SUCHE
Erweiterte Suche
NEUE REZENSIONEN
19.11.2017
Taylor's Universe - Almost Perfected
Hans-Hasso Stamer - Digital Life
French TV - Ambassadors of Good Health and Clean Living
Cluster - Cluster & Farnbauer Live in Vienna
18.11.2017
Babils - The Joint Between
Reinhard Lakomy & Rainer Oleak - Zeiten
Deluge Grander - Oceanarium
Virgil & Steve Howe - Nexus
Sons of Apollo - Psychotic Symphony
Yurt - III - Molluskkepokk
17.11.2017
The Gerald Peter Project - Incremental Changes, Pt. 1
Tohpati Ethnomission - Mata Hati
Dialeto - Bartók in Rock
The Gerald Peter Project - Incremental Changes, Pt. 1
Necronomicon - Verwundete Stadt
Millenium - 44 Minutes
16.11.2017
Smalltape - The Ocean
Dworniak Bone Lapsa - Fingers Pointing At The Moon
ARCHIV
STATISTIK
24093 Rezensionen zu 16464 Alben von 6401 Bands.
SITE MAP
STARTSEITE

Steven Wilson

4 1/2

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2016
Besonderheiten/Stil: live; ArtPop; New Artrock; Rock / Pop / Mainstream
Label: Kscope
Durchschnittswertung: 9.33/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Steven Wilson vocals, autoharp,acousitc and electric guitars, mellotron, piano, percussion,ghostwriter VI, bass, electic piano, prophet 6 synthesiser, sounddesign

Gastmusiker

Adam Holzman wurlitzer, hammond organ, minimoog, piano, organ stabs, fender rhodes, keyboards
Dave Kilminster guitars
Nick Beggs bass, chapman stick
Craig Blundell acoustic and electronic drums
Guthrie Govan guitars
Marco Minnemann drums
Chad Wackerman drums
Theo Travis flute, saxophone
Ninet Tayeb vocals

Tracklist

Disc 1
1. My book of regrets 9.23
2. Year of the plague 4.15
3. Happiness III 4.31
4. Sunday rain sets in 3.50
5. Vermillioncore 5.09
6. Don't hate me 9.34
Gesamtlaufzeit36:42


Rezensionen


Von: Marc Colling @ (Rezension 1 von 3)


Schon wieder eine Neue von SW? Das werden sich bei dessen Output der letzten Jahre so manche denken. Dazu kommen seine Arbeiten als Remasterer vom Dienst bei Gentle Giant, King Crimson uva. Wie viele Stunden hat denn sein Tag?

Nun, hier ist nichts ganz neu. Es handelt sich um meist ältere Kompositionen die bei diversen Sessions früher eingespielt, aber erst 2015 fertiggestellt wurden. Dazu kommt dann noch mit DON'T HATE ME von Porcupine Tree ein sehr alter Song, der neu aufgenommen wurde. Als Mitmusiker sind wieder die üblichen Verdächtigen dabei wie Holzman, Beggs, Kilminster, Blundell (Tourdrummer bei SW und dazu noch neuer Drummer bei Pendragon), Minnemann, Travis und Govan.

Ich muss zugeben, dass ich mich schwer tue mit diesem Werk. Mir fehlt irgendwie der Zusammenhalt der Songs. Einzeln funktionieren diese noch einigermaßen, doch im Gesamteindruck fehlt mir der rote Faden. SW springt hin und her, kann sich nicht für irgendeine Richtung entscheiden. In Interviews sprach er dies zwar auch an, doch merkt man als Hörer, dass hier nicht an einem Album gearbeitet wurde, sondern nur eine Auswahl von Songs neu aufgearbeitet wurde. Das ist ja auch alles schön und gut, aber dann soll man das klar als EP zu einem EP Preis verkaufen und nicht, wie im Saturn, für 14,99 €. Oder die LP bei amazon für 26,99 €.

Wer damit aber leben kann, dem gefällt das Album natürlich besser. Wilson-Fans sowieso. Ich will hier auch nicht die Verkaufspolitik des Herrn Wilson beurteilen, sondern seine Musik. Und da muss ich diesmal klar sagen: ich habe bisher noch kein Album gehört von SW, wo die Qualität der Songs so sehr variiert.

