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24172 Rezensionen zu 16522 Alben von 6433 Bands.
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Yes

Progeny - Seven Shows from Seventy-Two

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2015 (Aufnahmen von 1972)
Besonderheiten/Stil: live; Klassischer Prog
Label: Rhino
Durchschnittswertung: 8/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Jon Anderson vocals, percussion
Steve Howe guitar, vocals
Chris Squire bass, vocals
Rick Wakeman keyboards
Alan White drums

Tracklist

Disc 1
1. Opening (Excerpt From Firebird Suite)   (31 Oktober 1972: Maple Leaf Gardens, Toronto, Ontario, Canada) 1:55
2. Siberian Khatru 8:50
3. I’ve Seen All Good People 8:20
4. Mood For A Day / Clap 6:46
5. Heart Of The Sunrise 11:15
6. And You And I 9:41
Gesamtlaufzeit46:47
Disc 2
1. Close To The Edge   (31 Oktober 1972: Maple Leaf Gardens, Toronto, Ontario, Canada) 18:24
2. Excerpts From “The Six Wives Of Henry VIII” 6:54
3. Roundabout 8:40
4. Yours Is No Disgrace 14:33
Gesamtlaufzeit48:31
Disc 3
1. Opening (Excerpt From Firebird Suite)   (Ottawa Civic Centre, Ottawa, Ontario, Canada) 0:45
2. Siberian Khatru 9:36
3. I’ve Seen All Good People 7:53
4. Heart Of The Sunrise 11:30
5. Mood For A Day / Clap 7:14
6. And You And I 9:31
Gesamtlaufzeit46:29
Disc 4
1. Close To The Edge   (Ottawa Civic Centre, Ottawa, Ontario, Canada) 21:51
2. Excerpts From “The Six Wives Of Henry VIII” 5:35
3. Roundabout 8:45
4. Yours Is No Disgrace 14:25
Gesamtlaufzeit50:36
Disc 5
1. Opening (Excerpt From Firebird Suite)   (Duke University, Durham, North Carolina, USA) 2:25
2. Siberian Khatru 9:33
3. I’ve Seen All Good People 7:34
4. Heart Of The Sunrise 11:25
5. Mood For A Day / Clap 7:03
6. And You And I 11:00
Gesamtlaufzeit49:00
Disc 6
1. Close To The Edge   (Duke University, Durham, North Carolina, USA) 19:30
2. Excerpts From “The Six Wives Of Henry VIII” 7:19
3. Roundabout 8:47
4. Yours Is No Disgrace 16:00
Gesamtlaufzeit51:36
Disc 7
1. Opening (Excerpt From Firebird Suite)   (Greensboro Coliseum, Greensboro, North Carolina, USA) 2:54
2. Siberian Khatru 9:16
3. I’ve Seen All Good People 7:38
4. Heart Of The Sunrise 11:39
5. Clap / Mood For A Day 6:36
6. And You And I 11:05
Gesamtlaufzeit49:08
Disc 8
1. Close To The Edge   (Greensboro Coliseum, Greensboro, North Carolina, USA) 19:46
2. Excerpts From “The Six Wives Of Henry VIII” 7:10
3. Roundabout 8:36
4. Yours Is No Disgrace 16:21
Gesamtlaufzeit51:53
Disc 9
1. Opening (Excerpt From Firebird Suite)   (University Of Georgia, Athens, Georgia, USA) 0:40
2. Siberian Khatru 9:08
3. I’ve Seen All Good People 7:36
4. Heart Of The Sunrise 11:32
5. Mood For A Day / Clap 7:16
6. And You And I 9:44
Gesamtlaufzeit45:56
Disc 10
1. Close To The Edge   (University Of Georgia, Athens, Georgia, USA) 19:25
2. Excerpts From “The Six Wives Of Henry VIII” 6:11
3. Roundabout 8:44
4. Yours Is No Disgrace 15:43
Gesamtlaufzeit50:03
Disc 11
1. Opening (Excerpt From Firebird Suite)   (Knoxville Civic Coliseum, Knoxville, Tennessee, USA) 0:42
2. Siberian Khatru 9:11
3. I’ve Seen All Good People 7:20
4. Heart Of The Sunrise 12:02
5. Clap / Mood For A Day 7:12
6. And You And I 11:07
Gesamtlaufzeit47:34
Disc 12
1. Close To The Edge   (Knoxville Civic Coliseum, Knoxville, Tennessee, USA) 19:52
2. Excerpts From “The Six Wives Of Henry VIII” 6:14
3. Roundabout 8:40
4. Yours Is No Disgrace 16:4
Gesamtlaufzeit50:50
Disc 13
1. Opening (Excerpt From Firebird Suite)   (Nassau Veterans Memorial Coliseum, Uniondale, New York, USA) 3:06
2. Siberian Khatru 9:22
3. I’ve Seen All Good People 7:59
4. Heart Of The Sunrise 11:36
5. Mood For A Day / Clap 6:50
6. And You And I 11:05
Gesamtlaufzeit49:58
Disc 14
1. Close To The Edge   (Nassau Veterans Memorial Coliseum, Uniondale, New York, USA) 19:47
2. Excerpts From “The Six Wives Of Henry VIII” 6:32
3. Roundabout 8:35
4. Yours Is No Disgrace 17:35
Gesamtlaufzeit52:29


