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Kraftwerk

Autobahn

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1974
Besonderheiten/Stil: Elektronische Musik
Label: EMI
Durchschnittswertung: 12/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Ralf Hütter Stimme, Elektronik
Florian Schneider Stimme, Elektronik
Klaus Roeder Violine, Gitarre
Wolfgang Flür Elektronisches Schlagzeug

Tracklist

Disc 1
1. Autobahn 22:42
2. Kometenmelodie 1 6:20
3. Kometenmelodie 2 5:45
4. Mitternacht 3:40
5. Morgenspaziergang 4:00
Gesamtlaufzeit42:27


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 1 von 3)


"Autobahn" brachte Kraftwerk den großen Durchbruch. Die auf 4 Minuten zusammengestutzte Version des Titelsstücks war die erste deutschsprachige Single, die den Sprung in die US-Charts schaffte.

Die hypnotische Ausstrahlung des Titelstücks sucht wahrlich ihresgleichen. Über einem kaum variierenden elektronischen Grundmuster liegt ein Teppich elektronisch verfremdeter (oder erzeugter) Flöten- und Gitarrenklänge, dazu immer wieder das monotone "fahrn, fahrn, fahrn auf der Autobahn". Ein echtes Tongemälde und ein Allzeitklassiker elektronischer Musik, der die musikalische Entwicklung Kraftwerks in den folgenden Jahren aufzeigt.

Die vier kürzeren Titel haben leider nie den Bekanntheitsgrad von "Autobahn" erreicht, dabei sind sie keineswegs weniger interessant. "Kometenmelodie 1" und "Kometenmelodie 2" scheinen im Prinzip das gleiche Stück in unterschiedlicher Geschwindigkeit zu sein. Während Nr. 2 in flotten Tempo gehalten ist, klingt Nr. 1 wie in Zeitlupe gespielt. Das bizarre "Mitternacht" ist eine Art Klangcollage mit elektronische nachempfundenen Geräuschen bedrohlich näherkommender Schritte und ähnlicher Klänge, die einem Horrorfilm entstammen könnten. "Morgenspaziergang" beginnt mit elektronischem Vogelzwitschern, dann setzt eine einfache Blockflöten(!)melodie ein, die von E-Piano mit allerlei Echoeffekten aufgenommen wird. Gerade diese beiden letzten Stücke stehen noch stärker in der Tradition der frühen Kraftwerk.

Anspieltipp(s): Autobahn
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 3.4.2002
Letzte Änderung: 3.4.2002
Wertung: 12/15

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Von: Udo Gerhards (Rezension 2 von 3)


Lang ist's her: bald jährt sich das Erscheinen von Kraftwerks E-Musik-Klassiker (und damit die Urgründe des Techno...) 30 Jahre! Wenn man ehrlich ist, so hat das minimalistische Titelstück zwar dank Kinderlied-Charme ("Fahrn, fahrn, fahrn auf der Autobahn / wir fahrn, fahrn, fahrn auf der Autobahn / Die Fahrbahn ist ein graues Band / weisse Streifen, grüner Rand" hüstel naja...) und monoton-hypnotischer Rhythmik seinen unbestreitbaren Reiz, aber das alleine kann kaum den internationalen Erfolg des Albums erklären, insbesondere, wenn man bedenkt, dass die Ex-Kraftwerker von Neu! mit ihrem ersten Album, speziell dem langen Stück "Hallogallo", schon zwei Jahre zuvor einen sehr ähnlichen musikalischen Claim absteckten und damit zwar sehr einflussreich auf andere Künstler waren, aber nie über Insider- und Kult-Status hinauskamen und bis zur lange fälligen Wiederveröffentlichung Ihrer Alben auf CD von der Öffentlichkeit nahezu vergessen waren.

