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24974 Rezensionen zu 17123 Alben von 6671 Bands.
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David Bowie

Blackstar

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2016
Besonderheiten/Stil: ArtPop; Jazz; sonstiges
Label: ISO Records / Sony Music
Durchschnittswertung: 13/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

David Bowie vocals, acoustic & electric guitar
Donny McCaslin saxophone, flute, woodwind
Jason Lindner piano, wurlitzer organ, keyboards
Tim Lefebvre bass
Mark Guiliana drums, percussion
Ben Monder guitar

Gastmusiker

Tony Visconti strings (1)
James Murphy percussion (4)
Erin Tonkon backing vocals (2)

Tracklist

Disc 1
1. Blackstar 9:57
2. 'Tis A Pity She Was A Whore 4:52
3. Lazarus 6:22
4. Sue (Or In A Season Of Crime) 4:40
5. Girl Loves Me 4:51
6. Dollar Days 4:44
7. I Can't Give Everything Away 5:47
Gesamtlaufzeit41:13


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß (Rezension 1 von 3)


Das Leben schreibt seltsame Geschichten... an seinem 69. Geburtstag am 08. Januar 2016 veröffentlicht David Bowie sein neues Studio-Album (sein 25.?). Die Euphorie ist groß. Nur zwei Tage später ist Bowie tot. „Blackstar“ mutiert zum Vermächtnis eines großen Musikers unserer Zeit. Freude und Schmerz liegen manchmal zu nah beieinander. Wie soll man das eigentlich verkraften? Am besten durch die Musik an sich...

„Blackstar“ ist selbst für Bowie-Verhältnisse, das Chamäleon, das sich immer wieder neu erfindet oder zumindest mit neuen Facetten und Schattierungen ausstattet, ein ungewöhnliches Album. Jetzt mit dem Wissen, dass Bowie mindestens ahnen musste, dass es wohl sein letztes Album werden würde, hatte er doch wohl die Diagnose „Krebs“ schon vor zwei Jahren bekommen, gewinnt das Album sicherlich noch eine andere Dimension. Aber davon versuche ich mich mal freizumachen.

„Blackstar“, der Song, wurde schon vorab als Video veröffentlicht und weist den Weg in dieses musikalische Labyrinth. Einen 10-Minüter als 'Single' an den Anfang zu setzen... Mut? Selbstbewusstsein? Mit den um sich gescharten jungen Jazz-Musikern aus der New Yorker-Szene begibt sich Bowie in einen Dschungel aus jazzigen Momenten, Trip-Hop, elektronischen Klängen, harschen Saxofon-Einlagen, psychedelischer Flöte, melodischen Bassläufen, hektischer Percussion und flirrenden Synthie-Sounds. Der Übergang zur Mitte von „Blackstar“ (dem Song) von einem zerrissenen, fast avantgardistischen Klanggemälde zu einer fast typischen Bowie-Halbballade mit dem Mantra „I’m a blackstar“ ist ein Moment für die Ewigkeit und zeigt Bowies geschicktes Spiel mit den musikalischen Elementen. Rock’n’Roll wollte er auf diesem Album vermeiden, dann kommt er aber doch mit dem treibenden „Lazarus“ und der rockigeren, verkürzten (besseren) Version von „Sue (Or In A Season Of Crime)“.

In der zweiten Albumhälfte gibt es dann zunehmend mehr ‚typischen‘ Bowie zu hören. Das Album ist dann nicht mehr so anders, so experimentell wie zu Beginn, aber immer noch locker sehr gut. Der Abschluss „I Can’t Give Everything Away“ ist dann fast schon klassischer, zeitloser Bowie, wie er auch auf „Heathen“ oder „Reality“ auftauchen hätte können. Interessant hier schon eher die unterschwellig eingeflochtene politische Dimension, soll es sich doch um eine Anklage an den IS handeln. Zu Beginn von „Girl Loves Me“ können wir Bowie gar jodeln hören… wie überhaupt das Spiel mit der Stimme von klagend, jammernd, fast verletzend bis hin zum souveränen Bowie-Kunst-Pop-Gesang besonders faszinierend ist.

