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Mike Oldfield

Return to Ommadawn

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: instrumental; Folk; Klassischer Prog; Worldmusic / Ethno
Label: Virgin
Durchschnittswertung: 11.67/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Mike Oldfield Gitarre, Bass, Mandoline, Banjo, Ukulele, Harfe, Orgel, Mellotron, Solina, Clavioline, Klavier, Bodhran, afrikanische Trommeln, Glockenspiel, Tin Whistle

Tracklist

Disc 1
1. Return to Ommadawn Part 1 21:10
2. Return to Ommadawn Part 2 20:56
Gesamtlaufzeit42:06


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 1 von 3)


Ein neues Album von Mike Oldfield - diese Nachricht hätte bei mir normalerweise nur noch ein desinteressiertes Achselzucken ausgelöst. Wenn ich mir überhaupt die Mühe gemacht hätte. Nach Millennium Bell hatte es mir endgültig gereicht, ich hatte keine Lust mehr auf lauen Pop, flauen New Age, oder was da sonst noch an Berieselungsmusik in den letzten Jahren kam. Aber diesmal sollte ja alles anders sein…

Oldfield hatte im Vorfeld seine Fans per Facebook zur Abstimmung darüber gerufen, in welche Richtung sein nächstes Album gehen sollte. Und, o Wunder, die Fans wollten mehrheitlich nicht etwas wie Millennium Bell oder Man on the Rocks, sondern wie Ommadawn sollte es sein. Wer hätte das gedacht? Na, jeder außer M.O. vermutlich. Also ward das neue Album folgerichtig Return to Ommadawn getauft, sollte es doch die Rückkehr zum alten Stil darstellen. Und ganz wie auf den frühen Alben sind nur zwei Stücke drauf, schlicht als Part 1 und Part 2 betitelt, jeweils etwa 20 Minuten lang.

Rückkehr zum alten Stil! Wie oft wurden in den letzten Jahren nach derartigen Ankündigungen doch wieder nur laue Pop- oder AOR-Ergüsse unters Volk gebracht! Doch erste Soundschnipsel klangen durchaus vielversprechend… und, um es kurz zu machen: Return to Ommadawn ist eine überzeugende Rückkehr zu alter Stärke und alter Form. Oldfield hatte sich eigens dafür Originalinstrumente angeschafft, die weiland auch auf Ommadawn zum Einsatz kamen: Bodhrán (eine irische Trommel), afrikanisches Schlagwerk, Mandoline, diverse Gitarren inklusive besonderer Verstärker für den richtigen Sound. Die Blockflöten allerdings, damals von Les Penning beigetragen, wurden durch Tin Whistles ersetzt, und die Klänge diverser analoger Tasteninstrumente wurden teilweise durch entsprechende Plug-Ins erzeugt. Und alles wurde von Mike Oldfield im Alleingang eingespielt, es sind keine weiteren Musiker dabei.

Und tatsächlich, das Ergebnis klingt von der ersten Sekunde an unverwechselbar nach Rob… äh, nach Mike Oldfield. Dem frühen Oldfield. Das schwebende, leicht mystisch anmutende Intro der Tin Whistles, die typisch jubilierende E-Gitarre, das filigrane Zupfen auf der akustischen, das nach einem Ritual klingende Trommeln. Wie sehr hatte man diese Klänge vermisst! Von ihm vermisst, denn es gibt ja mittlerweile noch jemanden… Zu all den Instrumenten kommen jedenfalls noch einige (wenige) gesampelte Stimmen aus Ommadawn, inklusive des Kinderchors der „Penrhos Kids“ (die jetzt so um die fuffzich sein dürften). Diese Einsätze sind, wie gesagt, wenige und währen nur wenige Sekunden, so dass Return to Ommadawn de facto ein Instrumentalalbum ist.