Wilson benutzte als Basistracks teilweise Liveaufnahmen von Konzerten. So ist bereits der Opener MY BOOK OF REGRETS in Montreal live aufgenommen und später im Studio vervollständigt worden. Der Song gehört mit über 9 Minuten zu den definitiv längeren im Soloschaffen von SW. Und er bietet allerhand Abwechslung. Aber man entdeckt auch, dass SW auf alte Songs von PT zurück greift um sich zu inspirieren. So ertönt im ersten Song plötzlich ein Riff das genau so in „Time flies“ benutzt wurde. Nach anfänglicher Ruhe wird der Song hektischer um sich zum Schluss hin wieder etwas zu ordnen. YEAR OF THE PLAGUE hat eine schwebende Atmosphäre und hätte seinem Projekt Storm Corrosion gut zu Gesicht gestanden. Diese gepflegte Langeweile gefällt mir nicht, andere mögen darin vielleicht mehr erkennen. Aber eine A-Gitarre die 4 Minuten lang den fast gleichen Pick spielt und dahinter ein Synth mit Teppich, naja.

HAPPINESS III folgt und hier kommt wieder etwas Leben in die Musik. Gelungene Gesangsmelodie und treibende Gitarre sorgen dafür, dass die Stimmung sich aufhellt. Hier zeigt Wilson wie relativ simple Melodien so arrangiert werden, dass die Musik dennoch niveauvoll wirkt. Das beherrscht er vorzüglich. Und mit SUNDAY RAIN SETS IN geht es sehr ruhig weiter. Selten habe ich einen Song gehört, wo der Titel des Songs und die Musik so gut gepasst haben. Beim Anhören schaut man unweigerlich zum Fenster hinaus. Und wundert sich, dass es nicht regnet.

Es folgt das Highlight des Albums. VERMILLIONCORE vereint Prog mit Rock und Jazzanleihen. Und bringt uns Gitarrenriffs. Ja, Wilson goes Metal. Naja, moderat. Was er bei PT in späteren Jahren immer wieder mal gemacht hat, kommt Solo eben nur in diesem Song vor. Er rifft ab Mittelteil und Beggs spielt ein kleines Solo auf seinem Chapman Stick. Klingt richtig gut.

Und dann als Ausklang spielt uns SW noch eine Neufassung von DON'T HATE ME. Auf „Stupid Dreams“ bereits 1998 veröffentlicht, fragt man sich natürlich nach dem Warum? Nun, mit Travis am Saxophon und seinem Solo ist die Frage eigentlich schon beantwortet. Travis gibt dem Song eine neue Note. Ansonsten ist die Neufassung gelungen, wenn auch nicht umwerfend.

Auch wenn Wilson-Fans mich dafür hassen: dieses Album wird keine Spuren in der Musikwelt hinterlassen, ja nicht einmal in der Musikwelt von SW selbst. Es wäre vielleicht mal wieder an der Zeit etwas mit seinen alten Kumpels von Porcupine Tree zu machen.

Anspieltipp(s): Vermillioncore
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 23.1.2016
Letzte Änderung: 14.4.2017
Wertung: 7/15
Mach mal Pause

Zum Seitenanfang

Von: Günter Schote @ (Rezension 2 von 3)


Man kann es drehen und wenden wie man will, selbst mit einer Reste verwertenden EP nötigt Steven Wilson mir derzeit höchste Anerkennung ab. Dass die einzelnen Stücke aus unterschiedlichen Epochen zwischen 1998 und 2015 stammen stört den Fluss dabei keineswegs, der Sound ist homogen. Wer also dem Häuptling des zeitgenössischen Progressive Rock Sympathien entgegen bringt, erhält mit „4 1/2“ Futter. Haute cuisine gar.

„My Book of Regrets“...my goodness. Ist das der beste Wilson Song ever? Er stammt aus 2013 und wäre sowohl auf „The Raven that Refused to Sing“ als auch auf "Hand.Cannot.Erase“ ein Highlight. Progressive Rock (und ich meine Progressive Rock und nicht den Allerweltsrock, der dem Hörer heute als Prog verkauft wird) mit geilen Gitarrensoli, überraschenden Wendungen und psychedelischen Einschlag.

Das beatlesque „Happiness III“ habe ich auf „Hand.Cannot.Erase“ nicht vermisst, ganz im Gegensatz zum zweiten Highlight der EP: das instrumentale „Sunday Rain Sets In“. Beim ersten Durchlauf düste bereits der Begriff „kleines Meisterwerk“ durch meinen Kopf. Jetzt, nach dem sicherlich zehnten Hören hat sich diese Meinung gefestigt. „Sunday Rain“ ist ein 4-minütiges Meisterwerk, dass jedoch verdächtig an David Sylvians „Blue of Noon“ erinnert.

