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Spock's Beard

The Oblivion Particle

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2015
Besonderheiten/Stil: Melodic Rock / AOR; RetroProg
Label: InsideOut
Durchschnittswertung: 10.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Alan Morse guitar, mandolin, electric sitar, banjolele, autoharp, vocals
Dave Meros bass, synth bass, vocals
Jimmy Keegan drums, percussion, vocals
Ryo Okumoto organ, piano, mellotron, synthesizers
Ted Leonard vocals, guitar

Gastmusiker

David Ragsdale violin (9)
Nick D'Virgilio drums ("Iron Man")

Tracklist

Disc 1
1. Tides Of Time 7:45
2. Minion 6:53
3. Hell's Not Enough 6:23
4. Bennett Built A Time Machine 6:52
5. Get Out While You Can 4:55
6. A Better Way To Fly 8:57
7. The Center Line 7:05
8. To Be Free Again 10:24
9. Disappear 6:36
10. Iron Man   (bonus track 'limited edition') 6:14
Gesamtlaufzeit72:04


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß (Rezension 1 von 2)


Spock's Beard legen wieder ein neues Studio-Album vor. Die Erwartungen und Reaktionen waren früher auch schon mal mehr, aber irgendwie sind Spock's Beard nicht mehr eine der Bands, die die Szene euphorisieren (allerdings sind die ersten Reaktionen auf dieses Album in diversen Rezensionen nachzulesen erstaunlich gut). Gut, nach so vielen Jahren im Business vielleicht auch nicht so überraschend und vermutlich auch eine Folge der spürbaren Ziellosigkeit der Band nach dem großen Bruch mit Neal Morse. Allerdings haben sich Spock's Beard 3.0 mit „Brief Nocturnes and Dreamless Sleep“ dann doch gefunden und eigenes Profil entwickelt. Und das neue Werk „The Oblivion Particle“ setzt diesen Weg erfreulich fort.

Allerdings wer oder was ist Spock's Beard 2015 eigentlich? Gut, die Musiker sind klar, aber es fällt doch auf, dass John Boegehold, immerhin an langjähriger Begleiter der Band, mehr als die Hälfte der Stücke auf dem neuen Album geschrieben hat. Die anderen stammen von Sänger Ted Leonard und Stan Ausmus, so bleibt nur eines, welches von Alan Morse und Ryo Okumoto geschrieben wurde. Die Bärte also fremdbestimmt? Nun, wie immer man das sehen mag, die Stücke sind auf jeden Fall durchwegs stark geraten. Starke Melodien, die sich nicht gleich abnutzen, tiefgründige, farbige, verspielte Arrangements und auch Longtracks, die nicht in ihre Bestandteile zerfallen. Die Basis stimmt also.

Und die Band macht was draus. Selbst die noch ein bisschen „leichtgewichtigeren“ Stücke zu Beginn des Album (etwas bis „Bennett Built A Time Machine“) werden durch die Spielfreude der Band mitreißend dargeboten. Selbst ein Stück wie „Minions“, welches mit seinem unverhohlenen AOR-Touch vielleicht eher zu Ted Leonards anderer Band – Enchant – passen würde, kommt hier im Album-Kontext gut rüber. Und natürlich ist Leonard ein idealer Sänger für derartige Musik und die Band glänzt mit schönen Chören. Das haben wir überhaupt noch öfters auf diesem Album. Wunderschöne, mehrstimmige Chor-Passagen und guten Solo-Gesang, auch Schlagzeuger Keegan erweist sich als ganz brauchbarer Sänger (einen weiteren Wechsel vom Drummer-Stuhl ans Mikro muss es deswegen aber nicht gleich geben, dazu verströmt Keegan dann zuwenig Charisma).