Rezensionen


Von: Nik Brückner @ (Rezension 1 von 2)


Yes zerlegen derzeit in Komplizenschaft mit Frontiers ihren Mythos. Gleichzeitig zeigen Rhino Records, die den Back-Katalog der Band verwalten, mit der Live-Archiv-Box "Progeny", worin der mal bestand. Wer das nicht ironisch findet.

1972 hatten Yes gerade mit "Close to the Edge" ein Album vorgelegt, das heute als absoluter Klassiker des Genres gilt - da stieg überraschend Schlagzeuger Bill Bruford aus. Da die Band bald auf Tournee gehen sollte, wurde eilends Ersatz gesucht, und Alan White in die Band geholt. Je nachdem, welcher Fassung der Legende man glauben darf, mit fünf oder gar nur drei Tagen Zeit zum Proben. Die Wahrheit dürfte wohl irgendwo bei zwei Wochen liegen, jedenfalls ist das die Zeit, die in den Interviews aus jener Zeit immer genannt wird. Die Zeit, die er zum Üben hatte, wird umso länger, je älter die Interviews sind, die man dazu liest.

Wie auch immer. Das erste Konzert mit Alan White am Schlagzeug fand am 30. 7. 1972 in Dallas statt. Es war das erste Konzert der "Close to the Edge"-Tour, bei der man im Herbst einige Shows für ein Live-Album mitschneiden wollte. Die Rede ist natürlich vom legendären Triple-Album "Yessongs".

Als die Aufnahmen dann stattfanden, hatte White das Programm längst drauf und sich mit Chris Squire zu einer großartigen Rhythmussektion entwickelt. Die nun in der "Progeny"-Box veröffentlichten Konzertaufnahmen stammen aus dem Oktober und November 1972.

Die Geschichte dieser Aufnahmen setzt sich erst 2005 fort. In der Zwischenzeit galten die Bänder als verschollen. Für die Live-Compilation "The Word is Live" wurden damals, vor zehn Jahren, verschiedene Archive durchstöbert, darunter vor allem Steve Howes Privatarchiv. Für eine genaue Durchsicht der Warner-Archive in New York war das "The Word is Live"-Budget nicht groß genug, aber man entdeckte immerhin einige Schachteln mit der Aufschrift "Yes". Als dann Jahre später Steven Wilson begann, die Originalalben von Yes zu remixen, ging man auf die Suche nach Bonusmaterial. Dabei fand man in den Schachteln in den WMG-Archiven die Multitrack-Bänder von acht Konzerten der USA-Tour aus dem Herbst 1972. Von diesen Konzerten war eines wegen starken Feedbacks unbrauchbar, das vom 25. September in Hartford, Connecticut.

Und so gelangten die folgenden sieben Konzerte in der "Progeny"-Box ans Licht der Öffentlichkeit:

31. Oktober 1972: Maple Leaf Gardens, Toronto, Ontario, Canada

1. November 1972: Ottawa Civic Centre, Ottawa, Ontario, Canada

11. November 1972: Duke University, Durham, North Carolina, USA

12. November 1972: Greensboro Coliseum, Greensboro, North Carolina, USA

14. November 1972: University Of Georgia, Athens, Georgia, USA

15. November 1972: Knoxville Civic Coliseum, Knoxville, Tennessee, USA

20. November 1972: Nassau Veterans Memorial Coliseum, Uniondale, New York, USA

Bei der Arbeit an der "Progeny"-Box stieß man jedoch bald auf Probleme: Schon beim Originalmix von "Yessongs" hatte Eddy Offord mit der Aufzeichnungsqualität zu kämpfen gehabt. Diese hatte erheblich darunter gelitten, dass jemand die Einstellungen des Dolby-Rauschunterdrückungsystems falsch gesetzt hatte. Obwohl Offord aus den Aufnahmen herausgeholt hat, was menschenmöglich war, leidet "Yessongs" bis heute unter dem mäßigen, sehr mittigen Klang.

