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23964 Rezensionen zu 16368 Alben von 6362 Bands.
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The Samurai of Prog

Lost and Found

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2016
Besonderheiten/Stil: Klassischer Prog; RetroProg
Label: Seacrest Oy
Durchschnittswertung: 11/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Marco Bernard Rickenbacker basses, Project Coordinator
Steve Unruh vox, violin, flute
Kimmo Pörsti drums and percussion, Audio Engineering
Stefan Renström keyboards
David Myers piano
Tom Doncourt keyboards
Chip Gremillion keyboards
Johan Öijen electric and acoustic guitars ("She", "Plight of the Swan", "The Demise")
Kamran Alan Shikoh electric guitar ("Inception")
Jon Davison vocals ("She")
Steve Scorfina electric guitar ("Preludin")
Richard Maddocks narration ("The Demise")
Keith Christian vocals ("The Demise")
Mark Trueack vocals ("The Demise")
Linus Kåse saxophones ("The Demise")
Llorián García electronic bagpipes ("The Demise")

Tracklist

Disc 1
1. Preludin 7:38
2. Along The Way 2:22
3. Inception 20:02
4. She (Who Must Be Obeyed) 12:11
5. Plight Of The Swan 10:33
Gesamtlaufzeit52:46
Disc 2
1. The Demise

1. The Call
2. The Emperor attacks
3. Taken
4. Lorne sets out to Basil
5. Images
6. My name is Basil
7. My name is Lorne
8. A true Believer
9. To the Land
10. The land is open
11. The "Mold" Theme
12. The Emperor and the Agent
13. The council chamber
14. The road
15. Three days
16. Pursuit
17. Recognition
18. Finding the book
19. I will take the book!
20. The agent finds Lorne
21. Let me show you the future
22. Basil's tune
23. Basil appears
24. Basil casts out the agent
25. The battle starts
26. The elders are coming
27. The march
28. Lorne gains the Temple
29. Tribute to a master
30. Lorne returns the book
31. Casting the spells
32. The spell has worked
33. Interlude
34. Incredible scenes
35. Interlude
36. The Mold

57:18
Gesamtlaufzeit57:18


Rezensionen


Von: Nik Brückner @ (Rezension 1 von 2)


"The Samurai of Prog"!

Mal ehrlich, kennt jemand von Euch einen dämlicheren Bandnamen? Samurai hießen die Mitglieder des Kriegerstandes im vorindustriellen Japan. Das macht Marco Bernard, Steve Unruh und Kimmo Pörsti zu – wozu genau? Zu bewaffneten Progmusikern? Zu vorindustriellen Japanern? Ich check es nicht. Keine Angst, ich sag jetzt nicht "tertium comparationis".

Ich meine, wir alle wissen, dass bei Bands, die das Wort "Prog" im Namen tragen, Vorsicht geboten ist. ProgressiveXperience, The Prog Collective, United Progressive Fraternity. "Schau! Schau! Wir machen Prog!" – grusel. Meist stecken deren Alben dann auch noch in den geschmacklosen Covern von Ed Unitsky. Hörmer doch auf.

Doch horch! Die Samurai des Prog! – aber dazu gleich mehr. Erstmal sei das hochinteressante Konzept des Albums umrissen. Und das geht so: Man approachte mehr oder weniger namhafte Bands aus den 70ern, der klassischen Zeit des Progressive Rock, und fragte sie: Hey! Gibt es da irgendwelche archivierte Songs, zu deren Aufnahme Ihr nie gekommen seid? Vielleicht, weil Ihr damals keinen Plattenvertrag hattet, oder weil der Song nie so richtig auf eins Eurer Alben gepasst hat? Wie wär's, wenn wir diesen Song arrangieren, einspielen, und einer von Euch als Gastmusiker bei uns mitspielt? - Klasse Idee, oder? Die Samurai haben das schon mir großem Erfolg auf ihrem letzten Album gemacht, mit Englands "The Imperial Hotel" Diesmal haben die Bands Odyssey, Quill, Cathedral, Lift und Pavlov's Dog Songs gespendet.

