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23686 Rezensionen zu 16192 Alben von 6292 Bands.
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Opus Avantra

Opus Magnum

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2003
Besonderheiten/Stil: mit Orchester; Konzeptalbum; Elektronische Musik; Folk; Klassischer Prog; Moderne Klassik; RIO / Avant
Label: Akarma
Durchschnittswertung: 13/15 (1 Rezension)

Besetzung

Donella Del Monaco Vocals
Alfredo Tisocco Keyboards
Luciano Tavella Flute
Enrico Professione Violin
Pieregidio Spiller Violin
Riccardo Perraro Cello
Pierdino Tisato Drums
Tony Esposito Percussion, Effects
Renato Zanella Guitar
Paolo Siani Drums, Percussion
American Chorus Setaf Choir
Gina Bianco Vocals
Susan Worsham Vocals
Cindy Brasher Vocals
Carl Adams Vocals
Vincenzo Caroli flute
Manuela Rizzo viola
Alberto Brendolin cello
Toni Lee guitar
Gianfranco Spigolon Maneguzzo double-bass
Saverio Tasca percussions
Gruppo Barry-Cat Sound Vocals
Roberto Ronda Vocals
Giorgio Piazza Bass
Daniela Colonna Harp

Tracklist

Disc 1
1. Introspezione   (Opus Avantra - Introspezione) 2:05
2. Les Plaisirs Sont Doux - Nel Piccolo Giardino 3:36
3. LaMarmellata - Carillon 2:33
4. L'Altalena 5:35
5. Monologo 2:37
6. Il Pavone 4:52
7. Ahi Douleur 4:16
8. Deliee 5:00
9. Oro 3:31
10. Rituale - Ashralem 5:47
11. Introspezione (Integrale)   (Bonustrack) 6:12
Gesamtlaufzeit46:04
Disc 2
1. Flowers on pride   (Opus Avantra - Lord Cromwell (plays suite for seven vices)) 5:29
2. Avarice 5:27
3. Lust 3:54
4. My vice 2:00
5. Ira 7:53
6. Gluttony 3:05
7. Envy 5:45
8. Sloth 4:32
9. Allemanda   (Bonustrack) 3:03
Gesamtlaufzeit41:08
Disc 3
1. Canto Della Notte   (Opus Avantra - Strata) 3:51
2. Quiete E Tumulto 2:11
3. Danza degli Oggetti Liberati 4:41
4. Canto Incompiuto 4:07
5. Vertigine 3:24
6. Fase Dello Specchio (Duello) 3:46
7. Canto Prima Dell'alba 3:09
8. Tics (Palude) 2:57
9. Titmo Alfa (Labirinto)   (live) 7:25
10. Canto Ad Un Dio Nascosto 3:35
11. R.E.M.   (Extra Track) 11:25
Gesamtlaufzeit50:31
Disc 4
1. Katharsis   (Alfredo Tisocco - Katharsis) 1:11
2. Galassie 5:57
3. Tensione 3:29
4. Il Tempo 3:14
5. Ira 2:10
6. Richiamo 5:03
7. Ah Ben Si 3:45
8. Katharsis 1:34
9. Cristalli 2:27
10. Impressioni 3:10
11. Flying in the wind 3:22
12. Spiritual 4:35
13. Caduta 2:39
14. Katharsis 2:58
Gesamtlaufzeit45:34


Rezensionen


Von: Nik Brückner @


Opus Avantra entstanden 1973 in Venetien um den Keyboarder und Hauptkomponisten Alfredo Tisocco, die Sopranistin Donella Del Monaco (Nichte des bekannten Tenors Mario Del Monaco), den Hintergrundphilosophen und Dichter Giorgio Bisotto und den Produzenten Renato Marengo.

Der Name der Band setzt sich aus den Begriffen "Opus" ('Werk'), "Avanguardia" ('Avantgarde') und "Tradizione" ('Tradition') zusammen, und er ist programmatisch gemeint: Die Band, so ihr Manifest, wollte die Grenzen zwischen den unversöhnlich gewordenen musikalischen Lagern überwinden, traditionelle abendländische Musik, avantgardistische Exkursionen und aktuellen Rock zu einer neuartigen Musik verbinden, mit Klassik, Folklore, Jazz und Elektronik im Hintergrund. Als wäre das nicht genug, hatte die Band auch noch Programmmusik im – äh – Programm.