„Blackstar“ wirkt so vital, so anregend, so neugierig, so dass man kaum fassen kann, dass dies nun das letzte Statement eines Künstlers ist. Es wirkt eher wie ein Aufbruch zu neuen Ufern. Vielschichtig, durchaus mutig, verschroben, aber auch einfach schön, es gibt viel zu entdecken. Ich habe das Album, welches ja nun nicht allzu lange ist, seit Erscheinen oft, sehr oft gehört (entgegen meiner sonstigen Gewohnheiten) und es nutzt sich kaum ab und es gibt immer noch Entdeckungen, Details, die sich erst nach und nach erschließen.

Das Album ist auf jeden Fall ein kommerzieller Erfolg, bei Amazon rangiert es aktuell auf Platz 2 der Musik-Charts. Man liest ja inzwischen in vielen Rezensionen „Das ist das beste Album seit *** („Heroes“, „Scary Monsters“ oder „1. Outside“ einsetzen)“, wie auch immer, es ist auf jeden Fall eines der großen Bowie-Alben. Ich halte es für ein Meisterwerk, welches hoffentlich seine Zeitlosigkeit beweisen wird. Und so ist es dann immerhin ein standesgemäßer Schlusspunkt unter eine Karriere, die vor 50 Jahren ihren Anfang nahm. Farewell!

Anmerkung: Der obere Cover-Scan zeigt das CD-Cover, der untere die besondere schicke Vinyl-Ausgabe mit ausgestanztem 'Blackstar'. Das Booklet der CD ist voller Konsequenz im übrigen schwarz mit schwarzer Schrift gestaltet...

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 11.1.2016
Letzte Änderung: 15.1.2016
Wertung: 13/15

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Von: Markus Peltner @ (Rezension 2 von 3)


Ich bin traurig. Sehr, sehr traurig. David Bowie ist am 10. Januar verstorben. Am 8. Januar hatte er noch Geburtstag gehabt, seinen 69. – und sein jetzt leider letztes, sein sechsundzwanzigstes Studio-Album „Blackstar“, wurde ebenfalls an diesem Tag veröffentlicht. Da wusste noch niemand, der als Fan diese Platte hörte, was zwei Tage später geschehen würde. Doch dann kam diese Nachricht, die mich wirklich sehr getroffen hat. Und nein, ich kannte David Bowie natürlich nicht persönlich, habe nie mit ihm gesprochen, ihn leider auch nie auf einem seiner zahllosen Konzerte gesehen. Trotzdem hat er mein Leben sehr intensiv begleitet. Immer und immer wieder. In ganz vielen Situationen meines Lebens. Ich weiß noch den Augenblick, als ich zum ersten Mal „Ashes To Ashes“ hörte und kann mich genau an den Moment erinnern, als ich „Hunky Dory“ das erste Mal auflegte und mich diese Musik tief beeindruckt zurückließ. Das wiederum soll nicht bedeuten, dass ich als Fan alles uneingeschränkt von diesem englischen Musiker begeisternd aufsog, denn nicht immer traf er mit seinen häufigen Stilwechseln auch meinen Musikgeschmack, meine musikalische Welt. Trotzdem füllte sich mein Plattenschrank mit sehr vielen Bowie Alben, irgendwann dann mit allen. Wenig anfangen konnte ich mit einigen Werken der 80er und Anfang der 90er Jahre, aber das waren auch nicht viele. Zumeist begeisterte mich dieser Musiker mit den zwei unterschiedlichen Pupillen und ich glaube wirklich, dass ich die Band Culture Club deswegen hasse, weil Boy George irgendwann mal in einem Interview sagte, David Bowie sei ein schlechter Schauspieler…