Interessanterweise ist die Musik überwiegend sehr getragen, geradezu von pastoraler Ruhe; über weite Strecken erscheint es mir mehr wie ein „Return to Hergest Ridge“. Die eher ausgelassene Stimmung von Ommadawn findet sich hier seltener, etwa im Hornpipe-artigen Abschluss des zweiten Teils, der wohl auch eine kleine Reminiszenz an den Schluss des zweiten Teils von Tubular Bells darstellt. Auch die ethnomusikalischen Einflüsse sind hier deutlich weniger. Das alles ändert nichts daran, dass Mike Oldfield hiermit ein überzeugendes Comeback gelungen ist, das sich vor seinen großen Werken der 70er nicht zu verstecken braucht (auch wenn der zweite Teil vielleicht etwas zügiger in Puschen kommen könnte). Er kann es noch!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 26.1.2017
Letzte Änderung: 29.1.2017
Wertung: 11/15

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Von: Nik Brückner @ (Rezension 2 von 3)


Jochen hat über mir eine echt lesenswerte Rezension geschrieben, die mich auf den Plan ruft, obwohl ich eigentlich auch bloß "so isset" drunterschreiben bräuchte.

Irgendwann fällt offenbar bei allen mal der Groschen. Irgendwann verstehen sie alle, dass ihre Fans im Grunde nur eins von ihnen hören wollen: Die Musik, die nur sie machen können. Niemand brauchte Karojacken-Pop von Renaissance, niemand brauchte Soulpop von Magma, niemand braucht AOR oder Folk-Kinderlieder von Yes. Warum? Nicht weil's schlecht wäre (das ist's meistens), sondern weil solche Musik auch tausende andere Bands machen können. Aber Renaissance-Musik, Zeuhl, Yesmusik, die können nur Renaissance, Magma und Yes machen. Niemand sonst kann das. Seltsam jene Apologeten, die auch noch das lächerlichste Schwachbrustalbum einer alternden Rockgröße damit verteidigen, man könne nunmal von alten Menschen nicht mehr erwarten, besser ein schlechtes Album als gar keins. Ist diesen Leuten ihre Lebenszeit (und die ihrer Helden) so wenig wert?

Dabei gelten diese, am bitteren Ende noch übriggebliebenen Fans auch noch als die eigentlichen Hardcore-Fans! Doch die Wahrheit sieht anders aus: Denn die Hardcore-Fans sind in Wirklichkeit die, die als erste absprangen, damals, als ihre Helden plötzlich anfingen, different tunes zu spielen. Die, die das feinste Gespür von allen für solche Veränderungen hatten. Das sind die eigentlichen Hardcore-Fans. Und Neal Morse wird vorgeworfen, er bleibe sich und seinem Stil treu! Verkehrte Welt.

Schwer, ausgerechnet diese Fans wieder zurückzugewinnen. Mit das Schwerste für einen Künstler. Denn auf der anderen Seite möchte der sich ja nun wirklich nicht wiederholen, jedenfalls nicht, wenn er sich als Künstler ernst nimmt. Oldfield biedere sich an? Einige schreiben das ja. Denn "Return to Ommadawn" - das klingt schwer nach einem Titel, den sich eine Marketing-Abteilung ausgedacht hat, und nicht Mike Oldfield. Ein Remake, eine Fortsetzung verkauft sich schließlich sehr viel leichter als ein Titel, mit dem niemand etwas verbindet, zumal bei einem Künstler, der dafür berüchtigt ist, äußerst verschiedenartige Werke veröffentlicht zu haben, auch qualitativ. Also keine Anbiederung: Wer wenn nicht Mike Oldfield hätte (zum Leidwesen seiner Fans) nicht allzu oft schon den Beweis angetreten, dass ihm egal ist, ob seine Musik gutgefunden wird...

Es muss aber auch nicht in Teil II, III bis XXVII (siemerzwanz'g) ausarten.

Aber am Ende hat er's dann doch gemacht: Ein zweiteiliges Großwerk aufgenommen, instrumental, alle Instrumente selbst gespielt, einschließlich Dudelsackgitarre und Glockenspeil, Verzeihung, Glockenspiel.