Beim Abmischen der Konzertaufnahmen für die "Progeny-Box" stand der Produzent Brian Kehew nun vor dem gleichen Problem wie damals Offord. Zudem hatte er mit uraltem Material zu tun, das jederzeit auseinanderfallen konnte. So wurden die Bänder zunächst einmal in mühevoller Kleinarbeit restauriert. Bei der Korrektur der falschen Rauschunterdrückungseinstellungen und der Abmischung orientierte er sich dann an der Philosophie Steven Wilsons: keine Korrekturen, keine Neuinterpretation - und schon gar keine Overdubs. Man hört das, was damals aufgenommen wurde. So wurde die Konzerterfahrung vom Herbst 1972 originalgetreu in die Gegenwart transportiert. Im Vergleich zu "Yessongs" nahm Kehew z. B. die Instrumente hörbar weit auseinander, um dem damaligen Konzerterlebnis gerecht zu werden: Links außen steht Steve Howe, rechts Rick Wakeman. Alan White und Jon Anderson hört man in der Mitte, und Chris Squire zwischen Wakeman und White.

Yes lieferten zwar jeden Abend das gleiche Set ab, und als ausgewiesene Perfektionisten spielten sie es so nah an der Studioaufnahme wie möglich, dennoch variierte die Band ihre Stücke von Abend zu Abend leicht. Vor allem Wakeman und Howe spielten sehr frei. Wakemans "Excerpts" sind mal länger, mal kürzer, als man es von "Yessongs" her kennt, immer wieder ändert er Dauer und Abfolge der einzelnen Ausschnitte. Howe ist ein Derwisch an den Saiten, und soliert wie ein Irrer, mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg. Die Authentizität dieser Aufnahmen bringt es mit sich, dass auch der eine oder andere Fehler zu hören ist. So verhaut sich Howe bei "Close to the Edge" in Greensboro, in Durham sind es beim gleichen Stück Wakeman und Squire. Dennoch sind vor allem die freieren Passagen besonders interessant. So ist "Yours is no Disgrace" jeden Abend das Vehikel für lange Soli. Daneben gibt es, oft direkt davor, kleine Band-Jams.

A propos: Wer sich für Fehler interessiert, der sollte sich die Durham-Show unbedingt genau anhören. Immer wieder ist zu lesen, wie unzuverlässig das Mellotron damals war. Ständig verstimmte sich das sensible Instrument. Wer mal hören will, wie ein verstimmtes Mellotron klingt, der kann das auf der ersten Durham-CD fast durchgängig genießen. Und in Toronto empfängt Wakemans Set sogar das lokale Radioprogramm...

Aber egal. Das Besondere an diesen Konzerten ist vor allem die krasse Power, die die Band damals rüberbrachte. Um nur ein Beispiel zu nennen: "Close to the Edge" hat, um Minute 15 herum, extrem dissonante Passagen, die auf der Studioaufnahme nicht annähernd so intensiv rüberkommen. Krass!

Auch das Stereobild der "Progeny"-Konzerte macht die Box zu einer lohnenden Anschaffung: Durch die originalgetreu breite Anordnung der Musiker wirken die Aufnahmen äußerst authentisch. Aufgrund der großen Transparenz werden viele Details hörbar. Dem einen oder anderen mag Chris Squire zu leise sein, Fans von Rick Wakeman und Steve Howe dagegen dürften sich darüber freuen, jede einzelne Note ihrer Helden klar und deutlich zu hören. Vor allem Wakeman tritt stärker in den Vordergrund als gewohnt. (Wer immer noch Igor Khoroshev für einen der besten Yes-Keyboarder hält, sollte Wakeman hier mal genau auf die Finger hören.) Der mehrstimmige Gesang ist klar und deutlich, man kann sogar die einzelnen Stimmen auseinanderhalten. Und Alan White, seit Jahren der Prügelknabe in der Band, ist eine Offenbarung: Der Mann glänzt durch Frische und Energie!

Soll man sich das Ding nun kaufen oder nicht?