Die – öhrm - Samurai des Prog haben diese Songs dann teilweise originalgetreu eingespielt, teils kräftig überarbeitet. Und wenn nicht alle bereits zuvor große verlorene Perlen des klassischen Progs gewesen sind, so sind sie nun immerhin zu Perlen des Retroprogs geworden. Denn so bescheuert der Bandname auch ist: Die Jungs haben echt was drauf!

Geht gleich los mit "Preludin'" von Pavlov's Dog (bekannt von "Pampered Menial" und "The Pekin Tapes" - Gast hier: Steve Scorfina). Ein gutgelaunter Folkprogger, wie ihn Big Big Train schon lange zu schreiben versuchen. Alles da: Folk, ordentlich Prog, bissl Neoklassik, Flöte und Geige; selbstverständlich klingt das Ganze nach Tull anno 1977. Check!

Nach einem kurzen Klavierstück a la "Close to Home" (von Keith Emerson), wie es für die Samurai des Prog offenbar mittlerweile Standard ist (ich kenne deren andere Alben nicht, ein Fehler, den ich zu korrigieren gedenke) geht es weiter mit dem ersten abendfüllenden Schinken, "Inception" von der usanischen Band Lift, der Einflüsse dreier großer Progbands der Siebziger aufgreift: Genesis, Yes und ELP und damit einen ganz anderen Charakter hat als das folkige "Preludin'". Stargast ist hier Chip Gremillion von Lift.

Es folgt das episch-prunkige "She (Who Must Be Obeyed)" von Odyssey, dass die Samurais wohl sehr an Yes erinnerte, weshalb sie Jon Davison engagierten, es zu singen. Im ersten Moment lehnt man das Stück reflexhaft ab, weil Davisons Stimme schockierende Flashbacks an Yes' grauenvolles "Heaven & Earth" triggert, wenn dieser Effekt nachlässt, und der Song sich zu einem Stück entwickelt, dass eher auf eins der "Keys to Ascension"-Alben gepasst hätte, kann man es dann aber doch genießen – auch wenn es von allen Stücken auf "Lost an Found" am wenigsten aufregend ist.

Mit "Plight of the Swan" steigt die Qualität dann wieder. Dieser Song von Cathedral wurde nach ihrem großartigen "Stained Glass Stories"-Album geschrieben, aber nie aufgenommen. Lediglich eine Live-Version von 1978 fliegt irgendwo im Netz rum. Ein unbedingter Hörtipp, denn das Stück ist großartig. Grandioser, intensiver Orgelprog aus der späten Hochphase des Genres. Wer diesen verlorenen Klassiker schon immer mal in einer Studioversion hören wollte, der kann das hier auf "Lost and Found" nun endlich tun. Großartig!

CD2 enthält einen einzigen, fast eine Stunde langen Track: "The Demise". Er stammt im Original von Quill, einer Band aus Kalifornien, die 1977 mit "Sursum Corda" ihr einziges Album veröffentlichte. Zu "The Demise" gibt es eine Vorgeschichte, die Kollege Achim in seiner Rezension zu "Sursum Corda" erzählt hat:

"Im Beiheft der Syn-Phonic-CD ["Sursum Corda"] wird übrigens ein nie veröffentlichtes zweites Album der Band erwähnt, welches das Opus "The Demise of the Third King's Empire" enthalten soll. Mit diesem aufwendigen einstündigen und laut Beiheft im Vergleich zu "Sursum Corda" ungemein reiferen Werk ging Quill 1978-79 auf Tournee, ehe ihnen nach gut 24 Konzerten das Geld ausging. Danach fiel die Band auseinander. Wenn es also wirklich noch Aufnahmen von "The Demise" gibt, schlummert da vielleicht noch ein später US-Prog-Höhepunkt in irgendeiner Schublade. Schauen wir mal!

