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The Samurai of Prog

The Imperial Hotel

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2014
Besonderheiten/Stil: Klassischer Prog; RetroProg
Label: Seacrest Oy
Durchschnittswertung: 11/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Marco Bernard Bass
Kimmo Pörsti Drums, Percussion
Steve Unruh Vocals, Guitars, Violin, Flute
Linus Kase Mellotron, Backing Vocals
David Myers Piano

Gastmusiker

Robert Webb Keyboards, Vocals
Kamran Alan Shikoh Electric and acoustic guitars
Yoshihisa Shimuzu Guitars, Synths
Octavio Stampalia Keys, Backing Vocals

Tracklist

Disc 1
1. After the Echoes 8:43
2. Limoncello 7:58
3. Victoria's Summer Home 2:54
4. The Imperial Hotel 28:10
5. Into the Lake 8:43
Gesamtlaufzeit56:28


Rezensionen


Von: Nik Brückner @ (Rezension 1 von 2)


"Ich kenne deren andere Alben nicht, ein Fehler, den ich zu korrigieren gedenke", schrieb ich neulich zu The Samurai of Progs "Lost and Found". Das habe ich nun gemacht. Und gleich das nächste, das ich kennenlerne, "The Imperial Hotel", ist wieder so ein Retroprog-Kracher!

Kein Wunder, startete die Band doch als Prog-Coverband (ihr 2011er-Album hieß "Undercover" und enthielt Entsprechendes). Das änderte sich mit "The Imperial Hotel", oder sagen wir besser, das justierte sich mit "The Imperial Hotel". Denn allzu deutlich kann man die Stile dreier, vierer Bands aus den hier versammelten Stücken heraushören.

Was nicht zu deren Nachteil ist, im Gegenteil. The Samurai of Prog sind weit davon entfernt, bloße Kloner zu sein. Ähnlich wie Robert Reed mit seinen "Sanctuary"-Alben channeln sie den Geist klassischer Progbands, um ihre eigene Version der jeweiligen Stile zu schaffen.

Das beginnt mit dem Yes-Stück "After the Echoes", einem komplexen episch-symphonischen Stück, das Octavio Stampalia von Jinetes Negros komponiert hat. Das Stück beginnt in der Art eines Khatrus mit einer spannenden Staccato-Passage, gefolgt von einem schwelgerischen Refrain - später ist sogar noch ein Cembalo zu hören. Quietschekeyboardsoli dürfen natürlich auch nicht fehlen. Ein ziemlich dicht gewobenes Stück voller Ideen und Wendungen - klassischer, traditioneller Prog von seiner besten Seite. So muss Retroprog sein!

"Limoncello" stammt ursprünglich von dem Colossus-Projekt "Decameron" (genauer gesagt von der 4CD-Box "Decameron Part II", 2014). Es dreht sich dementsprechend um Giovanni Boccaccio, und ist ein ganz wunderbarer, leichtfüßiger Italoprog-Song, einschließlich Violine und Sonnenschein. Das humorige Stück wird von Robert Webb (von der Band England) im Falsett vorgetragen - schon allein das ist einen Hör wert!

Nach dem Piano-Präludium "Victoria's Summer Home" von David Myers beginnt der Titeltrack und das Herzsstück des Albums: Das fast halbstündige "The Imperial Hotel". Das Konzeptstück, das eine Viktorianische Geistergeschichte erzählt, stammt von der Band England, auch hier singt natürlich Robert Webb.

"The Imperial Hotel" stammt aus dem Jahr 1975, ist also älter als Englands Debütalbum "Garden Shed" (1977). Es wurde damals zwar aufgenommen, ist aber in der aktiven Zeit der Band nie veröffentlicht worden. Als sich England 2006 für ein paar Konzerte wieder zusammentaten, spielten sie "The Imperial Hotel" erstmals seit Urzeiten wieder - allerdings nur für eine handvoll Konzerte in Japan, und auch nur in einer gekürzten Fassung (zu hören auf Englands Live-Album "Live in Japan - Kikimimi"). Als kleines Geschenk für die Konzertbesucher gab es eine Single-Track-CD in Mini-Auflage. Darauf: Ebenjenes "The Imperial Hotel".