Vielleicht zuerst zu der Frage nach dem Verhältnis von "Progeny" zu "Yessongs". Gesichert ist, dass die folgenden vier Aufnahmen sowohl auch "Progeny" als auch auf "Yessongs" zu finden sind:

"Roundabout" (1. November, Ottawa)

"Heart Of The Sunrise" (12. November, Greensboro)

"Siberian Khatru" und "Yours Is No Disgrace" (14. November, Athens)

Wer genau hinhört, und Spaß an so etwas hat, kann auch versuchen, die anderen Aufnahmen zu identifizieren. So kann man etwa ausmachen, dass Wakemans Solo-Beitrag auf "Yessongs" vom Konzert in Athens stammt. Mehr will ich aber nicht verraten.

Den allenthalben gezogenen Vergleich zwischen "Progeny" und "Yessongs" finde ich dennoch vollkommen unsinnig. Ersteres ist eine ungeschminkte Dokumentation von sieben Konzerten einer einzigen Tournee, während letzteres eine Compilation von Aufnahmen ist, die an verschiedenen Abenden zweier verschiedener Tourneen entstanden sind, und die zudem hinterher nachbearbeitet wurden. So nahm Offord einige Overdubs vor: Howe, Squire und Wakeman korrigierten einige Stellen nachträglich im Studio (z. B. ist Howes Solo in "Yours Is No Disgrace" eine Studioaufnahme) und es wurden Ansagen und Publikumsgeräusche gelöscht. "Perpetual Change" und "Long Distance Runaround"/"The Fish" stammen von der vorausgehenden "Fragile"-Tour, das ist auch der Grund dafür, dass Bill Bruford auf "Yessongs" zu hören ist. Die "Close to the Edge"-Stücke hat er nie live gespielt.

Gleichermaßen unsinnig ist die Frage, ob man sieben Konzerte mit der gleichen Setliste braucht. Nun, simpler kann eine Antwort nicht sein: "Progeny" enthält sieben Konzerte mit der gleichen Setliste, und wer sieben Konzerte mit der gleichen Setliste haben möchte, der soll sich die Box zulegen. Wer nicht, der nicht. Ich meine, mal im Ernst, was für eine Frage!

Und zu guter letzt liest man auch noch, wie Leute sich darüber beschweren, dass Yes auf einer Tournee vor 43 Jahren jeden Abend die gleichen Stücke gespielt haben. Hä? Mal ehrlich, die Bands, die das anders machen, kann man doch an einer Hand abzählen. Jedenfalls kann man nicht behaupten, hier für irgendeinen Mist gehörig zur Kasse gebeten zu werden. Nicht bei einem Preis von 5,35€ pro Scheibe.

Also noch mal (und ich tippe extra langsam): Wer sieben Yes-Konzerte mit der gleichen Setliste doof findet, der soll sich die Box nicht kaufen. Wer sieben Yes-Konzerte mit der gleichen Setliste interessant findet, aber Angst hat, dass sie bei ihm im Schrank zum Staubfänger werden könnten, der soll sie sich halt bei einem Freund, der sie hat, mal anhören. Und wer sieben Yes-Konzerte mit der gleichen Setliste haben möchte, der soll sich die Box zulegen. Sie ist die Anschaffung allemal wert – nicht zuletzt auch durch das ausführliche Booklet und das durchgängig neue Artwork von Roger Dean, das die Geschichte des zerfallenden Planeten, die auf den Covers von "Fragile", "Close to the Edge" und "Yessongs" erzählt wurde, noch weiter ausdifferenziert. Ich jedenfalls bin begeistert von "Progeny" und hoffe, dass noch weitere Veröffentlichungen dieser Art folgen. Wir Fans dürsten vor allem nach der "Tales"-Tour, der "Solo-Album"-Tour, der "Relayer"-Tour und der "Drama"-Tour. Es gibt also für Brian Kehew noch einiges zu tun.

P. S.: In der Erstauflage sind die Scheiben mit den Konzerten vom 14. und 15. November 1972 zwar in der richtigen chronologischen Reihenfolge, aber falsch herum bedruckt. Man merkt das daran, dass Anderson so etwas wie "Hello Athens" ruft, wenn er laut Aufdruck eigentlich in Knoxville sein soll. Wer so ein Set hat, kann die Scheiben umtauschen, in späteren Auflagen wurde der Fehler korrigiert.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 9.9.2015
Letzte Änderung: 27.10.2015
Wertung: 14/15
Endlich wieder mal etwas für die absoluten Hardcore-Fans, die von Yes einfach nicht genug bekommen können!