Als ich diese Scheibe hier, „Blackstar“, zum ersten Mal in Händen hielt und das Booklet aufklappte, war ich zunächst überrascht. Schwarze Schrift auf schwarzem Hintergrund. Hatte das irgendwas zu bedeuten? Als ich „Blackstar“ dann zum ersten Mal hörte, war ich gleich gefangen von der Intensität, die dieses Album ausstrahlt. Eine unfassbar düstere Atmosphäre schlägt einem beim Hören entgegen, nicht melancholisch, nicht sentimental. Tieftraurig ist die Stimmung, die jeder der Titel auf „Blackstar“ ausstrahlt. Ich sah das zehnminütige Video zum Titeltrack. Eiskalt läuft es einem dabei über den Rücken. Zuerst sieht man ihn dort liegen, den Major Tom in seinem Raumanzug, der 1969 auf der Platte „Space Oddity“, die Erde verließ, um auf dem 1980 erschienen Album „Scary Monsters (And Super Creeps)“ doch nur als Junkie entlarvt zu werden. Doch das war nicht die ganze Wahrheit, denn jetzt liegt Major Tom auf seinem Planeten und sieht hinauf zu seinem „Blackstar“, zu diesem schwarzen Stern, der das Ende der Reise zu bedeuten scheint, da jener Major Tom nun nur noch ein mit Schmuck behangener Totenschädel ist, wie ein Blick unter den Raumanzug zeigt. David Bowie singt von Hinrichtungen, von knienden Frauen, vom Tod. Kein Wunder also, dass hier Parallelen zum Islamischen Staat gezogen wurden. Aber dann ist da auch noch jener David Bowie, der mit verbundenem Kopf dasteht, die Augen als Knöpfe angenäht. Alles riecht irgendwie nach Verfall und Tod. Nein, alles hört sich so an und sieht im Video auch genau so aus.

Auch im zweiten veröffentlichten Video, „Lazarus“, sieht man „David Bowie“ mit verbundenem Gesicht und diesen Knopfaugen, im Bett liegend und offensichtlich leidend. „Lazarus“, jener Mann, der von Gott von den Toten wieder zu den Lebenden erweckt wurde. Und so fügt sich im Nachhinein Puzzlestück an Puzzlestück. David Bowie, der bei den Aufnahmen zu „Blackstar“ natürlich wusste, dass er schwer erkrankt war, verarbeitet hier den Tod, auf seine ganz eigenen Art und Weise. Das Traurige an der Sache ist nur, dass dieser hier nie als Erlösung in Erscheinung tritt, nie als etwas Neues, nie als etwas Hoffnungsvolles. Der Tod ist düster, dunkel und sehr, sehr unheimlich.

Die Musik des David Bowie hält sich dabei in keinster Weise mehr an irgendwelche Konventionen. Songstruktur und –aufbau? Alles neu, alles anders als bisher. David Bowie hatte für die Aufnahme der Scheibe Jazzmusiker um sich geschart, die nicht zuletzt auch mit zu dieser außergewöhnlichen Platte beitragen. Nun Jazz ist das wohl nicht ganz, was man auf diesem Album zu hören bekommt, wenn es auch immer wieder leicht nach Improvisationen à la Free Jazz klingt. Mitunter hört man auch Strophe und Refrain, doch nicht selten wird dies durch ein Saxophon- oder Flöten-Solo des Donny McCaslin untermalt, was dieses nun entstehende Musikgebilde dann doch wieder anders, irgendwie entrückter klingen lässt.

Damit wären wir beim nächsten Punkt angelangt. Wer bei „Blackstar“ ein Album erwartet, welches nur so von Melodiösität überquillt, die oder der wird bitter enttäuscht werden. Mitunter klingt die Musik des Davids Bowie hier sogar atonal, völlig verschroben – dafür jedoch unfassbar intensiv und spannend. Was auf dieser Platte alleine die Rhythmus-Fraktion für schräge Takte hervorbringt, ist wahrlich aller Ehren wert. Der Vollständigkeit halber muss man allerdings sagen, dass das Album gegen Ende hin „normaler“ wird. Es tauchen wieder Liedstrukturen auf, die Stimmung wirkt zwar immer noch einigermaßen dunkel und verzweifelt, jedoch halten wieder mehr Melodien und Harmonien Einzug in die Musik des David Bowie auf „Blackstar“. Vielleicht ist dieser leichte Stilwechsel ja das versöhnliche Zeichen der Hoffnung?

Fazit: „Blackstar“ klingt wieder ganz anders als andere David Bowie Platten. Bei einem Künstler, der sich so oft immer wieder neu erfand, dürfte das angesichts der Situation, in der er steckte, als er die Aufnahmen für diese Scheibe tätigte, nicht weiter verwunderlich sein. „Blackstar“ ist das Abschiedsgeschenk des David Bowie. Ein tieftrauriges und ergreifendes Abschiedsgeschenk an all seine Musikhörer, die nun traurig in dieser Welt zurückbleiben, weil ihnen etwas fehlen wird – auch wenn sie die Musik des David Bowie weiterhören können. Schade Du Held meiner Jugend. Ich bin sehr traurig.

