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24718 Rezensionen zu 16918 Alben von 6589 Bands.
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The Enid

Dust

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2016
Besonderheiten/Stil: Konzeptalbum; ArtPop; Klassischer Prog; Moderne Klassik
Label:
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Joe Payne Lead Vocals and Electric Wind Instrument
Robert John Godfrey Piano and Keyboards
Jason Ducker Lead Guitar
Max Read Vocoder, Keyboards and Guitar)
Zachary Bullock Keyboards and Guitar
Nic Willes Bass and Orchestral Percussion
Dave Storey Drums and Orchestral Percussion

Tracklist

Disc 1
1. Born in the Fire 8:19
2. Someone Shall Rise 5:25
3. Monsters 5:38
4. 1000 Stars 7:17
5. When the World is Full 5:28
6. Trophy 6:14
7. Heavy Hearts 5:44
Gesamtlaufzeit44:05


Rezensionen


Von: Nik Brückner @


Im Sommer 2013 hat Robert John Godfrey, Gründer, Leader und Hauptkomponist der ultimativen Symphonic-Rock-Band The Enid, bekanntgegeben, dass er an Alzheimer erkrankt ist. Godfrey sagte, dass er bereits erste Anzeichen der Krankheit registriere, er werde aber nicht akzeptieren, dass durch den über kurz oder lang notwendig werdenden Rückzug aus der Band das Ende von The Enid besiegelt sei.

Vor ein paar Tagen kam nun die Nachricht, die alle Fans bang erwartet hatten: Robert John Godfrey zieht sich von der Bühne zurück. Die Tour zum neuen Album werde er noch spielen, danach auch noch einige einzelne Shows, in Zukunft wolle er sich aber auf die Studioarbeit und den Fanclub der Band, The Enidi, konzentrieren. Einstweilen werden sich Zachary Bullock und Joe Payne um die Tastaturen kümmern.

In meiner Rezension zum Vorgängeralbum "The Bridge" habe ich zum Thema Generationenband ja schon so einiges gesagt. The Enid schicken sich nun an, als erste diese ausgerechnet vom Gerontenclub Yes aufgebrachte Idee in die Tat umzusetzen: Einzig Schlagzeuger Dave Storey ist aus der Gründergeneration noch dabei. Hört er auf, dürfte es interessant werden: Ohne wen ist The Enid nicht mehr The Enid? Werden The Enid noch The-Enid-Alben machen können? Dürfen? Was bedeutet der Satz: "Das ist die Band The Enid"?

Doch noch ist es nicht soweit. Robert John Godfrey ist auf "Dust" noch zu hören, und er hat "Dust" auch mitkomponiert. Das hört man auch: Denn The Enid wäre nicht The Enid (was immer diese Formulierung heute und in Zukunft bedeutet), wäre nicht auch auf "Dust" jene sentimenttriefende Pseudoklassik zu hören, die die Band einst zur ultimativen Symphoprogband machte - und bis heute macht. Zu alledem ist "Dust" auch noch ein Konzeptalbum: Sechs der sieben Stücke repräsentieren sechs diametral entgegengesetzte Kräfte: säkulare ("Born in the Fire ") und heilige ("Someone Shall Rise"), Reichtum ("Monsters") und Armut ("1000 Stars"), Umwelt ("When the World is Full") und Konsum ("Trophy"), die auf Kollisionskursen aufeinander zurasen. The Enids Idee: Wenn diese gegensätzlichen Kräfte kollidieren, löschen sie einander aus. Was bleibt, ist die Liebe ("Heavy Hearts").

Hach! Wer, wenn nicht The Enid, könnte ein solches Konzept in Musik – in sehr plüschige Musik - gießen und es damit vollkommen ernst meinen? Passend zu diesen (sehr traditionell hippiesken) Ideen ist die Musik sehr pathetisch - allerdings nicht von der Sorte, die wir von Pathosrockbands (man nennt es auch Powermetal) zu hören bekommen. Nein, The Enid stehen seit jeher für Pathos von der romantischen Sorte. Beides, Pathos und Romantik, sind in guter Enid-Tradition auch hier wieder von höchst zweifelhafter Seriosität, werden sie doch mit den gewohnten Mitteln sentimentalen, melodramatischen Musiktheaters zu Gehör gebracht: Es gibt plüschige Geigenklänge, schwellende Bläsersätze und erregte Gitarrenhöhepunkte. Dazu singt Joe Payne wieder so expressiv und theatralisch, wie es der Musik Godfreys, aber eben auch dem "Dust"-Konzept angemessen ist. Und wie immer bei The Enid schreckt man auch diesmal vor schwerem, schwülem Schwulst nicht zurück.

Das Ganze gelingt, wann immer die Band affektiert operettenhaft anschwillt ("Born in the Fire ") oder wenn Jason Duckers Gitarre (immer sehr willkommen) zu dramatischen Höhenflügen ansetzt: "Pompös" ist bei dieser Band kein Schimpfwort. Allerdings gibt es auch hier wieder die typisch enidischen Untiefen: So ist das salbungsvoll gesungene und supersoft produzierte "Heavy Hearts" einfach ein wenig zu flach, und manche Melodie in "Trophy" wird nur dadurch gerettet, dass ihr nicht die vorhersehbaren Akkorde unterlegt werden. Richtige Ausfälle gibt es allerdings nicht.

"Dust" ist das dritte Kapitel in der 2010 mit "Journey's End" begonnen und 2012 mit "Invicta" weitergeführten Trilogie – und ihr würdiger Abschluss. Nicht das beste Album von The Enid, aber doch ein ganz starkes.

Wenn man sowas mag…

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: The Psychedelic Ensemble
Veröffentlicht am: 8.3.2016
Letzte Änderung: 8.3.2016
Wertung: 11/15
schwülstig, manieriert, sentimental: So geht Kitsch!

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von The Enid

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1976 In The Region Of The Summer Stars 10.00 2
1978 Aerie Faerie Nonsense 9.00 3
1979 Touch Me 12.00 1
1980 Six Pieces 10.00 1
1983 Something Wicked This Way Comes 9.00 1
1983 Live at Hammersmith 12.00 2
1984 The Spell 9.50 2
1985 Salome 12.00 1
1986 The Liverpool Album - 2
1988 The Seed and the Sower 6.00 1
1994 Tripping The Light Fantastic 7.00 1
1995 Sundialer 7.00 1
1998 White Goddess 9.00 1
2010 Journey's End 11.00 2
2010 Journey's End Orchestrations 11.00 1
2010 Live At Town Hall, Birmingham 11.00 1
2012 Invicta 11.00 1
2014 First Light 12.00 1
2015 The Bridge 13.00 2
2015 The Bridge Show - Live At Union Chapel 12.00 1
2017 The Music Of William Arkle and Other Recordings 9.00 1

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