Klar, Neu! waren insgesamt sperriger und ihre nicht komplett elektronischen erzeugten Klänge wirkten vielleicht weniger futuristisch als Kraftwerks Blubbersound (auch wenn hier auch die gute alte Gitarre und die Flöte zum Einsatz kommen). Der wichtigere Grund dürfte aber Neu!s weniger vermarktbares Wesen gewesen sein: Kraftwerk verstanden es einfach, mit dem teutonischen Bandnamen, ihrem sorgsam gepflegten Menschmaschine-Bild und der Verwendung einer international bekannten deutschen Ikone (Autobahn) mit zugehöriger plakativer Cover-Gestaltung, Wirkung zu erzeugen. Obendrein wurde, worauf mich Kollege Achim zu Recht hinweist, eine vierminütige Version von Autobahn als Single ausgekoppelt, was natürlich Radioeinsatz ermöglichte. Aber die Wirkung dieses Airplays hing sicherlich wiederum auch vom den oben genannten Faktoren ab. Natürlich ist auch dies durchaus eine kreative Leistung, zeigt aber, dass Marketing und Image-Erzeugung genauso wie in den Zeiten von DSDS, Popstars, Star Search und Fame Academy schon vor 30 Jahren mindestens so wesentliche Faktoren für Publikumserfolg waren wie die Musik selbst.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 8.1.2004
Letzte Änderung: 11.2.2017
Wertung: keine

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 3 von 3)


Nähert man sich dieser Platte von seinen Vorgängeralben aus an, wirkt das Titelstück erstmal recht eintönig, ja fast langweilig. Nichts ist mehr übrig von der Experimentierfreudigkeit früherer Tage, dem Krautrock des Erstlings und der Vielfalt von Nummer zwei und Ralf & Florian. Scheinbar endlos rollt man auf einer Autobahn dahin. Gemächlich. Eine Autobahn der 70er Jahre. Noch herrscht wenig Verkehr. Es besteht noch keine Gurtpflicht, es gibt noch keine Katalysatoren, keine Airbags, keine Bordcomputer.

Und trotzdem scheint man irgendwie mit Tempomat dahinzugleiten. Irgendwann ist man plötzlich gefangen in der Monotonie, der Endlossschleife, den hypnotisierenden Wiederholungen des Stückes. Ich kenne die gekürzte "Single-Version" des Stücks nicht, kann mir aber nicht vorstellen, dass man diese Attribute der Komposition, welche fraglos deren ureigenen Reiz ausmachen, in komprimierter Form wirkungsvoll rüberbringen kann. Aber das war wohl auch nicht das Ziel. Autobahn muss man kennen.

Der Rest der Platte ist nicht minder interessant. Sei es die erste Kometenmelodie, welche die unendliche Weite des Universums verströmt, die zweite Kometenmelodie, die als Blaupause einiger Kompositionen von Jean Michel Jarre hingehalten haben dürfte, sei es das erst friedliche und dann gruselige "Mitternacht" oder der abschliessende, wunderschöne Morgenspaziergang, auf dem uns elektrische Vögel entgegen zwitschern und ein digitaler Bach an uns vorbei fliesst. Das Album macht Spass.

Ein Meilenstein der elektronischen Musik.

Anspieltipp(s): durchhören
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 26.5.2016
Letzte Änderung: 24.5.2016
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Kraftwerk

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1971 Kraftwerk 1 11.67 3
1972 Kraftwerk 2 9.00 3
1973 Ralf & Florian 10.50 4
1975 Radio-Aktivität 12.00 2
1977 Trans Europa Express 12.00 2
1978 The Man-Machine 12.00 1
1981 Computer World 11.00 1
1986 Electric Cafe 8.00 2
1991 The Mix 8.50 2
1999 Tour de France (Single) 11.00 1
1999 Expo 2000 (Single) 7.00 1
2003 Tour de France Soundtracks 8.00 1
2004 Aerodynamik (Single) - 1
2005 Minimum-Maximum 9.67 3
2005 Minimum - Maximum (DVD) 11.50 2
2009 Der Katalog 13.00 2
2017 3-D Der Katalog 13.00 1
2017 3-D Der Katalog (BluRay-Boxset) 14.00 1

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