Anspieltipp(s): Irgendwie alles
Vergleichbar mit: Irgendwie mit nichts
Veröffentlicht am: 23.1.2016
Letzte Änderung: 24.3.2016
Wertung: 13/15

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Von: Marc Colling @ (Rezension 3 von 3)


Wer war David Bowie privat? Es gab und gibt nicht viele Künstler die so bekannt waren wie er. Und doch wusste fast keiner etwas über ihn als Privatperson. Wenn es seiner Karriere nutzte, gab er etwas preis. Doch auch dann musste man alles mit großer Vorsicht genießen. Denn wer erinnert sich denn nicht mehr an seine Mick Jagger Geschichte? Er schlüpfte in die Rolle des Glamrockstars auf „Ziggy Stardust“, des experimentellen Künstlers Mitte/Ende 70'er auf „Heroes“, des Discohelden Mitte 80'er auf „Let's dance“ und Ende der 90'er/Anfang 00'er Jahre zeigte er manchem, wie Bass'n'Drum Sound zu klingen hat (1. Outside). Fällt euch auf, dass er nichts von alledem selbst erfunden hat? Sondern eigentlich immer nur einen Stil aufgegriffen und nach seinem Gusto verändert hat? Nur eines hat Bowie nie gespielt: Prog. Weder am Anfang noch zu Ende seiner Karriere. Da kann man den Begriff Prog dehnen wie man will, sich immer wieder die Frage stellen was Prog denn nun eigentlich darstellt. Die Antwort David Bowie dürfte den wenigsten einfallen. Streng genommen dürfte er auf den BBS gar nicht auftauchen. Aber wir wollen auch nicht heiliger als der Papst sein....

Dass er auch ein sehr erfolgreicher Produzent war, das haben viele schon vergessen. Ohne Bowie keine Mott the Hoople, kein Lou Reed oder Iggy Pop. Alle diese Künstler waren am Ende, als sich Bowie ihrer annahm. Wobei er selbst ebenfalls oft am Ende war. Doch sein Ehrgeiz und Antrieb müssen enorm gewesen sein. Sein Überlebenswillen so stark wie seine Fähigkeit sich zu verwandeln. Wie viele Leben hat er eigentlich geführt?

Und jetzt höre ich seinem Vermächtnis zu. Der bekennende Jazzfreund erfüllt sich einen letzten Wunsch mit einigen begnadeten Musikern aus der Szene und spielt ein Werk ein, wie er es noch nie vorher gemacht hat. Vor allem mit einer Rhythmustruppe, die diesen Namen verdient. Da sticht vor allem Mark Guiliana heraus, der Drummer. Wem dessen Spiel gefällt, sollte sich unbedingt die CD „Taming the dragon“ zulegen. Dies war 2014 ein Projekt mit dem Jazzmusiker Brad Mehldau unter dem Namen Mehliana. Dies nur so als Tipp.

Man sollte jetzt aber nicht davon ausgehen dies wäre Jazz. Das wäre zu einfach. Es ist kein Jazz. Auch wenn das Saxophon oder die Drums mal kurze Jazzfragmente einstreuen, so wie im zweiten Song 'TIS A PITY SHE WAS A WHORE.

Mit dem Titelsong BLACKSTAR startet das Album. Bowie singt „In the villa of Ormen“. Ormen heißt in der altnordischen Sprache Schlange. Also doch biblische Reminiszenzen? Nervöse Drums, Synthiegeflirre und dunkle Bässe verkünden nichts Gutes. Doch nach 4 Minuten ändert sich der Song zu einem hellen Strahl, so als ob die Erlösung nahen würde. Nichts deutet hier auf Verzweiflung hin, besonders nicht wenn er singt „in the center of it all stands a solitary candle“. Die Kerze, das Licht des ewigen Lebens? Dann folgt das leicht jazzig angehauchte 'TIS A PITY....Wie schon gesagt ist dieser Song noch am meisten im Jazz zu Hause. Tolle vertrackte Drums und das Saxophon klingt sehr abgefahren.

