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Emphasis

Revival

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2016
Besonderheiten/Stil: Progmetal
Label: Underground Symphony
Durchschnittswertung: 8/15 (1 Rezension)

Besetzung

Anna Ganina Gesang
Pavel Korotaev Gitarre
Max Spiridonov Gitarre
Katya Gritskova Bass
Stas Lint Schlagzeug

Tracklist

Disc 1
1. On The Wings Of Freedom 6:13
2. Running Man 4:27
3. Blind Faith 5:28
4. Death Itself 6:09
5. Every Time 5:32
6. Hate Is All You Left For Me 4:37
7. Emptiness 5:41
8. Shadow Falls 6:42
9. Emptiness   (Radio Edit) 4:41
Gesamtlaufzeit49:30


Rezensionen


Von: Gunnar Claußen @


Emphasis? Das war doch diese Truppe aus Tallinn, das 2012 mit "Into Infinity" einen hübsch irritierenden Fünfunddreißigminüter vorgelegt hatte, der vordergründig einmal mehr das Genre "Symphonic Metal mit Operngesang" bediente, sich hintergründig aber weitaus komplexer gebärdete. Mittlerweile hat diese Band nach einigen Umbesetzungen offenbar einen Deal bei italienischen Label Underground Symphony, einschlägig eher für grenzwertige Power-Metal-Veröffentlichungen à la Skylark bekannt und berüchtigt, ergattert und präsentiert nun ein Debütalbum namens "Revival". Rein nominell relativiert sich diese Entwicklung allerdings dadurch ein wenig, dass immerhin vier der Songs ("Running Man", "Hate Is All You Left For Me", "Blind Faith" und "Death Itself") bereits auf "Into Infinity" enthalten waren, aber immerhin haben wir es hier jeweils mit Neuaufnahmen zu tun.

Diese jedenfalls haben über die Jahre nur unwesentlich an Schlagkraft eingebüßt. "Running Man" bringt also immer noch das Hauptriff von Nightwishs "Storytime" rhythmisch ins Stolpern und fällt in dieser Fassung darüber hinaus durch eine Menge an Orientalismen auf (wobei mir diesmal auch "Sandrider" von Star One als Anklang einfällt), und "Blind Faith" wurde vom Tempo her nochmals gesteigert und bietet nun fast schon so eine Mischung aus Watchtower-Technik und Hammerforce-Elektronikeffekten. "Death Itself" wiederum stellt noch stärker den Kontrast zwischen oberflächlichem Sympho-Habitus und beinahe funkigen Grooves sowie krass voneinander abgesetzten Parts heraus. Lediglich "Hate Is All You Left For Me" ist in der aktuellen Form verzichtbar, denn irgendwie ist einerseits der Anfang heuer poprockiger und mainstreamiger als damals arrangiert, und zum anderen war beim Original der Sound irgendwie voller und runder.

Zum Sound gäbe es ebenfalls noch etwas zu sagen, aber erst mal sollten noch die gänzlich neuen Stücke zu Ehren kommen. Da wäre "On The Wings Of Freedom", das bereits nach kurzer Zeit seinen gewöhnlichen Keyboard-Orchester-Metal für ein undurchschaubares Break zwischen Riffgeschiebe auf der Gitarre und neobarock-polyphonem Georgel auf den Keys beiseite schiebt, in der Strophe dann Anwandlungen an Symphony X (oder Epigonen wie Richard Andersson) zeigt, einen eher zerklüfteten und sprunghaften Refrain bietet und schließlich aber durch einen schön dekonstruktiv wirkenden Instrumentalpart wieder Boden gutmacht. Dieser unterbricht seinen Fluss jedes Mal für Breaks gewollt und erinnert damit etwas an das, was Dream Theater in Stücken wie "Outcry" abgezogen haben.

"Every Time" hingegen fällt als Klavierballade mit Saxofonbegleitung und banaler Poprock-Melodie deutlich ab, wobei es hier auch stört, dass erst das Klavier viel zu hart klingt und Sängerin und Saxofon übertönt, bevor es seinerseits wiederum von einer Keyboardwand geschluckt wird - geradezu eine Fehlzündung von einem Arrangement, lediglich das variantenreiche Drumming unten drunter hält das Niveau einigermaßen. "Emptiness" dagegen hat wieder Klasse: Das komisch gestimmte, aber verspielte Hauptriff bzw. -Keyboard-Motiv mit gänzlich unkonventionellen und daher unvorhersehbaren Wendungen erinnert mich zusammen mit dem Groove darunter kurioserweise ein bisschen an "Astral Traveller" von Yes, gemischt mit "Bats In The Belfry I" von Bigelf. "Shadow Falls" ist zum Ende aber wieder zweischneidig: Einerseits gefällt mir die Gestaltung der Riffs mit ihren lässigen Groove-Schlenzern der Marke "As I Am", andererseits geht der Song melodisch und strukturell völlig ins Leere.

Und nun also der Sound: Hier liegt der Hund dieses Albums eigentlich begraben, denn komischerweise klingt "Revival" als Ganzes viel schwächer und dünner als "Into Infinity". Gitarren und Keyboards hören sich vergleichsweise dünn an und insbesondere letztere klingen wie B-Ware der frühen 90er. Dazu kommen Problemchen im Arrangement: Wo diese Keyboards schon so schwach auf der Brust sind, treten sie auch noch gehäuft und mehrstimmig auf - aber das kaschiert diesen Mangel nicht, sondern multipliziert ihn eher. Schlussendlich fallen noch einige Passagen, in denen das Schlagzeug durch Bongo-artige Percussion ergänzt wird, unangenehm auf.

Fasse ich also zusammen: So ganz glücklich werde ich mit "Revival" insgesamt nicht. Das Fundament der Band ist natürlich immer noch interessant und die alten Songs haben ihre Klasse größtenteils bewahrt, dafür allerdings treten die Esten mit dem neuen Material eher auf der Stelle. Zudem ist die "neue" Produktion hochgradig zweifelhat und eher eine Verunstaltung denn eine Bereicherung des bekannten Materials. Somit ist dieses Album leider kein "Revival", denn auf "Into Infinity" haben Emphasis ein besseres und vitaleres Bild abgegeben.

Anspieltipp(s): On The Wings Of Freedom, Emptiness
Vergleichbar mit: Dream Theater, Hammerforce, Watchtower - wie immer mit Sopran
Veröffentlicht am: 1.6.2016
Letzte Änderung: 23.9.2016
Wertung: 8/15
Schwacher Sound und neues Material, das inkonsistent ausgefallen ist

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Emphasis

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2012 Into Infinity 11.00 1
2018 Soul Transfer 10.00 1

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