Langer Rede kurzer Sinn: „4 1/2“ ist toll. Kein mächtiges Konzeptalbum, sondern eine qualitative hochwertige Zusammenstellung einzelner Wilson/PT-Songs, die trotzdem wie aus einem Guss wirken. „Don't Hate Me“ zusammen mit Ninet Tayeb neu einzuspielen bzw. einzusingen ist dabei nur die Sahne auf der Torte. Kscope vermarktet mal wieder offensiv und gekonnt und auch das Artwork besitzt erneut „Instant Classic“-Potential. Respekt.

Anspieltipp(s): My Book of Regrets, Sunday Rain Sets In
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 24.1.2016
Letzte Änderung: 23.1.2016
Wertung: 11/15
11 1/2

Zum Seitenanfang

Von: Thomas Kohlruß (Rezension 3 von 3)


Steven Wilson und die Reste-Verwertung… durchaus nichts Neues, derlei Aktivitäten gab es schon zu Porcupine Tree-Zeiten und es waren nicht die schlechtesten Alben, die auf diese Art und Weise entstanden sind. Nun also „4 1/2“, eine EP mit der uns Steven Wilson Stücke darbietet, die bei den Sessions zu den vorigen Alben durch den Raster gefallen sind. Dabei gibt es Sachen zu hören, die eher so nett sind, aber auch formidable Kracher, deren verschwinden in der Abstellkammer doch sehr schade gewesen wäre.

Gleich der Opener „My Book Of Regrets“, ein treibender Jazz-Retro-Progger, ist ein Höhepunkt im Schaffen Steven Wilsons. Mit witzigen Rückgriffen in die Porcupine Tree-Vergangenheit und Yes-Gedächtnis-Riff. Das Instrumental „Sunday Rain Sets In“ ist von betörender Intimität, bis ein harsches Riff den Hörer aus den Träumen reißt. Was aber gut ist, denn dann ist er wach und kann beim kraftvollen Jazzrock-Instrumental „Vermillioncore“ das Luft-Instrument seiner Wahl spielen. Auch dieses Stück ist ein Höhepunkt im Wilson'schen Schaffen und ich hätte mir gewünscht, dass es mindestens doppelt so lang wäre. Man kann auch „Sunday Rain Sets In“ und „Vermillioncore“ als Einheit betrachten und hat einen Nachfolger von „Raider II“ vor sich.

Total sympathisch kommt der lässige Rocker „Happiness III“ rüber, der mit seinen beatlesken Melodien eine bisher verborgene Seite von Wilson zeigt. Und mit seiner Fröhlichkeit logischerweise keinen Platz auf „Hand.Cannot.Erase.“ gefunden hat. Und selbst die Neueinspielung hat wegen der Stimme Ninet Tayebs, des Sax-Solos von Theo Travis und den insgesamt deutlich jazziger angelegten Keyboards seine Berechtigung und gefällt mir sogar besser als das Original, weil weniger weinerlich.

Bleibt „Year Of The Plague“, ein sehr ruhiges, sphärisches Instrumental. Steven Wilson spielt hier fast alles selbst, das hat mehr was von einem Demo und ist sicherlich zu recht auf dem „Raven“ berücksichtigt worden. Das einzige Stück hier, welches mir verzichtbar erscheint, aber natürlich auch nicht stört.

Wohl dem, der solches Material als Reste am Weg zurücklassen kann. Das dann doch zu veröffentlichen ist für die Fans eine gute Sache. Das Wilson damit vielleicht vor allem Geld verdienen will (oder auch das Plattenlabel), ist angesichts der teils recht hohen Preise (vor allem für die Vinyl-Ausgabe) für die EP, nicht ganz von der Hand zu weisen. Aber das muss jeder selbst für sich bewerten. Die EP ist auf jeden Fall keinesfalls hingeschludert und wirkt auch im Erscheinungsbild, hübscher Verpackung und Artwork angemessen hochwertig. Aber wem erzähle ich das, ihr habt's ja eh schon alle…

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 30.1.2016
Letzte Änderung: 30.1.2016
Wertung: 10/15

Zum Seitenanfang

Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Steven Wilson

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2004 Unreleased Electronic Music 10.00 1
2009 Insurgentes 10.20 5
2009 NSRGNTS RMXS - 1
2011 Grace For Drowning 11.67 6
2012 Get All You Deserve 13.67 3
2013 Drive Home 13.00 2
2013 The Raven That Refused To Sing And Other Stories 11.44 10
2014 Cover Version 10.00 1
2015 Hand.Cannot.Erase. 11.43 7
2015 Transience - 1
2017 To the Bone 8.67 3

Zum Seitenanfang

© 1999-2017; Das Copyright aller Texte liegt bei den jeweiligen Autoren; Haftungsausschluss
Site Map - Startseite - FAQ - Reviews - Leitfaden - Lesestoff - Kontakt - Links
RSS | Impressum