Mit LAZARUS schaltet er dann 2 Gänge runter. Und hier erstrahlt seine Kunst in den schönsten Farben. Eine sehr innovative Basslinie, dunkle Bläser im Hintergrund und ein Saxophon das im Mittelteil schwelgt. Dieser Song grenzt an Perfektion, ohne aber perfekt zu wirken. SUE (OR IN A SEASON OF CRIME) wurde ja bereits auf „Nothing has changed“ veröffentlicht, allerdings in einer anderen Version. Hier klingt der Song zappelig und nervös nach vorne treibend, so als ob Bowie vor etwas davon laufen würde. Erinnert ein bisschen an das Album „1. Outside“.

Mit einem erstaunlichen Einstieg schafft es GIRL LOVES ME vom ersten Moment an zu fesseln. Nach vielen Hördurchgängen gefällt mir dieser Song immer besser. Sein strenger Rhythmus gefällt mir besonders im Zusammenhang mit den sehr beruhigenden Streichern im Hintergrund. Dies ergibt einen interessanten Kontrast.

Die beiden letzten Songs klingen dann wie Bowie in früheren Zeiten. DOLLAR DAYS ist ein bisschen in den 80'ern verwurzelt, ohne aber dessen Peinlichkeiten zu erreichen. Sicher ist der Song nicht ganz so gut wie der Rest der Platte, aber das ist wirklich nur ein kleiner Schönheitsfehler. Das Saxophonsolo ist immer noch hörenswert und verdient Beachtung. Als letzter Song kommt dann noch I CAN'T GIVE EVERYTHING AWAY. Ich dachte im ersten Moment wir seien wieder Ende der 90'er Jahre, denn dieser Song hätte gut auf „Hours“ gepasst. Elektrobeats, Synthieteppich im Hintergrund und Bowies Stimme, das hat schon was.

Bowie hat mit diesem Album seine Karriere nach rund 50 Jahren beenden müssen. Er hat es dabei geschafft, etwas sehr Ungewöhnliches zu kreieren. Es geht ja hier nicht nur um die Musik, sondern natürlich auch um die Umstände, unter denen dieses Album erschaffen wurde. Und obwohl das Album seine dunklen Momente bei den ersten Hördurchgängen überproportional in den Ohren festsetzt, so scheinen die lichten Momente nach einiger Zeit immer mehr durch. 'TIS A PITY.......ist dafür das beste Beispiel. Ich kann mich an diesem Song gar nicht mehr satt hören, so hat er mich vereinnahmt. Ein größeres Kompliment kann ich einem Song nicht machen. „Blackstar“ ist ein wunderbares Album geworden. Auch für Nicht-Bowie-Fans.

Eine Bewertung erspare ich mir. Es sind zu viele Emotionen im Spiel, so kurz nach seinem Ableben und der zeitlichen Tragik zwischen der Veröffentlichung des Albums und seinem Tod. Doch der eigentliche Grund ist der, dass es zwar eine sehr gute CD ist, aber streng genommen mit Prog nichts zu tun hat.

Anspieltipp(s): Girl loves me, 'Tis a pity she was a whore
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 29.1.2016
Letzte Änderung: 15.4.2017
Wertung: keine Keine Bewertung, da im eigentlichen Sinne kein Prog

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von David Bowie

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1969 Space Oddity 11.00 1
1971 The Man Who Sold The World 9.00 1
1971 Hunky Dory 13.00 2
1972 The Rise and Fall of Ziggy Stardust and the Spiders from Mars 12.00 1
1973 Aladdin Sane 9.50 2
1974 David Live 11.00 1
1974 Diamond Dogs 8.33 3
1976 Station to Station 11.50 2
1977 Heroes 13.00 1
1977 Low 9.50 2
1978 Stage 10.50 2
1979 Lodger 9.00 1
1980 Scary Monsters 10.00 2
1983 Let's dance 6.00 2
1984 Tonight 4.00 1
1986 Labyrinth 1.00 1
1987 Never let me down 3.00 3
1993 The Buddha Of Suburbia 12.00 1
1993 Black Tie White Noise 5.00 1
1996 Outside: The Nathan Adler Diaries 13.00 2
1997 Earthling 10.00 1
1997 The singles collection - 1
1999 Hours 9.33 3
2002 Slow Burn 11.00 1
2002 Heathen 11.50 2
2003 Reality 9.25 4
2008 David Bowie Box - 1
2008 Live Santa Monica '72 11.00 1
2010 A Reality Tour 11.00 1
2013 The Next Day 10.00 2
2014 Nothing Has Changed. - 1
2018 Welcome to the Blackout (Live London '78) 10.00 1

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