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Motorpsycho

Here Be Monsters

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2016
Besonderheiten/Stil: HardRock; Independent / Alternative; Psychedelic
Label: Stickman Records
Durchschnittswertung: 12/15 (1 Rezension)

Besetzung

Bent Sæther bass, guitar, vocals
Hans Magnus "Snah" Ryan guitar, vocals, flute (3)
Kenneth Kapstad drums

Gastmusiker

Thomas Henriksen keyboards

Tracklist

Disc 1
1. Sleepwalking 0:57
2. Lacuna / Sunrise 9:47
3. Running With Scissors 5:39
4. I.M.S. 7:05
5. Spin, Spin, Spin 4:08
6. Sleepwalking Again 0:57
7. Big Black Dog 17:43
Gesamtlaufzeit46:16


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß


Mit verloren wirkenden Pianotupfern fängt es an, um dann in ein sanft dahin mäanderndes, psychedelisch verträumtes, schwebendes Stück mit Mellotron-Wellen, flirrenden Gitarren und verspielter Rhythmik überzugehen. Der 'summer of love' feiert seine fröhliche Wiederkehr und alle sind – leicht bekifft – irgendwie glücklich. So entspannt, verträumt, verspielt, fast schwebend beginnt Motorpsychos neuester Streich. „Here Be Monsters“… da fragt sich zuerst schon, ja wo denn?

Motorpsycho sind selten direkt proggig im engeren Sinne, eher spielen sie ihren Alternative-Psychedelic-Hardrock-Mix meist so überzeugend, dass alle Alben (mindestens) seit „Black Hole / Black Canvas“ für aufgeschlossene Progger mit einem Rock-Faible mehr als interessant sind. So richtig in die Prog-Schiene sind sie aber eigentlich nur einmal, mit dem sensationellen „The Death Defying Unicorn“ eingeschwenkt und das ist nicht unwesentlich einem Spezl der Band, Ståle Storløkken, zu verdanken. Da ist es vielleicht ein gutes Zeichen, dass eben jener Ståle Storløkken indirekt auch an der Entstehung von „Here Be Monsters“ beteiligt war. Gemeinsam arbeitete man nämlich an Musik zum hundertsten Geburtstag des technischen Museum Norwegens. Nachdem die Kompositionen einmal live aufgeführt wurden, entschlossen sich Motorpsycho das Ganze auch noch auf CD zu bannen. Hier konnte Storløkken aus zeitlichen Gründen nicht mehr mitwirken und so wurde die Musik komplett umarrangiert, um 100% Motorpsycho zu sein, wie sich die Band ausdrückt.

Vielleicht wegen dieser Entstehungsgeschichte ist „Here Be Monsters“ eines der interessantesten und besten Motorpsycho-Werke geworden. Nach der breitwandig dahinfließenden Psychedelic zu Beginn schließt sich ein schon etwas bewegteres, leicht jazziges Instrumental an, welches mit retroproggigen Einsprengseln und einer entsprechenden Melodieführung dann doch einen vagen Bogen zum „Death Defying Unicorn“ schlägt. Und bevor sich alles in der ruhigen Wohlklang-Nische gemütlich niederlässt, lassen es die Norweger mit „I.M.S.“ unvermittelt rau und schroff ordentlich krachen.

Mit „Spin, Spin, Spin“ folgt ein Cover einer 6ties-Psychedelic-Nummer, welche Motorpsycho schon immer mal spielen wollten. Hier schien es ihnen passend… und ja, im Album-Kontext funktioniert der Song, der für sich alleine gestellt seltsam belanglos wirkt. Aber das Album am Stück hören ist hier sowieso Pflicht.

Mit „Big Black Dog“ haben Motorpsycho den Höhepunkt dann am Schluss platziert. Ein über 17minütiges Songmonster, dass in den Tiefen der Psychedelic ebenso wie des Hardrock und des verspielten Retroprog wühlt und das ganze mit einem Schuss Alternative abrundet. Das komplette Motorpsycho-Klanguniversum in einem mächtigen Stück Musik verpackt. Welch ein Finale!

„Here Be Monsters“ ist ein Monument der in sich ruhenden, kraftvollen, verspielten, verträumten Rockmusik. Entschleunigung, die trotzdem mitreißt. Mit einem Wort: Beeindruckend.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 17.2.2016
Letzte Änderung: 29.2.2016
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Motorpsycho

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1998 Trust Us 11.00 1
1999 Let them eat cake 11.00 1
2000 Roadwork vol 2: The MotorSourceMassacre 11.00 1
2008 Little Lucid Moments 11.00 1
2010 Heavy Metal Fruit 12.00 1
2017 The Tower 11.67 3

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