Die musikalischen Abfahrten sind sowieso ohne Fehl und Tadel. Schöne Gitarren-Parts, röhrende Orgel, flirrende Synthies, rumpelnder, scharrender Bass, vitales Drumming, die Band ist gut in Form und bietet alles mit greifbarer Spielfreude dar. Das ist eine bunte Mischung aus 70er inspiriertem Prog, augenzwinkernden Rückgriffen in die eigene Vergangenheit und kraftvollem Meldodic Rock der Neuzeit. Hier wird dem Melodic-Prog-Affen ordentlich Zucker gegeben. Kansas-Geiger David Ragsdale darf dann im letzten (regulären) Track noch ein weitere musikalische Farbe einbringen. So macht das richtig Spaß.

Ein gelungenes Album also, für Bärte-Fans wie Neuentdecker gleichermaßen geeignet. Es erscheint in diversen Formaten von Download über CD bis hin zu einer hochwertigen Vinyl-Ausgabe. Mindestens die 'limited edition' auf CD enthält einen nicht uninteressanten Bonus-Track. Es ist ein Cover des Black Sabbath-Klassikers „Iron Man“ ganz im Bärte-Stil mit leichtem elektronischem Touch. Cool gemacht, aber am interessantesten ist wohl, dass hier Schlagzeuger Nick D'Virgilio eine Art geheimes Comeback gibt, groß darauf hingewiesen wird jedenfalls nicht. Gut, Dave Meros, der hier den Lead-Gesang übernimmt outet sich auch nicht gerade als Gesangs-Ikone. Aber als unterhaltsame Beigabe zu dieser 'limited edition' taugt das alles sicherlich (ob's den Mehrpreis wert ist... nicht zwingend würde ich sagen, allerdings glänzt die 'limited edition' auch mit einem wunderschönen Artwork mit dickem Booklet und einem Album-Cover, dass wie ein Wimmelbild für Erwachsene wirkt und einige Rückgriffe in die Bandgeschichte beinhaltet...).

Nachtrag 01.09.15: Nach intensiver Diskussion mit mir selbst, habe ich mich korrigiert... nach oben in der Bewertung. "The Oblivion Part" ist das beste Bärte-Album seit dem Split vom großen Neal und selbst im Vergleich mit dem davor gebotenen schneidet es gut ab.

Anspieltipp(s): A Better Way To Fly, Disappear
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 30.8.2015
Letzte Änderung: 4.9.2015
Wertung: 12/15

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Von: Nik Brückner @ (Rezension 2 von 2)


Spock's Beard sind zurück! "The Oblivion Particle" – na, wenn's weiter nichts ist!

"Tides Of Time" ist ein ganz starker Beginn: Spock's Beard stellen unter Beweis, dass sie Prog auch ohne Neal Morse können. Thomas stellt oben die berechtigte Frage, wer oder was Spock's Beard 2015 eigentlich ist, "Tides Of Time" gibt die perfekte Antwort auf diese Frage: Es ist völlig egal, wer für eine Band die Songs schreibt, solange es starke Songs sind.

Das gilt auch für "Minion", auch wenn das von mir aus echt gern auf einem Enchant-Album sein darf. Ein veritabler Stadionrocker. Passt. "Hell's Not Enough" hat weniger Power, schlägt ansonsten aber in die gleiche Kerbe, leider hört der Song genau dann auf, wenn er anfängt, im Progsinne interessant zu werden. Schade.

Wisst Ihr noch, dass Spock's Schlagzeuger Nick D' Virgilio zu Big Big Train gegangen ist? "Bennett Built A Time Machine" ist der Big-Big-Train-Song des Albums: ohrwurmig, leichtgewichtig, nervig.

Es wird Zeit, dass das Album langsam wieder Fahrt aufnimmt. Aber "Get Out While You Can" stresst noch einmal mit Achtelakkorden von schwergewichtiger Gitarre, etwas, das man wohlwollend sehr traditionelle Keyboardsounds nennen könnte, und einem sehr simplen Refrain.

