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Van Zyl

Rituals

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2014
Besonderheiten/Stil: instrumental; Elektronische Musik
Label: Synkronos Music
Durchschnittswertung: 10/15 (1 Rezension)

Besetzung

Chuck Van Zyl Electronics

Tracklist

Disc 1
1. Saturn 21:55
2. Ars Moriendi 35:05
Gesamtlaufzeit57:00


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Offenbar hat Chuck Van Zyl seit einigen Jahren mehr Zeit. Oder er ist erneut auf den Geschmack gekommen. Seit Anfang des ersten Jahrzehnts des neuen Jahrtausends bastelt er jedenfalls wieder verstärkt an Klang (erst im Live-Duo The Ministry of Inside Things, dann solo im Studio), nachdem es Mitte der 90er ruhiger um den Elektroniker aus Philadelphia geworden war. 2010 erschien sei erstes Soloalbum nach 15 Jahren (siehe "MemorySpace"), dem 2014 mit "Rituals" die dritte CD nach der Pause gefolgt ist.

Optisch ist die Scheibe kaum von den beiden Vorgängern zu unterscheiden, bietet ebenfalls Infrarot-Friedhofsaufnahmen, und auch in musikalischer Hinsicht liegen keine Welten zwischen den drei Alben. Dem Titel entsprechend sind zwei lange Klangrituale im Stil der Berliner Schule auf "Rituals" zu finden, sehr farbig und abwechslungsreich gestaltet, deren Zentren jeweils von repetitiven, sich durcheinander bewegenden Sequenzermustern bestimmt werden, die sich nach einem ausgedehnten, freiformatig-schwebendem Beginn nach vorne arbeiten.

"Saturn" ist von beiden Stücken das spacig-kosmischere und dynamischere, wird von helleren, fiepend-zischenden, luftig-schwebenden Elektronikeinlagen und kernig-schneidenden Synthesizerlinien bestimmt, bisweilen ergänzt um perlende E-Pianolinien und satte Mellotronschuebe. "Ars Moriendi" hat dagegen einen etwas irdischeren, morbide-düsteren Charakter, beginnt mit zischenden Windgeräuschen, lang hallenden Elektronikglöckchen, verfremdeten Chören, freiformatig-schrägen Einwürfen und allerlei lärmend-industriellem Dröhnen und Brummen, ehe sich auch hier nach fast 15 Minuten die Sequenzer durchsetzten und das Stück getragen dahin schreitend Fahrt aufnimmt. In der zweiten Hälfte werden dann wieder dynamisch-spacige Gefilde erreicht, bestimmt von perkussiv tickernden Mustern, allerlei Synthesizerlinien und Mellotronflöten, ehe die Nummer mysteriös fiepend und wabernd im All ausklingt.

Von den drei bisher im neuen Jahrtausend veröffentlichten Van-Zyl-Alben ist "Rituals" wohl die dichteste und klangvollste Produktion (wobei die Unterschiede zwischen den drei Scheiben nicht wirklich groß sind). Wer ausladende Berliner Retro-Elektronikexkurse im Geiste der mittleren 70er-Jahre des letzten Jahrhunderts schätzt, die zudem abwechslungsreicher und druckvoller produziert wurden als die Originale, der liegt hier richtig. Im Vergleich zu rezent erschienenen stilähnlichen Alben (wie z.B. "cosmic ground 2" oder "Green") ist "Rituals" zwar deutlich retro-lastigster und weniger eigenständig ausgefallen, macht aber trotzdem viel Spaß.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 5.8.2015
Letzte Änderung: 22.9.2015
Wertung: 10/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Van Zyl

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1993 Celestial Mechanics 10.00 1
1995 The Relic 10.00 1
2010 MemorySpace 9.00 1
2012 Cenotaph 9.50 2
2016 Recitals 11.00 1

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