Nachtrag: Wie mir Greg Walker auf Nachfrage mitteilt, gibt es in der Tat eine Aufnahme von "The Demise of the Third King's Empire". Allerdings handelt es sich dabei um einen Konzertmitschnitt von schlechter Klangqualität, der nicht veröffentlichungswürdig ist. Die Musiker von Quill spielen aber mit dem Gedanken das Ganze neu einzuspielen. Bisher ist es allerdings aus Geldmangel nicht dazu gekommen. Schauen wir mal!"

Zwei Schauenwirmals, die die Samurai of Prog nun mit Hilfe von Quills Ken DeLoria und Keith Christian eingelöst haben. und was soll ich sagen: Es hat sich gelohnt! "The Demise" ist ein großes kleines Meisterwerk des klassischen Progs, ein episches Konzeptwerk über die Suche nach einem magischen Buch, das einige Anleihen bei Filmmusik und Musical in einen monströsen Progschinken integriert, der seinesgleichen such, selbst in unserem Genre, das bekanntlich, was Opulenz angeht, nicht gerade zurückhaltend ist.

"The Samurai of Prog" haben sich mit diesem Album um den klassischen Prog aus der zweiten Reihe wahrhaft verdient gemacht. Wer sich nicht von dem bescheuerten Namen und dem kitschigen Albumcover abschrecken lässt, kann hier einige längst verlorene musikalische Perlen entdecken, die alle Mühe wert waren, derer es bedurfte, sie ans Tageslicht zu fördern. Großartig!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: Odyssey, Quill, Cathedral, Lift und Pavlov's Dog
Veröffentlicht am: 2.7.2016
Letzte Änderung: 3.7.2016
Wertung: 13/15
Musik: 11 + 2 Punkte für die tolle Idee. Das mit Abstand beste Album in einem Unitsky-Cover, das ich kenne.

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Von: Jürgen Wissing @ (Rezension 2 von 2)


Eine großartige Idee, verknüpft mit einem ehrenwerten Konzept, erfunden von Longtrackspezialisten und ausgestattet mit ausgesprochen erfahrenen Arrangementtüftlern, dazu noch mit gestandenen Musikern, die ihr Handwerk allesamt aufs Beste verstehen - was soll da schief gehen?

Nun, trotz aller aufgewendeter Sorgfalt und sicher lobenswerter Feinschliffarbeit wirkt das Material teilweise recht altbacken und an so mancher Stelle stark angestaubt. Zu wenig Frische muss einem großen Teil der Stücke bescheinigt werden, eben trotz intensiver Bearbeitung. Also ein Werk für Fans, die gerne in der Vergangenheit verharren? Ja und nein! Wer die hier reproduzierten Bands kennt und auch heute noch gern hört, dem wird etwas Staub nichts ausmachen. Und schließlich haben die Samurai sicher den Anspruch, im hier und jetzt unter der Unzahl an Neuveröffentlichungen etwas Besonderes und Markantes abzuliefern.

Diesem Anspruch wird man jedoch besonders mit einem fast einstündigen Track, der logischerweise mit einigen „Längen“ aufwartet und textlich mehr überzeugen kann als musikalisch, zu selten gerecht. Allzu deutlich ist der Bezug zum Zeitgeist des Ursprungs, eine Brücke zu modernem oder wenigstens modernisiertem Prog fehlt überwiegend. Was hätte man besser machen können oder sollen? Wenig bis nichts! Mag der Gesang streckenweise nicht jedermanns Sache sein, sei's drum. Die Idee stand im Vordergrund und die Aufarbeitung ist wohl gelungen. Nur das Material konnte wohl nicht vollends von der dicken Staubschicht befreit werden. Anders ausgedrückt: aus alten Gäulen machst Du nicht mal so eben schmucke Rennpferde.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 18.7.2016
Letzte Änderung: 20.7.2016
Wertung: 9/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von The Samurai of Prog

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2011 Undercover 9.00 1
2014 The Imperial Hotel 11.00 2
2017 On we Sail 12.00 2

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