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Next To None

A Light In The Dark

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2015
Besonderheiten/Stil: Progmetal
Label: InsideOut Music
Durchschnittswertung: 8.33/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Max Portnoy drums
Ryland Holland guitar
Kris Rank bass
Thomas Cuce vocals, keyboards

Tracklist

Disc 1
1. The Edge Of Sanity 9:39
2. You Are Not Me 4:55
3. Runaway 4:58
4. A Lonely Walk 5:31
5. Control 9:58
6. Lost 6:12
7. Social Anxiety 3:44
8. Legacy 3:56
9. Blood On My Hands 8:14
Gesamtlaufzeit57:07


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß (Rezension 1 von 3)


„A Light In The Dark“ nennt sich das Debütalbum der amerikanischen Formation Next To None. Ob dieser Name wohl ausdrücken soll, dass man sich für unvergleichlich hält? Na ja, wie auch immer, geboten wird Progmetal, der geschickt zwischen melodischen und technisch-vertrackten Passagen changiert und natürlich vor allem in den längeren Stücken ausladende, bewegte Instrumentalabfahrten bietet. Da wird überhaupt instrumental ordentlich rangeklotzt, weil die Jungs allesamt ziemliche Chefs an ihren Instrumenten sind, allen voran der Drummer. Überhaupt wirkt das Schlagzeug sehr dominant und präsent im Gesamtsound des Albums. Das hat Gründe, dazu gleich mehr.

Auffällig ist vielleicht, dass sich in die Progmetal-Atmo immer mal wieder moderne Versatzstücke härteren NuMetals mischen. Gerade der zweite Song „You Are Not Me“ klingt ziemlich „straight in the face“ und mag mehr Slipknot als Dream Theater sein. Gut, angeblich soll das die Single-Auskopplung sein. Mit „Control“ folgt dann später aber doch noch eine Art Dream Theater-Hommage. Zu allem passt der Gesang von Thomas Cuce, der sich an Klargesang, Growls und gelegentlichem Core-Gebrüll abarbeitet. Nicht schlecht, aber manches klingt noch etwas dünn. Das hat Gründe, dazu gleich mehr.

„A Light In The Dark“ ist ingesamt ein gelungenes Progmetal-Album mit durchaus eigenem Charakter. Die Stücke sind spannend arrangiert, bieten viel Instrumental-Pyrotechnik und durchaus die eine oder andere geschickte Wendung. Ein recht unterhaltsames und mitreißendes Werk ohne eklatante Schwächen, ein sehr ordentliches Debüt. Und mit „A Lonely Walk“ hat es auch eine nette, nicht allzu kitschig geratene Ballade.

Soweit so gut. Was dieses Album dann doch irgendwie besonders macht, ist, dass die Musiker bei den Aufnahmen so zwischen 15 und 17 Jahre alt waren. Da überrascht die musikalische Reife, die das Album ausstrahlt doch irgendwie. Gepaart mit einem gewissen Übermut und allerlei eingestreuten, augenzwinkernden Ideen – man höre allein die kurze Honky Tonk-Piano-Einlage im Opener -, ist auch die kompositorische Reife der Jungs beeindruckend. Die Jugend erklärt eben dann auch, warum Sänger und Keyboarder Cuce noch nicht immer aus dem vollen Schöpfen kann. Aber wenn sich der junge Man so weiterentwickelt, dann geht ein neuer Shouter-Stern am Progmetal-Himmel auf.

Auf dem Schlagzeug-Sessel sitzt ein gewisser Max Portnoy. Der Filius des großen Mike P.. Offensichtlich hat er bei seinem Papa einiges gelernt und spielt dementsprechend druckvoll, laut, dominant und mit allerlei Vertracktheiten garniert auf. Schon eine beeindrucke Drum-Show, die er hier abliefert. Mike Portnoy hat das Album denn auch produziert, daher wahrscheinlich auch der prominente Schlagzeug-Sound. Allerdings schwört Mike Portnoy Stein und Bein, dass er nur technische Schützenhilfe beim optimalen Nutzen des Studio-Equipments geleistet hat, alles andere kam von den Jungs selbst. Nun, die vier Jungs spielen alle schon seit früher Jugend Instrumente, so dass sie zum Zeitpunkt der Aufnahmen durchaus schon auf 10 Jahre Musik-Erfahrung zurückblicken können. Next To None hatten auch schon Support-Auftritte bei den Winery Dogs und bei Adrenaline Mob, da hilft's dann doch, wenn man einen prominenten Daddy hat. Für den Vertrag mit InsideOut war das sicherlich auch nicht hinderlich.