Mit "A Better Way To Fly", "The Center Line" und "To Be Free Again" stehen nun aber drei Longtracks an, das sollte doch Prog signalisieren. Nun, Spock's Beard hatten in den letzten Jahren immer wieder in die Länge gezogenen AOR im Programm, lange Laufzeiten sind bei dieser Band also nicht ohne Weiteres mit Prog gleichzusetzen. Doch "A Better Way To Fly" beginnt stark: Weltraumatmo, ein mächtiges, schräges Riff von Gitarre und Mellotron, Retroklänge. Dann nimmt das Stück Fahrt auf, das schräge Riff wird zu einem vorwärtstreibenden 7/8-Motiv weiterentwickelt, und der Song hebt endgültig ab. Ganz starke Leistung.

Und "The Center Line" legt kräftig nach: Das Stück beginnt mit einem schweren 7/8-Riff, wechselt dann in eine schwelgerische Passage, danach geht es wieder ab. Nicht ganz so proggig wie beim Vorgänger, außerdem nervt so eine Vierton-Figur von der Gitarre, aber wie auf Wunsch beginnt nach Minute vier mit einem Kanon ein proggiger Instrumentalteil, der das Stück nun auf hohem Niveau seinem Ende zutreibt. Wunderbar, wie die verschiedenen Melodien filigran ineinandergreifen. Leider setzt Jimmy Keegan mit seinem fantasielosen Schlagzeugspiel einen unangenehm plumpen Kontrapunkt. Wenn's wenigstens ein echter Kontrapunkt wäre…

"To Be Free Again" ist das getragene Gegenstück zu den beiden vorigen Longtracks. komplexe instrumentale Hochgeschwindigkeitsrennen gibt es hier nicht. Dafür wieder weite AOR-Passagen, hier und da mal nettes Klavierspiel, Keyboardstreicher, ein schönes Gitarrensolo – am Ende bleibt das Stück aber ein bissl blass.

"Disappear" macht zunächst genau da weiter, wo "To Be Free Again" aufhörte, holt aber im Mittelteil nochmal die Frickelprog-Keule raus. Das hat zwar nicht viel mit dem Beginn des Stückes zu tun, dafür umso mehr mit dem Beginn des Albums – und den schönen traditionellen mehrstimmigen Gesang gibt's auch noch obendrauf. Nicht zuletzt auch durch das pathetische Ende ein versöhnlicher Abschluss. Hätte ruhig länger sein dürfen, der Song.

Mit "The Oblivion Particle" legen Spock's Beard erneut ein etwas inhomogenes Album vor: AOR auf der einen Seite, Prog auf der anderen. Und abhängig davon, welche dieser Musiken man mag, können Jimmy Keegan und Ted Leonard schon ziemlich nerven. Im Vergleich zu früheren Post-Neal-Morse-Alben schneidet dieses aber sehr gut ab. Wer auf AORbetankten Prog steht, ist hier gut bedient.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 18.11.2015
Letzte Änderung: 18.11.2015
Wertung: 9/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Spock's Beard

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1995 The Light 11.80 4
1996 The official live bootleg 11.00 1
1996 Beware Of Darkness 11.25 4
1998 From the vault 4.00 1
1998 Live: The Beard Is Out There 11.00 1
1998 The Kindness Of Strangers 11.33 3
1999 Skin (Single) 3.00 2
1999 Live at the Whisky and Nearfest 8.50 2
1999 Day For Night 9.00 2
2000 V 11.25 4
2000 Nick 'n Neal - Live In Europe - Two Seperate Gorillas (The "from the vaults" series vol.2) 3.50 2
2000 Don't try this at home 8.50 2
2000 Don't Try This @ Home Either (The "from the vaults" series vol.3) 6.00 2
2001 There & here (The "from the vaults" series vol.4) 7.00 1
2001 All On A Sunday (Single) 1.00 2
2002 Snow 11.00 2
2002 Don't Try This At Home (DVD) 10.00 1
2003 Feel Euphoria Ltd. Edition 7.20 5
2004 The Making of Snow - 1
2005 Octane 8.57 7
2005 Gluttons For Punishment - Live in '05 9.00 2
2006 Spock's Beard 8.75 4
2008 Live (DVD) 11.00 2
2010 X 11.00 5
2012 The X-Tour Live 11.00 1
2013 Brief Nocturnes and Dreamless Sleep 10.33 3
2015 The First Twenty Years 10.00 2

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