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Big Big Train

Bard

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2002
Besonderheiten/Stil: ArtPop; Neoprog
Label: Eigenproduktion
Durchschnittswertung: 9/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Gregory Spawton Keys, GTR, Vox
Andy Poole Bass, Vox
Phil Hogg Drums and Percussion

Gastmusiker

Tony Müller Vox, Keys
Martin Read Vox
Jo Michaels Vox

Tracklist

Disc 1
1. The Last English King 5.50
2. Broken English 14.09
3. This Is Where We Came In 5.22
4. Harold Rex Interfectus Est 1.02
5. Blacksmithing 3.03
6. Malfosse 0.53
7. Love Is Her Thing 3.50
8. How The Earth From This Place Has Power Over Fire 1.53
9. A Short Visit To Earth 6.18
10. For Winter 16.47
11. A Long Finish 8.20
Gesamtlaufzeit67:27


Rezensionen


Von: Thorsten Gürntke @ (Rezension 1 von 2)


Das dritte Album einer Band wird häufig als ein Scheideweg betrachtet, an dem sich bewahrheitet, welches Potential in ihnen steckt und wie es weitergeht. "Bard" ist das dritte Album von BIG BIG TRAIN, die 1994 und 1997 die Vorgänger veröffentlicht haben. Und wenn es nach mir ginge, so geht es mit der Band steil bergauf!

Ein wirklich nettes Stück Musik findet sich auf "Bard" wieder. Etwas länger als eine Stunde wird der Hörer in eine eher ruhige, atmosphärische Welt irgendwo zwischen Marillion und Porcupine Tree katapultiert. Sehr auffallend ist die wirklich sehr gefühlvoll eingesetzte Instrumentierung. Sehr viel akustische Gitarre bekommt man zu hören, dazu eine wirklich groovende Rhytmusfraktion und sehr songdienlichen Keyboard/Piano Parts. Songdienlich ist dabei das Stichwort, denn die Songs laufen niemals aus dem Ruder. Selbst spektakuläre Instrumentalpassagen fügen sich nahtlos ein und man merkt erst beim zweiten Hören, was da eigentlich passiert. Der etwas rauchige - besonders im Opener auch mal gewöhnungsbedürftige - trotzdem aber sehr angenehme Gesang rundet die Musik ab und wird phasenweise durch eine zarte Frauenstimme begleitet.

Musikalisch bewegt man sich, wie schon erwähnt, eher in ruhigeren Gewässern. Das bedeutet nun nicht, dass nicht auch mal etwas kerniger gerockt wird. Für Liebhaber von Melodien und viel Gefühl wird trotzdem der Löwenanteil der Stücke komponiert sein. Ausgedehnte Solopassagen finden sich eigentlich nur in den zwei Longtracks der Scheibe, wobei gerade "Broken English" ein echter Hammer ist. Weitere Anspieltips (mp3's gibts auf der Band-Website) sind "This Is Where We Came In" oder der Abschlußtrack "A Long Finish". Auf der Website kann man die CD übrigens auch ordern.

Und wenn ich anfangs vom Scheideweg sprach, so trifft das bei dieser Band um so mehr zu. Der Erfolg dieser Scheibe wird der Band sagen, ob sie weitermachen oder nicht. Es ist also an den Hörern, der Band zu zeigen, dass die Musik der Band einfach großartig ist und unbedingt weiterleben sollte. Für mich steht jedenfalls fest, dass sich die Mühen der letzten Jahre für die Band ausgezahlt haben - ein tolles Stück Musik!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: Alias Eye, Marillion (Clutching At Straws, Seasons End), Porcupine Tree (Lightbulb Sun)
Veröffentlicht am: 12.3.2002
Letzte Änderung: 2.1.2004
Wertung: 10/15
sehr ruhiges, aber auch sehr tolles Album dieser englischen Band

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 2 von 2)


Ich wusste gar nicht, dass dritten Alben einer Band das Attribut zugeschrieben wird, einen Scheideweg darzustellen (s.o.). Dritte Alben? Nursery Cryme, The Yes Album, Trilogy und Lizard. Gehts dabei auch um stilistische Scheidewege? Teilweise nachvollziehbar, in der Tat.

Und bei Big Big Train? Wie stehts da mit dem Scheideweg? Welche Richtung schlagen sie an der Weggabelung ein? Viele Stücke sind immer noch sehr ruhig, im Midtempo oder auch langsamer gehalten, leicht verdauliche Melodien und Harmonien belästigen den Hörer kaum, alles ist nett und beschaulich. An anderer Stelle wurde die Musik von Big Big Train mal mit Spaziergängerigkeit beschrieben; ich denke das trifft es hier ebenfalls recht gut. In solchen Momenten habe ich das Gefühl, die Band entscheidet sich weder für rechts, noch für links, sondern für zurück.

Dann gibt es aber auch Stücke, die flotter daherkommen, wo es mal stolpert und kratzt. Was die Musik auf "Bard" aber von den vorherigen Alben unterscheidet ist der zarte Retro-Einschlag. Da darf der Bass auch mal etwas mehr scharren als früher, da werden Mellotronflächen im Klangraum befestigt, es wird episch soliert und mitunter beinahe gefrickelt, einige Stücke haben einen gewissen Bombastfaktor.

Der Vergleich mit Porcupine Tree ist angebracht und treffend. Bezüglich Seasons End bin ich aber anderer Meinung. Das ist eine ganz andere Hausnummer, die Musik viel epischer, breiter und dichter, die Gitarrensoli von ganz anderer Güteklasse, die Stimme um einiges intensiver, die Stücke abwechslungsreicher und farbiger. Marillion verstehen es auf Seasons End auch perfekt, aus ruhigen Momenten plötzlich auszubrechen, Tempo aufzunehmen und abzuheben (exemplarisch in "After you"). So etwas sucht man auf "Bard" vergeblich. Für meinen Geschmack wird hier mit seltenen Ausnahmen auch nicht wirklich kernig gerockt. In den Longtracks kommt Big Big Train Marillion noch am nächsten, wirklich erreichen tun sie sie aber nicht. Ich denke daher, dass dieser Vergleich eher irreführend ist.

Big Big Train stehen mit Bard zwar an einer Weggabelung, erkunden auch die möglichen Abzweigungen, kommen aber auch immer wieder zurück und können sich schliesslich doch noch nicht entscheiden, wohin es gehen soll. Wirklich abbiegen tun sie hier jedenfalls nicht.

Die stärksten, weil abwechslungsreichsten Titel sind die Longtracks. Hier wird zum Teil der Stil der späteren Alben vorweggenommen. Mein persönlicher Favorit ist das abschliessende "A Long Finish".

Anspieltipp(s): Broken English, A Long Finish
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 14.2.2013
Letzte Änderung: 14.2.2013
Wertung: 8/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Big Big Train

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1994 Goodbye to the Age of Steam 8.00 4
1997 English boy wonders 7.50 2
2004 Gathering Speed 9.00 1
2007 The Difference Machine 12.50 2
2009 The Underfall Yard 12.00 4
2010 Far Skies Deep Time (EP) 11.67 3
2012 English Electric Part One 9.17 6
2013 English Electric: Full Power 13.00 1
2013 English Electric Part Two 8.75 4
2015 Wassail EP 8.50 2
2016 Stone & Steel 11.00 1
2016 Folklore 10.00 3
2016 A Stone's Throw From The Line 12.00 1
2017 Grimspound 10.00 4
2017 The Second Brightest Star 9.00 1

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