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Frequency Drift

Last

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2016 (VÖ 19.02.2016)
Besonderheiten/Stil: ArtPop; Folk; New Artrock
Label: Gentle Art of Music
Durchschnittswertung: 11.33/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Andreas Hack keyboards, guitar, theremin
Nerissa Schwarz e-harp, mellotron
Wolfgang Ostermann drums
Melanie Mau vocals
Martin Schnella electric & acoustic guitars
Rainer Wolf bass

Tracklist

Disc 1
1. Traces 7:08
2. Diary 5:31
3. Merry 5:08
4. Shade 5:52
5. Treasured 8:25
6. Last Photo 7:59
7. Hidden 5:34
8. Asleep 8:31
Gesamtlaufzeit54:08


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß (Rezension 1 von 3)


Auch auf ihrer siebten Veröffentlichung (die EP „Summer“ mal mitgezählt) bleiben Frequency Drift einer Tradition treu, dem beständigen Wechsel. Wiederum wurde nahezu die ganze Band ausgetauscht, so dass nur Cheffe Andreas Hack und die Harfinistin Nerissa Schwarz als Kern übrig blieben. Aber die neuen Mitstreiter sind durchaus prominent geraten. Mit Drummer Wolfgang Ostermann ist ein Mitmusiker der ersten Stunde wieder zurück. Aber besonders an Gesang und Gitarre wurden mit Melanie Mau und Martin Schnella Hochkaräter „eingekauft“. Beide sind ja von Projekten wie Flaming Row, Seven Steps To The Green Door oder ihrem Solo-Projekt „Gray Matters“ durchaus im Genre wohlbekannt. Schnella war auch schon auf dem Vorgänger-Vollzeit-Album „Over“ zu Gast.

Und noch besser ist, dass Frequency Drift auch der Tradition gute Musik zu machen, treu bleiben. So bietet auch „Last“ wieder ein Füllhorn großer Songs des weitgespannten, erzählerischen, epischen Progressive Rocks. Frequency Drift verstehen sich ja darauf breitangelegte, aber dennoch fein ziselierte, abwechslungsreiche Arrangements, gespickt mit epischen Melodiebögen, vor dem Hörer auszubreiten und diesen so ganz in ihren Bann zu ziehen. Folk, lyrischer Retroprog, pulsierender Artrock und gelegentliche heftige Ausbrüche gehen in einem ganz eigenen Mix auf.

Immer wieder zelebrieren die Musiker grandiose Instrumentalpassagen, die sehr farbig instrumentiert werden. Prominent im Klangbild steht das Markenzeichen der Band, die E-Harfe mit ihrem charmanten „Klimpern“. Und da man sich diesmal noch ein echtes Mellotron ins Studio geholt hat, gibt es auch noch Flöten, Streicher und marimba-artige Percussion zu hören. Daneben brilliert Martin Schnella mal mit bluesigen Soloparts, mal mit kraftvollen Riffs an der Gitarre. „Last Photo“ schließt dann auch noch mit einem hinreißenden Helden-Solo. Das Ganze umwogt von geschmackvollen Synthie-Flächen und lyrischen Piano-Linien. Ist „Last“ zu Beginn vielleicht noch etwas ruhig, so geht spätestens ab „Treasure“ dann auch ordentlich die Post ab.

Bleibt noch der Gesang, bei Frequency Drift schon immer ein wichtiger Bestandteil. Melanie Mau liefert ihre beste (zumindest von den mir bekannten) Gesangsleistung ab. Ungeheuer variabel von zart elfenhaft hauchend über düster-melancholisch bis hin zu kraftvoll, fast schon giftig, intonierend gestaltet und trägt sie die Stücke. Und das so variabel, dass man sich unwillkürlich durch einen Blick auf die Besetzungsliste davon überzeugen muss, dass hier nicht doch mindestens zwei Sängerinnen aktiv sind… beeindruckend.

Mit „Last“ fügen Frequency Drift ein weiteres sehr gelungenes, beeindruckendes Album wohlklingenden, epische, erzählenden, modernen Progressive Rocks hinzu. Prädikat wertvoll. Wir wollen also mal hoffen, das „Last“ nichts weiter zu bedeuten hat...

Anspieltipp(s): Last Photo, Asleep ...aber am besten ist am Stück hören
Vergleichbar mit: sehr eigen, vage: White Willow, IAMTHEMORNING, Thieves Kitchen
Veröffentlicht am: 10.2.2016
Letzte Änderung: 10.2.2016
Wertung: 12/15

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Von: Thorsten Gürntke @ (Rezension 2 von 3)


Die sechs Köpfe hinter Frequency Drift haben sich eine eigene Nische in unserem Musikgenre erspielt. Schuld dafür sind die teils ungewöhnliche Instrumentierung und ein ganz eigener Stil im Bereich eines folkig anmutenden, theatralisch vorgetragenen Musikzaubers. Frequency Drift malen Musik und haben ihre Kunstform entwickelt. Wer mit einer offenen Einstellung herangeht, kann mit „Last“ das große Ganze bewundern.

„Fangt gar nicht kleiner an!“, das rufen die ersten bedeutungsschwangeren Gitarren dir zu, bevor dann in geradezu fragiler Schönheit die Klarheit einer elfengleichen Stimme dich gefangen nimmt. Wohl bemerkt sind da noch keine zwei Minuten vergangen. Doch dieses Szenario zieht sich durch die Gesamtheit des Kunstwerkes. Immer wieder tauchen schwer anmutende Klangpassagen auf, die durchzogen werden von geradezu zerbrechlicher Schönheit. Frequency Drift spielen auf „Last“ mit diesem Element, wobei sie beide Teile sogar miteinander verschmelzen. Melanie Mau zeigt eindrucksvoll, warum sie zu den besten Sängerinnen in diesem Genre zählt. Ihre unverwechselbare Stimme kann sowohl gegen kräftige Gitarre ansingen als auch zum betörenden Klang der Harfe verzaubern.

