzten Endes mehr verschleiert, als erklärt) ist naive ein sehr persönliches, intimes Album, sehr düster in seiner Wirkung, beklommen, bedrohlich, manchmal regelrecht verzweifelt. Offensichtlich ist das Album auch eine ganz persönliche Aufarbeitung von Vergangenheit, andererseits wirkt es auch auf den Hörer sehr suggestiv, persönlicher Albtraum inklusive.

Bemerkenswert ist, dass t das Album komplett selbst eingespielt, aufgenommen und produziert hat und das ihm dennoch (oder gerade deswegen?) das bisher bestklingenste Galileo- Album gelungen ist, wohl auch weil das Mastering nicht der berühmte (und teure) aber glücklose Bob Katz übernommen hat, sondern der brilliante Andy Horn - ein Name, den man sich merken sollte.

Das sehr passende und gelungene Artwork stammt vom blutjungen und talentiertem Artworker anifan, noch ein Name, den man sich nicht vergessen sollte, hebt sich seine Arbeit doch so wohltuend vom Prog- Artwork- Einerlei ab.

naive ist ein sehr persönliches, privates Album, dass Scythe- Kenner von der ersten bis zur letzten Minute überraschen wird und durch seine atmosphärische Dichte den Hörer zu packen weiß. Prog- Puristen werden sich mit Sicherheit an den viel zu modernen Sounds und an den viel zu straighten Kompositionen stoßen; wer mit der zeitgenössischen post- Rock- Szene etwas anfangen kann, der sollte dem Album eine Chance geben, es lohnt sich.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 4.7.2002
Letzte Änderung: 4.7.2002
Wertung: 11/15

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Von: Thorsten Gürntke @ (Rezension 2 von 2)


Thomas Thielen versteckt sich hinter dem Synonym t. Der SCYTHE Sänger und Gitarrist legt mit diesem Album sein erstes Solowerk vor. Da ich bei Scythe mit seiner Stimme doch einige Probleme habe, war ich nicht auf einen solchen Hammer gefasst!

Thomas hat sämtliche Stücke selbst komponiert und aufgenommen, spielt alle Instrumente selbst und hat lediglich den Endmix von Andy Horn machen lassen. Das Ergebnis verzaubert einen und läßt viel Atmosphäre aufkommen. t's Stimme erinnert immer wieder an Steve Hogarth (Marillion). Und dass Thomas diesen Mann verehrt hört man an vielen Passagen des Albums und auch der Projektname t war sicherlich von Hogarth beeinflußt (dessen Soloalben erscheinen unter dem Namen h).

"naive" - ginge man dabei von Malerei aus - ist alles andere als herkömmlich. Vielmehr sucht Thomas den Reiz des Besonderen. So ist er nicht zimperlich in der Verwendung elektronischer Sounds, wandelt aber ebenso auf klassischen Piano/Gesang Stimmungen. Die Verbindung von Stille und Aufbrausen ist Thomas über das gesamte Album gelungen. Die Songs sind allesamt ausgezeichnet auf seinen Gesang abgestimmt, die Stimme klingt angenehm und gefühlvoll, dabei aber durchaus kraftvoll. Thomas schafft es, Emotionalität und Melancholie zu wecken - ein sehr aufreibender Mix durchzieht das Album.

Wer sich dies Album zulegt sollte sich also durchaus bewußt sein, dass er sich hier in eine Gefühlswelt begibt, die man annähernd auf Marillion's Brave oder Kevin Moore's erster Chroma Key Scheibe (dead air for radios) findet. Zum anchecken gibt es massig Soundsamples auf t's Homepage. Ich empfehle, in die Stücke "she said", "she is dead", "tuesday night blues" und "about us" unbedingt reinzuhören.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 30.6.2004
Letzte Änderung: 30.6.2004
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von t

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2006 voices 12.00 2
2010 anti-matter poetry 13.00 1
2013 psychoanorexia 13.00 2
2015 fragmentropy 13.00 1
2016 epistrophobia 14.00 1

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