Auf dem Album soll es noch Gastauftritte von Ron „Bumblefoot“ Thal, einen der aktuellen Guns'n'Roses-Gitarristen, und Neal Morse geben. Für mich nicht zu identifizieren und das Name-Dropping haben Next To None eh nicht nötig, dazu haben sie schon mit ihrem Erstling genug eigenes Standing.

Anspieltipp(s): The Edge Of Sanity, Control
Vergleichbar mit: Dream Theater treffen auf NuMetal
Veröffentlicht am: 12.7.2015
Letzte Änderung: 12.7.2015
Wertung: 10/15

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Von: Harald Schmidt @ (Rezension 2 von 3)


Eine Teenie-Prog-Metal-Band, bestehend aus 15- und 16-Jährigen, von denen einer (Max Portnoy) noch dazu als Sohn von Ex-Dream-Theater-, Transatlantic- und Adrenaline Mob-Schlagzeuger Mike Portnoy identifiziert wird?! Portnoy Senior hat auch gleich mal die Produktion des Albums übernommen und dem Ganzen ziemlich deutlich seinen Stempel aufgedrückt – wenn da nicht die Karrieresignale auf grün springen.

Positiv fällt auf, dass Next To None schon einmal nicht in die simple Dream Theater-Falle tappen. Sie gehen schon ihren eigenen Weg. Und der ist durchaus steinig. Ach was, metallisch: Harter, progressiver Metal mit durchaus großer Bandbreite fliegt dem Hörer um die Ohren. Knüppelharte Riffs, fette Drums (mit viel Double-Bass-Galopp-Drum) und schnelle Keyboard- und Gitarrensoli sind die Hauptfaktoren. Und trotz aller Härte – das klingt mehr als interessant und hat vor allen Dingen meist viel Zug und Tempo. Man spürt regelrecht die opponierende Teenagerhaltung in jeder Note.

Ein echter Prüfstein für Nicht-Metaller ist jedoch der janusköpfige Stimmeinsatz. Zur einen Hälfte hört man recht angenehmen Gesang, der seine Bezeichnung als solcher verdient und in den Chorpassagen dann doch ein wenig an Dream Theater erinnert (ohne LaBries Höhenflüge). Zur anderen Hälfte mag man es aber auch gerne als lautmalerische Stimmbandexperimente bezeichnen: New-metallisches Geplärre und durchaus häufiges Gegrunze machen es schon mächtig anstrengend.

Man befindet sich somit sowohl rein musikalisch als auch gesanglich im Grenzgebiet. Der früh-90er-Crossover oder Hardcore sind da stellenweise genauso nah wie der klassische US-Prog-Metal Marke Shadow Gallery oder der sog. New Metal.

Hier wird nicht gekuschelt, es gibt permanent auf die 12! Nur wer tolerant ist und sich dem modernen Metal genauso öffnet wie dem bewährten Prog-Metal wird A Light In The Dark mehr als einmal auflegen (vielleicht sogar im Dunkeln). Der Gesang dürfte das entscheidende Kriterium für die meisten potenziellen Hörer sein, weil doch immerhin 50% als aggressives Geshoute oder sogar Gegrunze bezeichnet werden müssen. Aber spielen können die Jungs wie der Teufel und Papa Portnoy hat ihnen im Studio den letzten Schliff verpasst.

Also wenn Ihr mal Kumpels überraschen wollt, die Prog als langweilig bezeichnen oder Euch für altmodisch halten – spielt ihnen mal diese Scheibe als Eure neue Entdeckung vor. Entweder sie verstehen die Welt nicht mehr oder sie schenken Euch zum nächsten Geburtstag die neue Rammstein, ob Eurer persönlichen Weiterentwicklung. Probiert es aus.