Kein digital sound processor diesmal. Dafür ein weitgehend akustisches Album, ein Englischelandschaftalbum, ganz wie früher. Einschließlich sogar jener Unsauberkeiten und Asynchronizitäten, die ihre Apologeten immer für besonders menschlich und authentisch halten. Er hat sie, sagt er, bewusst dringelassen. Keine Ahnung, warum solche Fehler im Rock/Pop gemeinhin als authentisch und menschlich gelten, für mich ist es Voraussetzung, dass die Instrumente richtig gestimmt sind und sich niemand verspielt (vgl. "TB" und "TB 2003"). Richtig zu spielen ist eine Grundbedingung, Qualität beginnt erst jenseits davon.

Okay, das Album ist also menschlich, was immer das bedeuten soll, es ist aber vor allem, und darauf kommt es an, weit besser als dieses lächerliche Felsenalbum von neulich. Er macht alles richtig, Beleriandmusik, Musik, die nur Mike Oldfield machen kann.

Obwohl, genau das ist der Punkt, Jochen hat ihn schon angesprochen.

Was ist mit Robert Reed?

Keiner kann mir erzählen, dass Robert Reed bei der Entstehung dieses Albums keine Rolle gespielt hat. Tom Newman und Les Penning, alte Oldfield-Kollegen, haben bei dessen Projekten mitgetan, ich glaube keine Sekunde lang, dass Oldfield die "Sanctuary"-Alben nicht gehört hat. Oder gelesen, dass wir alle schrieben, Reed sei der bessere Mike Oldfield. Jetzt also die Reaktion des Meisters. Und? Ist es besser? Nun, Oldfield zeigt, dass er eins kann, wenn er sich richtig anstrengt: Einen zusammenhängenden Longtrack komponieren. Das gelang ihm, wir erinnern uns, nicht immer: Zu viele seiner Großwerke sind eigentlich Zusammenschnipselungen von Kleinwerken. Das hier dagegen ist aus einem Guss: nachvollziehbar, ja überzeugend zusammenhängend, ineinanderübergehend, ein einziger musikalischer Fluss. Oldfield gelang das nur in seinen besten Momenten, hier gelingt es ihm wieder. Reed wirkt im Vergleich unruhiger, so als traue er der Tragfähigkeit seiner Ideen nicht so weit wie Oldfield der der seinen. Oldfield wirkt gelassener, souveräner. Darf er, er ist älter.

A propos. Da ist wieder einer, der uns Hörern zeigt, dass Alter kein Kriterium ist, das vor Qualitätsansprüchen schützt. Wer noch immer seine abgehalfterte Band in Schutz nimmt, hat jetzt einen verdammt schweren Stand. Man braucht sich nur die letzten Alben von Renaissance, Magma, The Enid, King Crimson, Don Airey, Anderson/Stolt und vielen anderen anzuhören – oder jetzt halt "Return to Ommadawn" von Mike Oldfield. Die Alten haben's voll drauf - man muss sie nur lassen. Das gilt auch - und gerade - für ihre Fans.

Klasse Scheibe! Bravo!

Anspieltipp(s): Return of the Jedi
Vergleichbar mit: Hergest Ridge
Veröffentlicht am: 27.1.2017
Letzte Änderung: 24.3.2017
Wertung: 11/15
Hat schon jemand gesagt, dass das Cover ne Katastrophe ist? Hat er das Nightwish geklaut?

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Von: Marc Colling @ (Rezension 3 von 3)


Da ich seinerzeit das Original-Ommadawn als 17-jähriger erlebte, möchte ich noch einige Worte an die beiden ersten Rezis anfügen.

Wie bereits erwähnt, spielte Oldfield diese Scheibe auf Originalinstrumenten ein, die er sich teilweise wieder besorgen musste. So befinden sich natürlich nicht nur die klanglichen Merkmale des Originals zuhauf auf dem Album, sondern auch aus den beiden anderen Alben seiner Frühphase, also „Tubular Bells“ und „Hergest Ridge“. Doch reicht es nicht, so zu klingen wie früher in der Anfangsphase, man braucht auch noch gescheite Melodien.