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Von: Thoralf Koss @ (Rezension 2 von 2)


Selten habe ich mich so sehr über eine CD-Box geärgert wie über diese!

Der YES-Fan durchleidet eine Unmenge Qualen, wenn er versucht, die wirtschaftliche Strategie von Band sowie Labels zu durchschauen, die aus jedem musikalischen Furz ein Jahrhundertereignis zu machen versuchen und lieblos unter‘s breit gefächerte Fan-Volk schmeißen. „Progeny - Seven Shows From Seventy Two“ ist eins der besten Beispiele dafür!

Sieben gänzlich identische Konzerte aus dem Jahr 1972, die man besser, wenn man dabei war, live hätte in Erinnerung behalten sollen, als sie nunmehr als Tonkonserve für ca. 80 Euro in seinem Schrank verstauben zu lassen, denn mehr als Staubfänger werden sie bei dem Großteil von uns bereits nach dem ersten kompletten Hördurchgang, wenn man den überhaupt völlig durchhält, nicht sein.

Das Besondere an diesen Konzerten ist die Tatsache, dass sie allesamt lieblos und in mittelmäßiger bis schlechter Sound-Qualität mitgeschnitten und verramscht wurden und dem Hörer zeigen, wie viele Schwächen Anfang der 70er Jahre live bei Yes zu finden waren, selbst wenn sie uns mit dem Studio-Album „Close To The Edge“ das progressive Meisterwerk schlechthin präsentierten - nur live hätte man die Aufnahmen wohl doch besser unter Verschluss halten sollen, statt sie auf so billige Art profitabel an den verarschten Fan zu bringen, der für alles bezahlt, was die Marke Yes aufgepappt bekommt.

Erschreckend auch der Neue hinter den Fellen - Alan White -, der den begnadeten, sich gerade in Richtung King Crimson verabschiedeten Drummer Bill Bruford erfolglos zu ersetzen versuchte und sich wegen wohl mangelnder Einspielzeit durch die Sets dümpelt. Aber auch Jon Anderson ist nicht wirklich immer so bei Stimme, wie wir es von seinen Studio-Alben gewöhnt sind. Es krächzt und es holpert schräg über eigentlich klare, sehr gerade ausgerichtete Takte. Selbst „Close To The Edge“ klingt nicht etwa nach bewusst eingesetzten Dissonanzen, die druckvoll den Longtrack befeuern, sondern nach dem unfertigen Versuch, die Studioversion überzeugend live darzubieten.

Leider galten diese Live-Bänder nur als verschollen. Es wäre besser, sie wären es auch wirklich geblieben! Ein Erinnerungsstück, weiterhin verschollen in den Niederungen der Yes-Musikvergangenheit, aus denen man vielleicht mal wieder als Bonus irgendeinen Song auf die ewig neu remasterteten und „retortierten“ Neuveröffentlichungen alter Yes-Scheiben gebannt hätte, um deren Verkauf voranzutreiben. Das wäre noch gegangen, aber diese geballte Live-Ladung geht nicht, denn sie führt uns nur eins vor Auge und zu Ohr, die ewig gleiche Unzulänglichkeit des Live-Frühwerks von Yes. Wer ein gutes Live-Album aus dieser Zeit hören möchte, der greife bitte weiter zu den „Yessongs“, die (laut Kollege Rode) Quintessenz der 1972er Konzerte, und werde damit glücklich. Aber Hände weg von „Progeny“!

Ich will Musik hören und genießen, aber nicht wissenschaftlich als Fan-Boy Yes analysieren und dafür gehörig zur Kasse gebeten werden. Höre ich sie, dann ist diese Box, die auch noch von Roger Dean im 72er-Jahre-Sinne illustriert wurde, Schrott. Mache ich daraus allerdings ein wahres Bootleg-und Cover-Sammler-Ereignis, das einem ein Bild vermitteln, als wären die von uns heute hoch verehrten Götter schon immer göttlich, selbst wenn sie live anfangs durch den Sumpf progressiver Übersteigerung stapften, dann ist „Progeny“ ein Highlight. Für mich jedenfalls gilt: einmal komplett gehört, in den Schrank gestellt und nie wieder hervorgeholt. Hätte man die Konzerte live erlebt, wäre es wahrscheinlich ganz in Ordnung gewesen, aber live auf CD gebannt ist es nur eine einzige Enttäuschung!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 30.9.2015
Letzte Änderung: 1.10.2015
Wertung: 2/15
Nur etwas für die absoluten Hardcore-Fans, die von Yes einfach nicht genug bekommen können!