Mit diesem Konzept als Basis gelangen der Band drei der am weitesten draußenen Alben des italienischen Progressive Rock: "Donella Del Monaco/Introspezione", "Lord Cromwell plays suite for seven vices" und "Strata", ein später Nachzügler (den man unbedingt gehört haben sollte, bevor man sich zum Thema Prog in den 80ern eine Meinung bildet). Die Musik ist anspruchsvoll, logisch, wenn man ein derart anspruchsvolles Manifest in die Tat umsetzen will. Kollege Achim hat es mal folgendermaßen in deutsche Worte gebracht: "Die musikalische Welt, so steht da zu lesen, sei heutzutage aufgeteilt in viele Sektoren, die nicht mehr miteinander kommunizieren würden und zudem durch gewisse sozio-kulturelle Schranken voneinander isoliert wären. Insbesondere hätten sich zwei große Sparten herausgebildet, einmal sogenannte "kommerzielle" Musik, vom Schlager bis zum Rock-Pop, andererseits eine Art von Pseudo-Avantgardismus, Musik für Intellektuelle, die sowohl krampfhafte, ausschließliche Beschäftigung mit Vergangenem beinhalte, als auch einen berechnenden, oft herbeigezwungenen Experimentalismus. Die Gruppe unterstreicht aber, dass sie durchaus den Wert einiger Erzeugnisse der zeitgenössischem Musik anerkennt, aber auch die Bemühungen verschiedener Pop-Gruppen nicht verachtet. Gleichzeitig habe man ein gesundes Verhältnis zu den musikalischen Hervorbringungen der Vergangenheit. Das Ziel von Opus Avantra sei es, etwas Einigendes zu schaffen, eine Brücke zu bauen zwischen der Kunst und dem Volk."

Auch wenn das "Volk" nicht gerade in massenhaft kaufende Begeisterung ausbrach, der Band gelang es vorzüglich, dieses Konzept in Musik umzusetzen. Die Alben Opus Avantras vereinigen klassisches Kunstlied, Folklore, kammerigen Rock und avantgardistische, oft elektronische Experimente zu ungemein anregenden, spannenden Alben. 1974 erschien das Debüt der Band, von dem bis heute niemand so recht weiß, ob es "Introspezione" oder "Donella del Monaco" heißt. Auf dem Zweitling, ein Jahr später erschienen, ("Lord Cromwell plays suite for seven vices") wurde sie prompt von einem ganzen Chor ersetzt. Nach langer Pause erschien dann 1989 Tisoccos und Del Monacos Drittling "Strata", dabei auch wieder der Violinist Pieregidio Spiller. Ebenfalls 1975 wurde ein Solo-Album von Alfredo Tisocco veröffentlicht, "Katharsis", eine Auftragskomposition für die Tanztruppe Gruppo Italiano di danza libera.

Diese vier Alben wurden in der hier zu besprechenden Bochs vereint. (Weitere Veröffentlichungen von Opus Avantra wurden unter dem Titel "Omega" versammelt, die ich natürlich auch noch besprechen werde.) Die Band präsentiert einen reichlich heterogenen und dadurch äußerst abwechslungsreichen Mix aus einerseits instrumentalen, oft atonalen und ziemlich anspruchsvollen Kleinodien, die mit viel Anstrengung gehört werden wollen ("Avan"), und andererseits sehr hörbaren, eingängigen Stücken, die dann meist von klassischen Vorbildern geprägt sind und von Donella del Monaco eindrucksvoll vorgetragen werden ("Tra"). In der Mitte findet sich Einiges, das man als geschulter Proghörer als klassischen Prog hören könnte, schräge Polka, und elektronische Experimente. Bei den Klassik assoziierenden Gesangsstücken fällt immer wieder die kirchenmusikalische Tradition auf, häufiger noch eine Art italienischer Folkpop, den auch andere Italoprogbands der Siebziger draufhatten. Die atonalen Stücke dagegen sind zwar schräg, aber nie chaotisch und dadurch ganz hörbar. Sie sind geprägt durch die bunt wechselnde Instrumentierung, mal hört man Bläser und Streicher, mal Keyboards, mal nur ein Klavier, dann auch wieder die ganze Band, bisweilen sogar mit Gesang, der dann von Belcanto über theatralisches Rezitieren bis hin zu Gestöhne und Gekreische reicht. Opus Avantra schaffen es so, ihre von Stockhausen, Bartók und Anderen inspirierten Phantasien mit immer neuen Klangfarben zu variieren und dadurch immer wieder neue Atmosphären zu schaffen.

Diese Alben sind nicht unanstrengend, wunderschöne Melodien jagen atonal-experimentelle Passagen, heftiger Rock lyrische Momente, aber sie gehören zum Besten, was die italienische Szene in ihrer klassischen Phase zu bieten hatte. Wer so was (und vielleicht Pierrot Lunaire kennt und) mag, der sollte sich mal für diese Band interessieren. Die Bochs ist kein Risiko, Ausfälle sind nicht enthalten.

Leider aber auch kein Mehrwert. Sie enthält die drei regulären Studioalben, Tisoccos "Katharsis", und ein dünnes, wenigseitiges Heftl, in dem ein paar dürre Worte zur Band und das Manifest auf Italienisch und Englisch enthalten sind, mehr nicht. Aber es gibt ja noch eine zweite Opus-Avantra-Box…

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: Pierrot Lunaire
Veröffentlicht am: 25.1.2017
Letzte Änderung: 25.1.2017
Wertung: 13/15
Vielleicht die am weitesten draußenste Band des Italoprogs

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Opus Avantra

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1974 Introspezione 12.00 2
1975 Lord Cromwell (plays suite for seven vices) 9.00 1
1989 Strata 13.00 1
2009 Viaggio immaginario 10.00 1

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