Im ersten Teil bestimmen zu Beginn A-Gitarren mit allerlei exotischen Saiteninstrumenten das Geschehen, die ein recht gelungenes Motiv variieren. Da fühlt man sich sofort wieder im Universum des Herrn Oldfield zu Hause und um Jahrzehnte zurück versetzt. Ethno-mässige Trommeln übernehmen irgendwann das Geschehen, das Mellotron bestimmt den Hintergrund und diverse Flöten sorgen für den ländlichen Touch. Kompositorisch nicht schlechter als das Original, bin ich als alter Fan regelrecht geflasht. Immer wieder entdecke ich kurze Parts, die mir bekannt vorkommen und im ersten Moment gar nicht einzuordnen sind. Das ist aber jetzt kein Plagiat an sich selber und vielleicht fehlen auch die ganz großen Momente. Dennoch, was er hier abliefert ist genau die Art von Komposition, die ich mir als alter Fan wünsche.

Teil 2 fängt ruhig, ja fast zerbrechlich an mit seiner A-Gitarre. Die E-Gitarre unterstützt dann nach ein paar Minuten und „singt“ ganz Oldfield typisch tolle Melodien. Das wirkt alles so, als sei dies die einfachste Sache der Welt. Doch so ist es sicher nicht, sonst hätten wir nicht 40 Jahre lang auf so ein Album warten müssen. Gut gemacht, Herr Oldfield! Dass er fast nur auf akustische Instrumente gesetzt hat, freut mich. Dass er ebenfalls zum Schluss hin auf Seite 2 wieder mit „Horseback“ kokettiert, finde ich grandios und zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht.

Nik hat mit seinem Vergleich zu Robert Reed Recht; Oldfield klingt gelassener und souveräner. Seine Soli auf der E-Gitarre klingen einfach so, wie nur er klingen kann. Das kann niemand imitieren. Wobei ich Reed absolut nichts vorwerfe, im Gegenteil. Er hat das Vakuum einige Jahre gut gefüllt.

Als Fan der ersten Stunde kann ich dieses Album nur empfehlen. Was es von Robert Reed unterscheidet? Authentizität.

Fans der ersten Stunde, dies ist das wahre Album für euch.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: Robert Reed, nur besser
Veröffentlicht am: 2.6.2017
Letzte Änderung: 2.6.2017
Wertung: 13/15
wer Musik von Mike Oldfield nachmacht oder fälscht wird mit einem neuen Album des Meisters persönlich bestraft

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Mike Oldfield

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1973 Tubular Bells 13.00 7
1974 Hergest Ridge 12.50 6
1975 Ommadawn 13.00 5
1975 The Orchestral Tubular Bells 6.00 2
1978 Incantations 13.00 6
1979 Platinum 7.00 4
1979 Exposed 12.00 2
1980 QE2 9.33 3
1981 Music Wonderland - 2
1982 Five Miles Out 9.83 6
1983 Crises 6.17 6
1984 Discovery 6.75 4
1984 The Killing Fields - Soundtrack 11.00 2
1985 The Complete Mike Oldfield 11.00 2
1987 Islands 2.00 3
1989 Earth Moving 3.75 5
1990 Amarok 11.08 12
1991 Heaven's Open 7.25 4
1992 Tubular Bells II 10.33 3
1993 The Best of Mike Oldfield Elements - 1
1993 Elements - 1
1994 The Songs Of Distant Earth 7.25 4
1996 Voyager 9.00 3
1998 Tubular Bells III 2.00 3
1999 The Millennium Bell 1.00 4
1999 Guitars 5.67 3
2002 Tres Lunas 1.00 2
2003 Tubular Bells 2003 11.50 6
2005 Exposed (DVD) 12.50 2
2005 Light + Shade 1.50 2
2006 Live at Montreux 1981 (DVD) 11.00 1
2008 Music of the Spheres 8.33 3
2014 Man on the Rocks 6.00 3
2015 The Best of: 1992-2003 8.00 1

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