Immer wieder tauchen Sounds auf, die im Progressive Rock so heimisch sind. Mellotron und Theremin ergänzen die übliche Instrumentierung aus Gitarre, Bass, Schlagzeug und Keyboards. Wie erwähnt brilliert immer wieder die Harfe. Das verzaubert und bringt der Band neben der hervorragenden Stimme eine gewisse Einzigartigkeit. Die Stücke sind insgesamt ruhig gehalten. Diese Ruhe wird hin und wieder auch mal durchbrochen von treibenden Riffs. Vorherrschend sind aber eher die plingenden Klänge, perlenden Harmonien und weichen Harmonien.

Da Kunst ja immer beim Betrachter, in diesem Falle Hörer entsteht, wird das natürlich auch andere Stimmen dazu geben. Dem einen geht es nicht genug vorwärts, dem anderen ist es zu weich, wieder einem sieht es auch mal zu kitschig aus. Dieses Album benötigt aber den Austausch, die Beschäftigung mit der Musik. Hört dem Kunstwerk lange zu und ihr werdet Farbe entdecken, wo vorher nur schwarz-weiß auszumachen war. Lasst euch nicht von der alten Familienaufnahme auf dem Cover täuschen. „Last“ ist deutlich bunter als es scheint.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 12.4.2016
Letzte Änderung: 12.4.2016
Wertung: 11/15

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Von: Gunnar Claußen @ (Rezension 3 von 3)


Vor zwei Jahren wussten mich Frequency Drift mit "Summer" eher nicht so sehr zu überzeugen, dafür klang die Musik für meinen Geschmack einfach zu blass, zu steril und zu zurückhaltend. Jetzt, 2016, muss der Sommer nach vielversprechendem Anfang und noch mehr Aprilwetter erst mal wieder einer werden, und die versierten Musiker aus Oberfranken haben nicht locker gelassen. Also gebe ich auch "Last" eine Chance, und siehe da! In dieser Musik steckt tatsächlich um einiges mehr an Leben als im geradezu desinfiziert klinischen "Summer".

Das fällt natürlich vor allem auf in Passagen wie diesem bombastrockigen Einstieg und Refrain in "Traces" und den gelegentlichen ebenfalls rockigen Ausbrüchen in "Merry". Gelegentlich treiben Frequency Drift diese Anwandlung in Instrumentalparts auch noch weiter: So ist die Mitte von "Last Photo" bereits geradezu progmetallisch geraten, wohingegen sich in der Mitte von "Shade" geradezu surreal zugeht und sich sowas wie eine Mischung aus King Crimson zu "Islands"-Zeiten und orchestralem Postrock der GY!BE-Schule ergibt. Eine andere kurzzeitig auftauchende Assoziation wären noch die Ulver von vor zehn Jahren ("The Truth") in "Diary".

Zudem füllen Frequency Drift die Songs diesmal auch durch die geschmackvollen Begleitungen mit Leben. Immer wieder fallen dabei lockere Rhythmen auf, die vom Schlagzeug samt Jazzbesen gespielt werden und niemals ganz gerade sind - das lockert die Songs ungemein auf, zumal sich sowas beispielsweise in "Diary" sowohl durch die eher düstere Strophe und den dagegen sehr harmonischen Refrain zieht oder in "Merry" und "Hidden" einen netten Gegensatz zu den bekannt-entspannten New-Artrock-Harmonien liefert (und damit zugleich das Sprungbrett zu diversen Ausbrüchen darstellt). In "Treasured" schließlich schlägt diese Art der Begleitung dann die Lücke zum unterkühlten Minimalismus des Vorgängeralbums, der hier mit begleitenden Ambient-Sounds den Auftakt einer (leider ein wenig dümpeligen) Halbballade bildet.

Vor einem derartigen instrumentalen Hintergrund fällt auch der Gesang von Melanie Mau fast ausnahmslos positiv auf und schafft es, Frequency Drift hier Anschluss an die formidableren Vertreter(innen) des aktuellen Frauenbeteiligungs-Prog (Eyevory, Delusion Squared, District 97) finden zu lassen. Besonders gut gelingt das im eingängigen "Merry", und im Opener "Traces" hält gerade dieser Gesang den bombastischen Refrain und die geradezu minimalistische Strophe zusammen. In "Treasured" fällt zudem mit den Cranberries ("Zombie") noch mal eine populäre Referenz für diesen Gesang ein. Weniger gelungen sind in dieser Hinsicht allerdings das melodisch wie textlich belanglose "Last Photo" und der nicht gerade aufregende Schluss von "Hidden".

Trotz dieser kleineren Mängel stellt sich "Last" letzten (haha...) Endes als ein überraschendes, beinahe komplettes Album heraus. Die Musik ist jedenfalls zugleich anspruchsvoll und eingängig und lässt Bekanntes anklingen, verfolgt ansonsten aber dennoch stets eigene Wege. Nun, um es mal so zu sagen: Wahrscheinlich war "Summer" eben einfach der falsche Einstieg in die Welt von Frequency Drift. "Last" ist jedenfalls um einiges einladender als jenes Album.

Anspieltipp(s): Merry, Shade, Diary
Vergleichbar mit: The Cranberries als Prog ;)
Veröffentlicht am: 16.5.2016
Letzte Änderung: 16.5.2016
Wertung: 11/15

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2014 Over 12.00 2
2014 Summer 9.50 2
2018 Letters To Maro 10.33 3

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