Anspieltipp(s): The Edge Of Sanity, Runaway
Vergleichbar mit: einem Mix aus klassischem Prog-Metal und New Metal
Veröffentlicht am: 6.8.2015
Letzte Änderung: 6.8.2015
Wertung: 10/15

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Von: Gunnar Claußen @ (Rezension 3 von 3)


Ich kann nicht anders, als diese Platte über den Link "Portnoy" zu betrachten. Bei Dream Theater ohne die Möglichkeit der Rückkehr rausgeflogen, zugleich wohl für die Stagnation in den 00er Jahren hauptverantwortlich, hat Mike Portnoy mittlerweile etwas rastloses an sich und trommelt jetzt bei unzähligen Bands und Projekten (Transatlantic, Flying Colors, The Winery Dogs, Adrenaline Mob, viele andere und noch Bigelf, wo er pikanterweise u.a. eine "Theater Of Dreams" betitelte Nummer einspielen durfte), ausgelastet scheint der Herr aber noch lange nicht zu sein. Also ist jetzt wohl die Band seines Sohnemanns dran...

...und Überraschung! Next To None klingen auf ihrem Debütalbum "A Light In The Dark" durchaus nach Dream Theater. Wenn Thomas Cuce sich mit dem Gesang anstrengt, gibt er eine passable Kopie von James LaBrie ab, Ryland Holland fischt öfter mal im Riff-Fundus der Alben von "Train Of Thought" bis "Black Clouds And Silver Linings", und Portnoy Junior lässt an den Kesseln eine ganze Menge Testosteron fließen. Natürlich ist das keine 1:1-Kopie, denn hier kommen die von den Kollegen schon angesprochenen Nu-Metal-Elemente ins Spiel, die sich vornehmlich in ein paar Samples, Elektronik-/DJ-Effekten und Raps äußern. Streng genommen gab es letzteres allerdings bei Dream Theater auch schon mal, wenn auch eher spärlich dosiert.

Trotzdem (?) kann ich dieser Platte irgendwie nicht allzuviel Gutes abgewinnen. Das meiste, was Next To None hier spielen klingt ziemlich überhastet und ungestüm, was an sich ja nicht schlecht sein muss - immerhin waren Dream Theater selber mal jung und wild. Aber: Beim Songmaterial geht hier ebenfalls nicht viel zusammen, und die Songs sind nicht gut ausbalanciert. Unnötig lange Riff- und Soli-Exkurse prägen das Bild und zerstören dabei Zusammenhang und Stringenz (ganz besonders schlimm in "Control"). Wenn dazu noch belanglos-simple Melodien wie in "Runaway", textliches Pathos ("Blood On My Hands") und einige amateurhafte Spielfehler und rhythmische Wackler dazu kommen, die man vielleicht von Bands wie Odin's Court kennt, dann geht es weit nach unten. Richtig übel ist allerdings "Lost", in dem Thomas Cuce mit im Gegensatz zu seinem Gesang überschaubarem "Erfolg" daran versucht, die Melodie von "In der Halle des Bergkönigs" (was habe ich mich gefreut, als ich damals rausbekommen habe, welche Tasten man dazu auf dem Casio-Keyboard drücken muss...) zur Grundlage eines Düster-Jams zu machen.

Also: Next To None sind jung und wahlweise wütend oder (über)motiviert, aber schön hörbare Musik will dabei auf "A Light In The Dark" meines Erachtens eher nicht herauskommen. Das liegt daran, dass hier all das zusammenkommt, was von 2000 bis 2010 gemeinhin Dream Theater vorgeworfen wurde, im Gegensatz zu damals aber auch die Machart diskutabel ist (über den krachigen Sound habe ich mich übrigens auch noch nicht mokiert...). Also nein: Next To None wirken wie das vermeintliche Fußballtalent, das in der Jugendabteilung eines etablierten Clubs geparkt wird, weil Papi zufällig beim Sponsor arbeitet und mit dem Präsi ganz dicke ist. Der Nächste, bitte!

Anspieltipp(s): Eigentlich ist alles hier für das Album repräsentativ
Vergleichbar mit: Jordi Cruyff, Alessandro Riedle, Fabian Burdenski und ähnlichen Nachwuchs-Talenten
Veröffentlicht am: 27.8.2015
Letzte Änderung: 31.1.2016
Wertung: 5/15
Hier gibt's alle Klischees, die man Dream Theater sonst so vorhält

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Next To None

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2017 Phases 8.50 2

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