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Sherpa

Tanzlinde

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2016
Besonderheiten/Stil: Psychedelic; Worldmusic / Ethno
Label: Sulatron Records
Durchschnittswertung: 11.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Matteo Dossena
Axel Di Lorenzo
Enrico Legnini
Ivano Legnini
Pierluca Michetti

Gastmusiker

Lilia voice (2)
Ayu Shi voice (3,5,7,8)
Ila Maa voice (3,5,7,8)
Fabiana Giordano voice (1,4)
Fabio Duronio pipes, harmonium, percussion (7)
Graziano Zuccarino pipes, harmonium, percussion (7)
Faio Cardone synth, xylo (8)

Tracklist

Disc 1
1. Dune 4.40
2. Robert W. 3.34
3. Dubinuska 4.14
4. Tanzlinde 3.44
5. Sherpa 3.39
6. Magnetic White Tree 4.31
7. Loto 6.06
8. Big Foot 4.48
9. Of Coke and Steel 4.48
10. Plot 3.03
Gesamtlaufzeit43:07


Rezensionen


Von: Marc Colling @ (Rezension 1 von 2)


Für eine Newcomerband sind die Angaben auf der CD sehr spärlich gehalten. Nicht mal die gespielten Instrumente der Musiker werden erwähnt. Da ich auch im Netz keine wesentlichen Informationen über die Bandmitglieder gefunden habe, geben wir uns also voll der Musik hin. Diese scheint der Band ja auch wichtiger zu sein.

Dass Sherpa aus Abruzzo in Norditalien stammt, das erfährt man noch so knapp. „Where the mountains meet the sky“ schreiben sie sogar im Booklet, Nun denn, Unrecht haben sie damit nicht. Denn viele Passagen des Albums lassen den Hörer tatsächlich in höhere, meditative Sphären aufsteigen.

Es ist eines dieser Alben, die einfach am Stück gehört werden müssen. Denn es besitzt einen ganz eigenen Flow, der weder unterbrochen, noch gemischt werden darf. Man hört stets ruhig dahin fließende Sounds mit manchmal orientalischen Instrumenten und somit fast immer einer Spur von fernöstlichen Klängen. Damit bauen die Musiker eine unglaubliche Stimmung auf, die den Hörer in seinen Bann zieht, ihn verzaubert und in eine andere Welt gleiten lässt. Eine Welt des Friedens und der Ruhe, ohne Hektik und Stress.

Dabei klingt das alles absolut nicht nach banaler Wellnessmusik, wie man jetzt vermuten könnte. Keinesfalls wird hier mit billigen Mitteln versucht, den Hörer einzuschläfern. Im Gegenteil, man bleibt stets voll bei der Sache, da die einzelnen Songs sich doch genügend voneinander unterscheiden, trotz einer gewissen Kontinuität und Homogenität.

Interessant sind auch die Gastmusiker, allen voran die verschiedenen weiblichen und männlichen Stimmen. Es scheint, als singe von den Bandmitgliedern niemand. Leider gibt es aber auch dazu nur wenig Infos.

Klare Kaufempfehlung für alle die etwas mit psychedelischer und teils krautiger Musik anfangen können, wobei die Krautelemente doch recht dezent sind. Manchmal sind die Songs etwas verschroben, werden von lang anhaltenden, mittellastigen Tönen begleitet und erwecken durch die Instrumentierung den Eindruck von Fernost. Besonders in den Momenten, wo eine weibliche Stimme auch noch tranceartig nicht identifizierbare Silben von sich gibt.

Der deutsche Titel „Tanzlinde“ assoziiert einen Baum auf einem Dorfplatz unter, bzw. in dem sich die Menschen versammeln um zu feiern, zu tanzen und gesellig beisammen zu sein.

PS: Meine CD umfasst die angegebenen Songs in meiner Rezi. Ich habe aber gelesen, dass es auch eine andere Fassung der CD geben müsste (mit einem anderen Opener). Den Grund kenne ich nicht.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 6.12.2016
Letzte Änderung: 8.12.2016
Wertung: 11/15
außergewöhnlich ruhige und meditative Klanglandschaften verzaubern den Hörer

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Von: Christian Rode @ (Rezension 2 von 2)


Mit „Tanzlinde“ haben die Italiener Sherpa ein ebenso mystisches wie faszinierendes Debutalbum eingespielt, das nicht leicht einzuordnen ist. Es ist ein weicher, schwebender, stark akustisch geprägter Psychedelic Folk mit nicht immer eindeutigen Referenzen: europäische Tradition findet sich dicht verwoben mit orientalischem und indischem Einfluss wieder. Über alles legt sich ein weiter verfremdendes, psychedelisches Netz, das manches vielleicht exotischer klingen lässt, als es tatsächlich ist.

Denn es fließen neben den Klängen akustischer Saiteninstrumente und wiegenden Trommeln auch Gitarrensounds ein, die eher im Indierock beheimatet sind. Hinzu kommt ein wunderbar melodischer, gleichwohl exotischer Gesang, abwechselnd männlich und weiblich. Auf einigen Stücken führen auch die beiden indisch-bengalischen Sängerinnen Ayu Shi und Ila Maa mit ihren bengalischen Gesängen bis ins ferne Bangladesh.

Als aufnahmebereiter Hörer mit einem starken Faibel für meditative Psychedelic und Weltmusik kann man sich bei „Tanzlinde“ auf eine Wundertüte voller Überraschungen gefasst machen: immer wieder werden unterschiedliche und neue Aspekte dieser Verbindung herausgestellt, mal elektronisch-psychedelischer, mal akustisch-folkloristischer. Durch ausdrucksstarke Wiederholungen im Instrumental- und Rhythmusbereich wird zugleich auch immer wieder ein hypnotischer Sog erzeugt, in dem man intuitiv gerne versinkt.

Man muss auch nicht fürchten, dass die im Ganzen häufig ruhig fließende, aber zugleich hochrythmische Musik auf Dauer zu gleichförmig erscheinen könnte. Sowohl die Zusammenstellung der doch recht unterschiedlichen Stücke als auch die Liebe zum Detail und das ausgewogene, klare Mastering durch Eroc lassen keine Langeweile aufkommen. Ganz im Gegenteil: mit jedem Hördurchgang gewinnt „Tanzlinde“ dazu, weil man sich an diesen ungewöhnlichen, sehr eigenen Klängen so schnell nicht satt hört. Hochgradige Empfehlung meinerseits!

Anspieltipp(s): Dune, Robert W., Dubinuska, Tanzlinde...
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 13.12.2016
Letzte Änderung: 13.12.2016
Wertung: 12/15
CD im Jewelcase; LP auf grünem 180 g Vinyl, lim. auf 500 Stück

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