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Peter Hammill

Nadir's Big Chance

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1975 (Remaster-Version 2006)
Besonderheiten/Stil: Klassischer Prog; Punk; sonstiges
Label: Charisma
Durchschnittswertung: 11.33/15 (4 Rezensionen)

Besetzung

Peter Hammill guitars, pianos, bass, vox
Hugh Banton bass, keyboards
Guy Evans drums
David Jackson saxes & flute

Tracklist

Disc 1
1. Nadir's Big Chance 3:33
2. The Institute of Mental Health, Burning 3:32
3. Open Your Eyes 5:11
4. Nobody's Business 4:08
5. Been Alone So Long 4:10
6. Pompeii 4:21
7. Shingle Song 4:14
8. Airport 3:04
9. People You Were Going To 5:05
10. Birthday Special 3:34
11. Two Or Three Spectres 6:21
Gesamtlaufzeit47:13


Rezensionen


Von: Andreas Pläschke @ (Rezension 1 von 4)


Laut Covertext ist dies die Platte von Hammills Alter Ego RIKKI NADIR: Eine Reise durch dissonante 3 Akkord-Wunder, laut, anarchisch, aggressiv. Hammill konnte nichts anderes tun, als Nadirs Musik zu spielen, seine Punksongs, die Balladen. Während also YES gerade die Tore des Deliriums durchschritten hatten, PINK FLOYD immer noch wünschten SYD BARRETT wäre wieder da, da war Hammill zum PUNK mutiert, kein Wunder, dass diese ihn und diese Platte später als musikalisches Vorbild nannten.

Die Musik ist laut, rauh, geradeaus, aber keine Angst, es ist eindeutig Hammill, auch wenn er auf dem Cover als in schwarzes Leder gekleideter Punkrocker posiert. Mit einem klassischen schnellen Drum/Bass-"Bumm,bumm, bumm" und einem von Hammill gesprochenen "One, two, three" geht es auch entsprechend los. Ein Song, der locker auch von den CLASH oder den SEX PISTOLS hätte sein können, simpler Gitarrenriff, schräges Saxophon und andere schrille Geräusche. Übergangslos geht es mit Marschrhythmus weiter, dazu Bandloops und schon brennt das Institut. Dies ist wieder eher Hammill a la OVER. Ich will nicht alle Songs durchgehen, nur soviel, dass Album ist extrem abwechslungsreich, neben schrillen Punkstücken, gibt es klassische Hammillsongs wie "Shingle song", tolle Instrumentalparts von Banton und Jackson. "Been alone so long" klingt fast nach Bowie zur ZIGGY STARDUST-Zeit.

Es ist ein vielschichtiges Album, wild, eindringlich und auch leise, und zeigt uns alle Facetten von Hammill, wobei Seite 1 die rauhere und Seite 2 die ruhigere, klassische Hammillseite zeigt. Ein Meisterwerk und stilbildend!

Anspieltipp(s): Nobodys businness, Shingle song
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 20.4.2002
Letzte Änderung: 14.1.2004
Wertung: 12/15

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Von: Thomas Schüßler @ (Rezension 2 von 4)


Peter Hammill als Punk-Ikone? Das hört sich jetzt schlimmer an als es ist. So richtig punkig sind eigentlich nur "Nadir's big chance" und "Birthday special". Dann gibt es noch die Songs "Open your eyes", "Nobody's business" und "Two or three spectres", die an Van der Graaf (Generator) zu dieser Zeit erinnern. Was Wunder, spielt doch die komplette Band hier mit. Besonders David Jackson am Saxophon kommt hier zum Zuge. Zu hören ist er auf jedem Song, fast die ganze Zeit über. Die restlichen Songs sind dann typische Hammill-Sachen, wobei "Shingle" hier besonders hervorgehoben werden soll, da es für mich zu den stärksten Hammill-Songs überhaupt zählt. "People you were going to" findet sich bisweilen auch als Bonus-Track zur ersten VdGG-Scheibe "The Aerosol Grey Machine", da es bereits 1968 entstand.

Vielleicht kann man der Platte vorwerfen, daß sie ein bißchen unentschlossen zwischen punkig-laut und hammellig-intensiv schwankt. Aber eine ganze Platte mit Punk-Songs - wer hätte das von Peter Hammill hören wollen? Ich jedenfalls nicht. Seine Stärken sind eher im anderen Bereich zu finden.

