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Monophonist

Personalunion

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Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2014
Besonderheiten/Stil: Jazz; Mathrock; Moderne Electronica; Postrock; Punk
Label: Eigenproduktion
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Jonathan Hoffmann Gesang, Saxofon, Elektronik
Daniel Hölscher Gitarre, Synthesizer
Kenn Hartwig Bass
Thomas Sauerborn Schlagzeug

Tracklist

Disc 1
1. Fischer am See 2:19
2. Intuition 2:06
3. Kernschmelze / Klage 5:24
4. Eine Fliege auf dem Heuhaufen der Geschichte 3:38
5. The Old Fashioned 2:32
6. Frieden 3:21
7. Glück / Gewitter 3:26
8. Haben oder Sein 3:28
9. Lieber Freund. 2:12
10. Nach uns die Sintflut 4:47
11. 7 Wochen 5:04
12. M.I.G. 3:13
Gesamtlaufzeit41:30


Rezensionen


Von: Gunnar Claußen @


Nicht, dass das hier noch in Vergessenheit gerät: Monophonist sind immer noch da! Auf die hier von recht vielen Seiten rezipierte Debüt-EP "Bilanz 2010" vor drei Jahren folgte letztes Jahr mit "Personalunion" immerhin ein Album der Kölner. Und ich muss sagen: Die Band hat sich gemacht. Was auf "Bilanz 2010" noch ein wenig durchwachsen und krawallig klang, wirkt hier wesentlich geschliffener, planvoller und überlegter, ohne dass Monophonist dabei an Intensität und Unberechenbarkeit eingebüßt hätten.

Einmal mehr werden dabei munter durcheinandergeworfen: Jazz, Electronica, Math-Metal, Alternative und deutscher Sprechgesang mit wortgewaltigen, sozialpolitisch motivierten Texten. Das war - wie gesagt - schon auf "Bilanz 2010" nicht anders, wird hier aber - wie gesagt, aber nicht näher erläutert - auf eine andere, nachvollziehbarere Weise miteinander kombiniert. Und zwar werden hier regelrecht eingängige Passagen eines Stils aufgeboten, die dann in einer wiedererkennbaren Folge hintereineinander gestellt werden, wie beispielsweise in "Intuition" geschehen: Fängt an wie Mastodon zu "Crack The Skye"-Zeiten, führt dann einen gelungenen Quasi-Refrain ein, dann folgt ein Jazz-Interlude und wieder dieser Mastodon-Part, auf die zweite "Durchführung" dieses Hauptteils dagegen folgen Elektrobeats.

Anderswo beispielsweise entwickelt das düster-schwere "Kernschmelze / Klage" zu schnarrend-industriellen Sounds einen regelrecht drängenden Eindruck, "Eine Fliege auf dem Heuhafen der Geschichte" verknüpft einen Lounge-Jazz-Bass mit einem Elektro-Schlagzeug (vergleiche Ulver - "In The Red") und einem hymnischen Refrain und einem Meshuggah-Schluss. Den Vogel schießt freilich "The Old Fashioned" ab: Der Bebop-artige Rhythmus wird immer wieder für einige harte Ausbrüche von Sekundendauer unterbrochen, und dazu wird im Text nicht nur dem titelgebenden Cocktail gehuldigt, sondern dieser auch noch von anderen, weniger puristischen Drinks abgegrenzt ("Keine Kirsche, keine Orangenscheibe, keine zerdrückte Frucht, keine Limonade, kein Wermut und kein Bier").

Andere Nummern hingegen mischen so gut wie gar nicht: So bricht "7 Wochen" ganz und gar nicht aus seiner düsteren Elektronik aus, und "Haben oder sein" ist anfangs ein postrockig-elektronisches Stück, über das erst ein Vortrags-Einspieler gelegt wird und dann zu ein paar kräftigen Akkorden der Gesang folgt. Das ist hier keinesfalls ein Bruch, sondern eine Entwicklung innerhalb dieses Stücks. Auch die Gegensätze zwischen Math-Riffs und ruhigen, elektronisch geprägten Zwischenspielen in "Frieden" und "Nach uns die Sintflut" sind bei näherem Hinsehen eher schlüssige Kontraste denn ein echte, aggressiv ausgetragene Konflikte.

Das Zwischenfazit könnte somit lauten, dass im Unterschied zur "Bilanz" vielleicht auch die ganz extremen Krach-Passagen zugunsten einer eher unterschwelligen Aggression fehlen. Dem wären dann allerdings immer noch dissonant gestimmte Stücke wie "Lieber Freund" oder "M.I.G." entegenzusetzen, die einmal mehr die "Chaos"-Flagge hoch halten. Unterm Strich demonstrieren Monophonist damit also einen interessanten Gegensatz von Weiterentwicklung und Konstanz - beides gibt es hier eben buchstäblich in Personalunion.

Anspieltipp(s): Intuition, The Old Fashioned, Haben oder Sein
Vergleichbar mit: Mastodon meets Ulver
Veröffentlicht am: 10.11.2015
Letzte Änderung: 10.11.2015
Wertung: 11/15
Darauf einen Old Fashioned!

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Monophonist

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2012 Bilanz 2010 10.00 3
2018 Über die Freiheit der praktischen Unvernunft 12.00 1

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