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Yes

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1969 Yes 8.40 5
1970 Time And A Word 9.20 5
1971 The Yes Album 9.80 6
1972 Fragile 11.20 5
1972 Close To The Edge 13.80 12
1973 Tales From Topographic Oceans 13.25 8
1973 Yessongs 13.00 3
1974 Relayer 14.22 9
1975 Yessongs (VHS/DVD) 11.00 2
1975 Yesterdays - 2
1977 Going For The One 9.88 8
1978 Tormato 7.71 8
1980 Yesshows 10.00 3
1980 Drama 11.50 8
1981 Classic Yes 12.00 2
1983 90125 8.13 8
1985 9012 Live - The Solos 5.00 3
1987 Big Generator 6.67 6
1991 Union 6.00 7
1991 Owner Of A Lonely Heart - 1
1991 YesYears 13.00 2
1992 Union Tour Live (DVD) 7.00 1
1992 Yesstory - 1
1993 Highlights - The Very Best of Yes - 1
1993 Symphonic Music of Yes 2.00 1
1994 Yes Active - Talk (CD-ROM) 8.00 1
1994 Talk 6.17 6
1996 Keys to Ascension (VHS/DVD) 7.00 1
1996 Live in Philadelphia 1979 (DVD) 4.00 1
1996 Keys To Ascension 8.00 4
1997 Open Your Eyes 4.17 6
1997 Keys To Ascension 2 10.50 4
1997 Something's coming - the BBC Recordings 1969-1970 9.00 2
1998 Yes, Friends and Relatives 3.00 2
1999 The Ladder 6.00 7
1999 Musikladen live (DVD) 6.00 1
2000 The Best of Yes - 2
2000 Masterworks 8.00 1
2000 House of Yes - Live from House of Blues (DVD) 8.00 2
2000 House Of Yes - Live From House Of Blues 6.00 2
2001 Live 1975 At Q.P.R. Vol. 2 (DVD) 14.00 1
2001 Keystudio 9.00 2
2001 Magnification 8.00 9
2001 Live 1975 At Q.P.R. Vol. 1 (DVD) 13.00 2
2002 Yes today - 1
2002 Symphonic Live (DVD) 10.00 3
2002 Extended Versions - 2
2002 In a Word: Yes (1969- ) 12.50 2
2003 Yes Remixes 2.00 1
2003 YesYears (DVD) 10.00 1
2003 YesSpeak (DVD) 9.67 3
2003 Greatest Video Hits (DVD) 3.00 1
2004 Yes Acoustic (DVD) 6.00 2
2004 Inside Yes. 1968 - 1973. An independent critical review. (DVD) 10.00 1
2004 The ultimate Yes 10.00 2
2005 The Word is Live 11.00 1
2005 Songs From Tsongas - Yes 35th Anniversary Concert (DVD) 10.50 2
2005 Inside Yes Plus Friends and Family (DVD) 11.00 1
2006 Essentially Yes - 1
2006 9012Live (DVD) 10.00 2
2007 Yes. Classic Artists. Their definitive fully authorised Story in a 2 Disc deluxe Set - 1
2007 Live at Montreux 2003 (DVD) 9.00 1
2007 Live at Montreux 2003 - 1
2008 The New Director's Cut 9.00 1
2009 Rock Of The 70's 7.00 1
2009 The Lost Broadcasts 7.00 1
2010 Keys to Ascension (2CD + DVD Box Set) 10.00 1
2010 Live in Chile 1994 10.00 1
2011 Union Live (DVD) 11.00 1
2011 The Revealing Science Of God 7.00 1
2011 Fly from here 8.57 7
2011 Live on Air - 1
2011 In The Present - Live From Lyon 9.00 2
2012 Yessongs - 40th Anniversary Special Edition (Blu-Ray) - 1
2013 The Studio Albums 1969-1987 - 1
2014 Heaven & Earth 5.17 7
2014 Songs From Tsongas - Yes 35th Anniversary Concert (3CD Set) 9.00 1
2014 Like It Is - Yes at the Bristol Hippodrome 6.00 1
2015 Progeny: Highlights From Seventy-Two 12.00 1
2015 Like It Is - Yes at the Mesa Arts Center 10.00 1
2017 Topographic Drama – Live Across America 10.00 1

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