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t

fragmentropy

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2015 (VÖ: 11.09.2015)
Besonderheiten/Stil: Moderne Electronica; New Artrock; Postrock; sonstiges
Label: Progressive Promotion Records
Durchschnittswertung: 13/15 (1 Rezension)

Besetzung

t all instruments, vocals, composition, lyrics

Tracklist

Disc 1
1. Chapter One: Anisotropic Dances

1. A Sky-High Pile of Anarchy 14:06
2. Brand New Mornings 13:04

2. Chapter Two: The Politics Of Entropy

1. Uncertainty 7:17
2. Entanglement 16:39
3. Eigenstates 6:38

3. Chapter Three: The Art Of Double Binding

1. The Black of White 9:16
2. Shades of Silver 8:21

Gesamtlaufzeit75:21


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß


Mit „fragmentropy“ legt t (alias Thomas Thielen) sein fünftes Solo-Werk vor. Und wie zuvor ist es ein wirkliches Solowerk, bei dem t von Anfang bis (fast) zum Ende für alles verantwortlich zeichnet, was die Musik betrifft. Unterstützung gab's wie immer beim Mastering und das charakteristische Artwork ist (auch wie immer) in Zusammenarbeit mit seiner Frau Katia Tangian entstanden.

Zunächst zum einfachen Teil... der Musik! Spätestens seit seinem zweiten Album scheint t auf einer Reise zu sein, auf einer Reise immer tiefer in eine ganz eigene Klangwelt. So entsteht wohl aus einer Mischung von realen und programmierten Instrumenten ein dichtes Geflecht aus dramatischen Passagen, sinfonischen Ausbrüchen, aggressiven Eruptionen und filigran-melancholischen Ausflügen in düstere Gefilde. Flirrende Gitarren- und Keyboard-Klänge illuminieren diese Klangwelt, die zwischen Dramatik, Düsternis, Melancholie und Wucht munter oszilliert. Gerade die langen Stücke sind wie Ozeane, die mal bewegt, mal ruhig, mit einer ungeheuren Dynamik den Hörer umspülen. Aufwühlend, mitreißend, beeindruckend und erfüllend ist diese Musik. Wenn man das Album am Stück hört – was man ohne Zweifel tun sollte – dann verschwimmen die Stücke und man gewinnt den Eindruck einer großen, zusammenhängenden Komposition zu lauschen. Thielen scheint immer mehr seinen Frieden mit dem Progressive Rock zu machen und sich näher und näher an seine Variante des modernen, psychedelisch-elektronischen Progressive Rock / New Artrock anzuschmiegen. Die auf den vorigen Alben wahrzunehmenden Einflüsse aus Postrock und Alternative sind weit in den Hintergrund gerückt.

Thielens Stimme passt hervorragend zu dieser Musik, auch die gewählten Effekte, welche den Gesang mal doppeln, mal sanft verfremden. Thielen ist sicherlich kein 'gewöhnlicher' Sänger und seine Stimme in einer eher höheren Lage, immer mit etwas Drama dargeboten, mag vielleicht nicht jedermanns Fall sein, aber der Gesang unterstützt und erweitert den musikalischen Gesamteindruck und bremst nichts aus. Das ist aller Ehren wert und wunderbar gelungen.

Durch eine Facebook-Diskussion ist mir wieder schmerzlich bewusst geworden, dass ich Texten, in denen meist auch viel Arbeit und Herzblut steckt, immer zuwenig Aufmerksamkeit schenke. Gerade bei Alben von t ist das allerdings auch in der Vergangenheit schon anders gewesen, weil spürbar ist, dass die musikalische und die lyrische Aussage hier Hand in Hand gehen. Aber einfach ist es deshalb auch nicht, sich diesem Aspekt zu nähern. Was zum einen ganz praktisch daran liegt, dass das Mitlesen recht anstrengend ist, da die Texte im Booklet ohne Strich und Komma in Kleinbuchstaben, gedruckt (wie üblich) in unterschiedlich kräftigen Schreibmaschinen-Lettern als ziemliche Buchstaben-Wüste präsentiert werden. Darüberhinaus gebe ich unumwunden zu, dass meine Englisch-Kenntnisse unzulänglich sind, um die lyrisch-verwobenen Text-Konstruktionen zielsicher dekodieren zu können. Gut, andererseits hat man so auch Futter für's Gehirn und kann sich seinen eigenen Reim machen. Vielleicht die ideale Ergänzung zur wuchtigen Musik. Während ich bei früheren Alben von t immer eher gesellschaftliche Zustandsbeschreibungen und Beleuchtung des Teils schizophrenen Zustands der Menschheit und ihrer Kultur ausgemacht habe, scheinen mir diesmal eher zwischenmenschliche Beziehungen, die Evolution von Liebe und Zusammenleben, Perspektiven in einer Zweier-Gemeinschaft thematisiert zu werden. Vielleicht liege ich komplett falsch, aber meine Gedanken bewegen sich eben in diese Richtung.

Mit „fragmentropy“ ist t erneut ein faszinierendes Album gelungen, welches auf vielen Ebenen funktioniert und die Synapsen der Hörer feinsinnig stimuliert. Sicherlich kein Album zum mal Nebenbei-Hören, sondern zum Eintauchen und Genießen.

Anspieltipp(s): ...im ganzen Hören! Für einen ersten Endruck kann man natürlich eines der kürzeren Stücke, allen voran "The Black Of White" antesten...
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 8.9.2015
Letzte Änderung: 8.9.2015
Wertung: 13/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von t

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2002 naive 11.00 2
2006 voices 12.00 2
2010 anti-matter poetry 13.00 1
2013 psychoanorexia 13.00 2
2016 epistrophobia 14.00 1

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