Anspieltipp(s): Shingle, Two or three spectres
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 28.6.2004
Letzte Änderung: 28.6.2004
Wertung: 11/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 3 von 4)


Selten habe ich ein Soloalbum gehört, das so sehr ein Bandalbum ist wie dieses. Nicht nur ist die gesamte Besetzung von Van der Graaf Generator hier vereinigt, es sind auch alle Mitspieler gleichberechtigt in jedem Song vertreten (Banton häufiger am Bass als an der Orgel), selbst Hammills Gesang steht hier nicht so im Vordergrund. Herausragend ist (wieder einmal) David Jackson am Saxofon: wie Thomas schon schreibt, Jackson ist praktisch die ganze Zeit über mit virtuosen Einlagen zu hören, trotzdem drängt er nie in den Vordergrund, bleibt immer gruppendienlich - eben ein perfektes Bandalbum.

Musikalisch unterscheidet sich "Nadir's Big Chance" trotz VdGG-Besetzung radikal von allem, was VdGG gemacht haben. Kurze, kompakte Songs zwischen ruhiger Ballade (herrlich: "Shingle") und Aggressivität - nicht umsonst galt Hammill als einer der Wegbereiter des Punk, des "Erbfeindes" des Prog.

Mein Favorit neben dem erwähnten "Shingle" ist "Pompeii", wo Guy Evans zu einer elegischen Melodie hektisch und nervös und eigentlich völlig unpassend wie in Ekstase auf dem Schlagzeug herumwirbelt. Würde ich gerne mal live hören, natürlich mit Evans ;-)

Anspieltipp(s): Nadir's Big Chance, Pompeii, Shingle Song
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 9.1.2006
Letzte Änderung: 9.1.2006
Wertung: 11/15

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Von: Thomas Schüßler @ (Rezension 4 von 4)


Ein kurzes Wort zur gerade erschienen, remasterten Version.

Da bereits die ältere CD-Fassung einen relativ guten Klang hatte, kommen hier die Zugewinne im Klang durch den Remaster-Prozess nicht so gut zur Geltung wie bei den älteren Scheiben. Peter Hammill hat diesmal, wie auch bei dem demnächst erscheinenden "A Black Box"-Remaster, keine Bonus-Tracks aufgenommen, da "it didn't seem right to add anything else to these two". Kann man vielleicht verstehen, wenn man sich überlegt, dass gerade auf dieser Platte die ungebändigte Energie des Punk festgehalten wurde, es insofern keinen Sinn macht, energetische Live-Versionen dazuzupacken, die nichts Neues hinzufügen würden.

Das Booklet ist um das originale Artwork erweitert worden. Das beinhaltet leider auch, dass keine Songtexte abgedruckt sind. So bleibt es jedem selbst überlassen, ob er auf die remasterte Fassung umsteigen möchte.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 21.10.2006
Letzte Änderung: 21.10.2006
Wertung: keine

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Peter Hammill

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1971 Fool's Mate 9.60 5
1973 Chameleon in the Shadow of the Night 10.00 3
1974 The Silent Corner and the Empty Stage 13.00 3
1974 In Camera 12.50 3
1977 Over 11.67 3
1978 The Future Now 11.67 3
1979 pH7 13.33 3
1980 A Black Box 12.00 5
1981 Sitting Targets 9.00 3
1982 Enter K 12.50 2
1983 Patience 11.00 2
1984 The Love Songs 8.50 2
1985 The Margin+ 12.50 4
1986 Skin 8.00 2
1986 And close as this 6.25 4
1988 In A Foreign Town 8.50 2
1988 Spur of the Moment (Peter Hammill & Guy Evans) 8.50 2
1990 Out Of Water 9.00 2
1990 Room Temperature Live 9.67 3
1991 The Fall of the House of Usher 7.50 2
1992 Fireships 10.50 2
1993 Loops & reels - Analogue Experiments 1980 - 1983 7.50 2
1993 There Goes The Daylight 9.00 2
1993 Offensichtlich Goldfisch 9.00 2
1993 The Noise 7.00 2
1994 Roaring Forties 9.67 3
1995 The Peel Sessions 12.00 2
1995 X My Heart 10.50 2
1996 Past Go: Collected - 1
1996 Tides 9.00 2
1996 Sonix 8.50 2
1997 The UNION CHAPEL Concert (Peter Hammill & Guy Evans) 12.50 2
1997 Everyone You Hold 11.50 2
1998 This 10.00 2
1999 The Fall of the house of Usher (deconstructed & rebuilt) 9.00 2
1999 The Appointed Hour (Roger Eno & Peter Hammill) 9.50 2
1999 Typical 12.50 2
2000 None of the Above 10.00 2
2001 What, Now? 11.50 2
2001 Unsung 11.00 1
2002 Clutch 13.00 2
2004 Incoherence 12.50 2
2006 Veracious 11.00 3
2006 Singularity 12.00 3
2009 Thin Air 11.00 2
2009 In the Passionskirche Berlin MCMXCII 10.00 1
2011 Pno, Gtr, Vox 12.00 2
2012 Pno, Gtr, Vox Box 12.00 1
2012 Consequences 10.33 3

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