Die Samurai of Prog approachten nun Robert Webb für dieses Album und fragten ihn, was er von einer Neueinspielung des Stückes halte. Er willigte ein - und so landete "The Imperial Hotel" hier. Und "The Imperial Hotel" ist eine wahre Entdeckung: Ein verlorener Longtrack aus der klassischen Phase des Progressive Rock ist allein schon eine kleine Sensation - aber der hier ist auch noch gut! Vergleiche mit Genesis drängen sich auf (genannt wird vor allem "Supper's ready", aber im Vergleich mit diesem ist "The Imperial Hotel" sogar die tightere Komposition). "The Imperial Hotel", obwohl es aus verschiedenen Passagen besteht, hängt ganz wunderbar zusammen: Epische Passagen, Rockiges, lange Gitarrensoli, aggressiver Gesang, lyrische Passagen wechseln einander gemäß den Kapiteln der Geschichte ab. Einiges mag ein wenig konventionell komponiert sein, das wird jedoch durch zahlreiche, meist instrumentale Parts ausgeglichen, die stark durch klassische Musik inspiriert sind. Für die damals so junge Band ist das schon ganz groß, wie die das hinbekommen haben.

Die Samurai haben den Song natürlich ein wenig überarbeitet und vor allem klanglich aufgehübscht. An der Substanz haben sie jedoch wenig geändert, so dass der Song nun endlich in seinem vollen Glanz erstrahlen kann. Großartige Idee!

Der letzte Track auf "The Imperial Hotel" ist "Into the Lake". Er stammt von dem schwedischen Keyboarder und Sänger Linus Kåse (Brighteye Brison, Cross, Änglagård). Für mich der stärkste Song auf dem Album, mit verwickelten Passagen, rhythmisch komplex, wild, dissonant - die Band, die einem hier sofort in den Sinn kommt, heißt: Gentle Giant!

The Samurai of Prog sind eine extrem kompetente Band. Ihre Aufarbeitungen älterer Stücke suchen ihresgleichen, spielen können sie sowieso, und die Vintage-Klänge dürften jedem Retroprog-Fan das Herz aufgehen lassen. Für mich seit diesem Album eine der besten Retroprog-Formationen. Ganz stark!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: Yes, Genesis, Gentle Giant, England, Italoprog
Veröffentlicht am: 29.7.2016
Letzte Änderung: 29.7.2016
Wertung: 13/15
Derzeit eine der besten Retroprog-Formationen.

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Von: Jürgen Wissing @ (Rezension 2 von 2)


Irgendwie tut sich der Rezensent mit den Samurai des Herrn Bernard schwer. Woran das liegt, war zunächst nicht eindeutig zu bestimmen. Zu gut die musikalische Performance aller Beteiligten, auch der Gäste, zu opulent die Ausstattung der Alben, allzu gelungen die Auffrischung alter Schinken.

Doch, halt! Da sind wir beim „casus knacksus“ angelangt: die Longtracks aus alten Zeiten sind es, deren neue Interpretationen zwar den Hardcore-Fan (hier: von der Band England) ansprechen mögen, die aber im Hier und Jetzt trotz allem hausbacken und arg angestaubt wirken.

Das Album wurde wegen des witzigen Colossus-Tracks „Limoncello“ angeschafft, der bereits bekannt war. Demnach lagen die Hoffnungen auf weitere spritzige Ideen bei den von Gästen kreierten Songs.

Leider erweist sich bereits der Opener „After the Echoes“ als eine etwas schwächelnde, an Yes angelehnte Komposition, die insbesondere gesanglich nicht punkten kann. Da hat Octavio Stampalia für seine Stamm-Combo Jinetes Negros schon deutlich besseres geschaffen.

Zum Ende des Albums dann noch ein Track von Linus Kase, seines Zeichens „Brain“ der hoch geschätzten Brighteye Brison. Für „Into the Lake“ gilt fast das Gleiche wie für den Auftakt: vieles wirkt um Schrägheit bemüht, bleibt aber Stückwerk und somit ohne nachhaltige Wirkung. Zwar erinnern die Melodiebögen durchaus mal an Brighteye Brison, aber hier fehlt doch etwas der rote Faden.

Beim Long- und Titeltrack kann man es kurz machen: positiv fällt die Gitarrenarbeit auf, während das stets hölzerne Drumming auf Dauer ziemlich nervt. Aber vor allem ist das Teil einfach zu lang, verliert nach wenigen Minuten bereits deutlich an Spannung und rettet sich irgendwie so gerade noch über die Ziellinie. Noch was vergessen? Ach ja, der beste Track der Scheibe ist das schöne Pianosolo „Victoria’s Summer“, das als Intro für das „Imperial Hotel“ dient und tatsächlich sommerliche Gedanken und Gefühle hervor zaubert – so muss Romantik! Schade, kein wirklich guter Gesamteindruck, den die Samurai da hinterlassen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 27.12.2016
Letzte Änderung: 27.12.2016
Wertung: 9/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von The Samurai of Prog

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2011 Undercover 9.00 1
2016 Lost and Found 11.00 2
2017 On we Sail 12.00 2

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